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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
silkesluka, Smilie-2, Rosenfan, Monkele, Nadra

Alles getan -Warum trotzdem ein schlechtes Gefühl??

Startbeitrag von silkesluka am 21.06.2009 08:28

Hallo an alle,

Ich war am Donnerstag bei unserem Kipsy um ihm unsere Probleme zu schildern.

Wie ja schon berichtet haben wir nach der Videoauswertung und dem anschließenden Gespräch mit der VT kaum noch eine andere Wahl, als uns an unseren Kipsy zu wenden um zu fragen, ob wir nicht schon vor Schuleintritt mit Medis anfangen sollten.

Nachdem ich ihm alles berichtet hatte, war er der gleichen Meinung.

Also, ab zum Bluttest und EKG und dann fangen wir vermutlich Mitte Juli an.

Jetzt mein Problem:
ICH weiß, das wir alles mögliche gemacht haben.
Er war bei der Logopädin, bei 2 Ergotherapeuten, Krankengymnastin, Verhaltenstrainerin und ist seit 2 Jahren in Psychologischer Behandlung.

Seit der Testung (mit 5 Jahren) hat sich Nichts verändert.

In sofern ist die Entscheidung mit den Medis die Einzige die noch übrig ist.

WARUM HABE ICH TROTZDEM DAS GEFÜHL IRGENDETWAS NICHT RICHTIG GEMACHT ZU HABEN ?
ODER
IRGENDWANN ETWAS VERPASST ZU HABEN; WAS ICH MIT IHM NOCH HÄTTE TUN SOLLEN???

Könnt Ihr mir das sagen?

Silke

Antworten:

Hallo!

Spätestens wenn man den Beipackzettel des eingesetzten Medikamentes liest, bekommt wohl jede Mutter Muffensausen. Wenn man Medikamente einsetzt, bekommt die Besonderheit unserer Kinder scheinbar einen echten Krankheitswert. Wenn unsere Kinder auch oft unerträglich anstrengend sind, so haben sie durch ADHS doch andererseits ganz besondere positive Eigenschaften, die ihnen aber in den Strukturen dieser Gesellschaft häufig wenig nutzen.
Einerseits habe ich nach der ersten Gabe von Equasim bei unserem Sohn eine sofortige Entspannung der familiären Situation erlebt, was bitter nötig war, andererseits sagen z.B. Freunde, er sei viel stiller geworden, früher war er immer so lebendig (= nervig?).
Vielleicht wird man in einiger Zeit viel mehr über ADHS wissen, und die Medikamente erscheinen in einem ungünstigeren Licht!? Vielleicht braucht unsere Gesellschaft die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit ADHS, aber lässt sie nicht zu?
Ich glaube, es gehört dazu, dass wir den Krankheitswert von ADHS in Frage stellen. Auch wenn wir scheinbar keine andere Wahl als Medikamente haben, um unseren Kindern ihren Weg zu erleichtern.

Gruß Nadra

von Nadra - am 21.06.2009 16:07
Liebe Silke,

ich glaube, dass dieses "Problem" wahrscheinlich fast jeder hier hatte. Vor allem, weil es ja immer die Besserwisser gibt, die wirklich alles über Kinder und Kindererziehung wisse, und natürlich total gegen die Medis sind, weil die Eltern es sich ja damit viiiel zu leicht machen.

Komisch, dass wir, wenn auch nicht bewusst, trotzdem immer wieder darauf "anspringen".

Auch ich kam mir anfangs wie ein Verbrecher vor, weil ich meinem Sohn diese Medis gegeben habe. Andererseits war ich heilfroh, dass seine Schwierigkeiten endlich einen Namen hatten und es nicht alles an meiner/unserer Erziehung oder sonstwas lag. Hin und Hergerissen also.

Aber es wurde besser. Er hatte nicht mehr so viele Schwierigkeiten in der Schule und mit Freunden. Tja und dann fängt man wieder das Grübeln an und sagt sich, so schlimm ist es ja gar nicht. Wenn man dann noch einen Vortrag besucht in dem einem sugeriert wird, dass man das ja auch alles ganz anders behandeln kann, dass es auch ohne Ritalin geht und dass man ja wieder alles falsch macht, fängt man wieder das Zweifeln an. Wir haben dann dummerweise eine Medipause gemacht. Autsch. Wieder Probleme in der Schule und haufenweise Misserfolge für das arme Kind.

