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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
silkesluka, Smilie-2, Monkele, *Karamba*, Humburger

Kann es schon wirken???

Startbeitrag von silkesluka am 15.07.2009 08:03

Hallo ihr Lieben!

Gestern hat unser Großer das 1. Mal seine Tablette bekommen (5 mg Medikinet).

Als ich ihn am Nachmittag abgeholt hatte, sprudelte mein Kind praktisch über vor lauter Neuigkeiten:
- Keiner hat mit ihm geschimpft,
- wurde sogar gelobt,
- Er hat niemanden verprügelt (OK, das kann auch Tagesform sein)
- Er hat bei den Aufgaben alles richtig gemacht und alles verstanden (Vorschul-Übungen),
- Beim Keramikkurs hat er sein Eichhörnchen wie alle anderen geschafft (letzte Woche ging das voll in die Hose, weil er nicht aufgepasst hatte und er völlig frustriert war, weil es nicht "so schön" wie die anderen war)

Kann es wirklich sein, das diese geringe Menge schon eine Wirkung bei ihm zeigt?

Liebe Grüße,
SIlke

Antworten:

Ja, MPH wirkt oft von der ersten Tablette an, wenn die Dosis stimmt. Glück gehabt. Andere verbringen Monate mit dem Finden der richtigen Dosis des richtigen Präparates.

Vorsichtshalber muss man aber dazu sagen, dass die Anfangserfolge nicht immer stabil bleiben.

von Humburger - am 15.07.2009 08:19
Hi,

bei uns merkte man es auch vom 1. Tag an. Wir hatten so gut wie überhaupt keine Probleme mehr - oder wir sahen da einfach nur noch das, was gut lief, weil wir es ja so nie kannten.

Wir hatten auch Glück, dass wir recht schnell das richtige Medi und die richtige Dosierung gefunden haben.

Zwischenzeitl. lief es aber auch mal immer wieder schlechter und wir dachten, die Dosierung stimmt nicht mehr. Allerd. hatte er dann immer irgend ein Problem in der Schule - nur, er erzählte es oft nicht - oder es war ihm selbst lange nicht klar, was ihn quält.

Wenn es heute mal schlecht läuft, dann zweifle ich nicht mehr daran, dass das Medi nicht mehr wirkt oder wir höher dosieren müssen - sondern dann spiele ich erst mal Detektiv und forsche, was ihn wohl quälen könnte. War erst kürzlich wieder, da kam er mit 2 Mitteilungen heim. Schuld war ehrlich gesagt auch etwas die Lehrerin, weil sie 4 schwierige Jungs an einen Tisch über Wochen sitzen hat lassen - meiner sollte Hilfslehrer spielen für einen, der ständig was vergisst. Super - ungefähr so, wenn ein Blinder einen anderen Blinden durch die Gegend führen soll .....
Kann ja nur schief gehen. Es ging dann irgendwann los immer lauter zu werden an dem Tisch ;-) Sie war allerdings der Meinung mit Strafen und mit Mitteilungen, sollte es doch gehen - die müssten das lernen. Ne ... in dem Alter nicht - nicht mal "Nicht-ADSler" lernen das auf Knopfdruck und auf Strafen schon gar nicht. Nicht bei 30x schreiben "ich darf nicht laut reden" ....

Meiner war so genervt - übertrug sich dann auch zuhause. War zeitweise zum an die Wand ..... (ne, hab`s natürlich nicht gemacht ;-))
Als ich dann die Lehrerin bat, die doch der Einfachkeitshalber auseinander zu setzen - siehe da ..... Problem gelöst. Na, da hätte die Lehrerin zwar selbst drauf kommen können - aber hin und wieder sind hilfreiche Tipps der Mütter gar nicht so verkehrt ;-)

Nun fühlt er sich wieder wohl und alles läuft wieder wie geschmiert.

Allerdings hat er so etwas auch erst mit den Medis und der Verhaltenstherapie gelernt überhaupt selbst wahr zu nehmen, was nicht läuft - wie er sich wehren kann und wie er mit den Lehrern besser reden kann.

Ich wünsche Euch, dass es weiter so gut läuft. Genieße mit Deinem Kind zusammen jedes Erfolgserlebnis - es tut einfach gut ;-) Auch diese Erfolgserlebnisse werden Deinem Kind helfen.

