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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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vor 1 Monat, 2 Wochen
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RR

Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 7 ( m. 16 B. )

Startbeitrag von RR am 03.01.2018 22:47

Ich hoffe ihr seid alle gut in´s neue Jahr 2018 hinüber gerutscht, so dass es nun mit dem nächsten Teil des Sommerurlaubs 2017 weiter geht. Sogleich werde ich von Ungarn in die Slowakei übersetzen. Daher platziere ich den Beitrag jetzt auch in der entsprechenden Galerie, auch wenn´s noch ein paar Ungarn-Bilder gibt.

Was bisher geschah gibt´s hier :

Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 1
Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 2
Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 3
Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 4
Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 5
Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 6

Es ist Donnerstag, der 31.8.2017. Bevor es rüber in die nahe Slowakei geht, möchte ich noch ein paar verbliebene Früh-Motive abhaken. Ich checke gleich um kurz vor sieben Uhr aus der Pension aus um gegen viertel nach sieben den Nordfahrer am nördlichen Einfahrsignal von Nagybátony abzulichten. Dieses liegt recht ruhig am Rande von leerstehenden Anlagen, so dass ich mir denke, da auch den nächsten Südfahrer zu machen und ein Video zu drehen, wenn sich der Flügel hebt. Dazwischen hole ich mir noch ein Frühstück im Ort und bin rechtzeitig zurück. Die Kamera läuft und das Signal ist gezogen, da taucht wie aus dem Nichts der wahrscheinlich einzige Mensch an diesem Tag an diesem Ort auf und freut sich mich zu treffen. Er plappert gleich los, dass er so einen Bauch bekommen habe und deswegen an der Bahnstrecke entlang joggen muss :eek: Es gelingt mir, ihn zu beruhigen und zurück zu halten, bis der Zug durch war und der Flügel wieder unten. Mit meinen Nerven aber war ich schon am frühen Morgen am Ende ... wer hatte diese Idee mit dem Video :confused: Das Bild dazu sieht so aus :


416 037 als P 5837 Somosköúfajlu - Hatvan vor Nagybátony, 31.8.2017

Nun hatte ich nochmals den kleinen Betonbunker in Kisterenye im Kopf, den ich gerne markanter im Motiv gehabt hätte. Das ging jetzt, allerdings musste er erst mal etwas vom Bewuchs frei gelegt werden :


416 028 als P 5822 Hatvan - Somosköúfajlu vor Kisterenye 31.8.2017

Zum Abschluss wollte ich in Zagyvapálfalva noch das Glaswerk der Fa. SALGGLAS Glass Industry Co. Ltd. verewigen :


416 018 als P 5847 Somosköúfajlu - Hatvan in Zagyvapálfalva 31.8.2017

Nachdem der Zug durch war, hieß es Abschied nehmen von dieser schönen Strecke und von Ungarn. Als Fazit kann man sagen, dass die Züge auf dieser Strecke allesamt auf die Minute pünktlich und durchwegs sehr gut besetzt waren. An vielen Stationen fand erstaunlicher Fahrgastwechsel statt, das war schon beeindruckend.

Nun hatte bis hierher in Ungarn auch alles gut geklappt, ich war vollauf zufrieden. An meine beiden bisherigen Slowakei-Touren erinnere ich mich besser nicht - Pleiten, Pech und Pannen, aber es kann ja nur besser werden ;) Also rüber, die wenigen Kilometer nach Fiľakovo. Davor habe ich in Salgótarján an der Tesco-Tankstelle noch sämtliche restlichen Forint in den Wagen gepumpt - brauche ich ja jetzt nicht mehr ...

In Fiľakovo angekommen ist nicht viel los, einzig ein 812er in gefälliger Lackierung steht fotogen am Bahnsteig :


812 004 als MOs 6245 Fiľakovo - Rimavská Sobota in Fiľakovo, 31.8.2017

Erstes anvisiertes Foto-Objekt war aber der um 10.53 Uhr aus Zvolen ankommende Os, wurden doch im allseits beliebten Reisebegleiter die Mehrzahl der Os auf der KBS 160 zwischen Zvolen und Fiľakovo als 4er-Brillen-bespannt angekündigt. Die Vorfreude wurde erst mal nur getrübt durch die mit Graffiti verunzierten Wagen :


