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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
19
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
shayla, Zeusi, Michaela#, Monkele, Marion O, Frieda71, Rosenfan

Belastung Familie+Haushalt und jetzt noch ein Job?

Startbeitrag von shayla am 14.08.2009 15:56

Hallo

ich hab ein Adhsler momentan haben wir auch wieder eine ziemlich stressige Phase.

Kind geht in eine Förderschule und danach in eine Tagesgruppe und ich hole vormittags mein Realschulabschluss nach.

aufstockend kriegen wir Geld von der Arge und jetzt beim letzten Termin ließ die Sachearbeiterin durchblicken das ich mir ein sozialversichungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis mit mindestens 20 Stunden suchen soll.
oder wenn ich keine Anstellung finde müsste ich eine gemeinnützige Arbeit machen.

wenn ich ganz ehrlich bin war es mir schon oft eine Belastung zur Schule zu gehen da ich durch unser Familienleben doch schon nervlich sehr belastet bin.

wenn ich mir jetzt vorstelle 6 Stunden am Tag Arbeiten zu gehen und danach noch den Haushalt, Arzttermine, Ergotherapietermine, Familiengespräche und Elterngruppentermin wahrnehmen zu müssen und dann noch das Kind ab Nachmittag gut betreuen zu können frage ich mich wie ich das schaffen soll?


Lg
shayla

Antworten:

Hallo,

kann leider im Moment nur kurz antworten.

Aber: laß Dich auf keinen Fall von den Leuten der Arge einschüchtern. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß die manchmal in ihrer eigenen Welt leben.

Ansonsten laß Dich genau beraten, ob Du wirklich in Deinem Fall dieses und jenes annehmen mußt. Es schadet auch nicht, mal ein wenig zu googeln, ob es da schon diverse Rechtssprechungen bzw. Urteile gibt.

Notfalls könnte vielleicht auch ein ärztliches Attest weiterhelfen, daß Dir eine drohende Überlastung bescheinigt. Aber andererseits gibt es viele Mütter, die in einer ähnlichen Belastungssituation sind und den Alltag trotzdem gemeistert kriegen.

Man muß sich dann alles genau einteilen. Die Termine nicht zu eng legen, damit man Spielraum dazwischen hat und Zeit zum Luft holen. Evtl. muß man dann bei der einen oder anderen Sache Abstriche machen oder den Abstand z.B. bei den Elterngesprächen vergrößern.

Ich habe bis vor gut zwei Jahren Vollzeit gearbeitet mit Bereitschaftsdiensten. Mein Mann hat einen 400 Eurojob, wo er jedes WE Nachtdienst hat. Teilweise hatte sich dann bei uns beiden die Nachtschicht überschnitten, so daß die Kinder (2 Jungs- damals 9 und 5 J.) auswärts schlafen mußten.

Außerdem hatten wir erst 1x wöchentlich, dann alle 2 Wochen nach meinem Feierabend noch gut 1,5 Stunden lang Elterngespräche. Das war für mich auch wahnsinnig anstrengend. So scharf war ich darauf auch nicht, und die hätten auch früher sein können, da mein Mann zu der Zeit unter der Woche zu Hause war, aber man bestand darauf, daß ich anwesend bin.

Heute, gut zwei Jahre danach, frage ich mich schon manchmal, wie ich das alles geschafft habe: Vollzeit arbeiten (auch teilweise schwer körperlich), z.T. noch den Haushalt und die Kinder und außer im Winter noch meinen Garten. Aber es ging irgendwie. Aber ehrlich, ewig hätte ich das so auch nicht machen können.

Aber wie gesagt, hol Dir Beratung, mach nicht zuviel auf einmal und eher mal auf was verzichten, eben mal alle fünfe gerade sein lassen.

LG,


von Rosenfan - am 14.08.2009 22:38
Hallo Conny

danke fürs Lesen und Antworten auf meinen Beitrag.

da hattest du aber auch eine sehr stressige Phase mit 2 Kids. Job, Haushalt und diversen Terminen.

klar es gibt Mütter die kriegen viele Sachen unter einen Hut und halten Belastungen gut aus aber gibts auch Mütter die nicht so belastbar sind.

ich werde mal sehen wo ich mich beraten lassen könnte.

nur ich bin der einzige Ansprechpartner für mein Kind, da Family auch alle weit weg wohnen. na ja so ist das halt.


