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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
silkesluka, Dagmar D., Rosenfan, Monkele, HanneM

Wie habt Ihr Euren Kindern die Medis erklärt?

Startbeitrag von silkesluka am 07.07.2009 09:46

Hallo an alle,

nachdem wir nun (endlich!) die Untersuchungen hinter uns gebracht haben, bekommt er ab nächster Woche nun Medikinet. (Mehr wieß ich auch noch nicht - kommt am Montag)

Jetzt will unser Großer aber erst mal eine genaue Erklärung WARUM er die Tabletten nehmen soll und denkt, wir mögen ihn nicht so, wie er ist.
Das das nicht stimmt, weiß er aber irgendwo selbst.

Ich hab ihm versucht zu erklären das die Tabletten IHM helfen sollen, nicht uns!
Die Wirkung habe ich ungefähr so beschrieben:

Stell Dir vor, dass alles was über Deine Augen und Deine Ohren in Deinen Kopf kommt, muß "abtransportiert" und "verteilt" werden.
Dazu stell Dir vor, das lauter kleine Güterwaggons dastehen, die das machen sollen.
Nun reichen Deine Waggons nicht aus und es kommt zum Stau, weil immer mehr neue Sachen in Deinem Kopf ankommen.
Durch die Tabletten kommen jetzt mehrere neue Waggons dazu, sodaß es nicht zum Stau kommt.

Meint ihr, das reicht, oder soll ich spezieller werden??
Oder vielleicht den Arzt erklären lassen?

Viele Grüße
Silke

Antworten:

Hallo Silke,

ich kann dir da nur unter Buchtipp in der obrigen Leiste,, Wenn ich doch nur aufmerksam sein könnte,, empfehlen.

Dies ist eins der wenigen Bücher, die unser Sohn gelesen hat und welches auch für uninformierte z.B. Großeltern, Tanten, Lehrer etc. sehr informativ ist.

Ich habe es in unserer Familie verteilt und auch den Lehrern in der Schule gegeben.

LG

Hannelore

von HanneM - am 07.07.2009 11:48
Hallo Silke,

ich finde, dass Du das sehr gut so erklärt hast. Richtig kindgerecht. Ich wäre froh gewesen, wenn ich unserem das so gut hätte erklären können.

Und wenn er noch weitere Fragen hat, dann kann man ja noch mehr darüber erzählen. Aber Dein Sohn ist ja auch noch recht jung, da werden ausführlichere Erklärungen vermutlich zu unverständlich sein.

Also von mir ein dickes "gut gemacht".

Liebe Grüße

Moni



von Monkele - am 07.07.2009 14:35
Hallo Silke,

wie ich das meinem nun erklärt habe, weiß ich nicht mehr ganz genau.

Ich habe ihm das in etwa so erklärt, daß die Medis ihn unterstützen sollen, daß er sich besser konzentrieren kann und besser durchhält. Einfach, daß ihm vieles damit leichter fällt.

Man könnte auch sagen, daß ist wie ein Schlüssel, der einem bislang verborgene Türen öffnet.

Zuviel würde ich da in dem Alter auch nicht erklären. Vor allem würde ich nicht so viel zu den Nebenwirkungen sagen. Wichtig ist, daß ihr wißt, welche es gibt und ggf. darauf reagieren könnt.

Bei Frederick war es anfangs so, daß er, als er mit 5 mg Medikinet noch nichts gemerkt hatte. Aber als wir dann auf 7,5 mg erhöhen sollten, bekam er heftige Bauch- und Kopfschmerzen. Wir wußten allerdings nicht sicher, sind das nun Nebenwirkungen oder psychosomatisch, weil wir ihm ein paar der Nebenwirkungen geschildert hatten.

Die Kipsy wollte eigentlich noch auf 10 mg erhöhen, ließ es aber dann auf Grund der Nebenwirkungen sein und ging stattdessen gleich zum Retard über. Da gab es keine Kopf- und Bauchschmerzen mehr.

Ich will damit sagen, man muß aufpassen, daß der Schuß dann bei den Kindern nicht nach hinten losgeht. Sie durchschauen ja vieles sehr schnell, schneller als die anderen Kinder.

Liebe Grüße,


von Rosenfan - am 07.07.2009 16:49
Hallo Ihr Lieben,

wenn ich meinem Hypochonder irgend etwas von Nebenwirkungen erzählen würde, hätten wir keine Chance die Dinger in ihn "reinzubekommen"!
Insofern, lassen wir das lieber.

Das Problem ist, das er jetzt seit einigen Tagen total am Rad dreht, weil er denkt, wir wollen ihn nicht mehr.
Der Eindruck verstärkt sich für ihn, weil wir ja nicht nachgeben, wenn er "durchknallt".
(Wir reagieren so wie immer - im Groben: Er will nicht, wir auch nicht.) Funktionierte immer, jetzt plötzlich nicht mehr.
Ich bin immer bereit ihm zu helfen wenn er Hilfe braucht, aber sobald man anfängt ihm zu helfen, setzt er sich hin und schaltet auf Durchzug oder er flippt aus

Mein Mann ist schon etwas "dünnhäutig" geworden durch die dauernden Reibereien.
Aber wir haben beschlossen, wir lassen ihn jetzt erst mal "laufen" und hoffen auf die nächste Woche.

