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Informationen zum Thema:
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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
icke WES, Nicole Z., anca, Veronika Ehrenberg, Sternchen*, Rosenfan

Fremdunterbringung

Startbeitrag von Nicole Z. am 15.05.2009 16:42

Hallo

Ich habe im Moment ein großes Problem und hoffe, ich bekomme vielleicht ein paar Ratschläge oder Tipps von euch.
Junior (8) 2. Klasse macht seit einigen Wochen sehr große Probleme.
Morgens um 6 geht der Kampf los, in der Schule läuft es einigermaßen, danach in der Tagesgruppe auch so halbwegs, aber ab 17 Uhr ist dann wieder die Hölle los.
Er hat keinen respekt, ist aggressiv, nimmt niemanden ernst, weder mich noch meinen Mann. Seine geschwister haben sich von ihm schon zurückgezogen, die Große hasst ihn richtig.
Ich selbst hab im Moment nicht mehr die Kraft, weil da noch andere Probleme sind und muss laut Arzt ziemlich auf mein Herz achten. Kein Stress etc.

Die Familienhilfe und auch das Jugendamt haben nun vorgeschlagen, ihn für einige Wochen fremd unterzubringen, damit wir etwas zur Ruhe kommen.

Ich bin mir unsicher, was ich machen soll, auf der einen Seite macht er mich im Moment total fertig, ich hab nur noch Schmerzen in der Brust und hab Angst, es könnte etwas passieren, wodurch ich ganz ausfalle, aber mir graut auch davor, ihn wegzugeben.

Was soll ich nur machen, hat schon jemand mal so eine Erfahrung gemacht?

Nicole

Antworten:

Wer keine Ahnung hat,sollte sich raushalten,wenn er nicht weiß,worum es geht.

Liebe Nicole!

Ignorrier die obige Antwort einfach,ok??

Nicole,ich weiß ja,was Du alles z.zt.durchmachst und es ist ja klar,daß sich das auch auf die anderen Kids auswirkt.
Ich denke,es ist eine gute Idee,um vorrübergehend mal zur Ruhe zu kommen und in der zeit solltet Ihr mit dem Amt nach Lösungen suchen,die ihr auch umsetzen könnt hinterher.

Und ja,unser Sohn war auch mal Untergebracht,aber in einer Klinik,ist das bei Euch auch sowas oder eine Pflegefamilie??,da hätte evt.unsere liebe Vero mehr Ahnung.
Du weißt ja,ADSlern sind feinfühlig merken alles mit ihren sensiblen Antennen,wissen aber nicht damit umzugehen.

Ich denke,wenn Du das andere alles überstanden hast,dann wird sich die Lage entspannen und dann wäre ja eine Auszeit für Dich gut,wenn das Amt dir Hilfen für die Kids bewilligt oder die KK bzw.evt.auch jemand aus deiner Familie.

Nimm für Dich die Hilfen an,die Du im mom kriegen kannst,ich drücke Euch die Daumen.Mail wird noch beantwortet.

Liebe Grüße an Dich von Sternchen*


von Sternchen* - am 15.05.2009 18:44
Hallo Nicole,

Ja.......
auch unserer war mit allerdings schon vierzehn Jahren in einer anderen Familie, welche mit dem JA zusammen arbeitet.

In dieser Zeit wollte er immer weg.........nur Weg von zu Hause.....keine Regeln.......keine Vorschriften.....keiner, der ihn drängt, etwas für die Schule zu machen.

Zu Hause war nach seiner Meinung alles nur noch Sche.... ;o(

JA wollte ihn in ein betreutes Wohnen geben, damit er lernt, selbstständig zu werden.

Wir schauten uns drei verschieden an.......es war nicht schön.....hätte ich mein Kind niemals hingegeben.

Also........Idee erst einmal wieder aufgegeben.

Es ging ein paar Monate gut......er riss sich zusammen, weil er unbedingt zu Hause bleiben wollte.

Doch schon nach einem Monat spitzte sich die Lage wieder zu.......er sagte:" Ich will weg......halte es nicht mehr hier aus.......es ist wie im Knast.

Das hat mir so furchtbar weh getan.......aber ich konnte ihn nicht zwingen, seine Meinung zu ändern.

Also kam der Vorschlag von einer Pflegefamilie.

Ich kann die nicht sagen, was ich fühlte, als seine Sachen gepackt und geholt wurden........ es war die Hölle !!!

Die ersten zwei Wochen hörte ich nichts..... absolut nichts von ihm.........dann ein Anruf.......kurz und knapp.......er machte völlig dicht.
Nach weiterer Woche wieder ein Anruf......wie toll alles sein und wie coul und nett die Pflegemutter ist......