Lg
shayla

von shayla - am 15.08.2009 09:05
Hallo Shayla,

ich kann mich dem, was Conny sagt, anschließen.

Ich würde mir ein Attest besorgen, das Dir das Handicap deines Kindes bescheinigt. Zur Not muss man einen GDB beim Versorgungsamt beantragen, damit es amtlich wird (jetzt regen sich bestimmt wieder einige auf, dass unsere ADSler doch keinen GDB haben.... doch, sogar bis zu 80 % und das bringt sehr viel Vorteile... man muss ja auch mal die Schattenseiten einer solcher Familiensituation sehen...)

Ich gehöre auch zu den Müttern, die alles unter einen Hut bekommen müssen. Ich gehe fast 30 Stunden die Woche arbeiten, habe ein Haus und Garten zu putzen bzw. zu pflegen und stehe im Grunde genommen alleine vor einem riesen Berg Verantwortung bzw. Arbeit, weil mein Mann auswärts arbeitet und er morgens um 5 Uhr das Haus verlässt und abends kaputt nach Hause kommt. Nebenbei bin ich noch für die rechtlichen Auseinandersetzungen mit der Ex-Frau und deren Kind zuständig. Das ist Stress hoch drei und ich weiß nur eines, das würde ich nicht noch einmal machen.

Ich bin gerade dabei, eine Ganztagsgruppe über das JA zu bekommen. Im ersten Schritt wurde es abgelehnt. Habe Einspruch eingelegt...

Also: auf die Hinterbeine stellen!

Viel Glück.

Zeusi

von Zeusi - am 15.08.2009 09:18
Hallo

@Zeusi

wo bekommt man so ein Attest für das Kind?

und was heißt GDB?


Lg
shayla

von shayla - am 15.08.2009 12:17
Hallo,

das Attest bekommst du vom Kinderarzt/Kinderpsychiater, der dein Kind betreut.
GdB heißt Grad der Behinderung und wird beim Versorgungsamt (Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung) beantragt (Kind muss dafür nicht von denen untersucht werden, die fordern Berichte vom Arzt an und entscheiden anhand derer).
Meine Kinder haben einen Schwerbehindertenausweis, allerdings haben die auch mehr als nur ADHS.

von Michaela# - am 15.08.2009 12:25
Hallo

ich glaube Adhs allein ist kein Grund für einen Schwerbehindertenausweis oder?

Lg

von shayla - am 15.08.2009 15:45
Hallo shayla

Doch desdo anstrengender die Kinder sind und teilweise wie hoch die Medis sind wiert gewerted.

Liebe Grüße Marion

von Marion O - am 15.08.2009 19:54
Hallo

@Marion

danke für deine Antwort.

das heißt also je höher die Gabe der Tabletten und je auffälliger das Kind vom Verhalten ist wird da mit reingenommen in die Einstufung?


Lg
shayla

von shayla - am 15.08.2009 20:19
Hallo Shayla,

gleich vorweg mal erst: ich kenne mich mit dem Schwerbehindertenausweis überhaupt nicht aus. Aber: ich hätte kein gutes Gefühl dabei für unseren Sohn einen solchen Ausweis zu beantragen. Ist im Moment auch nicht nötig, da *klopfaufholz* soweit alles gut läuft.

Ich hätte Bedenken, dass er dann zwar in mancher Beziehung Erleichterungen hätte, aber wiederum in anderen Dingen größere Schwierigkeiten, wie z.B. dann Lehrstelle/Arbeit finden oder ähnliches. Mag sein, dass ich da nicht genug Infos habe, ist aber einfach so ein komisches Bauchgefühl bei mir.

Wobei es sicherlich für manche eine große Erleichterung sein kann, vor allem, wenn zusätzliche Erkrankungen dazu kommen.

Nur mal so als Gedankenanstoß.

Liebe Grüße

Moni


von Monkele - am 15.08.2009 20:36
Hallo Moni

Mit den Ausweis ist das so das er nur eine gewisse zeit gültig ist dan mußt man den verlängern lassen.

