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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dagmar D., Sonnenblume80

Eltern haben ein Recht auf Dokumentationseinsicht!

Startbeitrag von Sonnenblume80 am 11.10.2009 15:28

Hallo Ihr Lieben!

Nachdem ich vor einiger Zeit Euch um Rat fragte bezüglich der Dokumentationseinsicht bei den Ärzten/Psychologen und dem Jugendamt und von Euch nur negative Erfahrungsberichte hörte, möchte ich Euch meine Ergebnisse mitteilen:

1. es gibt ein Recht auf Dokumentationseinsicht, u.U. kann dies auch eingeklagt werden. Spätestens dann werden die Psychologen oder Ärzte reagieren, denn es gibt diesen Paragraphen, den jeder sich im Internet hochladen kann. (Ich bin leider nicht so fit in hier reinzustellen, aber googeln hat sofort die richtigen Adressen gebracht).

Dagmar, bitte mache Dich als Forumsleiterin hier schlau!
Ich war sehr erschrocken auch von Dir eine falsche Antwort zu lesen.


2. Der Arztbrief, in dem empfohlen wurde, dass mein Sohn aufgrund der komplexen Problematiken in Wahrnehmung und Sozialisation besser fremdbetreut werden sollte wurde umgeändert!!!
Es hat mich nur 2 ernste Telefongespräche und eine böse e-mail mit Rechtsanwaltsdrohung gekostet, so dass sie ihre Empfehlung geändert haben.
Sie hatten keine Begründung parat, warum dies empfohlen wird.
Nur, sein Symptombild...

Bitte überlegt, ob ihr Eure Kinder so schnell aus der Familie herausgebt.
Natürlich sieht man vor lauter Wald die Bäume oft nicht mehr, aber es gibt
mehr Möglichkeiten als von den Psychologen gewusst.

Z.B. : Zufällig wurde bei meinem Sohn eine Fehlstellung des Halses und der Wirbelsäule nochmal aufgegriffen und mit Osteophatie behandelt.
Nach diesen Behandlungen nimmt mein Kind seine Umwelt ganz anders wahr und ist wesentlich ruhiger.
In der KJP gab es überhaupt keine Untersuchungen bzw. Therapien in dieser Richtung!!! Körperlich alles o.B.!!!

Weiterhin reagiert er (und auch meine ADHS-Tochter) unglaublich auf Bachblüten.
Seitdem sie ihre eigene Mischung nehmen haben sie sich enorm entwickelt und wir konnten neulich sogar Methylphenidat absetzen, was zu keinen großen Leistungseinbußen bis jetzt geführt hat. Die Lernstrategien werden jetzt noch wichtiger, aber hier arbeiten wir dran.

Es führen immer mehr Wege nach Rom und ich mag Euch ermutigen und aufrütteln Eure eigenen zu suchen.

Hätte ich auf die Psychologen gehört, wäre mein Sohn heute nicht mehr bei mir.

Weiterhin habe ich als Mutter (Erziehungsberechtigte) auch Zugangsrecht zur Jugendamtakte, was ich auch schon in Anspruch genommen habe, ohne Probleme!

Im Gegenteil, die Sachbearbeiter/innen erfahren eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema und werden in ihre Grenzen gewiesen.

In fast jedem Gespräch verbitte ich mir anklagende Untertöne bezügl. meines Erzeihungsstils oder meiner Vorgeschichte. Dafür gibt es keinen Grund! Weiterhin berate und kläre ich über das Symptombild und mögliche Ursachen sowohl Ärzte/Psychologen wie auch JA-Mitarbeiter ständig auf.

Es gibt so viele Vermutungen u.a. Sauerstoffmangel bei der Geburt, niedriges Geburtsgewicht, genetische Veranlagungen, Alkoholmissbrauch eines Elternteils (kann auch nur vom Vater begangen worden sein!) u.v.m.

Die Psychologen zogen diese Ursachen erst bei meinem Erwähnen und Vorlegen von Fachliteratur in Betracht.
Eine ÄRZTIN! kaufte sich daraufhin sogar dieses Buch.