812 004 als MOs 6245 Fiľakovo - Rimavská Sobota und 754 010 mit Os 6209 aus Zvolen in Fiľakovo, 31.8.2017

Im weiteren Verlauf meiner Fotoaktivitäten flippte die Weichenstellerin vollends aus, so dass ich - das Werk ohnehin bereits vollendet - von dannen zog. Ich suchte zunächst in Fiľakovo nach einer Unterkunft. Angeschrieben war die Penzión Bebek, welche einen sehr guten Eindruck machte. Leider war die Rezeption unbesetzt, aber ein Kellner im Restaurant bemühte sich, die Dame zu suchen und meinte auch, es wäre bestimmt was frei. Eine gute halbe Stunde hatte ich auch Zeit ... Keiner kam, ich nervte nochmal den Kellner und plötzlich kam die zuständige Dame - gleich abwiegelnd, es wäre nichts frei :-( Während der Konversation bemerkte ich, wie unterschiedlich tschechisch und slowakisch doch sind - sie verstand mich, aber ich kaum ein Wort ... Der Kellner, der etwas englisch sprach wurde hinzugezogen und sie meinte, ich könnte warten, bis ihr Chef kommt, der könnte im Hotel Central fragen, ob da was frei ist. Die Zeit drängte, aber ich willigte erst mal ein. Aber der Chef kam nicht. So begann ich aus Langeweile am Handy bei booking.com zu googeln, und siehe da : Es gibt ein freies Zimmer in der Penzión Bebek :mad: Ich lief freudestrahlend zur Zimmerdame und zeigte ihr das, und dass ich ja jetzt buchen könnte, und dann ... aber ich fand kein Gehör ... alles voll :hot: Also googelte ich weiter und buchte kurzentschlossen ein Zimmer in einem Motel in Rimavská Sobota - das war von der Lage her vielleicht sogar besser, bezüglich des weiteren Programms. Dann rauschte ich ab, Sachen gibt´s ...

Den Rest des Tages verbrachte ich wie geplant an der KBS 160 zwischen Fiľakovo und Zvolen. Auch wegen der 4er Brillen, wohlgemerkt. So fuhr ich gemächlich gen Nordwesten und traf in Lučenec immerhin eine Bardotka mit einem Güterzug. Der Bahnhof wird völlig umgegraben und mit viel Beton versehen :


751 171 in Lučenec, 31.8.2017

Ich fahre weiter, ein Schnellzug stünde aus Zvolen an, diese fahren ja im großzügigen Vier-Stunden-Takt. Sollte man also nicht verpassen, allerdings bin ich jetzt plötzlich knapp dran. Ein Motiv war nicht in Sichtweite, flink noch nach Tomášovce, dort finde ich ein Motiv am Stellwerk, aber ich komme kurz nach der errechneten Durchfahrtszeit an. Natürlich warte ich, aber es tut sich nichts. Verpasst denke ich, und will grad weiter fahren, als der BÜ bimmelt. Manchmal haben Verspätungen auch was Gutes :


757 010 mit R 933 GEMERAN Zvolen - Košice in Tomášovce, 31.8.2017

Den pittoresken Haltepunkt Píla habe ich schon öfters auf Bildern bewundert, und der steht nun ganz oben auf meiner Wunschliste. Dort angekommen stelle ich fest, dass wohl schon lange kein Eisenbahnfotograf mehr da war, da das Aufnahmsgebäude schon völlig eingewachsen war. Also hole ich die Heckenschere aus dem Auto und hole das nach, was mir in Ungarn erspart blieb. Dort war der Gleisumgriff wirklich vorbildlich gepflegt. Der Schweiß rinnt und zur Planzeit des nächsten Os, der laut Reisebegleiter brillenbespannt sein soll, stelle ich mich auf. Erst kommt mal ein Opel Astra Kombi, der unerwartet den Bahnsteigbereich ansteuert, stehen bleibt und ehe ich reagieren kann ein 812er mit Hänger im Blonski-Design. Wäre ja auch zu schön gewesen.

