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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Patrick_Wien, Lena72, anja mit fabian

ADS?

Startbeitrag von Patrick_Wien am 20.05.2009 19:26

Hallo Leute!

Ich Patrick aus Wien, studiere jetzt am Juridicum (die rechtswissenschaftliche Fakultät in Wien) und habe ein paar Fragen an euch! ..und bin 20!

Vorerst will ich mich entschuldigen, falls ich hier im falschen Forumsbereich bin, aber ich muss das jetzt endlich los werden!

Ich will mich hier mit Hilfe einiger meiner Charakterzüge und Verhaltensweisen erklären. (ohne zu wissen, ob diese Infos von Wichtigkeit sind. Jedoch habe ich mich natürlich schon über viele Symptome erkundigt, will mir dennoch nichts einreden oder so..)

1. Es gibt Momente - wie diesen -, in denen mir so viel einfällt und ich so viel los werden will. Hin und wieder passiert es, dass ich die (mehreren) Ideen oder Fragen innerhalb Sekundenbruchteilen vergesse (und mich sehr darüber ärgere).

2. Als Volkschüler (ab dem 6. Lebensjahr) schien es, als wäre ich etwas rückentwickelt. Meine Mutter erzählte mir vor einigen Monaten, dass ich beim 1. Diktat, bei dem man ja normalerweise schreibt, statt "Baum" zu schreiben, den Baum gezeichnet habe. Klingt sehr lustig!
In Deutsch war ich früher prinzipiell nicht gut, war immer bestenfalls im Mittelfeld.

Schon wieder so ein Moment, in dem ich so viele Dinge im Kopf habe und eine Sekunde später wieder alles weg ist!

3. Ich brauche eigentlich immer eine Beschäftigung, jedoch eine die mich interessiert. Wenn ich mir Dinge merken muss, die mich nicht interessieren, muss ich WIRKLICH anstrengen/konzentrieren.
4. Wenn jemand mit mir redet, hör' ich ihm in den ersten paar Sekunden sehr aufmerksam zu, aber dann geht dieses einseitige Gespräch, das höchstens mit "mhm", "ja", "naja", "so ist das" etc. beantwortet wird, an mir vorbei und ich denke eigentlich über etwas anderes nach. Oder auch nicht. Mit dem Lesen ist das auch sehr schlimm. Ich kann mir eine Sache durchlesen (z.B. 1 Seite eines spannenden Abenteuers) und weiß am Ende dieser 1 Seiten mÖGLICHerweise im Groben, worum es ging. (so ist das bei den von der anderen Partei einseitig geführten Gesprächen auch so. z.B. Lehrer - jetzt Professoren)
5. Für mich vergehen viele Tage so, als würde ich träumen. Ich nenne es den "dummen oder den verschwommen Blick".
6. Fast alles ist für mich nur wirklich kurz interessant. Ich frage jemanden etwas, er erklärt oder erzählt es mir, und ich beginne während des Erzählens schon mit einer nächsten, in diesem Moment interessanter wirkenden, Frage.
7. Auch wenn ich mit jemandem z.B. über Politik spreche, kann es mitunter passieren - und das tut es auch -, dass mir etwas wichtigeres in den Sinn kommt und ich dann einfach darüber sprechen will.
8. Sobald von mir Wahrnehmbares (vor allem Hör- und Sehbares) von etwas anderem ausgeht als von der Sache, mit der ich mich beschäftige, ist es beinahe wie ein Zwang, der anderen Sachen, wenigstens auch nur bis ich weiß, dass sie mich gar nicht interessiert, meine Aufmerksamkeit zu schenken. Dies macht sich ja eigentlich auch in meinen Schachtelsätzen bemerkbar.
9. Das hat nichts mit Boshaftigkeit und Arroganz zu tun, aber 1. finde ich, dass der Großteil der Menschheit sich mit Problemen belastet, die sehr belanglos sind und 2. halte ich es selten aus, wenn jemand einer anderen Meinung als meiner ist. Trotzdem bin ich ein halbwegs guter Diplomat.
Man könnte es auch mit Selbstgerechtigkeit verwechseln.

Wenn ich etwas wirklich, wirklich, wirklich will, dann schaffe ich es in kürzester Zeit. Nächste Tatsache ---> Ich will alles, was ich wirklich will, schnellstmöglich erreichen. Ich schaffe es auch nicht, mich an Geplantes zu halten. Es läuft immer darauf hinaus, dass ich 3,4 Tage vor einer Klausur zu lernen beginne. Und fast immer schaffe ich das!

Und! Ich muss mich immer entscheiden. Ohne klare Zukunftsaussicht bzw. einem klaren Plan für die Zukunft, kann ich nicht sein. Manchmal plane ich beinahe zu oft/ zu viel.

Ich bin auch fest der Meinung, dass meine intellektuellen, sozial-intelligenten und auch andere Kompetenzen über denen Anderer liegen, jedoch weiß ich nicht, wie ich sie optimal nützen kann. Ich will nämlich ein Doppelstudium JUS und VWL machen und ich weiß, dass ich es 100 %ig schaffen würde, wüsste ich, wie ich meine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen überbrücken könnte.

