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ADHS ADS Selbsthilfe
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vor 8 Jahren, 1 Monat
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nele34, Zeusi, ingrid_57, Rosenfan, Marion O, krümel66, andi2

er geht in die klinik:-(

Startbeitrag von nele34 am 19.08.2009 19:09

ich habe das gefühl versagt zu haben, mir gehts mal gar nicht gut....

heute war sein termin mit der psychologin...ich weiß philipp ist ein trauriges kind ,es geht ihm nicht gut, es ging ihm auch immer schlechter, doch ich war echt geschockt...

erst hat philipp mit ihr gesprochen, lange, bestimmt ne halbe stunde...dann wurde ich herreingebeten.....

philipp möchte eine auszeit, er braucht eine!
diagnose:hochgradig depressiv

es gibt nun die möglichkeit das er so schnell wie möglich stationär aufgenommen wird....sie meinte es sei ernst...sie gab ihm ihre handynummer, wenn er probs hat soll er sich sofort bei ihr melden, er hat es ihr versprochen...

ich bin total durch den wind...klar hat er probs, doch wir kamen doch klar, wir haben daran gearbeitet....ich habe versagt.....
ich habe seine worte nicht verstanden...mir gehts gar nicht gut grad....

eure nadja

Antworten:

Nele,

nein, du hast nicht versagt. ich kann aber mitfühlen, fühle mich auch gleich als versager.

aber glaube mir, du bist keine. schon alleine, dass du dir gedanken um dein kind machst, zeigt, dass du dich sehr um ihn kümmerst.

niemand ist schuld daran, wenn ein mensch/kind depressiv wird.
mancheiner ist sensibler und neigt zu depressionen, ein anderer wieder nicht.

kopf hoch und denk lieber daran, dass er hilfe bekommt.

grüße und kraftpaket

von ingrid_57 - am 19.08.2009 19:21
danke dir fürs kraftpaket!!

und dennoch..ich habe nicht richtig hingehört, ich habe ja gehört wie er immer mal wieder sagt: ich kann nicht mehr!
, dann haben wir dran gearbeitet und er hatte immer endloses vertrauen in mich, auch heute wieder, er hat in meinen armen gelegen und geweint...er hat ganz fest meine hand gehalten, als ich die diagnose bekam...er weiß er kann mir vertrauen ich setze himmel und erde in bewegung, das weiß er...
und er vertraut mir...doch ich hätte schon viel eher alles sehen müssen, anstatt ihn mit irgendwelchen scheiß tabellen und punkten noch mehr zu stressen............

heute mittag sagt er, er möchte noch in der schule die projektwoche mitmachen, nächste woche, dann möchte er in die klinik...heute nachmittag, hat er wieder geweint und gesagt er möchte so schnell wie möglich in die klinik....am liebsten morgen:-(

ich habe auch so große angst, das ich danach nicht mehr meinen philipp habe, ich habe große angst, das er sich von mir distanziert....
(also nicht falschverstehen, philipp ist gewiss kein überbetütteltes schäfchen...nene, ma gar nicht.)

.........

von nele34 - am 19.08.2009 19:33
hingehört hast du... aber falsch interpretiert? nein. damals hattest du nicht das gefühl, dass er depressiv wird.

sowas ist auch sehr schwer bei kindern festzustellen. korrigiere mich einer, wenn ich falsch liege.

es tut mir so leid, für dein sohn, aber sei tapfer und denke an das beste. wenn es in der schule so unerträglich ist, dann wird die klinik eine wohltat für ihn sein.

und du kannst ihn täglich besuchen, oder? wenn er dir so vertraut, wied er sich nicht von dir distanzieren. ganz bestimmt nicht.