Ich schluckt und schluckte......konnte nicht antworten, damit er mein Weinen nicht hört....... es tat so verdammt weh.

dann rief er fast alle drei bis vier Tage an......nach etwas über zwei Monate, fragte er, ob er uns mal besuchen könnte.

Mein Herz klopfte vor Freude wie verrückt........er sollte die Freude aber nicht spüren, damit er nicht gleich wieder sagt:" Du hälst es ohne mich doch sowieso nicht aus......du wirst alles erstes betteln, dass ich wieder zurück komme."

Ja........er wusste schon immer wo meine Schwachpunkte sind und wie er mich weich bekommt.

Schon nach weiteren zwei Wochen kam er wieder über's Wochenende.

Nach knapp drei Monaten fragte man ihn, ob er wieder nach Hause möchte.

Er bat um Bedenkzeit....... ;o)) wollte ja nicht gleich zugeben, dass er wieder heim möchte.

Nach über drei Monaten kam er dan wieder heim.

Die ersten zwei Wochen war er noch sehr auf Distanz.

Doch er ist in diesen Monaten reifer geworden und an dieser Situation gewachsen.

Erst Monate später erzählte er dann nach und nach, dass er schon früher heim wollte.......das er gemerkt hätte, dass es auch woanders Regeln, Rücksichtsnahme und kleine Pflichten gibt.......also.....

konnte er auch wieder heim gehen......denn......

zu Hause wurde sein Zimmer geputzt......seine Wäsche gebügelt.......bei Schulsachen geholfen usw. Dort musste er die Sachen ungebügelt anziehen, wenn er es nicht selbst tat ;o((

Diese Monate haben der ganzen Familie geholfen damals und er wollte danach nie mehr fort von zu Hause....!!!

Bei uns liegt es ein wenig anders wie bei euch Nicole.......Thorsten wollte weg von zu Hause......ich wäre niemals auf die Idee gekommen.....

Eurer ist noch viel jünger......kann diese Entscheidung nicht selbst treffen.

Darum kann ich dir auch nicht so wirklich helfen, was mir sehr leid tut Nicole.

Doch hoffe ich so sehr für dich, dass noch einige Reaktionen kommen.


Liebe Grüße
von Vero

von Veronika Ehrenberg - am 15.05.2009 19:21
Hallo Nicole,

ich würde diesen Vorschlag unbedingt annehmen. Ich glaube, im Moment tretet ihr alle etwas auf der Stelle, und jeder hat selbst reichlich Probleme und Baustellen, vor allem Du.

Das könnte ja vielleicht ein Grund sein, weshalb Dein Sohn sich momentan so extrem verhält. Wenn er mal für eine Zeit "Urlaub" von der Familie machen würde, könnte er vielleicht auch mal wieder zur Ruhe kommen. Außerdem würde er da sicherlich auch merken, wie wichtig ihm die Familie doch ist und es dann evtl. auch zeigen.

Und ihr hättet zu Hause dann die nötige Ruhe und Kraft, um euch um die aktuellen Baustellen zu kümmern. Ich nehme mal an, daß auch noch die FH kommt und Dich unterstützt?

Vielleicht läßt sich ja auch noch eine Möglichkeit finden, daß das eine oder andere Kind von jemand anders zum Sport usw. gefahren wird. Das wäre dann auch für Dich weniger Streß.

Versuche mal, wenigstens eine Stunde am Tag oder zumindest 3-4 Mal in der Woche für Dich alleine zu kriegen. Zeit, die Du nur für Dich nutzen sollst. Solche kleinen Freiräume sind wichtig, damit man wieder auftanken kann. Die Idee mit der Kur finde ich gar nicht mal so schlecht. Aber keine Mutter- Kind- Kur. Nur Du alleine. Für die Kinder müßte man dann eine Betreuung suchen, z.B. über die KK, weil Dein Mann ja auch noch arbeiten muß.

Ich denke, Du solltest wirklich jede Form der Hilfe annehmen, die Du kriegen kannst. Ich drücke Dir jedenfalls ganz fest die Daumen.

Liebe Grüße,


von Rosenfan - am 15.05.2009 19:27
Hallo Nicole!

Zitat
Du schreibst:
... aber ab 17 Uhr ist dann wieder die Hölle los.
Er hat keinen respekt, ist aggressiv, nimmt niemanden ernst, weder mich noch meinen Mann. Seine geschwister haben sich von ihm schon zurückgezogen, die Große hasst ihn richtig.
Hält dieser Zustand denn bis zum Zu-Bett-Gehen an oder wird er irgendwann wieder ansprechbar?

