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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
FleissigeBiene, Rosenfan, Monkele

Es hat doch so gut angefangen...

Startbeitrag von FleissigeBiene am 15.06.2009 13:21

Hallo zusammen!


Ich bin so langsam aber sicher wirklich am Ende meiner Kräfte, habe keine Ahnung mehr, was ich tun soll.

Nachdem letztes Jahr alles so prima lief, Schulwechsel (5.Klasse) und auch der Anfang relativ positiv war - gehts nun nur noch bergab.

Sämtliche Arbeiten kommen mit einer 5 oder sogar einer 6 hier an, sogar in ALLEN Fächern, trotz Üben und tun und machen - ich kann einfach nicht mehr.

Selbst bei einer Nachhilfe komm ich nicht weiter - denn, es müssten ja ALLE Fächer, zumindest aber doch die "wichtigen" werden, aber das wäre dann ja ein tägliches Doppelpensum. Und vor allem: Wie und wo finde ich eine geeignete Nachhilfe?


Junior hat sich von einem schönen 3.0 Durchschnitt in einem Jahr mal eben auf eine 4,8 gefaulenzt. Tendenz sinkend, da ist noch viel Gutwill der Lehrer bei.


Eingestellt ist er eigentlich gut, bekommt morgens 30mg Medikinet retard und mittags dann noch 12,5g Equasym!

Sein Verhalten ist nach wie vor sehr schwankend, seine Leistungen ebenso, allerdings schwankt er nur noch im schlechten Bereich, wo er sonst immer entweder ne 2 oder ne 5 geschrieben hat. Zweien gab es schon lange nicht mehr, aber selbst ne 3 würde mich schon glücklich machen.

Was kann ich denn noch tun? Nachhilfe, klar - aber WELCHE? Nach welchen Kriterien geh ich vor? Was kann ich sonst tun?

Bringen "Strafen" was? Er will diverse Dinge machen, zB schwimmen gehen etc und mir ist klar, dass es unter dem Strich ja durchaus positiv ist, andererseits seh ich nicht ein, dass er für die Schule NICHTS tut und dann fröhlich im Schwimmbad herumturnt. Ich überlege, das Schwimmen nur noch bei besserer Leistung zuzulassen, aber IST das der richtige Weg?

Ich weiss gar nichts mehr, Kopf ist hohl wie Flasche so leere! ;-)

Danke fürs lesen.

Liebe Grüße

Antworten:

Hallo,

was sagt denn der Arzt dazu? Mit dem würde ich darüber auf jeden Fall noch mal sprechen.

Gibt es denn in der Schule evtl. einen Grund, daß er nicht mehr gerne hingehen mag? Wird er vielleicht von Mitschülern geärgert oder gar von Lehrern?

Nachhilfe ist ja immer ein rel. teurer Spaß. Könnten wir uns jedenfalls finanziell nicht leisten. Ich weiß ja nicht, wie das bei Dir ist. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, einen Antrag auf Familienhilfe beim JA zu stellen.

Kann aber manchmal etwas länger dauern. Und vorher gibt es in der Regel erst mal ein Hilfeplangespräch, weil die ja auch wissen wollen, wofür sie genau Hilfe bewilligen sollen. Vielleicht wäre das aber noch eine Überlegung wert.

Das mit dem Schwimmen ist so eine Sache. Geht er richtig zum Training oder will er "nur" plantschen? Allerdings, wenn er sich im Schwimmbad richtig körperlich auspowern kann, würde ich da eher nach einer anderen Möglichkeit suchen. Ist zwar abgedroschen, aber TV, Gameboy oder dergleichen geht eigentlich immer.

Ansonsten kann ich Dir leider auch nichts raten, vor allem was die Schule betrifft. Vielleicht meldet sich ja noch jemand anderes.

Liebe Grüße,


von Rosenfan - am 15.06.2009 14:30
Danke dir, Rosenfan


nein, eigentlich geht es in der Schule einigermaßen, klar, ist kein Freudenfest dahin zu müssen, aber es geht.