Komisch finde ich auch, dass ich hin und wieder beinahe zwanghaft Nägel beissen oder mich - natürlich nicht verletzend - kratzen muss.

Auch betrachte ich mich (nicht nur läuferisch) eher als Sprinter als als Langläufer.

Irgendwie komme ich mir auch wie ein Multi-Tasking-System vor, dass zwar immer viel machen will, dadurch aber dann doch nichts wirklich beenden kann. Ich will immer "neue Prozesse" starten, die alten aber nicht beenden.

Ich will nicht hören, dass ich ADS oder etwas Ähnliches habe. Wenn ich mir den Text so durchlese, fällt mir auf, dass ich immer alles so schnell niedergeschrieben haben will, dass auch manchmal ein Wort fehlt oder Fehler passieren, wobei ich mein sicherlich verbesserungswürdiges Deutsch über das vieler Anderer stelle.

Wie gesagt: Nichts ist Boshaftigkeit oder Arroganz. Das ist meine Art, es sind meine Schlüsse.

Ich danke euch!

Antworten:

Geduld

Geduld habe ich nur so viel, wie es meines Erachtens für eine Sache bzw. Tätigkeit nötig ist. Dauert es länger, werde ich unruhig.
Ich habe auch eher ein übersichtliches Gedächtnis als ein "detailerinnerndes".

von Patrick_Wien - am 20.05.2009 19:33
Hallo Patrick!
Ich weiß nicht ganz genau,wie das mit deinem Satz(Ich will nicht hören,das ich ADS habe) gemeint ist.Ich schreibe trotzdem mal was ich denke.Lach...!Das hört sich für mich nach ADS an.Ich habe einen 9 jährigen Sohn dr hat ADHS.Einige Punkte kommen mir sehr bekannt vor.Mein Sohnemann stand ständig unter Strom,wollte auch immer alles auf einmal.Manchmal konnte man ihn wirklich nicht stoppen.Hinzu kommt sein schlechtes Sozialverhalten.Ich hatte lange mit mir gekämpft,wegen der Medikamente.Aber es geht einfach nicht ohne.( Wir gehen regelmäßig zur Blutkontrolle)Seit dem er Medikamente bekommt,kann er sich besser konzentrieren und schreibt bessere Noten.Was sein Sozialverhalten angeht,da arbeiten wir noch dran.Liebe Grüße anja

von anja mit fabian - am 20.05.2009 22:34
Hallo, Patrick!

Für mich hört sich das nach Borderline an, wenn du mich fragst.
Aber das kann höchstwahrscheinlich nur ein kompetenter Arzt feststellen.
Hast du im Moment eine Beziehung , wenn ja, wie ist diese oder wenn nein, hast du Schwierigkeiten, Beziehungen zuzulassen?

LG
Lena

von Lena72 - am 21.05.2009 15:00
Hallo Anja!

Danke für deine rasche Antwort! Medikamente wären prinzipiell der letzte Weg für mich.
Es ist bei mir gar nicht so extrem, wie es vielleicht rüber gekommen ist, oder ich bin es möglicherweise schon so sehr gewohnt=)

Schöne Grüße,
Patrick!

von Patrick_Wien - am 21.05.2009 16:16
Ohne jetzt ganz genau zu wissen, was Borderline ist, denke ich nicht, das ich eine instabile Persönlichkeit habe. Ich glaube auch nicht, dass es mir öfter scheisse geht als anderen, sprich: depressiv bin ich meines Erachtens auch nicht.

Ich warte, vielleicht schreibt mir noch jemand. Ich würde gerne eure Antworten ein bisschen "abgleichen", um mir ein Bild machen zu können.

Herzlichen Dank an euch 2!

von Patrick_Wien - am 21.05.2009 16:18
achja!

Eine Beziehung habe ich seit 3 Jahren. Beziehungen zuzulassen, ist für mich nicht schwierig. Ich kann gut und auch schnell Vertrauensverhältnisse aufbauen, begegne jedoch mir fremden Menschen grundsätzlich mit Vorsicht, was meiner Meinung nach aber nur purer Verstand ist. Ängste habe ich auch keine. Naja, außer Höhenangst! =D

Die Beziehung ist sehr innig, ich liebe meine Freundin sehr und ich bin mir sicher, dass sie das selbe fühlt. Klingt zwar recht naiv, aber ja! So ist es=)

Es ist also - denke ich - nichts in Richtung Depression oder Instabilität.
Ich habe mit meiner langen Erklärung wirklich versucht, die wichtigsten (auch negativen) Punkte aufgezählt.
Das Einzige, was ich möglicherweise vergessen habe, ist, dass ich prinzipiell ein sehr lustiger und glücklicher Mensch bin. Es gibt nicht viele Punkte, aber wenn man mich an einem erwischt, kann ich plötzlich sehr traurig oder wütend sein. Das scheint mir aber eher "normal" zu sein.

Herzlichen Dank noch einmal!

von Patrick_Wien - am 21.05.2009 16:29
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