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Forum zu den Eisenbahnen in der Slowakei
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vor 1 Jahr, 1 Monat
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vor 1 Jahr, 1 Monat
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AAW, wxdf

Unterwegs in verschiedenen Blau-, Gelb- und Rottönen (2)

Startbeitrag von AAW am 29.10.2016 00:54

Weiter im Film - Prag:

Abends dann eine Premiere für mich: Die Gelben in pink durften mich bisher noch nicht in ihren Zügen begrüßen. Gebucht hatte ich einen Schlafplatz, Nachtzugfreunde würden wohl eher Liegewagenabteil in 3er-Belegung mit hergerichteter Liege und zusätzlicher Sitzbank gegenüber sagen, denn ein Merkmal eines Schlafwagens ist für mich auch die hier fehlende Waschgelegenheit inkl. Spiegel im Abteil. Aber für den Preis (ca. 10 Euro Auf- zu ~11,40 Euro Fahrpreis) werde ich nicht meckern. Alle Abteile des Wagens waren mit nur einer Person belegt. Fragt man sich natürlich, wie man mit so einem Preis wirtschaften kann (kleinerer Wasserkopf und v.a. geringere Lohnkosten vermute ich mal). Na gut, im Nachtabschnitt, ist der Wagen wohl nicht betreut und 2-3x die Woche ist der Zug komplett ausgebucht ...

Irgendwie macht die Klimaanlage einen heiden Lärm. Nachts wache ich kurz auf, als sie ausgeht – danach wurde dann scheinbar nur noch geheizt. Beginnt die Heizsaison in der Slowakei früher als in Tschechien? So schlafe ich dann zeitweise etwas tiefer, bevor es klopft und das Früstück in Plastegefäßen gereicht wird. Früh gäbe es nur Kaffee. Dann eben ausnahmsweise etwas aus Reyips Heimat zum Frühstück ...

Morgens kommen wir mit +1' in Košice an und sofort setzt sich der Zemplin am Nachbargleis mit +5' Richtung Humenné in Bewegung. Bei der Straßenbahn fast nur noch die Neubauwagen im Einsatz. Löbliche ;) Ausnahmen sind (wie erwartet) nur noch die Linien 6 und 9. Außerdem sind die meisten Kurse der R4 als (hochflurige) KT8 unterwegs. Die Kaschauer „Studentenshuttle“ wenden ja über den Gleiswechsel am OC Optima. Morgens sorgen aber auch kürzere Neubauwagen vom Stahlwerk kommend für Kuschelgefühle bei den Studis.

Als ich so an der Hst. am namensgebenden EKZ stand, die letzte R4 zur ersten Stunde war schon entfleucht, trabte plötzlich wenige Minuten vor der nächsten Abfahrt ein Schwarm Mädels mit nur wenigen Jungs durchsetzt an die Haltestelle. Die nächste Bahn, eine R1, rollte irgendwann (mit stolzen 10' Verspätung) heran, da kam plötzlich Bewegung in die Truppe. Man (oder frau) machte sich aber nicht für's Einsteigen fertig, sondern verließ die Haltestelle in der Richtung, aus der man/frau gekommen war. Ich als Student hätte mich doch sofort nochmal 1,5 Stunden auf's andere Ohr gedreht (s.o. :)), anstatt sinnlos zur Tramvaj zu gehen. Vielleicht war es auch nur die völlige Unkenntnis des Fahrplans? Mangels weiterer direkter Fahrten sollte man diesen auswendig lernen lassen (inkl. Prüfung) oder im gesamten Wohnheim täglich über Lautsprecher ausrufen lassen ... :D

Außerdem fuhren noch ein paar (2?) weitere R-Kurse als T6-Doppel. Zur 12 h-Nachtschicht fuhr ich am Folgetag mal im T6-Doppel ab der Vázecka mit raus zum Stahlwerk. Immer wieder schön in flotter Straßenbahnfahrt auch mal 5 km(?) ohne Halt durchzufahren. Aber zu der Jahreszeit war es um Fünf schon fast wieder dunkel. Da ich dann ins Loch einer fast einstündigen Zugpause vom Stahlwerk gen Stadt fiel, fuhr ich spontan mal nach Šaca. Merkwürdige Stimmung dort am Ende der Dämmerung so komplett ohne Straßenbeleuchtung ...

Zurück am Stahlwerk standen die Arbeiter von der 12 h-Tagschicht schon in Reih' und Glied in Erwartung der R1 gen Bahnhof. Man hatte 6 Reihen (für jede Tür eine) gebildet. Und man stellte sich artig hinten an. Es war wiederum der gleiche T6-Zug (mintgrün), dessen Kapazität auch erforderlich war. An der Endstation ergatterte ich den letzten Sitzplatz. Am Walzwerk hatte man dann schon das Nachsehen. Den höchsten Füllungsgrad erreichte die Fuhre aber am Studentenwohnheim, wo einige Studenten sich inkl. Großgepäck aufmachten, ins Wochenende zu fahren.