Danach haben wir wieder mit den Medis angefangen und sind auch dabei geblieben, haben uns nicht mehr verunsichern lassen. Ich habe auch nur wenige Personen eingeweiht, damit ich mir die Endlosdiskussionen erspare. Wirklich nachvollziehen kann das sowieso nur jemand, der selber in der Situation ist. Und der wird einen nicht "verurteilen".

Heute ist unser Sohn 18, nimmt seit etlicher Zeit keine Medis mehr, weil er sie nicht mehr so gut vertragen hat und er auch ohne momentan gut zurecht kommt. Er macht gerade seine Abschlußprüfung zum Kfm. f. Bürokommunikation.

Du siehst, die Entscheidung für Medis heißt ja auch nicht, dass man diese immer geben muss. So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Aber ganz ehrlich, wenn ich vor der Einschulung unseres Sohnes gewusst hätte, dass es ADS gibt und dass man das behandeln kann, so hätte ich zumindest mit meinem Wissen von heute, nicht gezögert ihm Medis zu geben und zu versuchen, dass er einen besseren Start in die Schule hat.

Ich wünsche Euch alles Gute.

Liebe Grüße

Moni


von Monkele - am 22.06.2009 15:44
Danke an Euch,

also bin ich nun wirklich nicht allein mit diesem Problem.

Mein Mann hat diese Bedenken nämlich überhaupt nicht!

Mittlerweile komme ich damit schon besser zurecht, aber in der letzten Woche war es bei mir auch wieder schlimmer mit meinem kratzen (aber ich hab es geschafft nicht so lange zu kratzen bis ich blute!!)
und ich hab den Mund kaum noch aufbekommen, so verkrampft waren meine Kiefer (Da half mir nicht mal mehr mein Steßbewältigungsprogramm!!)
Ich hab jetzt noch Zahnschmerzen!!

Aber man macht ja weiter, habe schon die Kämpfe mit dem Kinderarzt ausgefochten, weil der die Blutuntersuchung nicht machen wollte, ohne eine Erklärung seitens der KJP!

Mein Mann hat dann einfach unseren Hausarzt angerufen und der macht das (nach kurzer Erklärung unsererseits) am Mittwoch!

Am 13. Juli geht´s dann (hoffentlich mit den Laborergebnissen) zur KJP und da bekommen wir (wenn die Werte OK sind) unser 1.Rezept für Medikinet und den Termin für die 2. Blutuntersuchung in einem 1/2 Jahr - das beruhigt mich ein bisschen.

Dann müssen wir nur unserem Großen die Notwendigkeit klar machen!
Der wird nämlich völlig hysterisch wenn er Blut sieht.
Der Kipsy meint, das könnte mit seinem verminderten Schmerzempfinden zusammenhängen, weil er "weiß" Blut=Verletzung= Schmerz.
(Ich merke auch oft nicht wenn ich mich bis auf´s Blut kratze.)

Drückt uns die Daumen, das alles gut wird.

Silke

Danach melde ich mich bestimmt wieder!

von silkesluka - am 23.06.2009 09:31
Liebe Silke,

nein, Du hast dieses schlechte Gefühl wirklich nicht alleine.
Was glaubst Du, wie lange wir gezögert haben.

Eben auch, weil wir leider damals den Fehler machten, mit zu vielen Leuten zu reden - weil wir "neutrale" Meinungen hören wollten. Und jeder - wirklich jeder - wollte uns überzeugen, die Medis nicht zu geben.

Heute bereue ich jedoch jeden einzelnen Tag, den wir zu lange gewartet haben - bzw., wo die Ärzte auch nicht sagen konnten, was mit ihm los ist.

Habe wirklich auch vorher alles mögliche andere ausgeschöpft -bis hin zu Homöopathie (die ich in anderen Dingen immer noch gut finde - nur hier brachte es halt nichts) - zig versch. Therapien - auch alle mit wenig Erfolg ohne Medis.

