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Joachim Piephans, PKP-ST44, Niels K.

Fahrt ins Felsenland (m. 21 B.)

Startbeitrag von Joachim Piephans am 12.09.2017 19:07

Liebe Freunde,

liebgewonnene Orte ziehen einen immer wieder an. So geht’s mir seit einigen Jahren mit dem Felsenland zwischen Trutnov (Trautenau) und Broumov (Braunau i.B.). Die Sommerferien ermöglichten immerhin eine kurze Reise dorthin, zwei Übernachtungen in Teplice nad Metuji (Wekelsdorf), im „Schützenhaus“ gleich unterhalb der Stadthaltestelle.

Wir schreiben den 7. August 2017, ein Montag. Erstes Ziel war ein ausgedehnter Zwischenaufenthalt auf der Anreise im Bahnhof Hronov, nachdem auch für dort eine Gleisneulage samt Neubau-Bahnsteigen angekündigt ist. Hronov hat das nach meinen Begriffen am ursprünglichsten erhaltene Stationsgebäude im Standardstil der StEG auf der gesamten KBS 026. 4.28 Uhr am heimatlichen Haltepunkt Ellingen abgefahren, kam ich nach sieben Umstiegen samt Speisewagenbesuch im EC 127 „Bečva“ zwischen Prag und Pardubice um 14.09 Uhr in Hronov an. Drei Stunden Aufenthalt waren eingeplant und wurden auch so eingehalten mit Ablichtung sämtlicher in dieser Zeitspanne auftauchender Züge. Doch zuerst wurde sich einem liebevollen Detail gewidmet:




In die Veranda sind Glasbilder von Hronov eingebaut, ein erster Gruß der Stadt, deren bekanntester Sohn der Historiker und Schriftsteller Alois Jirásek (1851-1930) war. Wir sehen links und rechts des Meisters sein Geburtshaus sowie sein Grab (ebenfalls in Hronov), außerdem das Stadttheater, den Turm der Allerheiligenkirche und etliche Ansichten.




Hier steigt man gerne aus: die gepflegte Veranda des Stationsgebäudes.




Schon nahte der Mn 83477 Broumov – Týniště. Doch leider fuhr er nicht auf dem Hauptgleis durch, sondern ging auf das äußerste Gleis, weil er beim Schrotthandel zu rangieren hatte. Das verhinderte erstens die Aufnahme vom Zaun des Schrotts auf einen durchfahrenden Güterzug, zum anderen warf der eine Sunde hier stehende Train seinen langen Schatten bis an das Nachbargleis … So blieb in dieser Zeit vor allem die betrieblich interessante Situation der nach getaner Manipulation wieder an die Zugspitze umsetzenden 742 316, während auf dem Hausgleis gerade die Spitzenlichter vom MOs 5132 auf den 5133 gewechselt wurden. Eigentlich sollte das ein von der ODEG geliehener 841 aus dem viertägigen Plan der PJ Hradec Králové sein, doch kam der für die 026 sehr ordinäre 814 107. Aber wer den heurigen Reisebegleiter aus der edition kennt, der weiß ja, daß an diesem Ort mit dieser Leistung auch schon der immer noch seine Eberswalder Ganzwerbung spazierenfahrende 841 065 abgelichtet und ins Archiv genommen werden konnte.




Tja, der Schatten des Güterzuges eben … 814 180 hält kurz als MSp 1756 Starkoč – Broumov. Dann wird der 5133 auf die Reise gehen, schließlich im Blockabstand (der bis Náchod reicht) der 83477 folgen. Genug Zeit, um erst einmal unter der Veranda Brotzeit zu machen. Denn es naht ein weitere Objekt der Begierde ...




Dieses meine ich noch nicht, wenngleich eine blaue Regionova bei entsprechend korrespondierender Farbumgebung auch ganz hübsch sein kann (814 006 / MSp 1761).




Der Blaue fährt bereits an, als nämlich „Krakonoš“ 854 020 am Hausbahnsteig ausrollt. Es geht sich eine Begegnungsaufnahme aus, bei der hinten auch der den Halteplatz für den hier (w)endenden MSp1872 signalisierende „Bahnhofsknecht“ sichtbar wird.