Weiter sollte es höher hinaus gehen ...

Ahoj

Antworten:

Re: Unterwegs in verschiedenen Blau-, Gelb- und Rottönen (3)

Zurück zu Tag 1 in SK:

Der Hochnebel lichtete sich am Vormittag in Košice nicht mehr, so begab ich mich zum nächsten Tagesordnungspunkt: Ab zum Bf und zur Hohen Tatra. Wiederum sollten es die gelben Busbahner sein. Eine Verkaufsstelle gibt es nicht, nur ein mobiler Stand in der Halle. Als Deja-Vu erinnerte ich mich, daß Helmut schonmal den „Vorkaufsaufpreis“ ebenda erwähnt hatte. Der macht mit 2,50 Euro die Fahrt nach Poprad fast doppelt so teuer. Meine Vermutung, daß nebenan in der Autobusová stanica ggf. eine Verkaufsstelle sein könnte, bestätigte die Internetzrecherche indes nicht. Daher hat das Ganze in meinen Augen ein gewisses Geschmäckle. Selbst Poprad hat einen Schalter im Bahnhof. Ist ja auch (nach Einwohnerzahl) die zehntgrößte Stadt des Landes. :-P Ebenso gibt es einen im Prešover Bahnhof, wo doch nur die schwarze Konkurrenz mit dem Zug hinfährt. :Kopfkratz:

Die Wagen von Regiojet machen innen einen stark abgenutzten Eindruck. Aber eine Stunde im Abteil mit einer vor sich hin dösenden slovenská babička ließen sich aushalten – zumal ich die Zeit mit der Buchung des Hotelzimmers für die kommende Nacht nutzte. Ich ließ mir wieder einen Tee bringen. Über den auch gekauften Nudelsalat hülle ich besser den Mantel des Schweigens. Mit der neuzeitlichen Instant-Darbietung und dem entstehenden Berg an Müll hat es mein Magen wohl nicht so ...

Aber mit der Fahrt im Regiojet konnte ich den am Vorabend noch festgestellten NAD zwischen Poprad und Starý Smokovec umgehen, indem ich über Studený Potok nach Tatranská Lomnica fuhr. Das wäre eine Stunde später bei Anreise mit ZSSK nicht möglich gewesen. Den Pendel zum letztgenannten hatte 812 051 inne. Fuhr man hier schon immer mit dreisprachiger Durchsage oder erst seitdem der Verkehr zu Füßen der Zipser Burg eingestellt wurde und entsprechende Fahrzeuge frei wurden?

Tatranska Lomnica hat, wie viele Bahnstationen im Bereich der Hohen Tatra, ein architektonisch ansprechendes Empfangsgebäude. Übrigens auch der Bahnhof von Poprad weiß mir zu gefallen (mal abgesehen vielleicht von der gläsernen Halle über den Hauptbahngleisen zum Bahnsteig der TEŽ). Und zu Anfang der Gesamtnetzbefahrung von TEŽ und OŽ (Tageskarte zu 4 Euro) kam sogar ein wenig die Sonne aus dem Hochnebel heraus. Zum Ende hin regenete es dann schon in Schauern. Ich wußte übrigens nicht, daß man Kinder im Vorschulalter (hätte ich jedenfalls geschätzt) noch säugen kann. Die Dame gegenüber auf der Rückfahrt hat diese Bildungslücke geschlossen. Muß ich alles wissen? Hmmm – nö!

Und nun bin ich hier direkt am Poprader Bahnhof „abgestiegen“. und von einem Besuch in einer Gaststube (ich saß in der Ecke hinter dem Ofen, von daher ist die Bezeichnung sehr passend) zurückgekommen. Dort habe ich dann auch ein erstes Mal diese Bryndzové hralousky verspeist. Machte zwar so satt, daß der Nachtisch ausfallen konnte, aber war jetzt nichts Weltbewegendes. Das Gericht lief aber nicht unter der Überschrift „Slowakische Speisen“ sondern unter der Rubrik „Retro“.

Übrigens ist es am hiesigen Gleisareale des nächtens nicht nur hell, sondern fast schon taghell, so erleuchtend ist die „Gleisfelderhellungsanlage“ ...