LG

von ingrid_57 - am 19.08.2009 20:11
ne, von täglichen besuchen war nicht die rede...elterngespräche, elternbegleitherapie...wir bringen ihn hin, und holen ihn ab.....

wir können telen und simsen...ich glaube auch gar nicht, daß er jeden tag was von uns hören will, wie gesagt, philipp ist sehr eigenständig, ich habe alle drei sehr selbstständig erzogen....

morgen sehen wir weiter...

ich dnke dir sehr für deine worte...sonst ist auch grad keiner da, verstehst was ich meine!?

liebe grüße nadja

von nele34 - am 19.08.2009 20:24
jetzt gehts mir auch schon wieder besser...

lg

von nele34 - am 19.08.2009 20:29
Hallo

Als ich mein großen in die Klinig gebracht habe war ich auch gans fertig er war als hochgratig Depresiv eingestuft.

Er hat angefangen nach 3 tagen uns anzurufen .

Als ich ihn nach 7 Wochen abgeholt habe ging es ihn richtig gut.

LG

von Marion O - am 19.08.2009 20:31
marion, danke, du machst mir hoffnung!!

wars bei deinem auch so an allen ecken und enden, oder hatte deiner ein spezielles problem?

und wie läuft das in der klinik?...magst du mir erzählen?

liebe grüße nadja

von nele34 - am 19.08.2009 20:36
Hallo nele,

du hast ganz sicher nicht versagt .Ganz im Gegenteil.
Es gehört schon eine Menge Mut und Stärke dazu, freiwillig in eine Klinik zu gehen und Hilfe anzunehmen.
Und genau das hast du deinem Sohn beigebracht.

Daß dein Sohn soviel Vertrauen zu dir hat zeigt doch,daß du ganz viel richtig gemacht hast.

Dir wird eine Auszeit sicher auch guttun,um wieder neue Kraft zu sammeln.

Auch wenn er sich verändert,muß das ja nicht unbedingt was schlechtes sein.
Vielleicht bringt euch die ganze Sache auch noch näher zusammen (wenn das überhaupt noch geht ;-)

Darf ich fragen,wie alt dein Sohn ist?


Ich wünsche Euch alles Gute und ganz,ganz viel Kraft.

LG Petra

von krümel66 - am 19.08.2009 20:55
Hallo Nadja,

rede Dir bloß keine Schulgefühle ein. Wir sind Mütter und keine Experten. Da passiert es eben mal, daß auch wir Fehler machen.

Mein Sohn war letztes Jahr im Frühjahr für zwei Monate vollstationär in der KJP. Und ich muß sagen, im Nachhinein eine gute Entscheidung. Vorher hatte ich da auch große Bedenken und wollte es unter allen Umständen verhindern. Klappte aber nicht.

Hört vielleicht egoistisch an, aber in der Zeit kam die Familie endlich mal zur Ruhe- wir haben noch einen jüngeren Sohn. Und Frederick hatte auch davon profitiert. Einmal in der Woche war in einer festgelegten Zeit Besuchstag. Allerdings konnte ich genau in dieser Zeit an diesem Tag nicht, so daß mein Mann und der Kleine hinfuhren.

Am WE konnte er nach Hause. Samstag früh wurde er abgeholt und mußte Sonntag abend bis 18.00 Uhr wieder dort sein. Die Fahrtkosten summierten sich zwar in der Zeit und das WE war immer recht knapp bemessen, weil man Mann jedes WE von Sa auf So Nachtschicht arbeitet, aber es hat sich nach kurzer Zeit eingespielt und wir hatten uns auch daran gewöhnt.

Während der zwei Monate gab es einige Elterngespräche mit dem Oberarzt. Das brachte uns schon ein Stück weiter. Außerdem wurde er gründlich im Schlaflabor untersucht, weil wir schon befürchteten, daß er irgendwelche Schlafstörungen hatte, da er oft er nach Mitternacht einschlief. War zum Glück nichts. Allerdings schläft er schon länger wieder erst spät ein. Aber mittlerweile kommt er damit rel. gut zurecht. Er braucht wohl nicht so viel Schlaf wie andere.