Wenn letzteres zutreffen sollte, solltest Du oder Dein Mann mit ihm darüber sprechen. Ihr solltet ihm in aller Ruhe mitteilen, dass er sich auf diese Tour ins Abseits manövriert weil sooooooo niemand etwas mit ihm zu Tun haben will.

Dieses Gespräch vielleicht ein - zwei mal wiederholen, in der Hoffnung, er kapiert's.

Sollte das nicht fruchten, hab ich keine Idee. Dann geht's in Eurer gegenwärtigen Situation wohl nicht anders, als ihn außer Haus unterzubringen.

Viel Erfolg.

Gruß

icke WES!

von icke WES - am 15.05.2009 22:01
Hallo

Erstmal Danke für eure Antworten.
Ich mach es mir mit der Entscheidung nicht leicht, aber ich kann gesundheitlich nicht mehr so. Wir haben so oft versucht, mit ihm zu reden, Auch die FH und die Betreuer aus der Tagesgruppe, aber es ändert sich nichts.
Am Dienstag hab ich Termin beim JA, ich werde noch mal mit der Dame dort reden und dann werden wir sehen, was uns im Moment hilft.
Wenn ich Junior frage, warum er im Moment so ist, gibt er nur anderen die Schuld, er ist so aggressiv geworden, nimmt nichts an und hat für alles eine Ausrede.
Zu Hause ist es einfach nicht mehr schön, wenn alles getrennte Wege geht. Ist Junior unten, verzieht sich die Große nach oben und umgekehrt genauso. Ich war froh, dass meine Große wieder etwas offener geworden war und nun ist es wieder vorbei. Selbst sein Bruder hat mittlerweile Angst und will nicht mit ihm zusammen sein.

Es muss etwas getan werden, denn sonst geht unsere Familie noch mehr kaputt.

Danke noch mal, werde mir eure Beiträge zu Herzen nehmen und hoffentlich die richtige Entscheidung treffen.

LG Nicole


von Nicole Z. - am 17.05.2009 13:50
Hallo Nicole!

So wie Du das beschreibst, wirst Du um eine vorübergehende Fremdunterbringung wohl nicht herum kommen. Ist zwar schade, aber wohl die einzige Möglichkeit, Frieden in die Familie zu bringen.

Selbverständlich leidet er wie alle Anderen bei Euch unter dem ganzen Stress, versteht aufgrund seines Alters wahrscheinlichj aber nur die Hälfte.

Gerade Deine Tochter braucht jetztr alle Deine Aufmerksamkeit. Denn sie leidet unter dem Geschehenen vomn vorigen Jahr. Dazu kommt ja auch die Gerichtsverhandlung, ein schwerer Weg für Deine Große. Diese Anspannung spürt auch Euer kleiner. Versteht aber möglicherweise nicht, um was es geht. Er merkt nur, dass er die zweite Geige spielt und kämpft um mehr Aufmerksamkeit. Die könnt Ihr Eltern zur Zeit aber nicht geben, da ihr selber unter Hochspannung steht.

Deshalb ist dagegen nichts einzuwenden, wenn Du Deinen Sohn zu Personen Deines Vertrauens oder aber in die Obhut professioneller Erzieher gibst. Ich denke, es ist für Euch alle das Besste und für Sohnemann vor Allem keine Strafe.

Gruß

icke WES!

von icke WES - am 17.05.2009 17:29
Liebe Nicole,

Ich habe vollstes Verständnis sich für eine Fremdunterbringung zu entscheiden.

Ich habe mich zwei Mal dazu entschieden, meinen Sohn (heute 9) in fremde Hände (professionelle) zu geben, weil es einfach nicht mehr ging.
Als Mutter hat man einen Auftrag, das bestmögliche für sein Kind zu tun.
Wenn man es selber nicht leisten kann, aus welchen Gründen auch immer, so muss es jemand anderes übernehmen.

Schlechtes Gewissen inclusive.

Nochmals, .... es ist nicht verwerflich, wenn man einfach nicht mehr weiter weiß.
Irgendwie geht es immer weiter, nicht aufgeben ... man sollte immer auf sich hören. Ich drücke Dir/euch ganz fest die Daumen!

Bei uns ist es grad auch nicht wirklich doll .... aber ich kämpfe so viele Jahre für mein Kind. Er wird und ist ein toller Junge.
Grüße A.

von anca - am 17.05.2009 20:34
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