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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten, 4 Wochen
Beteiligte Autoren:
Joachim Piephans, AAW

Frage zu zwei ehem. Abzweigstellen

Startbeitrag von AAW am 21.01.2018 19:15

Hallo zusammen,

da der Bimmelbahner den ehem. Abzweig Schweinebeutel in seinem Beitrag erwähnt hat, habe ich zwei Frage dazu:

Hatte der auch eine tschechische Bezeichnung?
Der Atlas drah kennt nur die deutsche Bezeichnung, wie auch beim nahen ex-Hp Antonienhöhe (wenn auch sein zweiter Namensteil unterschlagen wird).
Aufgrund der örtlichen Nähe könnte ich mir vorstellen, daß dieser wie der Hp. Františkovy Lázně-Seníky genannt oder mit ihm zu einer Haltestelle zusammengefaßt war. Oder lag o.g. Abzweigstelle gar nicht beim späteren doppelten Gleiswechsel - sondern vormals am tatsächlichen Streckenabzweig? Ein entspr. Gebäude könnte hier gestanden habe: [mapy.cz].

Interessant auch, daß gemäß Tobias' Bild die Oberleitung im nunmehr ausschließlichem Ascher Gleis noch (nutzbar?) bis zum ex-Abzw reicht.



Sprung etwas östlicher:

Zwischen Komotau und Görkau bzw. Udwitz (Udvice) existierte auch eine Abzweigstelle zur Überleitung zwischen zwei vormals konkurrierenden Strecken, der zweigleisigen Strecke der Aussig-Teplitzer Eisenbahn sowie der eingleisigen Strecke der Dux-Bodenbach Eisenbahn. (Quelle: Komotauer Stadtplan von 1931: [www.komotauarchiv.de], oberer rechter Rand).

Hat wer Hinweise auf deren Namensbezeichnung (egal ob in deutscher oder tschechischer Sprache)?
U.a. der Atlas drah verschweigt die Abzweigstelle (ebenso wie die Station Komotau-Oberdorf (Chomutov-Horní Ves), welche in etwa dort lag, wo sich heutzutage die odb. Chomutov město befindet).

Episode am Rande:
Vor einigen Jahren begab ich mich zum Zeit totschlagen auf den nächtlichen Spaziergang vom heutigen Stadthaltepunkt zum Komotauer "Hbf". Mulmig wurde es mir (als damals noch recht unbedarfter Tschechienreisender), als ich in irgendeinem dunklen Hinterhof eines größeren Plattenbaukomplexes landete. Wie ich dorthin geraten konnte, kann ich anhand dessen Lage heute nicht mehr ergründen. Meine Erinnerung sagt mir, ich sei durch einen schmalen Durchgang wieder auf beleuchtete Straßen gelangt, aber dies muß einer der gar schmalen Treppenaufgänge gewesen sein, wie ich dem "Uliční vyhled" von mapy.cz entnehmen konnte ....




Wo wir gerade bei alten Stadtplänen sind. Hier ein Auszug eines Aussiger Stadtplans von 1936: [upload.wikimedia.org]

Interessant die Zástavka zwischen der (alten) Elbbrücke und dem (Teplitzer) Bahnhof Aussig, der nur wenige Meter weiter lag (und i.Ggs. zum Hp noch immer liegt). Der heutige Haupt- war demnach als Stadtbahnhof bezeichnet. Hatten beide Bahnhöfe jemals eine Bahnsteighalle, wie es die Illustration im Plan erahnen ließe?

Außerdem interessant ist (zumindest für mich) natürlich die eingezeichnete Aussiger Straßenbahn und die (damals noch weit verbreitete) Güterdrahtseilbahn. Erstere verlief immerhin bis hinaus zur Dux-Bodenbach Eisenbahnstrecke in Tellnitz. Außerdem ist die Biela im Tschechischen als Bělá (anstatt Bílina) bezeichnet.

Ahoj

PS: @ Forenmeister:
Bitte den Beitrag ins "Forum Tschechien" verschieben. Ich hatte vergessen, vor dem Beitragschreiben das Unterforum zu wechseln.