Na ja, in einer Stunde soll ja wieder ein lokbespannter Os mit 4er Brille kommen - laut Reisebegleiter. Das wird sich sonnenstandsmäßig noch ausgehen. Zwischenzeitlich fuhr ich auf Motivsuche für den weiteren Tag - und Hunger hatte ich auch langsam. Aber kein Lebensmittelgeschäft weit und breit. Gegen 14.00 Uhr stand ich wieder in Píla, hatte vorausschauend aber mein Auto vor dem Aufnahmsgebäude so geparkt, dass kein anderes auf den Bahnsteig fahren konnte. Als ich wartete kam kurz vor Planabfahrtszeit ein Quad, quetschte sich an meinem Auto vorbei und parkte am Bahnsteig :o Ich lief runter und wir verständigten uns, dass er es so parkt, dass man es nicht sieht, wieder nach oben gehechtet und dann kam er :


812 021 als MOs 6215 Zvolen - Fiľakovo in Píla, 31.8.2017

Irgendwie war das nix mit den Brillen, außer dem unfotografierbaren Gegenzug natürlich :confused:

Also Gegenrichtung, dachte ich. Das muss es sein. Das ging lichtmäßig in Kriváň. Vorher fand ich aber einen kleinen Lebensmittelladen und holte mir Rohlíki und eine Wurst. Die Dame an der Theke warnte mich vor etwas, das ich aber wieder nicht verstand. Ich baute mich am Bahnhof auf und biss in die Wurst - eine rohe Wurst zum Braten - ungeniessbar. Jetzt wusste ich, was sie wohl meinte :rolleyes: , ich begnügte mich mit Brot ...

Innerlich stellte ich mich wieder auf ein Büchsengespann ein, das vielleicht besser gepasst hätte. Aber es kam die 754 010 von heute früh mit den wieder verunstalteten Wagen - ich weiß gar nicht, was besser gewesen wäre :


754 010 mit Os 6218 Fiľakovo - Zvolen in Kriváň, 31.8.2017

Ein weiterer Versuch mit dem nächsten Os in Mýtna scheiterte abermals, es kam wieder das Blonski-Büchsengespann. Aber nun war wieder ein Schnellzug in Aussicht, ideal für den Haltepunkt Podkriváň. Doch der machte es spannend, mit jeder Minute des Wartens wurden die Schatten länger und länger, und mit + 20 kam er dann. Und siehe da, keine 757 am Schnellzug, sondern 754 073 :


754 073 mit R 934 DOMICA Košice - Zvolen in Podkriváň, 31.8.2017

Bei der weiteren Motivsuche blieb ich in Vígľaš hängen, dass noch Brillen kommen hatte ich längst aufgegeben :


812 021 als MOs 6222 Fiľakovo - Zvolen in Vígľaš, 31.8.2017

Schon resignierend nahm ich in Stožok dann einen 813er statt eines 812er mit Hänger hin :


913 006 als MOs 6224 Fiľakovo - Zvolen in Stožok, 31.8.2017

Zwar waren die Sonnenstrahlen schon tief, aber als Tagesabschluss stellte ich mir dennoch eine wie auch immer geartete Brille am letzten Schnellzug gen Zvolen vor. Detva gefiel und zur Planzeit schlug der BÜ an. Aber schon aus der Ferne war zu erkennen, Brille ja, aber nicht was kommen sollte :


756 003 + 756 xxx mit Güterzug nach Zvolen in Detva, 31.8.2017

Das hatte ich nicht erwartet. Ich wartete weiter, die Schatten wurden immer länger. Irgendwann schaltete das Signal Richtung Fiľakovo auf Grün, das heisst jetzt kam erst mal der Os von Zvolen aus der Gegenrichtung. Immerhin ein schönes Streiflichtbild :


812 061 als MOs 6225 Zvolen - Lučenec in Detva, 31.8.2017

Nun neigte sich die Sonne zu Ende, aber kurz vor Sonnenuntergang bimmelte der BÜ nochmals, aber dieses mal war es AWT :


753 735 + 753 xxx + 753 xxx mit Güterzug nach Zvolen in Detva, 31.8.2017

Als der Güterzug durch war, war auch der letzte Rest Sonne weg, 19.04 Uhr ... vom Schnellzug noch keine Spur, Planabfahrt 18.31 Uhr ...