Was für die Kinder dort auf Station gut und wichtig ist, ist die totale Durchstrukturierung. Leider läßt sich das nicht 1:1 für zu Hause umsetzen. Aber man kann einiges für zu Hause übernehmen. Leider wurde bei ihm damals noch nicht festgestellt, daß er zusätzlich zum ADS noch autistische Züge hat. Das hatte die Kipsy sich eigentlich erhofft, wie sie uns kürzlich sagte.

Wichtig ist, daß Du den Aufenthalt nicht als Dein Versagen siehst, sondern als Chance für Euch alle. So kann man die Ursache für seine Depris finden und gezielt behandeln. Habt Ihr schon einen festen Termin? Meist sind die Wartezeiten ja rel. lang. Wenn ja, dann haltet daran fest. So kann er sich orientieren und muß nicht immer hin und her schwanken.

Erkläre ihm, daß es bis dahin noch so und so lange dauert. In der Zeit könnte er dann noch Dinge erledigen, die ihm wichtig sind. Aber nach Wunschtermin geht es in der Regel nicht. Dafür gibt es viiieel zu wenig Plätze.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen. Falls Du noch Fragen hast, immer raus damit.

LG,


von Rosenfan - am 19.08.2009 22:33
Hallo

Die kidis haben ein festen Tagesrütmuß was teilweise won Klinikzu Klinik verschieden ist dan haben sie Therapiegespräche.

Nur bei uns ist alles im nachhinnein anderst gelaufen wie gebland.

Freitags habe ich mein Großen abgeholtda er Enlassenwurde und Dienstags habe ich meine Große ins Krankenhaus gebracht am Mittwoch wurde sie Verlegt danach war ich nur noch vür sie presend.

Wenn am Montag die Schule wieder Los geht bin ich mal gespand ob er sich noch an sein Versprechen hält.

LG Marion

von Marion O - am 20.08.2009 05:50
ich danke euch für eure aufmunternden worte!

philipp ist 14. heute früh habe ich shcon alle hebel in bewegung gesetzt.
seine psychologin befürwortet, daß er möglichst sofort aufgenommen wird.
der oberarzt der KJP ruft mich zwecks termins zurück.

ja, es ist sicher wie ihr schreibt eine chance, nur dachte ich nicht,daß wir schon da stehen, ich dachte halt wir haben noch andere optionen....

ich melde mich heute abend nochmal, mein tag ist heute auch noch voll mit terminen, kommt ja immer alles auf einmal.

soweit
liebe grüße
nadja



von nele34 - am 20.08.2009 07:19
habe so ziehmlich alle termine abgesagt....

ich möchte philipp nicht alleine lassen....
er schläft tief und fest, schätze mal er konnte gestern abend nicht gut einschlafen.

7 wochen ist eine lange zeit, gestern sprachen wir von drei wochen und dann müsse man halt schauen wie es philipp geht....

von nele34 - am 20.08.2009 09:30
hallo ihr lieben,
wir werden philipp morgen früh in die KJP nach viersen bringen.

mir ist übel....ich reiß mich zusammen, erst noch muß ich mein kind versorgen....

unsere "große" (fast 16j.) macht auch totale zicken...sie versteht gar nicht worum es geht, glaubt philipp spielt uns was vor...sie ist grad zickig und unaustehlich....

ich hoffe wir können uns wieder annähern wenn ein bißchen ruhe eingekehrt ist...

naja soweit.....

lg nadja





von nele34 - am 20.08.2009 18:55
viel glück für morgen, und deine tochter lass zicken, das vergeht auch wieder

drücke euch die daumen

von ingrid_57 - am 20.08.2009 20:07
danke dir!

lg nadja

von nele34 - am 20.08.2009 20:17
Hallo Nadja,

mein Sohn war 9 Wochen stationär in der KIPSY. War der Horror für mich, als ich ihn hinbrachte! Kam mir wie die schlechteste Mutter auf der Welt vor!
Aber ich bin froh, dass ich es getan habe.
Meinem Sohn hat es sogar gefallen, trotz strenger Regeln...