LG Smilie

von Smilie-2 - am 15.07.2009 15:40
Guten Morgen,

danke an Euch.

Heute kommt praktisch mal eine "Belastungsprobe".

Die Vorschüler machen heute ihre Kindergartenabschlußfahrt ins MitMach Museum - von 9 - 12 Uhr, also wenn die Wirkung eigentlich voll da wäre.
Heute Nachmittag ist dann Abschlußfeier, da krieg ich dann direkt die Rückmeldung wie es lief.

Aber es ist schon schön zu sehen, das er wirklich selbst merkt, das es anders ist als vorher - und das er es selbst gut findet!

Die Tabletteneinnahme ist kein Problem, er ist ja selbst schon hinterher, das er es nicht vergißt!

Liebe Grüße,
Silke


von silkesluka - am 16.07.2009 06:42
Hallo Silke,

das hört sich doch schön an - meiner merkte den Unterschied auch recht schnell selbst.

Heute merke ich, wenn wir es mal vergessen haben - dass er sich selbst immer mehr im Griff hat und sich über die Zeit retten kann. Er hat dank der Medis nun viel gelernt - dass es auch mal geht, sollte er sie vergessen haben.

Und da er sie hin und wieder in der Schule auch mal vergisst - ist dies aber auch eine Gewissheit, dass die Medis nicht abhängig machen - sonst würde er sie sicher nicht vergessen.

LG Smilie

von Smilie-2 - am 16.07.2009 09:59
Morgen!

Wir hatten gestern ja die Abschlußfahrt und die anschließende Feier.
Dort habe ich dann auch mit seiner Erzieherin gesprochen und die meinte, SIE merke noch nichts.
Sie sagte, gestern sei zwar ohnehin ein Ausnahmezustand gewesen, aber die letzten Tage waren "wie immer".

Komisch, oder?
ER merkt eine deutliche Verbesserung, aber seine UMWELT merkt gar nichts davon.

Sollten wir jetzt ab Montag (wie mit dem Arzt besprochen) die Dosis erhöhen??

Liebe Grüße,
Silke


von silkesluka - am 17.07.2009 06:17
Wir haben damals gar nichts erwähnt von einer Medikation und freuten uns nur über die positive Rückmeldung von den Pädagogen.

Ich würde auf alle Fälle ab Montag erhöhen und nichts erwähnen , sondern abwarten wie die Resonaz
wird.


Viel Erfolg
Karamba

von *Karamba* - am 17.07.2009 06:37
Hi,

ich würde es so machen, wie der Arzt es Euch rät.

Allerdings haben wir in der Schule auch erst nichts erwähnt. Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht - wo wir nichts gesagt haben, wurden wir automatisch gefragt "hey, was habt ihr mit dem Kind gemacht - der hat sich so positiv verändert" und wo wir es sagten "da merkt man ja gar nichts" - und da wiederum haben wir dann die Feststellung gemacht, meist waren dies Leute, die eh kritisch gegenüber den Medis eingestellt waren.

Wichtig ist, wie sich Dein Kind selbst fühlt - wenn es ihm besser geht damit - dann ist es gut.
Die Umwelt muss erst mal "überzeugt" werden. Geht manchmal wirklich besser, wenn man nichts sagt.

Man kann jetzt auch nicht gleich ein Wunder nach dem anderen von einem Tag auf den anderen erwarten.

Allerdings - vielleicht kann man das ein klein wenig damit verbinden - ich habe mal eine Diät gemacht - die Leute, die davon wussten meinten mir stets mitteilen zu müssen, dass man aber noch nicht viel sieht - ob ich denn schon wieder aufgehört hätte. Die, die nichts wussten kamen auf mich zu und fragten mich, ob ich abgenommen hätte.....

Ich würde mal selbst einen Plan erstellen - wir mussten das damals sogar.
Schreib einige Dinge auf, die vor den Medis so gar nicht klappten - was am störendsten war. Schreib von einer Skala von 1-10 auf - wie schlimm die einzelnen Punkte waren.
Und nun schreibst Du mal über mehrere Wochen Tag für Tag auf, wieviele Punkte auf der Skala Du jetzt für diese Punkte verteilst. So kannst Du selbst sehen, was evtl. nun besser funktioniert - was nicht.