Seit er aber nun Medis bekommt, dazu hat er dann lange eine VT gemacht - ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr er sich gewandelt hat. Er ist zwar so noch das selbe Kind - Wesen alles gleich - nur - es geht ihm gut - er ist nicht mehr depressiv - er kann sich besser konzentrieren - quirlig ist er trotzdem noch - zum Glück - denn er ist auch dadurch sehr kreativ und wir lieben auch irgendwie genau diese Art an ihm.

Es werden eigentlich nur seine positiven Seiten - die er ja vorher schon hatte - nur verstärkt - da er lernt, mit den negativen Dingen besser umzugehen - er ist dank der Medis erst dazu in der Lage diese Dinge wahr zu nehmen und was zu ändern.

Und die Schule ist hart. Hätte unserer vorher schon Medis bekommen - er hätte nicht solche Schwierigkeiten gehabt - er hätte wohl die 2. Kl. nicht wiederholen müssen - und er wäre so nun auch auf einer höheren Schule, aber da er dann erst Zeit brauchte um aufzuholen - und eigentlich heuer so richtig der Knoten geplatzt ist - letztes Jahr eigentlich auch schon - aber da war es noch nicht stabil genug. Heuer war er dann zu alt - die Lehrerin hätte ihn zwar mit Sicherheit doch nach Überprüfung der Sachlage auf die RS gebracht - aber wir haben uns dann dagegen entschieden, weil er sich jetzt in dieser Klasse recht wohl fühlt und wir nicht schon wieder einen Wechsel wollten. Er hat jetzt stabil sehr gute Noten - und lieber dann so mit diesen Erfolgserlebnissen und einem guten HS-Abschluss. Man kann ja alles noch später nachmachen.

Ich denke oft daran - was wäre unserem Kind alles an negativen Erlebnissen erspart geblieben, hätten wir gleich die richtigen Fachleute an unserer Hand gehabt - hätte er gleich die richtige Behandlung bekommen. Da hatte ich lange ein schlechtes Gewissen, nicht gleich den richtigen Weg gefunden zu haben. Heute habe ich gelernt nur noch für den Augenblick zu leben - und nur noch nach vorne zu schauen.

Sehe es als Chance an für Dein Kind, dass er die Chance erhält, dass ihr noch vor der Schule Zeit habt die richtige Dosierung etc. zu finden - und er so wahrscheinlich einen viel besseren Start hinlegen kann.

Bei uns stand dann leider so viel in der Klassenakte, dass er dann seinen Stempel schon aufgedrückt bekam - und der geht leider irgendwie so schnell nicht mehr runter.

Die jetzige Lehrerin weiß nichts vom ADS und würde wohl auch nie auf die Idee kommen - sie behandelt ihn ganz normal - und er ist nun mit noch einem anderen zusammen ziemlich auf gleicher Höhe Klassenbester. Und er bekommt nun immer die schwierigen Fälle neben sich gesetzt, weil er wohl der einzigste ist, der sich dadurch nicht so ablenken lässt - und der trotzdem immer weiß, wo sie gerade sind - die anderen würden das nicht schaffen.

Als die Lehrerin mit mir darüber sprach, dachte ich, die kennt mich doch - die weiß doch, wer mein Kind ist - die kann sich doch jetzt nicht so vertun ;-) hat die uns verwechselt? Die redet doch nicht grade über mein Kind.

Früher konnte man ihn alleine wo hinsetzen - er sah aus dem Fenster - spielte mit anderen Sachen - wenn man ihn was fragte "hä - wo - wie - was jetzt - keine Ahnung".

Er wollte immer eine Sportart machen - blieb nie lange in einem Verein - hielt das alles irgendwie nicht aus - war immer Einzelgänger.

Heute ist er mit Eifer in einem Verein und hat dort seinen Platz gefunden - ist dort auch kein Einzelgänger - sondern mitten drin.
Am WE war dort eine Party - früher wäre er nie ohne uns dort hin - oder er wäre nach spätestens 30 Min. wieder vor der Tür gestanden, weil es ihm langweilig gewesen wäre, weil er mal wieder alleine wo im Eck gesessen hätte.
Am Samstag wollte er überhaupt nicht mehr heim - mein Mann hatte am Abend seine liebe Mühe ihn zu überzeugen, dass die anderen eben älter sind und daher länger bleiben dürfen - es für ihn jetzt aber reicht.
Da war er von vormittags ab dort. Er hat mit beim Aufbau geholfen und sie bekamen dort gemeinsam alle was zum Essen. Auch so was - hätte er früher nicht gewollt. Da wäre er zum Essen heim und lieber noch mal hin.