Antworten:

zum Schweinebeutel

Zitat
AAW
Hallo zusammen,

da der Bimmelbahner den ehem. Abzweig Schweinebeutel in seinem Beitrag erwähnt hat, habe ich zwei Frage dazu:

Hatte der auch eine tschechische Bezeichnung?
Der Atlas drah kennt nur die deutsche Bezeichnung, wie auch beim nahen ex-Hp Antonienhöhe (wenn auch sein zweiter Namensteil unterschlagen wird).
Aufgrund der örtlichen Nähe könnte ich mir vorstellen, daß dieser wie der Hp. Františkovy Lázně-Seníky genannt oder mit ihm zu einer Haltestelle zusammengefaßt war. Oder lag o.g. Abzweigstelle gar nicht beim späteren doppelten Gleiswechsel - sondern vormals am tatsächlichen Streckenabzweig? Ein entspr. Gebäude könnte hier gestanden habe: [mapy.cz].

Interessant auch, daß gemäß Tobias' Bild die Oberleitung im nunmehr ausschließlichem Ascher Gleis noch (nutzbar?) bis zum ex-Abzw reicht.



Servus,

es war schon öfter Thema hier in den vergangenen Jahren. Der "Schweinebeutel" ist nicht mit dem inzwischen wieder abgebauten Gleiswechsel Nähe Hp Žírovice-Seníky identisch!!
Die Abzweigstelle wurde notwendig, als nach der Angliederung des Egerlands an das Reich die PE zweigleisig ausgebaut wurde. Praktischerweise konnte man als zweites Gleis das Hof-Egerer nehmen, solange dies von Franzensbad her parallel zum Plauener führt. Nur mußte dann die Hofer Strecke in die neue Doppelspur eingebunden werden. Dies geschah eben mit jener ominös-berühmten Abzw Schweinebeutel - sie befand sich also genau an der Streckentrennung. Deine Lokalisation ist absolut richtig!! Fundamentreste eines Gebäudes sind dort noch aufzufinden. Wie nun genau die Abzw aussah, ob nur mit einer Weiche ins Gleis P-E (und Fahrten nach Hof also im "Gegengleis"), oder mit anschließender Weichenverbindung auch hinüber ins Gleis E-P, oder mit einer einfachen Kreuzungsweiche ins Gleis P-E und einer anschließenden einfachen Weiche ins Gleis E-P, darüber hat man sich schon im Vogtlandforum ausgelassen. Das wird man nicht klären, solange nicht ein Lageplan von damals auftaucht. In irgendeinem Archiv wird schon noch einer liegen.
Zu DR-Zeiten, also ab Herbst 1938, brauchte es keine tschechische Bezeichnung. Schweinebeutel genügte. Als dann 1945 (wieder) die ČSD übernahmen, mögen sie dem Abzw kurzzeitig eine tschechische Bezeichnung gegeben haben. Weil aber dann schnell wieder der Rückbau der PE auf ein Gleis erfolgt ist und wieder zwei eingleisige Strecken ohne Verbindung nebeneinander liefen - mit mäßigem Verkehr -, war die Abzweigstelle überflüssig. Genauso überflüssig, einen tschechischen Namen dann noch aufrechtzuerhalten.

Wenn "Schweinebeutel" keine örtliche Herkunft zuläßt, ergibt sich eine Erklärung des Namens vielleicht aus den ausgedehnten Schleifen, welche die beiden Strecken zur Höhengewinnung hier aufweisen. Möglicherweise haben die Kurven, auch aus dem Kartenbild her, manchen an den "Beutel" des Saubärn (bairisch für: Eber) erinnert. Aber das ist ausdrücklich Spekulation.


Der doppelte Gleiswechsel in der Nähe des Hp Žírovice-Seníky ist eine gänzlich andere Sache. Der lag ein paar Jahre, installiert in Verbindung mit Bauarbeiten (Gleiserneuerung? Oberleitung nach Vojtanov?). Im Grunde hatte man die gleich Idee wie ein halbes Jahrhundert zuvor, man konnte ein paar Kilometer wechselseitig bauen und ausweichen. Welche Bezeichnung der Gleiswechsel hatte, ober er von Františkovy Lázně fernbedient war oder eine örtliche Bedienung aufwies (Handweichen?), weiß ich nicht.
Oberleitung: theoretisch könnte man von Františkovy Lázně anfahrende schwere Güterzüge Richtung Asch-Hof bis zum Oberleitungsende Nähe Žírovice-Seníky nachschieben. Aber welche Züge sollten das sein? So ist der Draht im Hofer Gleis heutzutage ohne wirkliche Funktion.


Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 22.01.2018 18:34
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