Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Forum zu den Eisenbahnen in der Slowakei
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
obermuchel, JFHf, Joachim Piephans, s-lin, moki

Schweres Bergwerkunglück in Handlova

Startbeitrag von moki am 14.08.2009 17:57

Hallo Fangemeinde,

das Thema hat zwar nichts unmittelbar mit der Eisenbahn zu tun, dennoch dürfte jedem Eisenbahnfreund der Slowakei sofort der Name Handlova etwas sagen. Unlängst kam es zu einem tragischen Unfall unter Tage, mehr kann man hier dazu lesen.

Damit das Thema sich nicht zu sehr vom Sinn des Forums entfernt, habe ich noch drei Bilder mit angefügt, die in besseren Zeiten entstanden sind. Die letzte Bemerkung gilt für zwei Aspekte. Erstens gibt es den recht fotogenen Mn 83800 leider seit geraumer Zeit nicht mehr und auch die Einsätze der wunderschönen 810 im Altlack sind nunmehr Geschichte. Heute wird der Gesamtverkehr mit 813 (Reko 810) abgewickelt. Wenn sich das Unglück nun noch auf die Existenz der Grube auswirkt (ich hoffe nicht!), dann wird es wohl ganz ruhig in der alten Bergarbeiterstadt werden. Mit der Bahn wurde in letzter Zeit nicht mehr viel Kohle abgefahren, bei meinen letzten Besuchen war es auffallend ruhig am Förderturm hinter dem Bahnhof.



Hier fährt am 5.4.2007 der wunderschöne 810 631 als Os 5604 aus dem Bf Handlova. Im Hintergrund sehen wir die Übergabe nach Horna Stubna, die nur die Ofenklasse mitführte.




Richtig gut kann man den Ort Handlova von der Kehrschleife der Bahn einsehen, die sich hinter der Stadt hochwindet. Gleich drei Farbvarianten sind als Os 5611 am selben Tag bergwärts unterwegs.




Natürlich war das Ziel des Tages der Manipulak 83800 in der Hoffnung, dass er etwas Last wieder aus Horna Stubna mitbringt. Als wir ihn dann in Chrenovec Brusno erwarteten wurden die Gesichter der Fotografen deutlich zufriedener.

Gruß Moki



Antworten:

Mein Beileid

den Hinterbliebenen und Angehörigen.

"Wenn sich das Unglück nun noch auf die Existenz der Grube auswirkt (ich hoffe nicht!), dann wird es wohl ganz ruhig in der alten Bergarbeiterstadt werden"

So traurig es ist, dem wird höchstwahrscheinlich so sein. Der Grubenbetrieb war bis jetzt nur noch eine Strukturmaßnahme (ABM).
Und die Züge von HBZ Novaky - Handlova u.z, braucht man in Zukunft auch nicht mehr.
Der Glanz des einstigen Bergbaustädtchen ist schon lange verflogen (früher war dieser meist mit Kohlenstaub bedeckt). Den können auch neuerrichtete Einkaufstempel nicht zurückbringen.
Hoffen wir, daß wenigstens ein paar junge Leute in ihrer Heimat bleiben...


Grüße

Der Obermuchel


von obermuchel - am 14.08.2009 19:40

Laut Zeitung SME geht's weiter

Hallo Slowakeifreunde,

laut einem Zeitungsartikel in der SME vom 14.08.2009 soll der Förderbetrieb fortgesetzt werden. Derzeit ruht der Betrieb, es beginnen jedoch Rekonstruktionsarbeiten.

Die tägliche Förderkapazität in Handlova beträgt 800-900 Tonnen hochqualitativer Kohle. Die Grube beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter. Ersatzkohle für das Kraftwerk ENO Zemianske Kostolany kommt derzeit aus Nováky und Cigel.

Ich verstehe nicht viel von Kohle. 800 Tonnen pro Tag hört sich für mich viel an.

Schöne Grüße

ste

von s-lin - am 18.08.2009 08:51

Re: Laut Zeitung SME geht's weiter

Hallo,

die Fördermenge ist für diese große Grube lächerlich. Ist reel gesehen ein Zug, der wohl durch HBZ befördert wurde. Hab den selber nie gesehen.
Kleine Gruben in Bosnien fördern so 500t am Tag, große 2000 - 2500t. Das geht dann aber mit entsprechendem Zugbetrieb einher. Hier muß natürlich beachtet werden, das in so nen Es wirklich nicht viel reinpasst. Mit Selbstendladewagen sähe das schon wieder ganz anders aus.

In Hinblick auf die soziale Komponente und die Qualität der Kohle kann ich die Beibehaltung des Grubenbetriebes nachvollziehen. Und unsereins wird vsl. doch irgendwann nochmal ne Hummel fotofieren können.
Für Handlova wäre es eine Katastrophe, wenn der ehemals größte Arbeitgeber am Ort für immer schließen würde.


MfG

Der Obermuchel

von obermuchel - am 18.08.2009 09:19

Fördermenge

Mit Verlaub, bei aller Sympathie meinerseits für das Unscheinbare und Kleine, und bei allem Respekt vor den Kumpels in Handlova und den Opfern des Unglücks - die Zeche dort ist von der Fördermenge her eine kleine Bude. Läuft wohl nur wegen der Qualität der Kohlen, die sie fördern.

Nehmen wir 900 Tonnen bei 300 Arbeitstagen im Jahr, macht das 270.000 Tonnen Kohlen im Jahr. Vielleicht fördern sie bis zu 350.000 Tonnen, mehr aber auch nicht. Die täglich Menge füllt einen Bunkerzug, wie wir ihn hier kennen (21 bis 22 Wagen Gattung Fal), nicht mal vollständig. Allein dem Kraftwerk Schwandorf wurden über Furth im Wald täglich zwei bis drei Ganzzüge böhmischer Kohlen zugeführt.

Zum Vergleich: das letzte Saarbergwerk förderte vor dem Bergsturz jährlich 3,5 Millionen Tonnen Steinkohlen / Jahr, reduziert wurde die Förderung auf eine Planzahl von 1,3 Mio.
Alle sieben deutschen Steinkohlenbergwerke zusammen förderten im Jahr 2008 eine Gesamtmenge von 17,1 Millionen Tonnen zutage. (Quelle: Linek, Grubenanschlußbahnen des deutschen Steinkohlenbergbaus 2008, in: LOK Report 7/2009)
Um nochmal jedem Mißverständnis vorzubeugen: ich halte nichts von jeglicher Gigantomanie. Obige Zahlen sollen Handlova in die europäischen Größenordnungen von Zechen einordnen. Förderzahlen etwa der bosnischen Gruben oder in Oberschlesien habe ich leider nicht zur Hand.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 18.08.2009 09:30

Re: Vergleich KW Hirschfelde

Hallo!
Das KW in Hirschfelde bekam tgl. 3 Kohlezüge mit je 27 Fal von Sabrodt/Drebkau/.... über Jahre.
Im August 1989 kamen jeden Tag 6 Kohlezüge.Das KW brauchte nicht alle.So kam vieles auf Vorratshalde.Dort lagerten dann in Hochzeiten 120 000 t Braunkohle.Da fuhren dann immer Planierraupen hoch und runter, um Schwelbrände zu verhindern.
Gruss Jörg

von JFHf - am 18.08.2009 10:32
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.