Ich könnte noch so viel aufzählen, was sich so alles bei uns positiv verändert hat seit er Medis und die VT bekommt.
Erst durch die Medis hat auch die VT angefangen zu wirken - und hat er da auch was angenommen und dran gearbeitet es umzusetzen.

War jetzt lange - aber wenn ich da mal anfange ;-)
Weil ich einfach wirklich auch viel Angst hatte - und auch heute - immer mal wieder denke - hoffentlich bereuen wir es später mal nicht - hoffentlich bekommt er nicht mal mit Spätfolgen zu kämpfen.
Aber ich musste an den Augenblick denken - wie es ihm "jetzt" geht. Es ging ihm vor den Medis wahrlich besch...... er dachte oft an Selbstmord - mit grade mal 5/6 Jahren. Und da mussten wir handeln.
Er wäre immer mehr in Depressionen verfallen.
Und in der Schule mit den ganzen Anforderungen - mit den Ausgrenzungen und dem Mobbing von Schülern/Eltern/Lehrern - es wurde wirklich zur absoluten Belastungsgrenze - wo er auch eine ganze Weile nicht beschulbar war - er krankgeschrieben zu Hause war. Dadurch eben auch die Wiederholung der 2. Klasse.

Du hast es jetzt in der Hand - das Deinem Kind dies evtl. alles erspart bleibt.

Wünsche Euch alles Gute.

GLG Smilie

von Smilie-2 - am 24.06.2009 06:33
Liebes Smilie,

Ich könnte Dir um den Hals fallen (*fühl Dich zerdrückt*)!

Alles das, was Du geschrieben hast, trifft auf unseren Großen auch zu.
Er hat auch "depressive Verstimmungen" seit er 5 ist, ich habe ihn dann mit etwas über 5 jahren vom Fensterbrett geholt.

Er fängt so vieles mit Begeisterung an und hält kaum etwas durch.
Zum Beispiel MUß er im Judoverein bleiben (hab ich ihm gesagt, der Beitrag ist bezahlt) und nach einigem Toben fügte er sich darein und dann macht es ihm auch Spaß .
Er ist für seine Verhältnisse richtig gut, aber wenn er "dabei" bliebe, könnte er noch besser sein. (sagt sein Trainer) = "Ich kann das nicht, alle Anderen sind besser als ich, ich geh da nicht mehr hin."

Er hat Freunde, die ihn gern besuchen, aber auch da hält er nicht lange durch und die Wenigsten können mit seinen abrupten Wechseln mithalten.

Seine Ergotherapeutin, die auch das V-Training mit ihm macht, sagt ja auch, das sie nicht weiterkommt.

Ich hoffe wirklich, das es mit den Medis auch für ihn besser wird, denn irgendwie bleiben die negativen Erlbenisse immer lange im Gehirn und die positiven vergißt man so schnell .
Das läßt ihn ja jetzt schon manchmal verzweifeln und es tut mir immer weh, wenn er von sich selbst behauptet er wäre zu doof für irgendetwas.

Insofern:
Nochmals DANKE!!

Liebe Grüße
Silke

von silkesluka - am 24.06.2009 11:24
Liebe Silke,

Hilfe, bitte nicht "zerdrücken" ;-)

Ja, das war bei unserem das Problem. Als er so ein richtiges Kleinkind war - so was von fröhlich und süß. Schwierig und anstrengend - ja - ständig ist was passiert, wenn man ihn nur 1 Sec. aus dem Auge ließ. Da hörten wir halt immer - ja, der ist halt einfach lebhaft - das wird, wenn er erst mal in der Schule ist - da "muss" er ja sitzen. Das er es definitiv einfach nicht konnte - weil die Wespen in seinem Hintern einfach zu aktiv waren - und nicht weg gingen .....