Er kam als wirklich positiv verändertes Kind nach Hause!

Er hat ADHS und Asperger, mit leichten Depressionen.

Also, sieh es als Chance! Rede dir ein, er geht in Kur! Das hab ich auch gemacht.

Vorallem mach dir kein schlechtes Gewissen!
Du tust alles für dein Kind, und das weiß es auch!!

Ich drücke dir fest die Daumen! !

LG
Andi


von andi2 - am 20.08.2009 20:17
Liebe Nele!

Ohne den Strang zu Ende gelesen zu haben, möchte ich Dir spontan antworten.

Wir waren Anfang 2006 an dem gleichen Punkt, wie Du jetzt. Unser Sohn wurde dann 13 Wochen stationär in einer KJP aufgenommen. Es ging ihm danach richtig gut.

In der KJP hat man dann ADHS diagnostiziert und man hat ihn auf Medis eingestellt. Nach der Klinik erfolgte eine Umschulung auf eine andere Grundschule. Es lief alles bestens.

Jetzt nach zwei Jahren geht es allerdings wieder rapide bergab. Wir haben die Medis abgesetzt, weil unser Junge sehr aggressiv und depressiv geworden ist. Ein kleiner Trauerhaufen, der aggressiv war.

Die Aggressivität ist jetzt nur noch von Fall zu Fall vorhanden. Auch die Depries haben sich gebessert. Dafür ist sein Sozialverhalten und seine Leistung in der Schule grottenschlecht geworden.

Ein ganz persönlicher Tipp von mir: seh zu, dass Du nach dem Klinik-Aufenthalt professionell betreut wirst. Entweder in Form einer Gruppenarbeit über das Jugendamt und für Dich ein Elterntrainer. Das wurde leider bei uns nicht gemacht, obwohl die Empfehlung der KJP damals so lautete. Aber wie das eben so ist bei den Behörden. Erst einmal schönreden und Geld sparen. Wir haben 2 wichtige Jahre verloren.

Nun haben wir die Gruppe durchgeboxt und bekommen einen Familien-Therapeuten an die Hand. Vielleicht muss unser Sohn das Schuljahr wiederholen, aber das hätte man sich sparen können.

Und lass Dir nicht einreden, dass Du versagt hast und eine schlechte Mutter bist. Den Kids tut diese Auszeit wirklich gut.

LG und ganz viel Kraft und Glück wünscht Dir
Zeusi

von Zeusi - am 21.08.2009 08:11
danke euch, ihr gebt mir echt mut und kraft!!

gestern hatten wir, oder besser philipp, r wollte alleine reden, das aufnahmegespräch und philipp durfte gleich dort bleiben.
mit dem psychologen sprachen wir dann auch über philipps ads. er meinte ads sei eine glaubensfrage, er würde nicht daran glauben, hätte aber bei philipp prüfungsangst festgetellt.

nun bin ich mal gespannt was da noch alles rauskommt.
montag geht es mit den gesprächen los.

unsere tochter hat sich dann doch, nachdem ich ohne philipp wieder nach hause kam um 180c gedreht und ist nun auch sehr betroffen, sie hat ihn sogar gestern abend noch angerufen um mal zu hören wie es so ist.

soweit
hoffnungsvolle grüße
nadja

von nele34 - am 22.08.2009 07:18
Liebe Nele,

Kopf hoch!

Am Anfang ist es schlimm. Die Kinder versuchen, einem ein schlechtes Gewissen einzureden. Das darfst Du dann nicht an Dich ranlassen.

In der Regel zeigen die Kids sich in der ersten Woche wie die Engel, so dass sie sich in der Klinik fragen, was das Kind da soll. Aber warte mal ab, in der 2. Woche kippen sie in der Regel um und das alte Verhalten und das wirkliche ICH kommt ans Tageslicht.

