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Handball Landesliga BHV - Männer
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vor 8 Jahren, 4 Monaten
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HB_HB

SC Weyhe

Startbeitrag von HB_HB am 22.07.2009 06:22

Irgendwie clever, diese Weyher


Weyhe. Die Frage darf erlaubt sein: Kann eine Mannschaft, die zuletzt geradezu durch die Handball-Saison gerauscht ist, die einen Sieg an den nächsten gereiht hat und von einem Absturz in etwa so weit entfernt war wie der Landkreis Diepholz von Garmisch-Partenkirchen, kann also eine solche Mannschaft das Verlieren verlernt haben? Der SC Weyhe scheint zumindest gefährdet. Wer mit 50:2 Punkten aufsteigt, ist nichts anderes gewohnt außer: Siegen.

Bei den Weyher Handball-Männern dauert das Phänomen des Immer-erfolgreich-Seins bereits zwei Jahre an und gipfelte im Durchmarsch von der Kreis- in die Landesliga. Weyhe hat Maßstäbe gesetzt. Und muss jetzt wohl komplett umdenken: "Der Schritt von der Kreisoberliga in die Landesliga ist kein kleiner", warnt Trainer Andreas Nolte, der das Team gemeinsam mit Spielertrainer Lars Röwer betreut.

Er weigert sich hartnäckig, ein konkretes Saisonziel auszugeben, denkt gar nicht daran, die eindrucksvolle Siegesserie als Messlatte für die Zukunft anzulegen. "Eine Platzierung wird es von mir nicht geben", betont er deshalb. Immerhin lässt er sich entlocken, dass es der Klassenerhalt schon sein soll - der normale Wunsch eines jeden Neulings.

Aber: Ist der SC Weyhe überhaupt ein normaler Neuling? Trotz dieser unfassbaren 50:2 Punkte. Andreas Nolte betrachtet die nackten Zahlen vor allem von ihrer positiven Seite. Er geht fest davon aus, dass seine Akteure den "Schwung, Elan und die Freude" der vergangenen Spielzeit in die neue mitnehmen. Damit wäre schon mal viel erreicht. Wer 839 Treffer in der Kreisoberliga erzielt hat, wird auch eine Klasse höher nicht leer ausgehen.

Andreas Nolte traut seinen erprobten Torjägern einen neuerlichen Sprung zu. Das träfe laut Nolte nicht nur auf Ralf Warfelmann zu, sondern auf den gesamten Rückraum, also auf Ben Zschietzschmann, Malte Blume und Sascha Stark. Sie sind alle noch vergleichsweise jung und haben ihre Stärken unbestritten im Abschluss. Ralf Warfelmann ganz besonders. Er traf in der Vergangenheit nach Belieben, seine Präzision erstaunte Fachleute und Laien gleichermaßen. Natürlich seien andere Klubs auf Warfelmann aufmerksam geworden, bestätigt Andreas Nolte, ängstigen konnten sie die Weyher mit ihrem Interesse aber nicht. Der SCW hat vorgebaut. "Wir sind nicht unclever", schmunzelt Andreas Nolte und erzählt: "Wir haben Ralf Warfelmann in den Klub eingebunden, er fungiert als Jugendwart und ist Trainer der weiblichen A-Jugend." Und deshalb wird er weiter seine Tore im Dress des SC Weyhe machen.

Malte Blume wird das auch, allerdings mit Verzögerung. Erneut hat er sich das äußere Kreuzband gerissen, genauso wie schon in der vergangenen Sommerpause. "Mit sechs Wochen Pause müssen wir rechnen, in der Vorbereitung wird Malte fehlen", spricht Andreas Nolte aus Erfahrung. Alleine aus diesem Grund sei es schade, dass Matthias Schneider den Landesligaaufsteiger verlassen hat, um beim FTSV Jahn Brinkum anzuheuern. "Er würde jetzt super passen", sagt der Trainer.

Auf der anderen Seite könne er Matthias Schneider gut verstehen, versichert er. Erstens, weil Brinkum dessen Stammverein ist, zweitens, weil Vater Jürgen (als Offizieller) und Bruder Christoph (als Aktiver) ebenfalls bei den Jahnern mitmischen, und drittens, weil die Jahner trotz des Abstiegs eine Liga höher spielen - in der Verbandsliga.

Matthias Schneider ist derweil der einzige echte Weggang. Jan Schweier hat sich der eigenen zweiten Mannschaft angeschlossen, während sich Andreas Nolte zukünftig ganz auf sein Traineramt konzentriert. Dabei lässt er sich jedoch ein Hintertürchen offen: "Ich habe die Schuhe noch nicht richtig an die Wand getackert", sagt er selbst.

Heißt im Klartext: Wenn Not am Mann ist, würde sich Andreas Nolte selbst aufstellen. Wirklich scharf ist er auf ein solches Szenario aber nicht. Deshalb baut man beim SC Weyhe vor und ist derzeit dabei, zwei Talente in den Kader einzufügen. Taha Taskinsoy und Julian Plander kommen beide von den A-Junioren des TuS Syke, wo sie einst unter Lars Röwer spielten.

Der jetzige SCW-Coach kennt die beiden Nachwuchskräfte entsprechend gut und ist von ihnen überzeugt. Beide sollen behutsam aufgebaut werden. Möglicherweise wird noch ein weiterer Akteur geholt, was jedoch sehr schnell über die Bühne gehen müsste, weil fast alle Vereine mit ihrer Vorbereitung bereits begonnen haben. "Es wird schwierig werden, noch einen zu holen", sagt Andreas Nolte. Die Möglichkeit bestehe aber. Doch auch der Ist-Zustand des Kaders stellt ihn absolut zufrieden.

"Wenn ich sagen würde, wir sind ein eingeschworener Haufen, ginge es vielleicht zu weit, aber es geht auf jeden Fall in diese Richtung", erklärt der Coach. Das sei ihm bei den bislang sechs Vorbereitungseinheiten wieder aufgefallen. Die Spieler des SC Weyhe haben Lust auf Handball, sie sind motiviert und engagiert.

Nicht überheblich, nicht mal ein bisschen? "Wir haben die Jungs im Griff", versichert Andreas Nolte. Zurzeit bitten er und Lars Röwer drei- bis fünfmal pro Woche zum Training. Das schlaucht, aber es müsse sein, so Nolte. Vor allem im taktisch-spielerischen Bereich sieht er Nachholbedarf. "Das betrifft Angriff wie Abwehr."

Um in der neuen Liga mitzuhalten, müsse der SC Weyhe variabler agieren als zuletzt. In der Kreisoberliga profitierte Weyhe von einer natürlichen Dominanz, in der Landesliga wird das nicht mehr so einfach funktionieren. "Wer glaubt, dass wir nur ein Deckungssystem spielen können und vorne von unseren zwei, drei Rückraumschützen leben, wird sich wundern", so Nolte. Er traut seinen Mannen einen neuerlichen Sprung zu, betont: "Da gibt es noch Potenzial." Der SC Weyhe will sich weiter verbessern, weiter lernen - auch durch Niederlagen.

quelle: weser-kurier online

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