Drei Zugpaare wenden werktagnachmittags in Hronov, das sind die beiden Personenzüge aus dem unteren Adlergebirge mit 841 sowie als Krönung eben der Chocener Eilzug. Glücklich, eine rote Garnitur zu sehen, wurden etliche Einstellungen beim Umsetzen des Motorwagens um seinen Btn auf Film gebannt und auch noch ein paar Blicke auf den markanten Kopf des Heulers fixiert.




Knappe 25 Minuten sind schnell vorüber, MSp 1875 verläßt Hronov südwärts. Die Zugbeobachtung durch den Fahrdienstleiter wird vorschriftsmäßig ausgeführt. Klassische Perspektive für einen tschechoslowakischen Klassiker.




Nicht alle gesehenen und dokumentierten Züge der drei Stunden zeige ich hier. Ins Archiv gewandert sind sie alle. Dies war dann schon der letzte: für meine Weiterfahrt nach Wekelsdorf nähert sich unter der Zugnummer MSp 1760 pünktlich um 17.10 Uhr wiederum der 814 006. Meister Alois, der unter anderem „Böhmens alte Sagen“ zusammengetragen und nacherzählt hat, schaut zu.


Kurz nach halbsechs bin ich im Quartier, sitze im Gastgarten direkt an der Mettau, strecke die Füße lang und genieße zwei Halbe Pilsner zu einem guten Essen.
Gut geschlafen, begebe ich mich am Dienstagfrüh um viertelsieben zur Bahn und reise mit dem ersten Zug nach Adersbach. Ganz ruhig liegt das Tal, nur auf dem großen Campingplatz hinter der Wekelsdorfer Felsenstadt kriechen die Allerersten aus den Zelten oder gucken verschlafen aus ihrer Holzhütte. Vom Felsenbahnhof gehe ich dem davonfahrenden 814 hinterher, vorbei am Wirtshaus „Waldesruh“ und über die taufeuchte (gut, daheim noch die Wanderstiefel eingefettet zu haben), große Adersbacher Wiese, die im Westen von einem mächtigen Felsriegel abgeschlossen wird. Ich streue hier zunächst zwei Bilder vom 18. Mai 2012 ein, der Herr Sektionschef höchstselbst hatte mich seinerzeit an diesen Platz geführt. Auch schon wieder fünf Jahre her:




Man kann sich gut vorstellen, daß der hintere Teil der Wiese Echoplatz oder schlicht „Echo“ genannt wird. 814 054 hatte damals die Frühleistung (MOs 15770, heute heißt er 15752) nach Trutnov. Ganz links im Anschnitt ist die Schutzhütte, die schon auf hundertjährigen Ansichtskarten drauf ist. Für den klassischen Blick, der im nächsten und übernächsten Bild kommt, steht man hinter der mittig erkennbaren Baumgruppe.




So wie heute kam auch an jenem Tag gegen zehn nach sieben der Gegenzug, man kreuzt ja stets zu einer vollen Stunde in Janovice (Johsndorf). Nur im Morgenlicht zeigt der mächtige, zerklüftete Pfeiler seine charakteristische gelb-rostige Farbe. Im Archiv des Kollektivs dürften rote 810er reichlich an dieser Stelle vertreten sein, sodaß einer der ersten najbrt-810, der 550, nicht wehtat. Vereinzelter Scharfer Hahnenfuß durchpunktete das Gras, während ...