Aber grundsätzlich war ich schon mal um den Güterzug froh. Vor allem ging es jetzt erst richtig los. Zu meiner Unterkunft nach Rimavská Sobota waren es noch ca. 50 km. Als ich am Motel, das direkt an der Staatsstraße 16 gelegen und daher zumindest einfach zu finden war, ankam, war alles dunkel, bis auf den Eingangsbereich. Eine junge Dame an der Rezeption ist höchst erfreut mich zu sehen – wie ich mir später zusammenreime wohl deshalb, weil ich der einzige Gast war und sie nach Hause wollte. Natürlich spricht sie kein Englisch, versteht meine paar Brocken tschechisch, aber ich ihr slowakisch nicht – irgendwie hatte ich das heute schon. Nach schier endloser Diskussion habe ich auch verstanden, dass ich später den Seitenausgang nehmen müsse, weil vorne dann zu ist. Ich dachte zuerst, das gilt für den nächsten Tag am Morgen. Aber als ich die erste Ladung meines Gepäcks im Zimmer verstaut hatte und den Rest holen wollte, war sie schon weg und alles stockfinster und die Türen nach vorne verschlossen – sie hatte es wirklich eilig. Ach ja, das Restaurant im Motel hatte natürlich geschlossen, war bei der Buchung auch nicht erwähnt. Aber ein paar hundert Meter neben dem Motel gab es noch ein anderes, in dem man Essen und Trinken könne, meinte sei. Also begab ich mich durch den Seitenausgang in absoluter Dunkelheit – es gab keinerlei Beleuchtung um das Motel herum – dorthin. Die Bestellung war dann absolut slapstickmäßig. Außer mir war nur ein Tisch besetzt. Der völlig unmotivierte Kellner drängte nach meiner Bestellung – wollte wohl auch heim – aber ich hatte mit der slowakischen Speisekarte zu kämpfen. Dass er nicht Englisch sprach, brauche ich nicht extra zu erwähnen … Vorab dachte ich an eine Gulaschsuppe, aber die gab´s nur mittags. Da mir aber nach Gulasch war und ich zwar zunächst keine Rindfleischgerichte auf der Karte fand, aber unter Schweinefleischgerichten etwas von Perkelt las, meinte ich in Anlehnung an das ungarische Pörkölt könne es sich nur um Gulasch handeln. Ich bestellte und nach 15 min. kam er wieder und meinte es wäre aus. Dann bestellte ich erstmal eine Bohnensuppe, die sich als Chilli con carne herausstellte. War aber lecker und half erst mal gegen das mich übermannende Hungergefühl. Zweiter Anlauf mit dem Hauptgericht : Ich entdeckte doch die Rubrik Rindfleichgerichte und auch da ein Perkelt – nix wie bestellt. Der Kellner musste aber erst mal in der Küche nachfragen, gab aber nach 15 min. Entwarnung, gibt es. Nach etwa 30 min. kam er mit einem Teller undefinierbarem und meinte selbst völlig überrascht es sähe ja aus wie eine Suppe und ob ich nicht noch einen Knödel als Beilage dazu wolle … ich stimmte zu. Nach weiteren 15 min. kam er wieder mit dem Teller, garniert mit Knödeln. War zwar jetzt schon fast kalt – aber vor allem völlig ungenießbar. Gulasch war das nicht, das „Fleisch“ – wenn es eines war – total weich und schlabbrig und die Soße mit einem ekelhaften Geschmack :



Sachdienliche Hinweise zur Identifizierung des Gerichts werden gerne entgegen genommen.

Ich ließ mich auf keine Experimente ein, trank drei Bier, ließ mich rausschmeißen und ging hungrig in der Dunkelheit heim. Dort schmiedete ich den Plan für den nächsten Tag. Eine Schlechtwetterfront sollte schon am Abend einen grundsätzlichen Wetterumschwung herbeiführen, das hieß der letzte Foto-Tag der Tour stand wohl an. Wenn es so kommt, hätte ich den Rückweg über Bratislava und Wien in Angriff genommen mit noch einer Übernachtung irgendwo in der Slowakei. Für diesen Freitag entschied ich mich dann gegen die KBS 172 und Telgart, was mir noch fehlte, sondern für die Güterzugstrecken um Plešivec.

Nach diesem Tag konnte es ja fast nur besser werden, wie aber mein persönliches Slowakei-Trauma nach 2012 und 2014 seine Fortsetzung findet lest ihr im letzten Teil in Kürze.

Beste Grüße Robert

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