Die Familienhilfe kommt aber doch auch nur einmal die Woche? Eigentlich brauche ich eher so etwas wie eine Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe in einem, am besten täglich.

Zum schwimmen möchte er, weil er für das goldene Abzeichen üben möchte. In einen Verein wollte er nicht.

Ach so, DS etc sind längst konfisziert, logisch..

Und der Arzt kann wohl nix an schulischen Leistungen machen. Und bei der Nachhilfe gibt es einfach so viele Angebote, dass ich gehofft habe, hier nen Tipp diesbezüglich zu bekommen, vielleicht wo ich drauf achten sollte etc..

Aber nun gut, muss auch so weitergehen.


Danke dir recht herzlich für die Antwort!


Liebe Grüße :)

von FleissigeBiene - am 16.06.2009 18:12
Hallo Fleissige Biene,

wie oft die Familienhilfe kommt, hängt zum einen davon ab, wie groß der Bedarf bei euch ist und zum anderen davon, wieviel das JA bewilligen kann.

Bei uns war der FH 2x/Woche da, zusätzlich einen Abend (ca. 1,5 Std.) zum Elterngespräch.

Wenn Dein Sohn für das Schwimmabzeichen übt, würde ich ihn da auf jeden Fall weitermachen. Sonst könnte der Schuß eher nach hinten losgehen. Außerdem finde ich es total wichtig, daß die Kinder gut schwimmen können. Mit dem Seepferdchen alleine ist es längst nicht getan. Da wird nur der Grundstein gelegt.

Wg. der Nachhilfe könntest Du Dich ja vielleicht mal bei der Verbraucherzentrale beraten lassen. Oder frage doch einfach mal bei den Lehrern in der Schule nach, ob sie Dir da weiterhelfen könnten (Adressen und worauf man achten muß).

Liebe Grüße,


von Rosenfan - am 16.06.2009 18:33

Re: Es hat doch so gut angefangen... - ziemlich lang

Hallo Fleissiges Bienchen :),

die Frage die sich mir da stellt ist die Frage nach der Ursache für den Leistungsabfall.

1. Ist er einfach nur wirklich total faul und ihm ist das Thema Schule egal?

2. Oder hatte er trotz Lernen zu viele Mißerfolge, dass er meint, es ist sowieso kein Erfolg in Sicht.

3. Ist er überfordert?

4. Passiert irgendwas in seinem Umfeld, dass er derart beschäftigt ist, dass nichts anderes mehr geht. z.B. Mobbing, Enttäuschung durch einen Freund ...

5. Schlägt vielleicht die (Vor-)Pubertät zu?

Wenn unser Junior so daneben hin, gab es eigentlich immer einen Grund dafür. Manchmal war der offensichtlich, manchmal musste man um mehrere Ecken denken. War das Problem dann erstmal ausgesprochen und konnte nach einer Lösung gesucht werden, so hat sich das andere oft auch erledigt.

Ich würde an Deiner Stelle versuchen rauszufinden, woran es liegt. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, aber irgendeinen Grund muss es ja geben.

Zu 1 und 5: Pubertät ist eine blöde Sache, weil man da als Eltern wenig Einfluß drauf nehmen kann. Da müssen die Kinder und auch die Eltern durch und man kann nur versuchen, den Draht zu seinen Kids nicht ganz zu verlieren. Am besten man konzentriert sich auf die allerwichtigsten Punkte und lässt die anderen "laufen" - Hat zumindest bei unserem funktioniert, muss aber nicht für jeden die richtige Lösung sein. Reine Faulheit würde ich auch immer mit der Pubertät in Verbindung bringen, denn eigentlich wollen unsere Kids ja auch Erfolge haben. Bloß anstrengen dafür ..... muss ja nicht wirklich sein. *ächz*

Zu 2: hier könnte man versuchen die Lernmethode zu ändern, damit sich Sachen mehr einprägen. Unser Sohn hat zum Beispiel lieber durch Vorlesen als durch selber lesen gelernt. Vielleicht einfach nur, weil ich bestimmte wichtige Passagen stärker betont habe ??? Ich weiß es nicht. Er lernt auch sehr gut durch Fernsehen. Eine Zeitlang hat er Wissenschaftssendungen nur so in sich aufgesaugt.