... jetzt im August, also am 8.8.2017, vor allem roter Klee den Vordergrund bestimmt. Die kleine Siedlung, die einseitig den Weg säumt, heißt übrigens „Rabenstatt“. Der Gleisbogen unterhalb der Felsen kreuzt nach dem fünften Haus (nicht mehr sichtbar) wiederum den Weg. Die Morgenstimmung war einfach unbeschreiblich. Natürlich war da auch ein Kribbeln vor der Aufnahme – stimmen die Einstellungen, löse ich richtig aus, läuft keiner im falschen Moment ins Bild (tatsächlich machten sich schon ein paar Jugendliche mit Handtüchern auf den Weg – Morgenbad im Sandgrubensee innerhalb der Felsen?) –, aber es war vor allem ein Genuß, hier in der Stille auf den Zug zu warten. Hinter mir, zwischen Baumgruppe und Schutzhütte, lag noch einer im Schlafsack auf dem Grasbuckel, hatte die kühle Nacht unter dem Sternenhimmel verbracht. Und dann kommt er, von Ober Adersbach sich durch Pfiffe ankündigend. Blick durch den Sucher. Spannung. Rein in die Kurve, Drehung, fast wieder raus - ausgelöst. 814 038 fährt heute den 15753. Ich lausche dem Knallen der Radreifen auf den Schienenstößen, bis er in Adersbach zum Halten gekommen ist, baue Kamera und Stativ ab und gehe durch die Wiese zurück auf die Hauptstraße. Dort gibt es am großen Parkplatz eine Bushaltestelle, und dort hält um 7.34 Uhr ein Bus nach Braunau – perfekt! Die Fahrerin des Iris, sommertauglich in kurzen Hosen, bringt schon einen Stammfahrgast mit, nimmt hier drei Fahrgäste auf und fährt dann mit uns gemächlich die Schleife über Zdoňov (Merkelsdorf), wo an beiden Haltestellen jeweils eine Werktätige auf die Fahrgelegenheit wartet. Zurück auf der engen Hauptstraße durchs Tal, bin ich kurz vor acht an der Haltestelle „Teplice n.M., nám.“, direkt vor meinem Hotel „Střelnice“. Zeit zum Frühstück! Zeitig aufgestanden, genau ein Dia belichtet, hochzufrieden.

Ich habe auch diesmal nicht das Echo herausgefordert. Wer mag schon so früh die zu dieser Jahreszeit kostbaren und wenigen ruhigen Stunden von Adersbach stören?





Die Aufnahme ist weder lichttechnisch noch vom Ausschnitt her optimal, doch lassen wir hier einmal den Stadtbahnhof von Wekelsdorf sehen, wo ab Dezember mehrmals täglich und ganzjährig Kurzpendel vom Bahnhof an der Hauptstrecke wenden sollen. Weiter zurück auf der Laderampe (bzw. dem Fundament des ehemaligen Gütermagazins) konnte bzw. wollte ich nicht, da bis kurz vor Eintreffen des Zuges ein zubringender Kraftwagen sehr ungünstig geparkt hatte. So mußte ich ihn abschneiden – die Fichte leider auch. 814 055 als MOs 16757 wird also dermaleinst nicht den Weg ins Buch finden. Im Rücken stand übrigens ein "Emil" beim örtlichen Kohlenhändler. Ich wartete eigentlich – mittlerweile war es kurz vor halbelf – nicht auf diesen Zug, nachdem ich das Postamt vergeblich aufgesucht hatte, um den Sondermarkenbogen zu Jože Plečnik zu erwerben, sondern auf den im „Hauptbahnhof“ kreuzenden Tageshöhepunkt der Lokalbahn: den Eilzug 1870 „Ostaš“ Chocen – Adršpach, geführt mit Reihe 845!




Schon im vergangenen Jahr hatte ich das Umsetzen des Eilzugparks in Adersbach dokumentiert, damals freilich mit dem najbrt-blauen 008. Doch wieder sind mir wie am Vortag Umlauf und Lokdienstleitung zugeneigt und präsentieren den (bzw. die) 854 005 „Martinka“. Die zahlreichen Fahrgäste haben den Bahnsteig bereits verlassen, der Meister naht zum Kupplungsgeschäft.