Genieße doch einfach die Zeit mit den Dingen, die Du sonst nicht machen kannst. Für uns war es eine gute Zeit. Wir konnten endlich wieder mal Paar sein und nicht nur Eltern.

LG
Zeusi

von Zeusi - am 22.08.2009 12:08
liebe zeusi,
soweit bin ich nicht...ich habe angst, große angst sogar...mit genießen ist da grad gar nix!

philipp ist ja erstmal ein "krisi", er ist der krisenphilipp...es gibt noch nen philipp der ist aber "stationär"

wir wissen nicht wie lange er dort bleiben darf/kann/muß...
wenn er sich nun in viersen von seiner sonnenseite zeigt, schicken sie ihn womöglich gleich wieder nach hause...philipp kann ein goldjunge sein!!!
und wird es gewiss, weil wenn er "lieb" ist darf er zum basketballkorb, wenn auch mal erst nur ne halbe stunde...
..........

danke zeusi, superdanke für deinen beitrag, das philipp so gut schauspielern kann habe ich grade auf meine liste geschrieben....die für montag, wenn die ärztin mich anruft...

...............................................

heute mittag war es dann soweit ich konnte nicht mehr und habe erstmal ein ströfchen geheult..auslöser:

gesternabend haben wir mit philipp telefoniert...es gefällt ihm gut soweit, alle sind nett!...schade, das er nicht raus darf...er fühlt sich ein bißchen wie im gefängnis, wegen der vergitterten fenster...sieht aber schon, warum das so sein muß!

und!!!
mama, ich habe riesen hunger!!!!

für gewöhnlich ist er nicht satt zu kriegen und ißt schon gut für drei...frag mich nur immer wo er das hinsteckt, kein gramm fett an dem burschen...
und immer hungrig...

gestern hatten wir nur gefrühstückt und das abendbrot in der klinik ist wohl knapp bemessen?
...naja für philipp nicht genug, der macht aber auch ein halbes brot(vollkorn, roggen, weizenmisch) zu seinem am abend...

ok, habe ich ein paket fertig gemacht und wollte es heute nach meiner arbeit, schnell abgeben, in der hoffnung es ist dann am montag da...aber pustekuchen, nachdem ich dann im nächsten ort gelandet bin um mein päckchen aufgeben zu können meinte die freundliche frau, das wird dann am montag 17.00 uhr weiterversand!!!!!!!!!!!!
aghhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
am liebsten hätte ich geschrieen: MEIN KIND HAT HUNGER!!!
da könnt ihr mal sehen wie auf ich bin...ich habe dann gesagt, das ist nicht ihr ernst!
doch sie meinte es ernst....dann war ich auf...bin im tränenschleier nach hause gefahren...und mir kullern immer wieder tränen aus den augen, obgleich ich mich auch mit anderen dingen beschäfftige...

ich habe wohl grade das gefühl, so gar nix machen zu können...bin so hilflos....

ich bin so froh, das ich euch grad hier habe....obwohl ich euch alle gar nicht kenne.........

traurige nadja grüße

von nele34 - am 22.08.2009 13:54
Hallo Nadja,

ich glaube, Du machst es Dir im Moment selber ein bißchen schwer. Versuche Dich abzulenken, irgendeine Beschäftigung, wo Du nicht viel Zeit zum Grübeln hast.

Auch keine "Überlebenspakete". In der Klinik verhungern die Kinder nicht. Jeder darf so viel essen, wie er braucht. Es sei denn, sie sind extrem übergewichtig. Dann muß da natürlich drauf geachtet werden. Ist ja bei Deinem zum Glück nicht der Fall. Aber er wird schon satt werden. Essen kann ja auch ein Machtinstrument sein!

Und wie Zeusi schon schrieb, lange können die Kinder in so einer Einrichtung nicht schauspielern. Ich weiß, wovon ich rede. Mein Sohn war die letzten Wochen vor der Aufnahme kaum wieder zu erkennen, nur von der besten Seite. Und trotzdem war es nötig.

