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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sonnenblume80, Dagmar D.

Ängste eines 8 jährigen Jungen

Startbeitrag von Sonnenblume80 am 24.04.2009 21:00

Mir wird die ganze Zeit erzählt, dass es keine Medis für Kinder gegen Ängste
Hallo,
ich schreibe mir hier wirklich mal vieles von der Seele.

Ich möchte Euch um Erfahrungen mit Ängsten bei Euren Kindern fragen.
Welche hatten sie? Was hat Ihnen geholfen?
Wie seit ihr mit Ihnen umgegangen?
Warum hatten Sie sie Eurer Meinung nach?


Mein Sohn glaubt ständig, dass gute Menschen sich in böse Menschen verwandeln können (das Märchen ZwergNase ist der größte Horrorfilm für ihn, bei Avatar o.ö. gibt es keine Ängste...???).
In diesen Momenten hat er sogar vor realen Menschen Angst, weil sich diese verwandeln könnten (passiert nur, wenn das Licht schummrig ist, aus Spaß Grimassen gezogen werden o.ä.).

Aus einem Impuls heraus, habe ich ihn gestern angeleitet, sich ein Tier zu malen, was ihn beschützt, wenn er von diesen "Bösen" angegriffen wird.
Es kam ein Pokemon, Outschi oder so ähnlich bei raus, was das Stärkste Pokemon sein soll. Er malte gleich zwei, ein kleines und ein großes.
Ich habe dann noch ihn auf einen Zettel gemalt und eine Hexe. Beide wurden einzeln ausgeschnitten, er wurde von ihr getrennt, denn sie hat nichts bei ihm zu suchen! und im Rollenspiel hat er sich mit seinen Beschützern vor ihr beschützt und sie in die Flucht geschlagen. Am Ende wurde ihr Zettel zerrissen und seine Beschützer und er hängen nun glücklich vereint über seinem Bett.
Leider wird dies erfahrungsgemäß nicht lange anhalten...
Wahrscheinlich hat er heute Abend andere Ängste...
Egal, der Weg ist das Ziel, nicht wahr...

Manchmal glaube ich jedoch, dass es egal was ich mache...
Seine Störungen scheinen zu tief zu sitzen.

Welche Medikamente gegen Angst kennt Ihr für Kinder?
Mir wird ständig gesagt, dass es keine Medikamente gegen Angst bei Kindern gibt.

Bei Menschen leite ich ihn immer wieder an sofort Bescheid zu sagen, wenn er etwas unangenehmes spürt oder Angst bekommt.
Leider spürt er sich so verzerrt und reagiert oft viel zu spät oder völlig unangemessen heftig.
Einmal griff er einen Jungen an, der ihn anlachte, weil er sich bedroht gefühlt gefühlt hat...???!!
HILFE...

Kennt Ihr so etwas?
Ich möchte einen Rosewein trinken und mir einen Kafkafilm anschauen, bei dem die Schreibmaschinen mit mir redet.
Alles gaga auf dieser Welt...;)


Liebe Grüße
Sonnenblume

Antworten:

Hallo Sonnenblume,

Phantasien und Ängste sind in bestimmtem Alter normal, aber bei deinem Sohn wohl doch sehr ausgeprägt. Ich denke, er gehört dringend in therapeutische Behandlung, damit sich dort nichts verfestigt und bleibt. Deine Idee mit dem Bild ist spitze, es gibt noch das Bild, sich eine dicke Elefantenhaut überzuziehen und sich so zu immunisieren, das könnte noch mal eine weitere Idee sein.

Da man Ängste sehr gut therapeutisch behandeln kann, sollte das das Mittel der ersten Wahl sein. Erst wenn diese Therapie erfolglos bleibt, dann kann er medikamentös unterstützt werden. Ein Therapeut kann auch herausfinden, ob es Gründe für die Ängste gibt, z.B. ob er von anderen Jungs bedroht oder eingeschüchtert wird.

Ich wünsche dir starke Nerven, denn das ist bestimmt auch für dich sehr belastend.

von Dagmar D. - am 29.04.2009 12:58
Hallo Dagmar,
danke für die Antwort und Dein Verständnis.
Mein Sohn ist schon seit 2 Jahren in therapeutischer Behandlung. Leider öffnet er sich wenig und sie kommen kaum voran.
Er hat ein sehr großes Schutzbedürfnis und erzählt meist auch nur mir davon, abends kurz vor dem Einschlafen...
In der Klinik hat er nichts von sich erzählt, abends hatten die Betreuer wenig Zeit und am Tag ist er der "Große", der alles alleine regeln will.

Erzähle ich dann in der seiner Verhaltenstherapie über Erfolge oder Vorkommnisse, kann dies ganz leicht in totale Abwehrhaltung seinerseits führen... und zu Rückfällen...


Zur Zeit hält er sich ganz gut, wir haben die Hexe nochmal auf "I like to move it" tanzen lassen und seitdem lacht er öfter darüber.

Tja, er hat so viele Ängste...und kann die Umgebung so schwer einschätzen. Da hätte ich wohl auch Angst. Ich bin morgen nochmal (wieder eine Adresse mehr auf unserer langen Kontaktliste) bei einem Wahrnehmungsinstitut in Frankfurt.
Vielleicht können sie mit den multiplen Wahrnehmungsstörungen helfen.
Ergo- und Reittherapie helfen alleine nicht.

Ich habe mir heute eine DVD und ein Buch über Trauerbewältigung von Willi wills wissen bestellt. Mein Sohn hat ganz viel Angst mich zu verlieren, er hat Angst vor Erkrankungen und Tod. Unsere Meerschweinchen sind vor 3 Jahren gestorben, gestern weinte Sean wieder wegen ihnen und sagte dann, dass ja jeder Mensch jeden Moment erkranken und sterben könnte (sein Onkel hatte mit 30 Jahren Krebs und gilt seit 1 Jahr wieder als gesund).

Mein Sohn hat dieses Erlebnis nicht verarbeitet.
Und, in der Therapie öffnet er sich nicht...
Er öffnet sich auch meist erst durch direkten Körperkontakt fällt mir gerade ein.

Sind die Ängste jedoch so stark, dass er in der Schule einnässt und er nicht mehr gesellschaftsfähig bleibt, denke ich über eine Medikation vorübergehend schon nach.

Danke

Sonnenblume

von Sonnenblume80 - am 29.04.2009 15:00
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