Irgendwann hat er ja gespürt, wie die Umwelt mit ihm umgeht, was sie von ihm hält - selbst Erwachsene haben ihm gegenüber nicht halt gemacht und ihm ins Gesicht gesagt, wie "gestört" er doch ist.

Wie oft haben wir gehört von ihm "ich bin halt blöd". Er hat sich auch irgendwann selbst zurückgezogen - hielt nichts durch, wenn ein anderer mal wieder besser war. Klar taten sich die anderen viel leichter - er musste immer schon mehr trainieren - mehr lernen und üben. Den anderen ist es oft einfach so zugefallen - in seiner Wahrnehmung. Das kein Meister einfach so vom Himmel fällt - hat er irgendwann nicht mehr verstanden. Für ihn waren alle anderen gescheit und gut in allem - er der einzigst doofe auf der ganzen Welt. Das einen das irgendwann so fertig macht - kann man ja nachvollziehen.

Wenn heute mal jemand auch nur spaßhaft zu ihm sagt, er wäre ja dumm - dann wehrt er sich. Selbstbewusst kommt ein "ich bin nicht blöd" - er hat auch gelernt mehr verbal auszuteilen - bzw. sich zu verteidigen. Nicht mehr so aggressiv. Seine Lehrerin meinte nur, seine "Diskussionen" müssten halt irgendwann mal noch etwas leiser werden - aber sie schmunzelte nur dabei - anscheinend lernt er es schon etwas und es wird besser.
Sie meinte, lieber aber mal etwas lauter werden - aber er wird nicht handgreiflich oder richtig aggressiv. Die Phase hatten wir nämlich auch vor den Medis - wenn es ihm gereicht hat. Und die anderen Kids finden sehr schnell heraus, wo der Schalter ist - wo man ihn nur wenig provozieren muss - und er flippt aus und kriegt Ärger - die Schadenfreude ist halt für einige Kids doch die schönste.

Erspar Deinem Sohn das - ich kann Dir nur sagen, ich hab sooooo mitgelitten, wenn es meinem Sohn so schlecht ging.

Wir mussten unserem mal die Plastiktüte vom Kopf ziehen und ein anderes Mal zog er mit dem Schal zu - wollte sich erwürgen. Ich kenne das. Aber wir haben das zum Glück alles hinter uns gelassen - ich bin so dankbar, dass es diese Behandlungsform gibt. Allerdings würde ich es immer wieder in Verbindung mit einer guten auf ADS abgestimmten Verhaltenstherapie machen. Davon halte ich - aus guter Erfahrung - am aller meisten.

Heute weiß ich, die Logopädie - Ergo etc. - alles hätten wir uns damals ohne Medis sparen können - da blieb nichts hängen - erst in Verbindung mit den Medis.

Zweifel - die kommen immer mal wieder - aber auch das ist normal. Aber heute ist es halt immer mal wieder kurz die Angst, wenn man was "hört" - aber heute weiß ich auch, vieles wird hochgepuscht von Organisationen - die grundsätzlich gegen die Medi-Gabe sind. Man kann von jedem Medikament Nebenwirkungen bekommen.
Ich bekam plötzlich auf ein Antibiotika eine schwere allerg. Reaktion - war echt heftig - Doc meinte, ich hätte daran sterben können. Aber als ich kürzlich eine Entzündung im Fuß hatte - und ich nur die Entscheidung hatte - entweder hilft das Antibiotika - oder KH - evtl. dann OP - hab ich zitternd das Antibiotika genommen - obwohl ich wusste, der Doc hat extra einen anderen Wirkstoff gewählt.
Ich wusste aber - ich muss es nehmen - ich brauche es.

Und so sehe ich es immer wieder bei meinem Sohn.

Zwischenzeitlich nimmt auch mein Mann Strattera. Hat aber grade erst angefangen damit. Macht nebenher jetzt auch eine VT.

Du wirst sehen - sobald das richtige Medikament gefunden wurde - kann passieren, dass nicht gleich das 1. verordnete das richtige ist - und auch die richtige Dosierung muss gefunden werden - aber das weißt Du ja alles - liest ja denke ich doch schon eine Weile mit.
Aber wenn dann die 1. Erfolgserlebnisse da sind - Du wirst die Angst irgendwann vergessen - dann freust Du Dich nur noch mit Deinem Kind über die Erfolge. Und vor allem freut es einen, wenn es dem Kind psychisch wieder besser geht.