Vom 1870 zum 1873 – „Martinka“ umfährt ihr Anhängsel. In Blickrichtung geradeaus befindet sich der Echoplatz, rechts vom Güterschuppen dagegen der weite Ausweichparkplatz für die Felsentouristen, der in wenigen Minuten geöffnet werden wird, nachdem der hauptsächliche zu diesem Zeitpunkt voll war. Die in die Felsenstadt Einlaß heischende Menge staute sich über den Bahnübergang zurück, man nachte dem folgenden MOs 15758 nur unwillig Platz. Mit ihm fuhr ich weiter bis Janovice, froh, den Ort der Massen hinter mir lassen zu können. Aus der Morgenstille von sieben Uhr war längst der sommertägliche Wahnsinn geworden, um elf wurde bereits - bitte um Entschuldigung - gefressen, was Langospfanne und Gyrosspieß an typisch Böhmischem hergaben. Ob die für das nächste Jahr geplanten Züge aus Breslau/Waldenburg (die Nachbarn dürften als Besucher die Einheimischen schier überrundet haben) und ein weiterer 854-Durchläufer am Nachmittag die Besucherströme nachhaltig und merkbar von der Straße holen werden?


Szenenwechsel: mittags Punkt zwölf gehe ich nach der Johnsdorfer Triebwagenkreuzung vom dortigen Bahnhof, dem Gleis Richtung Trautenau folgend, bis zu den zwei großen Wiesen, die nacheinander, durch ein Wäldchen getrennt, am Westhang des Tales schöne Blicke bieten. Ich entscheide mich zunächst für die südlichere der beiden, richte mich am schattigen Waldrand „häuslich“ ein und tue die nächsten anderthalb Stunden nichts – außer Lesen, Schauen, Horchen. Alle halbe Stunde knattert ein Tatra durchs Tal, um Strohballen der Bergung zuzuführen. Am Gegenhang rumort eine Zeitlang ein Zetor irgendwo im tiefen Tann. Sonst ist fast nichts. Ferien, Erholung, Urlaub. Wann habe ich solche Muße, um die Veränderung des Lichts so wahrzunehmen?




Kurz vor zwei kommt der erste anvisierte Zug: 814 025, auch ein Königgrätzer Blauer, hat die Steigung von Trautenau her bewältigt und rollt nun im sanft geneigten Tal des Baches Dřevič dem endgültigen Brechpunkt bei Hodkovice (Hottendorf) und damit dem Mettautal entgegen. Im Notizbuch steht MOs 15761 Trutnov – Teplice n/M. Der markante Baum links neben dem Haus ist „Šimočeks Linde“, ein Naturdenkmal. Hinten fallen mit dem Storchberg als südöstlichem Pfeiler die Adersbach-Wekelsdorfer Felsen ab. Wiederum dahinter liegt die Felsenburg Bischofstein (Skály), der wiederum Alois Jirásek literarische Denkmale gesetzt hat. So schließen sich Kreise!

Doch dafür ist jetzt kein Gedanke, denn neben der Leica auf dem Stativ ist nun auch die zweite mitgeführte Kamera parat, um dieselbe Szenerie noch weiter zu fassen:





Blick auf die südlichen Häuser von Johnsdorf und den Gegenhang mit dem markanten Wachtberg (Strážný vrch), gesehen durch 20 mm Brennweite.




Ich habe mir nämlich vor einigen Monaten ein MIR-20M des russischen Herstellers Zenit zugelegt, nachdem es in der PhotoKlassik vorgestellt und als sehr ordentlich besprochen worden war. Das Weitwinkel mit den Kenndaten f=3,5/20 mm wurde in den Siebziger Jahren erstmals gebaut, heute nicht mehr, wird aber immer wieder angeboten. Da über ein Jahr partout keines mit dem Leica R-Bajonett zu bekommen war (obwohl es solche gegeben haben soll) – allermeist ist das M42-Gewinde verbaut –, schlug ich zu, als ich auf das Angebot eines sehr gut erhaltenen Exemplars mit dem Minolta-M-Bajonett (MC) stieß. Für 150,- Euro war es meins. Ein Gehäuse XG-9 dient solange der Aufnahme, bis meine XG-1 (meine erste Spiegelreflex von 1981) wieder funktionstüchtig und überholt ist (Rückwandverriegelung defekt). Das Zenit-MIR macht schon was her, herrlich die stark gewölbte vordere Linse. Die Verzeichnung hält sich in Grenzen, die in den Ecken sichtbare Vignettierung toleriere ich.