So, nun habe ich mir einiges von der Seele geschrieben und werde mich um meine lärmenden kids kümmern, die den verregneten Sonntag fürchterlich finden, weil sie keine Matschhosen anziehen wollen (ich lasse sie ohne aber nicht raus) und sie sich drinnen schwer ruhig beschäftigen können.

Kennt Ihr diesen Kampf?

Ich wünsche Euch was!
Sonnenblume

Antworten:

Hallo Sonnenblume,

prima, dass du für dein Kind so erfolgreich warst.

Es ist schon verrückt, die einen Eltern verzweifeln, weil sie keine Unterstützung durch das JA erhalten, andere, weil das JA sich zu viel einmischt.

Das Thema Akteneinsicht finde ich sehr interessant. Leider habe ich nicht ganz verstanden über welche Akteneinsicht du schreibst, ob beim Arzt, dem Psychologen oder dem JA.

Der Paragraph auf den du dich beziehst, wird mich sehr interessieren. Du hast mehrere Möglichkeiten den hier einzustellen.
1. Du kopierst den Text und und fügst ihn hier ein (Gesetze stehen unter keinem Copyright).
2. due kopierst den Link der Seite, wo man den Text findet.
3. Du schreibst um welches Gesetzbuch es sich handelt und welcher Paragraph mit welchem Absatz.

Denn ohne eine Angabe der Rechtsquelle können wir leider mit deinen Infos nicht viel anfangen.

Noch eine Frage: Sprichst du über das Einsichtsrecht als Eltern oder das eines Anwalts. Da gibt es nämlich auch noch mal große Unterschiede.

von Dagmar D. - am 14.10.2009 08:45
Hallo Dagmar,

ich gebe jetzt mal mein Bestes.

Es gilt der § 810 des BGB:

"Patienten, bzw. bei minderjährigen Patienten die Eltern, Pflegeeltern oder ein Vormund als Bevollmächtigte haben einen gesetzlichen Anspruch auf Einsicht in die Krankenunterlagen.

Bei betreuten Erwachsenen verfügt deren jeweilige Betreuer über Akteneinsichtsrecht.

Vom ärztlichen oder pflegerischen Personal empfundene und schriftlich festgehaltene subjektive Einschätzungen zum Befinden des Patienten werden nicht in der Tages- oder Wochenkurve oder in den Akten aufbewahrt, sondern gesondert notiert und aufbewahrt. Auf die Einsicht und/oder Herausgabe einer Kopie dieser Notizen hat der Patient keinen Rechtsanspruch."

Unter § 810 BGB gibt es weitere gute google Informationen.

Ich meinte das Recht der Eltern sowohl bei den Ärzten als auch bei den Psychologen und den Betreuern in der Klinik.

Die gesamte Akte (ausser Randnotizen, subjektive Einschätzungen usw.) dürfen von den Eltern eingesehen und b.B. sogar kopiert werden.

Für das Jugendamt kenne ich direkt keinen Paragraphen, jedoch wurde es mir von meiner JA Betreuerin zugesichert, dass ich dürfte, wenn ich dies verlangen würde.

Du hast natürlich recht, dass die Lage und der Hilfebedarf der Eltern sehr unterschiedlich ist.
In meinem Fall war ich sehr erschrocken über die geplanten Hilfemaßnahmen, die meinem Kind nicht geholfen hätten.

Schön, dass es Euch hier gibt und vielen Dank für Dein Engagement!

Sonnenblume

von Sonnenblume80 - am 20.10.2009 20:33
Hallo Sonnenblume,

herzlichen Dank für diese Infos :-)

Diesen Paragraphen kannte ich bis jetzt nicht. Jetzt muss ich mich mal weitererkundigen, denn die Einsicht in psychologische und psychiatrische Krankenakten wird oftmal mit dem Grund der davon ausgehenden Instabilisierung und damit Selbstgefährdung untersagt. Werde mir mal die Erläuterungen dazu durchlesen, ob ich dazu was finde.

In die Akten den JA haben wir damals erst Einsicht erhalten, nachdem wir einen Anwalt eingeschaltet hatten. Toll, dass eure JA-Betreuerin das anders sieht :-)

von Dagmar D. - am 21.10.2009 09:21
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