Zwerg hat sein schon mit 4 Jahren bekommen und wir haben schon gesagt das er keinen mer kriegt so wie ein Bild trauf muß.

Meine Freundin ihrn Sohn hat dadurch ein Ausbildungsplatz bekommen.

Liebe Grüße Marion


von Marion O - am 16.08.2009 07:51
Hallo Marion,

nicht dass Du/Ihr mich falsch verstehst. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand den Ausweis beantragt. Den gibts ja auch nicht ohne Prüfung und wenn man ihn bekommt dann ist er sicher auch nötig.

Ich persönlich würde aber, wenn es nicht unbedingt nötig ist, also die Schwierigkeiten im Grenzbereich liegen würden, dann würde ich eher davon absehen. Ist aber nur meine ganz persönliche Scheu davor.

Alles Gute für Euch

Moni



von Monkele - am 16.08.2009 08:19

@Shayla von Zeusi

Hi Shayla,

unser Sohn hat alleine für das ADHS 80 % GDB bekommen. Darüber hinaus die Kennzeichen H, G und B.

Versuch macht klug.

LG
Zeusi

von Zeusi - am 16.08.2009 10:34
So, jetzt habe ich mal den Strang zu Ende gelesen...

Also: den Denkanstoss zu der Überlegung, einen GDB zu beantragen, habe ich hier aus dem Forum bekommen. Damals habe ich auch gesagt, behindert - unsere Kinder???....

Als ich dann nach einer immensen Stress-Situation mit unserem Sohn am Boden zerstört war und völlig erschöpft in der Küche saß, habe ich den Endschluss gefasst, auch einen GDB zu beantragen. Man muss das ja mal so sehen: durch ADHS führt man kein Familienleben, wie andere Familien. Man sitzt beim Arzt, in der Klinik, beim Psychologen, beim Konzentrationstraining etc. etc. etc. während andere Mütter auf der Terrasse mit Freundinnen beim Kaffee sitzen.

Erst hat man einen niedrigeren GDB bewilligt, dagegen haben wir Einspruch eingelegt. Nach einigem Hin und Her haben wir dann rückwirkend für 3 Jahre und noch für die nächsten 2 Jahre einen GDB von 80 % sowie die Kennzeichen G, H und B bekommen.

Darüber hinaus haben wir bei der Krankenkasse Pflegegeld beantragt. Hier mussten wir ein Pflegetagebuch führen. Jede Hilfestellung am/beim Kind musste zeitlich festgehalten werden. Da kam schon eine Menge zusammen. Anziehen, Waschen, Zähneputzen, Pipi machen, Essen zubereiten, das verschüttete Glas Saft, das vollgekleckste T-Shirt, die zerrissene Hose etc. etc. etc. etc.

Wir haben die Pflegestufe 1 bekommen und bekommen darüber hinaus einen familienentlastenen Dienst zur Verfügung gestellt. So können wir uns mal eine Auszeit nehmen, während eine MA von einen Pflegedienst auf unseren Sohn aufpasst. Seit diesem Jahr kann auch eine Privat-Personal (nicht Verwandtschaft) diesen Dienst übernehmen. Wir bekommen das Geld dann erstattet - natürlich nur gegen Beleg.

Die "Vorzüge" dieser ganzen Sachen kommt unserem Sohn zugute. So können wir öfters mal einen Ausflug machen und gemeinsam eine schöne und hoffentlich stressfreie Zeit erleben. Auch ein kleiner Urlaub war im Sommer mal drin und das tat unserem Sohn richtig gut. Einfach mal raus.

Natürlich wird man regelmäßig überprüft - gerade beim Pflegegeld. Hier wird alle 6 Monate durch den Pflegedienst geprüft.

Wir hoffen, dass wir den GDB spätestens nach der Pupertät zurückgeben können - das geht nämlich, wenn sich die Situation verbessert hat...

Es muss halt jeder selbst entscheiden, wie er mit der Sache umgeht.