Auch bei uns hieß es, er müsse mitmachen, sonst brächte es nichts. Und schon nach kurzer Zeit kam sein gewohntes Verhaltensmuster durch. Nur daß dort eben keine Eltern sind, sondern Profis, die ganz genau wissen, wie sie damit umgehen müssen. Außerdem sind sie ja immer nur eine bestimmte Zeit (Arbeitszeit) mit den Kindern zusammen und gehen nach Feierabend nach Hause. Die haben eben den gewissen Abstand und sehen das Ganze eher nüchtern.

Wir Eltern sind dagegen voreingenommen und teils betriebsblind. Dann kommen noch die ganzen Emotionen dazu. Das macht eben den großen Unterschied aus.

Das Beste wäre jetzt für Euch beide, wenn Ihr erst mal Abstand haltet und nicht so viel Kontakt habt. Denn Dein Sohn muß sich jetzt auf sich konzentrieren und nicht auf die mitleidende Mutter. Das merken die Kinder ganz genau. Ich weiß, daß es hart ist. Aber glaube mir, nur so hilfst Du Deinem Kind wirklich.

Wenn Du mit Jemandem Deine Sorgen teilen möchtest, dann kannst Du das hier natürlich jederzeit tun. Oder vielleicht hast Du auch eine gute Freundin oder andere Personen Deines Vertrauens. Das kann schon helfen und Dich wieder aufbauen.

Liebe Grüße,


von Rosenfan - am 23.08.2009 00:14
hallo conny,

in vielem was du schreibst hast du sicher recht, doch ich möchte meinem kind signalisieren, das wir immer für ihn da sind!

nachdem ich deinen beitrag las, bezüglich paket, war ich mir sehr unsicher und habe auf der station angerufen und mit der betreuerin gesprochen.

ihr meine situation erklärt.
sie sagt es wäre völlig in ordnung philipp was zum knabbern zu schicken und ich solle auch ruhig anrufen, wenn ich ihn hören möchte, sie sagt, es könne dann zwar sein, daß er darauf gar keine lust hat (und das dann wohl auch sagt) dennoch weiß er dadurch, daß wir für ihn da sind und uns kümmern und auch sorgen.

kein wort von abstand halten!

ich denke einfach, daß jede geschichte seinen eigenen weg hat.

gestern hatte ich echt meinen streßabbau-zusammenbruch-tag....bin dann abends um 6 ins bett....und habe durchgeschlafen bis heute früh um 8...

heute geht es mir schon wieder ganz gut.

elterngruppe...ich weiß grad nicht wer es schrieb, doch ich werde am montag mit der ärztin darüber reden....

ja, ich habe schon freunde und auch eine beste freundin, doch keiner von meinen lieben weiß irgendwas zu diesem thema zu sagen....klar alle sind mitfühlend und trösten mich, halten mich auch, doch alle sind absolute laien,
hier treffe ich liebe foris die aus erfahrungen sprechen können!

danke fürs lesen!!

liebe grüße nadja









von nele34 - am 23.08.2009 12:18

@nele

Liebe Natja,

wenn auch verspätet, ein ganz dickes Kraftpaket schicke ich Dir!

Durch meine ganzen Probleme, komme ich zur Zeit nicht so dazu, jeden Artikel wieder zu lesen, aber nun antworte ich Dir.

Da mit dem Gefängnis hat unser Sohn damals auch gesagt und jeden Abend die Bitte: "Mama, hol mich hier raus! Ich werde hier verrückt. Bitte, bitte hole mich nach Hause. Ich will dann auch immer lieb sein!"

Zu den Ärzten etc. hat er ganz frech gesagt:"Meine Mama, die holt mir hier schon wieder raus!"

Also hatte ich die Aufgabe, ihm diesen Zahn zu ziehen und schon kippte er um.
Sein Verhalten war in den ersten Tagen auch engelhaft. Die Betreuer etc. haben wirklich die Ärzte gefragt, was der Junge denn auf der Station sollte. Aber dann kam es faustdick. Mama hat ihn nicht rausgeholt, also ließ er mal eben die Sau raus. Da zeigte er sich mal von der anderen Seite, die letztendlich therapiert werden musste und muss.