Wiederum zwei Stunden später, zur Vier-Uhr-Kreuzung, ließ sich 814 181 an der Linde sehen (MOs 15763). Die Sonne wollte nicht mehr so schön leuchten, die Farben sind zurückhaltender. Den Gegenzug lichtete ich auf der Nachbarwiese ab, dafür reichen die sechs bis sieben Minuten leicht, wenn man vorher einen Standort gewählt hat. Doch der schöne Blick auf die Häusergruppe „Bethlehem“ war um diese Zeit schon nicht mehr so schön, den mußte ich bleiben lassen; außerdem waren da in weiße Silofolie eingepackte Heuballen, die nur bestimmte Blickwinkel ermöglichten. Der Schuß bleibt Belegbild, mehr nicht, die Wiesen wünschen das Wiederkommen. :--P

Ich „stieg ab“, marschierte auf der Dorfstraße zum Wirt, wo es ein dunkles „Krakonoš“ aus Trutnov zum gebackenen Käse samt frittierten Erdäpfelschnitz und eine palačinka zum Kaffee gab. Damit war zugleich das Abendessen eingenommen, mit dem nächsten Takt ging es zurück nach Wekelsdorf, wo ein Pilsner und die Notizen den Tag beschlossen. Vergeblich die Nachfrage, ob eine dritte Nacht möglich sei – alles ausgebucht. So war der Entschluß gefaßt, anderntags die Heimreise mit einem Schlenker über die Riesengebirgsmetropole (Postamt!) anzutreten.




Was an diesem Mittwoch, 9.8.2017, auch geschah. Um halbzehn ging‘s los, also noch vor dem „Ostaš“. In Trutnov hl.n. kann man Rucksack etc. beim Gepäckschalter aufbewahren lassen, mit handgeschriebener Abholquittung. Auch auf dieser Post Fehlanzeige … doch immerhin war noch ein paar Schritte weiter der Trautenauer Drache abzulichten, wie er da jämmerlich über den Sommer am Rathausturm hängt. Stets im Mai wird der Lindwurm beim Fest „Už ho nesou“ (er wird schon getragen) hereingeschleift und im September bei der Drachenabnahme verabschiedet. Der echte, gefangene und zu Tode gebrachte Drache wurde übrigens vor langer Zeit, anläßlich des Brünner Landtages (den gab es wirklich im Jahre 1024), an die mährische Landeshauptstadt verschenkt und ist heute als der „Brünner Drache“ im Durchgang des dortigen Rathauses bekannt. Aber natürlich wird die schöne Sage von den allwissenden Historikern aufgrund konkurrierender Fakten als „faked news“ abgetan … Was hat wohl místr Alois als Historiker und Literat zum Trautenauer Lindwurm gemeint?

Ich habe den Scan des mit Normalobjektiv aufgenommenen Dias elektronisch verzerrt bzw. gerichtet. Um darauf verzichten und von vornherein verzeichnungsfreie Aufnahmen anfertigen zu können, plane ich den Erwerb eines guten gebrauchten Leica R 2,8/28 mm PC Superangulon mit Shiftverstellung. Dazu sind aber mehr als 150 Euronen nötig. Heißt es jetzt also sparen, sparen … und wiederkommen, wenn nachmittags um halbvier der Drachenschatten genau auf dem Pilaster liegt ;) Wer hat hier einen Schatten? :)




Ja, und das ist die neueste Fahrzeugreihe der ČD im Najbrt-Lack: auch die Werberäder für den bahneigenen Fahrradverleih haben blau zu sein, bis tief in die Nabenschrauben und den Kettenwerfer hinein … (Trutnov hl.n.)


„Martinka“ vom Vortage brachte mich mit dem Eilzug 1791 in herrlich heulender Fahrt über die 032 bis HK, die Episode vom Pilsner Umstieg lest Ihr hier: [20329.foren.mysnip.de] Nach Mitternacht war ich daheim, nach nur drei Tagen Böhmen, aber mit wunderschönen Bildern im Gedächtnis und in den Filmdosen.