Ich habe dies auch gleich in Verbindung mit dem Belohnerplan gemacht.

Ich konnte sehr deutlich sehen, dass sich ab da, wo wir die Medis gaben, sehr wohl was positiv verändert hat.

Rückschläge wird es immer wieder geben - auch negative Rückmeldungen aus der Umgebung - er wird kein vollkommen anderes Kind werden - dass muss man sich immer vor Augen halten - damit die Enttäuschungen nicht all zu groß sind. Es braucht Zeit - unserer bekommt sie nun ja schon eine ganze Weile - und er ist immer noch im Lernprozess - und es gibt immer mal wieder Rückfälle - die sind normal. Aber alles in allem kann ich sagen - es hat sich sehr sehr viel positiv verändert.

LG Smilie

von Smilie-2 - am 17.07.2009 07:28
Hallo Ihr Beiden,

vielen Dank für Eure Meinung!

Das "Problem" das wir haben ist, das wir ja gar nicht smitbekommen von ihm, weil er den ganzen Tag im Kindergarten ist.

Daher bin ich auf die Mitteilung seiner Erzieherin angewiesen, damit ich wiederum dem Arzt Meldung machen kann.
Sie ist relativ - sagen wir mal - neugierig, weil unser Großer der 1. diagnostizierte ADS´ler ist, den sie kennt (scheinbar überhaupt der 1.ADS´ler, der ihr untergekommen ist!!) und an der ganzen Sache auch sehr interessiert war, was Symptome, Behandlung und alles drumherum so angeht.
Insofern konnte ich ihr in dieser Beziehung wohl vertrauen.

Also geht es am Montag wie besprochen mit 10 mg weiter.

Erst mal abwarten wie es ihm geht. Er hat gestern plötzlich (auf der Abschlußfahrt) Fieber bekommen und war auch ganz schlapp - heißt bei ihm: nicht so hohes Fieber! -
Mal sehen wie es ihm nahcher geht!

Ein schönes WE,

Silke

von silkesluka - am 17.07.2009 08:56
Hallo Silke,

dann würde ich die Kindergärnterin mal bitten so einen Beobachtungsplan zu erstellen.

Mach Du einen für die Zeit daheim - und im Kindergarten sollte ihn die Kindergärtnerin machen.

Wenn ich die Lehrerinen bat einen Smilie-Plan etc. zu führen, so hab ich immer angeboten, für die Mehrarbeit die sie haben, andere Aufgaben zu übernehmen - oder aber wenigstens daheim die Pläne zu erstellen auf dem PC - damit sie nur noch ausfüllen muss.

Wir hatten oftmals Pech, dass keine Bereitschaft zur Zusammenarbeit da war - oder man uns deren Meinung und Abläufe aufzwingen wollte - aber immer wieder hatten wir auch Glück und nette Lehrkräfte, die bereit waren - oft waren es auch nur die einzelnen Fachlehrer wenn die die KL keine Lust dazu hatte.

Es ist schon wichtig, welches Feedback ihr bekommt. Ist enorm wichtig für den Arzt, damit er sieht, wann und mit welcher Dosierung es am besten läuft.

In dem Fall tagsüber bist Du auf die Mithilfe der Kindergärtnerin angewiesen. Aber sie scheint ja daran interessiert zu sein zu helfen.

Hast Du sie schon mit Infomaterial versorgt? Vorher aber besser fragen - einige nehmen es übel - die Erfahrung mussten wir machen - die meinten, wir halten sie grundsätzlich für unfähig - was Blödsinn ist - aber ADS-Kids brauchen nun mal eine etwas besondere Behandlung. Wenn man die Hintergründe weiß, ist vielen schon geholfen - weil sie die Kinder dann evtl. mit anderen Augen sehen.

LG Smilie

von Smilie-2 - am 17.07.2009 10:03
Hallo ihr Lieben!

Also nach diesem WE kann ich mit Sicherheit sagen:
Außer ihm merkt wirklich KEINER was!!

Also werden wir (mit relativ ruhigen Gewissen!) am Montag auf 10 mg erhöhen.

Ich berichte dann wieder!