Vielleicht versucht Dein Sohn das über die Info, dass er noch Hunger hat. Also Mama, mach Dich auf den Weg und sorge dafür, dass der Junge was zu essen bekommt... sorry, ist wohl einbißchen direkt. Diese kleinen Teufel wissen ganz genau, wo sie Mama anpieksen müssen, damit sie parrieren.

Was meinst Du, was für ein Telefonat ich mal mit ihm führen musste. Der Betreuer hat ihm dann den Hörer weggenommen und aufgelegt. Später hat er mich angerufen und gefragt, wie es mir gehen würde. Besch.....
Ich war gerade mit meinem Mann essen und mir blieb alles im Hals stecken. Der Appetit war mir vergangen.

Im Grunde genommen brauch man schon eine Weile - ca. 12 Wochen - bis man richtig weiß, was los ist. 4 Wochen brauchen die Kids um anzukommen, 4 Wochen um zu gucken, was mit den Kids überhaupt los ist und 4 Wochen zu therapieren. Aber nach der Klinik musst Du sehen, dass Du am Ball bleibst.

Ich kenne nun die Handicaps Deines Sohnes nicht, aber bei uns wäre es wirklich besser gewesen, wenn wir gleich nach der Klinik um diesen Platz in der Sozialen Gruppenarbeit gekämpft hätten. Jetzt sind wohlgemerkt 2 Jahre vergangen und nun passiert endlich was, aber im Grunde genommen sind wir jetzt wieder da, wo wir vor 2 1/2 Jahren waren. Das ist schon nervig.

Ich kann Dir nur den Rat geben, die Zeit ohne Dein Kind wirklich zu genießen, und zwar OHNE schlechtes Gewissen. Dein Sohn wird in der Klinik nicht verhungern. Du wirst noch viel Kraft benötigen, also lade nun den Akku schön langsam und sinnig wieder auf. Geh mal in die Sauna oder zum Schwimmen oder treff Dich mit einpaar Freundinnen einfach nur zum Quatschen und Ablästern. Das macht die Seele wieder frei. Mir tut das immer wieder gut, mich mit ehemaligen Kolleginnen zum Essen und Ablästern zu treffen. Typisch Frauen eben...

Wünsche Dir noch einen schönen Abend!

LG
Zeusi

P.S. Es ist übrigens egal, ob man sich hier kennt, oder nicht. Hier tummeln sich einfach nur ganz ganz liebe Menschen, die wissen, wie es einem geht. Ich bin jetzt 2 Jahre hier und muss sagen, dass ich hier nur ausgesprochen liebe Menschen kennengelernt habe.

von Zeusi - am 25.08.2009 18:05
ok..philipp geht es soweit gut, er fühlt sich wohl in viersen und ist gesprächsbereit!!!!!!!!
...wir hatten gestern ein gespräch..philipp, frau Dr....und ich...fast 1,5 stunden...ok, also das gespräch war sehr aufschlußreich, hart für philipp...entlastend und zugleich wieder belastend für mich.

ok...fakt! philipp vermißt seinen vater!...er gibt sich die schuld an unserer trennung! philipp fühlt sich vom vater alleine gelassen....

jetzt weiß ich auch warum philipp zusammenbrach..er kam an den punkt zu denken, das wenn mama es nicht möglich macht, sein vater ihn auch nicht anruft, einläd usw.
philipp wollte nicht, daß sein vater es für mich tut...sondern für ihn...und da kam wohl nix von meinem ex in der zeit wo philipp quasi gewartet hat...das hat ihn tief enttäuscht und getroffen....

und dann macht philipp was er kann..er nimmt den nächsten schritt und schreit gaaaaaanz laut....und zack..endlich ist papa present!