Ihr seht, ich fotografiere das „Ernsthafte“, das, worauf es mir ankommt und weswegen ich mich aufmache, weiterhin auf emulsionsbeschichteten Film, seit 34 Jahren hauptsächlich auf Diafilm. Ich mag davon nicht lassen. Ich beobachte Filmpreise, horte Magazine und bald wohl auch die Rähmchen gepe 7013 – weil ich es mag, die Kamera in aller Ruhe einzurichten, mithilfe des Handbelichtungsmessers manuell einzustellen, die Spannung des unsichtbar Eingefangenen auszuhalten – und dann beim Abholen, Sichten, Schneiden, Rahmen, Archivieren der Dias das Erlebte noch einmal zu erleben, außerdem das haptische Erlebnis eines Unikats zu haben. Für den Blick ins Archiv brauche ich keinen Computer – wenigstens dafür nicht, wo ich wie viele alltäglich in ihn hinein- und auf Dokumente und Dateien starre. Ich brauche nur das Leuchtpult, die Lupe, Ruhe und ein bißchen Musik … Nur um die Aufnahmen hier zu zeigen, muß ich die Nuancen mit niedriger Scannerqualität in eine begrenzte Zahl von bits und bytes wandeln lassen. Dabei geht viel verloren. Und bei der Bearbeitung wiederum am Rechner bin ich nur ein Stümper, etliches Hronover Himmelsblau gefällt mir gar nicht, aber ich mag nicht mehr an den Reglern drehen und verschlimmbessern, ich mag's jetzt einfach zeigen. Ihr mögt Euch denken, was ihr wollt :xcool:

Alle Aufnahmen (bis auf die eine weitwinklige) entstanden wie immer mit der Leica R-E, hier allesamt mit Festbrennweite Elmarit 2,0/50 (habe kein Zoom) auf Fujichrome Provia 100 F, gescannt auf dem reflecta Proscan 7200 mit 1800 dpi. Die Minolta mit dem MIR wurde wiederum von der Olympus OM-D digital belichtet. Die benutze ich nur für schnellen Hausgebrauch und Dienstliches.


Grüße,
Joachim

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Trutnov / Trautenau (m3B)

Zitat
Joachim Piephans
Liebe Freunde,

liebgewonnene Orte ziehen einen immer wieder an. So geht’s mir seit einigen Jahren mit dem Felsenland zwischen Trutnov (Trautenau) und Broumov (Braunau i.B.).
Die Sommerferien ermöglichten immerhin eine kurze Reise dorthin, ...


Besten Dank Joachim, daß Du uns "mit in den Urlaub genommen hast". Und dabei Erinnerungen an die eine oder andere Ecke Deiner Tour wecktest. Besonders an Trutnov, dessen Markt mich bei einem zweistündigem Umsteigehalt im Juli diesen Jahres hellauf begeistert hat.






Aber auch im Bahnhof gab es hübsch Anzusehendes. Schon wieder ein -jetzt ganz modernes- Rendezvous von Büchs und Brille..



von Niels K. - am 12.09.2017 20:18

Re: Trutnov / Trautenau (m3B)

Die Trautenauer Meisterin hatte ich in den Tagen auch ein paarmal im Führerstand der 814. Dein fotografisches Auge zeigt sich aber vor allem darin, daß die beiden blauen Bänder schier nahtlos ineinander übergehen. Sehr gekonnt, Kollege!

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 13.09.2017 19:22
Hallo Joachim,

besten dank für diese schönen Impressionen aus dem Felsenland.
Eine tolle Gegend für Wandertouren und mystische Geschichten, wenn der Herbst seine Nebelschleier fallen lässt.
Die Glasbilder des Bahnhof Hronov sind genial. Sie zeigen das Interesse der Stadt an den Bahnhof und weisen den Reisenden gleich auf Sehenswertes hin.


Sommerliche Grüße
Ronny

von PKP-ST44 - am 14.09.2017 21:32
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