Am Morgen war vom Panorama (im gleichnamigen Hotelrestaurant) beim Frühstück nicht so viel zu sehen. Tief hängende Wolken und Nieselregen waren die Begleiter am Vormittag. Später am Nachmittag gab es aber gar kurze sogar Wolkenlücken, bevor alles wieder im Hochnebel versank. In Kassa vertrieb ich mir die Zeit v.a. mit Straßenbahnfahrten (s.o.). Abends fuhr ich im Stadtelefant nach Prešov. Irgendwie zischte und dröhnte in jedem der drei Wagen irgendwas vor sich hin. Das Innere des Prešover Bahnhofs und die Gegend darum wirkt abends schon etwas unheimlich. (Die Redewendung mit dem Zaun trifft es wohl am besten ... ;)) Aber auf dem Bahnsteig ließ es sich aushalten.

In den beiden Schlafwagen war am Tag vorher nur mehr oben oder Mitte zu bekommen (zumindest für Herren). Meine Wahl sollte euch klar sein. Letztlich war ich einer von 2 Menschleins im Wagen, der bis zur Stanica Nové mesto durchfuhr – auch wenn mich einer der beiden schnarchenden Abteilgenossen am liebsten an der hl.st. mit rausgeschleift hätte. Er ließ sogar die Abteiltür sperrangelweit offen stehen. Zum Glück war ich schon wach. ;)

Im Zielbahnhof erstmal zwei Einzelfahrscheine gekauft (einer hat aber gereicht). Die Straßenbahnhaltestelle nebenan glänzte auch mit null Helligkeit. Nur etwas diffuses Licht vom 1. Bahnsteig des Bahnhofs ließ mich nicht vollständig im Dunklen tappen. Kurz vor Abfahrt kam wohl ein Pendlerzug im Bf an, der Bahnsteig füllte sich schlagartig.

Kurze Spaßfahrt nach Petrzalka über den ersten Teil der dortigen Neubaustrecke. Der derzeitige Endpunkt liegt irgendwo in den Weiten zwischen den dortigen Plattentürmen. Generell wird die Straßenbahn mit vglw. weiten Wegen erreichbar sein, da die Strecke im breitesten unbebauten Streifen zwischen den Platten errichtet wird. Ich bin ja der Meinung, daß es mit der Erschließung des wohl größten Plattenbaugebiets in Europa mit dieser einen Straßenbahnstrecke nicht getan sein wird und eigentlich noch (mindestens) zwei abzweigende Stichstrecken vonnöten wären. Aber am Ende wird die Politik jubeln, wie toll doch alles sei – und die DPB werden weiterhin mit vielen Buslinien die Erschließung abseits der Straßenbahn betreiben müssen.

Weiter gen Mähren im nächsten Teil ...

Ahoj

von AAW - am 29.10.2016 01:08

Schlecht recherchiert

Zitat
AAW

Eine Verkaufsstelle gibt es nicht, nur ein mobiler Stand in der Halle. Als Deja-Vu erinnerte ich mich, daß Helmut schonmal den „Vorkaufsaufpreis“ ebenda erwähnt hatte. Der macht mit 2,50 Euro die Fahrt nach Poprad fast doppelt so teuer. Meine Vermutung, daß nebenan in der Autobusová stanica ggf. eine Verkaufsstelle sein könnte, bestätigte die Internetzrecherche indes nicht.


Da hättest Du Dich Richtung Innenstadt bemühen müssen : [www.regiojet.sk]

Die ŽSR hatte geschworen, im Bahnhof seien keine Räume mehr frei, was Regiojet als boshafte Kungelei zwischen ZSSK und ŽSR angeprangert hatte.

von wxdf - am 29.10.2016 08:01

Re: Ich weiß ...

Zitat
wxdf
Da hättest Du Dich Richtung Innenstadt bemühen müssen : [www.regiojet.sk]


Hallo Helmut,

ich hatte vorher gar nicht recherchiert, denn: Fahrscheine kaufe ich zu 99% im Bahnhof (egal ob Schalter oder Automat).

Die Verkaufsstelle in der Innenstadt ist trotzdem keine Begründung für den Kassa-Zuschlag im Bahnhof. Die Produktionskosten (Miete, Personal) sind sogar deutlich geringer. Außerdem wird man so seiner Strategie untreu, der billigste Anbieter sein zu wollen ...

Zitat

Die ŽSR hatte geschworen, im Bahnhof seien keine Räume mehr frei, was Regiojet als boshafte Kungelei zwischen ZSSK und ŽSR angeprangert hatte.


Und deswegen bestraft man seine eigenen Kunden? Irgendeine Kioskbude hätte man sicher irgendwo im Bf oder auf dem Bahnhofsvorplatz zumindest als Interimslösung hinstellen können ...
(Soll heißen, daß Wille und Weg sehr häufig in die selbe Richtung zeigen.)

Ahoj

von AAW - am 29.10.2016 20:56
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