am freitag findet ein gespräch mit philipp, papa und frau dr. statt...philipp wollte nicht, das ich dabei bin, ist mir aber auch klar, war mir bei der frage schon klar...da kann ich nicht helfen!

doch frau doktor soll dabei sein , sie fragte philipp warum und er sagte, sie können mir helfen, wenn ich nicht mehr weiß was ich sagen soll.....
und das mein philipp, der immer ne antwort drauf hat..

das war nur die kurzversion....und mit sicherheit haben wir noch nicht alles aufgedeckt...

aber wir kommen vorran!

max. 2 wochen kann philipp in viersen bleiben, das zwingt ihn auch sich mit seinen problemen auseinander zu setzen. er will ja hilfe.

in der zwischenzeit, soll ich mich nach einem therapeuten umschauen der ihn/uns betreut, wenn er wieder hier ist.

soweit erstmal

danke für eure unterstützung und lieben worte!!!

hoffnungsvolle grüße
nadja






von nele34 - am 27.08.2009 07:38
Hallo Nadja,

das hört sich doch eigentlich gar nicht so schlecht an. Dafür, daß sich Dein Ex nicht so um Philipp kümmert, wie er es eigentlich sollte, kannst Du doch nichts.

Leider kommt das häufiger nach Trennungen vor, daß die Väter sich nicht mehr oder nur noch selten um die Kinder kümmern. Dann müssen die sich aber auch wiederum nicht wundern, wenn die Kinder irgendwann nichts mehr mit denen zu tun haben wollen.

So eine Trennung geht an keinem spurlos vorbei. Ich war knapp 15, als meine Eltern sich scheiden ließen. Bis mein Vater (in der früheren DDR) endlich eine eigene Wohnung bekam, dauerte es 1 3/4 Jahre. Die ersten Monate waren schrecklich. Dann wohnte er den Sommer über in seinem Bootschuppen, später dann viel bei seiner Freundin. Aber zwischendurch war eben auch immer wieder bei uns in der Wohnung.

Ich habe lange nichts mit ihm zu tun haben wollen. Meine Brüder dagegen sind dauernd bei ihm angekommen. Ich war weit über 17, als ich langsam wieder anfing, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Heute ist es eher ein freundschaftliches Verhältnis.

Vielleicht fühlt sich Dein Sohn für die Trennung von euch verantwortlich. Wahrscheinlich hat er auch Angst, daß sein Vater nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Und das alles in der Pubertät, wo die Gefühle oftmals ohnehin schon Achterbahn fahren. Da kommt vieles auf einmal zusammen.

Was mich wundert, ist, daß er nur noch zwei Wochen dableiben darf. Normalerweise bleiben die Kinder so lange, wie es nötig ist. Meiner war zwei Monate da. Angesetzt waren sogar drei bis vier Monate. Da würde ich vielleicht noch mal nachhaken. Hoffentlich findest Du in der kurzen Zeit einen Therapeuten, denn die Wartezeiten sind doch oft ewig lang.

LG,


von Rosenfan - am 27.08.2009 18:38
liebe conny,
philipp hat einen krisenplatz und der ist auf max. 2 wochen beschränkt.
...leider...ich weiß auch noch nicht wo wir den therapeuten finden der da einsteigen kann, wo wir jetzt sind...

vllt...ne, das ist wunschglaube, philipp muß wieder gehen..weil die warteliste soo lang ist und er nicht soo schlimm dran ist..er soll sich nun, wo er begrenzt dort ist, mit seinen probs auseinandersetzen...und tacheles reden!

...son bissi druck ist aber nicht das schlechteste...philipp ist so begabt und beliebt zum teil...er zaubert und jongliert..hat nen super sprachwitz..ich denke wenn er dort bleiben könnte auf unbestimmte zeit, würde er keine langeweile bekommen und einfach sein leben spielen und seine probs vergessen....

...

liebe grüße nadja

von nele34 - am 27.08.2009 21:54
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