Einen schönen Abend, SIlke




von silkesluka - am 07.07.2009 20:15
Hallo Silke,

während des Gesprächs/der Untersuchung bei der Ärztin musste unser Sohn ja auch von seinen Schwierigkeiten erzählen. Sehr deutlich wurde, dass er selbst darüber sehr unglüclich war und diese Schwierigkeiten nicht haben wollte, sie ihm aber gegen seinen Willen immer wieder passierten.

Das wurde dann auch in der Erklärung aufgenommen, mit der Aussage, das Medikament helfe ihm, seine Sachen so zu machen, wie er das möchte.

Das heißt, wenn er keine Schwierigkeiten haben möchte, dann hilft ihm das Medikament dies umzusetzen. Jedoch wenn er Blödsinn machen möchte, wird er auch dieses besser hinbekommen.

So hatte die Medikamentengabe nichts mit uns zu tun, es ging ausschließlich um ihn und sein seelisches Wohlbefinden.

Wie ist denn euer Untersuchungsgespräch verlaufen, musste dein Sohn auch erzählen?

von Dagmar D. - am 08.07.2009 04:16
Guten Morgen Dagmar,

Unser Gespräch - mit Sohn - ist erst am Montag.
Ich war im Vorfeld (vor 3 Wochen) erst einmal allein zum Gespräch, um mit seinem Kipsy zu sprechen, wie er die Situation einschätzt, ob wir eben doch schon vor Schulbeginn mit den Medis beginnen sollten.
ER und seine Kollegin wollten ja eigentlich schon früher anfangen, nur ich wollte den Schulbeginn abwarten. (Meinem Mann hab ich das gar nicht erzählt, der ist nämlich auch "uneingeschränkt" (nicht falsch verstehen!) für die Medis.)

Da sein Psychologe ihn ja schon seit der Diagnosestellung kennt und wir ja auch regelmäßig dort sind, wußte er ja auch, das wir kaum Fortschritte verzeichnen konnten (außer in der Motorik).

Daher hat er erst mal mich sondiert, was ich mir davon verspreche.

Leider spricht L. nicht mit ihm, was die Sache doch etwas schwierig gestaltet. Ich muß immer so eine Art "Sprachrohr" sein.
Seine alte Kipsy ist leider im Mutterschutz und mein Großer kann sich an Veränderungen immer sehr schwer gewöhnen und mit Männern hat er eh Probleme, keine Ahnung warum (Ich schrieb schon mal darüber), daher sind wir jetzt vorsichtig dabei, ihn an eine andere Kipsy zu gewöhnen, in der Hoffnung, das er mit der Frau besser arbeitet.

Ich hab L. schon gesagt, er soll, wenn meine Erklärung nicht reicht, seinen Arzt selbst fragen, was er wissen will.

Montag sind wir schlauer und dann werden wir sehen.

Einen schönen Tag,
Silke

von silkesluka - am 08.07.2009 06:16
Hallo Silke,

das ist eine besonders schwierige Situation. So bleibt alles an dir hängen.

Such doch mal eine ruhige Situation und frage ihn danach, was ihn in seiner jetzigen Situation stört. Dann soll er dir mal beschreiben, welche Situationen sich ändern sollen und wie er sich die Situationen idealerweise vorstellt. (Stell dir vor heute Nacht kommt ein Zauberer und der kann für dich drei Situationen so verändern, dass du glücklich bist...).

Dann seid ihr bei den Situationen, die deinem Sohn besonders unter den Nägeln brennen. Sicher sind solche dabei, die mangelnde Selbststeuerung deines Sohnes zhurückzuführen sind. Die kannst du aufgreifen und mit ihm besprechen, was er tun müsse, um diese Situationen zu verbessern.

Wenn ihr das herausgearbeitet habt, kannst du ihm erklären, dass das Medikament hilft, seine Wünsche umzusetzen, d.h. wenn er etwas tun oder unterlassen will, wird ihm das besser gelingen.

Grundvoraussetzung ist aber sein Wille, das Medikament wird nichts für ihn erledigen, das war mir ganz wichtig, dass meine Kids das wussten und auch, dass das Medikament keine Bravmach-Pille ist. Denn wenn sie nun einen Plan aushecken um jemanden zu ärgern, werden sie auch das umsetzen können, auch das habe ich ihnen deutlich gemacht.

Der Grund, warum das Medikament bei den meisten Kindern funktioniert ist ja, dass sie sich sich anders verhalten wollen, nur ihr ADS ihnen dazwischen funkt. Wenn die Kids bereits ausgegeben haben oder sie kein Interesse an Veränderungen in bestimmten Situationen haben, wird man auch keine Medikamentenwirkung erkennen.

Viel Erfolg :-)

von Dagmar D. - am 11.07.2009 12:45
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