Zu 3: Ist er generell überfordert? War der Schulwechsel erst dieses Schuljahr? Gerade im Gym wird ja ein ganz anderes Lernverhalten von den Kids verlangt als z.B. auf der Hauptschule. Da wird Eigeninitiative beim Lernen groß geschrieben, während man auf der Hauptschule doch mehr geführt wird. Vielleicht muss er erst noch das Lernen Lernen. Evtl. wäre da dann eine pensionierte Lehrkraft besser als "Nachhilfe" als ein für jedes Fach geeigneter Nachhilfelehrer.

zu 4: Probleme die die Kinder mit herumschleppen können auch das ganze Lernverhalten beeinflussen. Sie haben dann einfach nicht den Kopf frei um sich auf Schulstoff einzulassen. Und sie können das aber auch nicht beiseite schieben, dafür ist es einfach zu wichtig, zu bedrückend oder zu aufregend. Vielleicht ja auch eine "erste Liebe". Es müssen ja nicht immer Probleme wie Mobbing sein.


Für mich gibt es deshalb verschiedene Lösungsansätze:

- erstmal in Ruhe überlegen, was die Ursache sein könnte.
Überforderung, Mobbing, Probleme, Pubertät ...
- mit den Lehrkräften sprechen, wie sie das sehen und ob sie einen
Lösungsvorschlag hätten. Evtl. ein Jahr wiederholen, damit das
Grundwissen gefestigt wird und lernen auch wieder mit besseren Noten
belohnt wird. (Ich habe selber von der 7.bis zur 9. Klasse immer nur
knapp bestanden, in der 9. dann wiederholt und ab da ging es bergauf.)
- mit Deinem Kind überlegen, was anders werden müsste, damit es besser
laufen kann. Wie er sich die weitere Schullaufbahn vorstellt und was er
erreichen will. Das aber in einer wirklich ruhigen Minute und evtl. auch erst,
nachdem Du für Dich die beiden anderen Punkte geklärt hast. Und bitte
auch zuhören und nicht beeinflussen. Kann ja auch sein, dass er gar nicht
auf diese Schule will, sondern sich etwas anderes vorstellt.


So, wenn Du es bis hierher geschafft hast, warst Du wirklich ausdauernd :)

Bitte habe nicht das Gefühl, dass ich Dir irgendwas vorschreiben will oder so. Das sind einfach nur die Gedanken die mir zu Deiner Frage eingefallen sind. Manches hat sich bei unserem Sohn bewährt und hilft Euch vielleicht.

Ich drücke Euch auf jeden Fall ganz ganz fest die Daumen.

Liebe Grüße

Moni

von Monkele - am 16.06.2009 22:05

Re: Es hat doch so gut angefangen... - ziemlich lang

Hallo Moni,

dir auch vielen Dank - ui, danke, da hast du mir ja viele Gedankenanregungen mitgebracht! *freu*

Junior ist 11 - und an pubertäre Phasen habe ich tatsächlich noch überhaupt nicht gedacht, allerdings könnte da tatsächlich was passen, da muss ich mich jedoch erst mal belesen.

Ich werde vorab erstmal deine Anregungen "abarbeiten" und dann sehe ich mal weiter, jetzt kurz vor den Schulferien (hier in NRW) muss ich ja nun auch nichts mehr übers Knie brechen.

Ich melde mich dann wieder, wenn ich "des Pudels Kern" gefunden habe. ;-)


@Rosenfan: Tasächlich, Nachhilfestunden sind ja megateuer *staun* Ich glaube ich schule auch um, damit wird man ja reich.. ;-)

Vielen vielen Dank - Rosenfan & Monkele

LG :-)



von FleissigeBiene - am 19.06.2009 19:25
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