Probleme im Kindergarten

Startbeitrag von Meli78 am 01.05.2009 09:44


Hallo,

mein Sohn ist fast 6 Jahre alt. Er kommt dieses Jahr in die Schule. Ich habe jetzt schon sehr große Angst vor der Einschulung.

Die Probleme die wir mit ihm haben sind, er stört im Kindergarten und benimmt sich dort öfter mal daneben.
Wir waren in der Vergangenheit bei 2 Psychologen und haben ihn auf adhs und auf andere Auffälligkeiten testen lassen. Alle Ärzte halten ihn für normal. Den Schultest hat er ohne Probleme bestanden.

Aber im Kindergarten läuft es oft schlecht. Sein Gruppenverhalten ist schlecht. Er ist zwar hilfsbereit und hat viele positive Seiten aber er will immer, wirklich immer!!!!!, im Mittelpunkt stehen. Das ist das große Problem mit ihm. Und wenn sie dann im Stuhlkreis sitzen fängt er an Quatsch zu machen damit die Erzieherin nur nach ihm guckt. Dann fliegt er raus und anstelle dann dort am Tisch zu sitzen geht er im Kindergarten spazieren. Er respektiert die Erzieher nicht!
Die Erzieherinnen sagen, er wäre sehr oft total lieb aber es gibt dann Tage wo er total aufdreht. Ich kann mir denken das es daran liegt weil er nachts schlecht schälft und übermüdet ist(er hat schon immer nachts schlecht geschlafen). Aber das kann doch nicht sein,dass er wenn er mal schlecht geschaften hat den Kindergarten aufmischt.

Privat haben wir mit ihm keine Probleme. Er hört auf was man ihm sagt und wir konnen gut miteinander klar. Er will zwar im Mittelpunkt stehen kann aber auch problemlos alleine spielen. Ich würde die Situation zu Hause als normal beschreiben.Mann kann überall mit ihm hingehen usw.

Im Kiga sagen sie er wäre den anderen Kindern in vielem weit vorraus. Ich denke, er langweilt sich oft oder ist einfach unterfordert. Aber das kann doch nicht sein das er deswegen 23 anderen Kindern die Gruppenzeit kaputt macht.

Ich habe so große Angst das er das in der Schule auch macht.

Weiß einer einen Rat? Bei den Ärzten stoßen wir auf taube Ohren weil er jeden Test besteht und sich dort ganz toll benimmt. Aber das sind immer Einzelsituationen.

Ich würde mich über Antworten freuen.
Viele Grüße,
Meli

Antworten:

Liebe Meli,

schade, dass Dir bisher noch niemand geantwortet hat, der Dir in dem Fall vielleicht besser helfen kann als ich.

Ich glaube auch, dass bei Deinem Sohn das Problem bei der "Gruppenzeit" darin liegt, dass ihn das einfach langweilt. Mein Sohn (inzwischen 18 Jahre) hat auch sehr oft in der Gruppe gestört. Zum einen Teil lag das sicher an seinem ADS, welches leider erst in der 3. Klasse diagnostiziert wurde, zum anderen Teil aber auch daran, dass ihm die Fingerspiele, Singspiele usw. vor allem im 3. Kindergartenjahr einfach zu banal waren. Wenn man solche Sachen bereits 2 Jahre lang gemacht hat, dann ist das einfach langweilig. Mich wundert, dass da nicht mehr Vorschulkinder rebellieren.

Und gerade bei Kindern, die den anderen um etliches voraus sind, kehrt die Langeweile noch viel schneller ein.

Ich frage mich nur, warum darauf dann im KIGA nicht mehr eingegangen wird. Sicher ist es schwierig allen gerecht zu werden, aber ich glaube nicht, dass unsere Söhne da Einzelfälle sind. Naja, vielleicht stelle ich mir das auch zu einfach vor.

Aber ... einen unterforderten 6-jährigen vor die Tür zu setzen und dann von ihm zu verlangen, dass er da brav an einem Tisch sitzen bleibt ..... leben die auf dem Mond ????

Sorry, wenn ich da ein bisschen ungehalten bin, aber vieles von dem was Du schreibst haben wir auch hinter uns und da kann ich heute nur noch den Kopf drüber schütteln. Wenn Deiner mal 18 ist, dass siehst Du das sicher auch entspannter. Hilft Dir heute sicher nicht, ist aber so.

Ist Dein Sohn eigentlich in einem Sportverein, Spielgruppe oder sowas? Wie gibt er sich denn dort? Wenn er nicht in so einer Gruppe ist, wäre es vielleicht ein gutes Training, wenn er zu sowas geht, damit er lernt, dass er auch mal zurückstecken muss, auch wenn es schwer fällt.

Und ich denke mal, das Beste für den Schulstart wird sein, wenn Du die Augen und Ohren offen hälst und wenn er erzählt, dass er geschimpft wird oder Ähnliches, dann am Besten frühzeitig einen Termin mit der Lehrkraft ausmachen um da entgegenzusteuern. Wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, dann wird das schon. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man durch Kontakt mit den Lehrern schon etliches erreichen kann. Nicht alles und nicht mit allen Lehrern, aber doch vieles.

Insofern hab nicht zuviel Angst vor der Einschulung sondern lass es auf Dich zukommen. Vielleicht hat er Glück und bekommt eine Lehrkraft, die von vornherein Autorität ausstrahlt, dann kommen die Probleme gar nicht so auf.

Ups, ist ganz schön lang geworden. Wenn Du bis hier durchgehalten hast, freut mich das und ich wünsche Euch einen schönen und entspannten Schulstart. Und behalte vielleicht auch mal das Thema Hochbegabung im Hinterkopf, da könnte man dann auch noch testen, falls es ihm in der Schule auch langweilig wäre.

Alles Gute

Moni



von Monkele - am 04.05.2009 16:33
Hallo Meli!

Ja, ja, wenn wir unser Monkele nicht hätten,...

Mir wäre leider zu Deiner Frage nichts Brauchbares eingefallen.
Aber jetzt hab ich eine kleine Ergänzung zum Thema Sport: Beim Judo herrscht eine ganz klare Rangordnung - nach Gürteln, Alter,... - da weiß jeder, wo sein Platz ist.
Meinem großen ADSler scheint das wirklich gut zu tun.
Früher hat er sich auch ständig in den Vordergrund gespielt.
Allerdings bekommt er auch Medikamente...

Lieben Gruß!

Agnes

von Agnes69 - am 05.05.2009 11:12
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