Aber mal was anderes:
Wie gehen Eure Kinder mit den Tabletten um?

Für unserem Großen sind sie fast selbstverständlich (nach 1 Woche)
Am Freitag sagte im Kindergarten ein Kind (am Nachmittag) zu ihm:
"Mensch Luka hör doch zu wenn ich Dir was sage!"
Da meinte Luka nur:" Das kann ich nicht so gut, darum bekomme ich ja morgens eine Tablette, damit ich das schaffe."

Soll ich ihm sagen, das er nicht darüber reden soll, oder ist es besser, wenn ER dazu steht, das er die Tabletten nehmen muß und auch weiß und erklären kann, warum?

Mein Gott, manchmal komme ich mir richtig unbeholfen vor!

Einen schönen Restsonntag noch,

Silke

von silkesluka - am 19.07.2009 14:50
Hallo Silke,

ich finde das eigentlich ganz gut, wenn Dein Sohn dazu steht. Vor allem, wenn er selber der Meinung ist, dass ihm die Tablette hilft, dann kann er das ganze ja durchaus positiv sehen. Insofern würde ich ihn das schon sagen lassen.

Deinem Text entnehme ich, dass er erst nur morgens eine Tablette bekommt. Da diese ja nur 3 - 4 Stunden wirken (als unretardiertes Medi) ist es auch nicht verwunderlich, wenn es nachmittags keine Wirkung mehr zeigt. Und wenn er dann nachdosieren muss, sei es im Kindergarten oder dann in der Schule, dann ist es immer schwierig das so zu machen, dass es die anderen nicht mitbekommen. Insofern, wenn er selber damit kein Problem hat, soll er es ruhig sagen.

Wie die Umwelt reagiert kann man sowieso nicht gut vorhersagen. Da gibt es manche, die die Tabletteneinnahme zum Anlass für Hänseleien nehmen und andere wiederum nehmen dann doch etwas mehr Rücksicht. So oder so wird man nie die perfekte Lösung finden.

Unser Sohn wollte selber nicht, dass andere es wissen, dass er Medis nimmt. Ein Junge aus der Parallelklasse nahm sie ganz offen, da wusste es jeder. Was die bessere Lösung ist kann ich nicht mal heute sagen. Es kommt auch ganz auf das Kind an.

Am Besten Du folgst Deinem Bauchgefühl.

Liebe Grüße und viel Erfolg

Moni


von Monkele - am 19.07.2009 15:13
Hallo,

unserer sagt nicht gerne, dass er Medis nimmt und vor allem nicht warum - weil er eben den - manchmal doofen - Kommentaren und Fragen entgehen will.

Er sagt oft, er hat Probleme mit Kopfschmerzen, die muss er dafür nehmen - o.k. - stimmt nicht ganz - obwohl, seit er sie nimmt hat er ja tats. weniger ;-)
Das ist für die anderen Leute plausibel und es interessiert sie nicht weiter als ein "aha" ...

Wenn möglich, nimmt er sie heimlich nach - Retard verträgt unserer nicht so gut.

Anfangs habe ich ihm nicht gleich gesagt, für was sie im Detail ist - nur eben, weil er ADS hat - die Tabletten würden ihm allgemein helfen besser damit klar zu kommen.

Wenn man ihm immer vor Augen hält, was er dadurch evtl. im einzelnen alles besser kann - so haben die Kids leicht und schnell den Eindruck, sie schaffen gewisse Dinge nur durch die Medis - nicht durch sich selbst. Sie verlassen sich dann hin und wieder zu sehr nur auf die Medigabe - aber sie müssen selbst ja mitwirken, damit sich was verändert.

Unser jetziger Doc meinte, wir sollten gar nicht zu viel darüber reden mit ihm - sonst würde evtl. auch so was wie eine geistige Abhängigkeit entstehen - er mehr an die Medis als an sich selbst glauben.

O.k. - unserer ist nun in einem Alter, wo man offener reden kann - er selbst gut damit umgeht und weiß, die Medis helfen nur - aber machen muss er selbst.
Wir haben so Schritt für Schritt immer ein wenig mehr erklärt - er ist da so reingewachsen.

LG Smilie



von Smilie-2 - am 19.07.2009 20:12
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