GLG Smilie

von Smilie-2 - am 24.06.2009 12:02
Guten morgen!

Na dann bleibt jetzt ja erst einmal nur noch die Hoffnung. :0)

Gestern bei der Blutuntersuchung ist er völlig hysterisch geworden, so schlimm, das absolut KEIN BLUT kam!
Jetzt müssen wir das Ganze NOCh einmal wiederholen.
Ich hoffe, dann klappt es besser.
Ich habe 1 Stunde gebraucht um ihn so weit zu bekommen und dann das :0((

Das EKG war absolut katastrophal, weil er so rumgezappelt hatte, das das Ding "Grenzwertige Auswertung" anzeigte, aber unsere Ärztin meinte, das wesentliche (also normale Herztöne usw., sind erkennbar.
Blutdruck und Größe/Gewicht auch alles OK. (Der ist schon wieder gewachsen - ist jetzt 1,20, aber abgenommen hat er - klar - wiegt jetzt nur noch 24 kg)

Jetzt fehlt nur noch das verflixte Blut.
Hat jemand eine Idee, wie ich ihn noch ablenken könnte?
Ich hab ihn, in Ermangelung von was anderem, die Tafel für den Sehtest vorlesen lassen! (Übrigens hat er das super gemacht, obwohl er total panisch war!)

Liebe Grüße
Silke

von silkesluka - am 25.06.2009 06:05

Re: kleiner Rat

Hallo Silke,

das Problem mit dem Blutabnehmen haben sehr viele Kinder, nicht nur ADSler.

Als mein Großer im Alter von 1 1/4 Jahren in Vollnarkose operiert werden mußte, wurde ihm vorher in die Ellenbeuge eine Betäubungssalbe geschmiert. Erst danach wurde der Zugang gelegt.

Ich selber habe das auch mal vor einer OP bekommen, obwohl ich so was gar nicht brauche. Aber die Ärztin bestand darauf. Mittlerweile spüre ich an der Stelle gar nichts mehr, weil ich fast jede Woche zum Plasmaspenden gehe.

Vielleicht kannst Du ja mal in der Praxis nachfragen, ob die so eine Betäubungssalbe besorgen könnten. Damit wäre es für viele Kinder erträglicher.

Uns steht das demnächst auch wieder bevor, weil meiner nach den Ferien ein ganz anderes Medikament kriegen soll. Da müssen vorher unbedingt die Blutwerte kontrolliert werden. Ich werde ihm dann Händchen halten und etwas ablenken. Dann klappt das eigentlich ganz gut. Bin da aber auch knallhart. Rückzieher gibt es da bei mir nicht. Liegt vielleicht auch an meinem Beruf. ;-)

Ich drücke Dir die Daumen, daß es klappt.

Liebe Grüße,


von Rosenfan - am 28.06.2009 13:00

Re: kleiner Rat

Hallo Rosenfan,

tja, das mit dem "Kneifen ist nicht", gilt bei mir auch.
Aber er wollte ja, wirklich!
Nur sobald er dann den Arm abgebunden bekommen hat, wußte er ja, was passiert und bekam die totale Panik.

Am nächsten Montag haben wir wieder einen Termin und ich habe schon gesagt, sie möchten doch bitte ein Betäubungspflaster oä dahaben, sonst könnte ich das auch selbst besorgen.

Ich hab ihm schon gesagt, das er den PDA mitnehmen kann um einen Film gucken.
Ich hoffe wirklich, das das etwas bringt!


PS: Der Kipsy unseres Großen rief noch bei uns an, weil ich an dem Donnerstag so einen "unruhigen Eindruck" gemacht habe.
(Wahrscheinlich habe ich doch mehr gekratzt als ich dachte)
Nun ja, das ich nicht ganz glücklich mit meiner Entscheidung bin, hab ich vorangehend ja schon geschrieben, aber mittlerweile steh ich nicht nur "weil ich weiß, das es nicht anders geht" hinter unserer Entscheidung!

Liebe Grüße,

Silke



von silkesluka - am 29.06.2009 06:13
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