Zeusi

von Zeusi - am 16.08.2009 11:06

Re: @Shayla von Zeusi

Das ist aber definitiv nicht die Regel, meine haben für ADHS in schwerster Ausformung und Asperger bzw atypischen Autismus nur 60% GdB.
Da war jemand beim Versorgungsamt wohl besonders großzügig.

von Michaela# - am 16.08.2009 11:49
Hallo Monkele,

man muss die Schwerbehinderteneigenschaft (deren Nachweis der Ausweis, bzw natürlich auch der Bescheid des Versorgungsamtes ist) nicht bei der Arbeitsplatzsuche angeben.
Und man kann den Ausweis natürlich auch zurückgeben.
Aber es dürfte natürlich auch Situationen geben, wo man ihn angeben muss, aber bislang sind die noch nicht aufgetreten bei uns.

von Michaela# - am 16.08.2009 11:51
Hallo

ich hab mir jetzt so Gedanken gemacht wie ich die Auflage des Arbeitsamtes erfüllen soll eine Stelle mit mehr wie 20 Std. pro Woche zu finden, plus Haushalt, plus Kindererziehung, plus Arzttermine etc. und das alles zeitlich und moralisch zu packen??? da tut sich bei mir wirklich ein ganz großes Fragezeichen auf????

wegen einem Schwerbehindertenausweis das kann man sich ja in Ruhe überlegen.

Lg
shayla

von shayla - am 16.08.2009 18:26
Hallo Shayla,

ich seh mein Kind nur alle zwei Wochen, wenn ich Frühdienst habe. Zur Spätschicht eigentlich nur früh, wenn er ins Schlafzimmer kommt, um sich zu verabschieden oder ich gleich früh mit aufstehe. 6:15 kommt sein Schultaxi, ich bin erst gegen 23 Uhr zu Hause.

Ich arbeite von Mo-Sa bestimmt so an die 50 h die Woche, mal mehr, mal weniger.

Am schlimmsten ist es mit zur Mittelschicht, da bin ich von 8 Uhr bis 18 Uhr außer Haus. Da bleibt keine Zeit mehr für irgendwelche Termine oder Hausis.

Junior geht 19 Uhr ins Bett, dass ist die Zeit, mit der wir in der Schulzeit am Besten klar kommen. Wenn wir seine Zeiten meinen Schichten anpassen, die sich manchmal täglich ändern, würde ihn das völlig aus der Bahn werfen. Er hat so schon mit meinen Schichten Probleme.

Ich muss aber sagen, ohne Göga und meine Eltern könnte ich die Arbeit nicht machen. Denn Früh Aufstehen übernimmt alles Göga, weil ich zur Frühschicht schon weg bin oder zur Spätschicht noch erledigt im Bett bin.

Die Arbeit ist nicht mein Traumjob, aber wenn ich diese Arbeit nicht hätte, ich hätte mir auf alle Fälle eine gesucht, denn nur zu Hause, selbst wenn man mit dem Kind genug um die Ohren hat, das wäre nichts für mich.

Lange genug war ich arbeitslos. Mein neuer Job fiel damals auch in die Zeit, als bei Junior die ersten Auffälligkeiten begannen. Irgendwie haben wir es immer hinbekommen mit Terminen. Meist lief es so, dass ich mich um die Termine gekümmert habe und Göga musste mit dem Zwerg da hin.

Die Lehrer hatten sich bei wichtigen Gesprächen nach meinen Schichtplänen gerichtet, oder wir hatten ein Telefonat am Vormittag vereinbart.

In der alten Schule von Junior erfuhr ich alles, wenn ich ihn mal Hort abgeholt hatte.

Zur allergrößten Not fand sich auch jemand, der mit mir die Schicht getauscht hat, damit ich hingehen konnte.

Vielleicht konnte ich Dir jetzt etwas Hoffnung und Mut machen.

Liebe Grüße,
Brit

von Frieda71 - am 17.08.2009 06:28

Re: @Michaela

Hi Michaela!

Ne, das glaube ich nicht.

Wir hatten ein Gutachten bzw. sehr ausführlichen Bericht aus der KJP und konnten viele Berichte vorlegen (Schule, Kita etc.)

Das war wohl sehr hilfreich.

Wenn Du meinst, zu wenig bekommen zu haben, dann einfach mal Einspruch einlegen. Habe ich auch mindestens 3 x getan.

LG
Zeusi

von Zeusi - am 17.08.2009 07:50
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