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ADHS ADS Selbsthilfe
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15
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Zut, Agnes69, Rosenfan, Dagmar D., Humburger

Wir fangen mit Methylphenidat Morgen an!

Startbeitrag von Zut am 23.10.2009 13:59

Hi ihr Lieben,

mal was Neues von mir. Wir waren Gestern mit Sohni (7) beim Arzt im SPZ.

Ich habe dem Arzt gleich mitgeteilt, daß ich und mein Mann gernen einen Versuch mit MPH starten würde.

Denn Sohni tut sich mit der Konzentration in der Schule und bei den Hausaufgaben weiterhin schwer und ist zu Hause weiterhin "schwierig".Ich bezweifle, daß dies nur an der Schilddrüsenunterfunktion liegt, denn zum Einen hat er zu viele typische ADS Symptome, zum Anderen hat er offensichlich eine genetische Prädisposition dafür geerbt ( Cousin, Sohn der Schwester meines Mannes, hat ADS, der Papa höchstwahrscheinlich auch).

Nach einem langen Gespräch und einem EKG habe ich das Rezept bekommen.

In der 1.Woche soll er morgens 10 mg Ritalin bekommen.

In der 2.Woche 10 mg Ritalin morgens, 5 mg mittags.

Ab der 3.Woche 20 mg Ritalin LA (Retard) morgens. Mit diesem Präparat müsste die Wirkung bis 14-15 Uhr halten, es müsste also für die Hausaufgaben ausreichen.

Was haltet ihr von diesem Behandlungsplan? Ist die Aufdosierung nicht zu schnell?

Ist die Zieldosis (20 mg Ritalin LA) nicht zu hoch für den Anfang?
Ich habe ja bereits gelesen, daß manche Kinder mit 10 mg am Tag auskommen. Dann wäre in diesem Fall 20 mg zu viel und könnte die gegenteilige Wirkung haben, oder? Gibt es eigentlich ein Retardpräparat mit 10 mg MPH?

Wir sollen am WE anfangen, um die Wirkung selber beurteilen zu können. In den Herbstferien (bei uns ab 2.Nov) wird er 10+5 mg Ritalin nehmen und leider wird die Schule wieder anfangen, wenn er die 20 mg Ritalin LA nehmen wird. Ich werde deswegen die Lehrerin fragen, ob sie uns regelmäßig berichten kann (evtl. telefonisch), wie er auf den Wirkstoff reagiert. Ich nehme aber an, daß ich die Wirkung der 20 mg Ritalin LA selber nach der Schule spüren werde, da dieses Präparat ja länger wirken soll.Ich hoffe, daß die Wirkung nicht verpuffen wird, bevor er die Hausaufgaben (die er gerne verschiebt) anfangen wird!

Drückt mir die Daumen, daß er auf den Wirkstoff anspricht und daß die Nebenwirkungen in Grenzen bleiben bzw. nur vorübergend werden oder noch besser ganz ausbleiben werden.

Ich bin selber ziemlich aufgeregt, ich dachte nicht, daß wir so früh mit dem Wirkstoff probieren würden. Ich wollte zuerst mit Nährstoffen, Osteopathie und evtl. Homöopathie probieren, aber zum Einen ist die Wirkung solcher Alternativmethoden mehr als ungewiss, zum Anderen bin ich im Moment nicht bereit, so viel Geld auszugeben (Annamese bei Homöopathen: 200 ¤!!!*schock*), wenn ich nicht sicher bin, daß die Therapie wirken wird.Wobei ich mich entschieden habe, mit Osteopathie weiter zu probieren, da wir ja bereits die 1.Sitzung hinter uns haben und die Kosten im Rahmen bleiben (50 ¤ pro Monat). Aber der Hauptgrund ist eigentlich, daß der Leidensdruck mittlerweile zu groß ist und ich möchte, daß sich endlich etwas tut. Und wenn er auf MPH nicht anspricht, dann können wir immer noch Alternativmethoden probieren.

Wobei ich im Moment nicht auf die Idee verzichten will, ihm Nährstoffe wie Fischöl/Borretschöl, Zink und Magnesium zu geben, denn ich bin davon überzeugt, daß es ihm parallell zum MPH nur Gutes tun kann. Leider habe ich immer noch keinen Arzt gefunden, der bereit wäre, Blut abzunehmen, um die Zink-und Magnesiumspiegel (im Vollblut) messen zu lassen, obwohl ich diese Messungen selber bezahlen würde. Ich möchte ihm nur ungerne Nährstoffe geben, wenn er eigentlich keinen Mangel hat. Aber ich gebe nicht auf und suche weiter.

LGZut

Antworten:

Hallo,

die "Einschleichphase" läuft ganz traditionell ab. Persönlich halte ich nichts von der Aufteilung in eine morgendliche Gabe und eine am Mittag. Wenn schon zwei Gaben, dann im "korrekten" Abstand von ca. 3,5 Stunden. Aber darüber kann man streiten.

Die Aufdosierung ist nicht schnell. Und 20 mg am Tag sind auch nicht bemerkenswert. Die dürften eher ziemlich durchschnittlich sein. Bei Kindern liegt die nötige Dosierung ohnehin höher als bei Erwachsenen.

Ob das Retard tatsächlich über den langen Zeitraum wirkt muss man abwarten. Es gibt viele Kinder, die schnell verstoffwechseln, wo diese Sorte Retards nur etwa sechs Stunden wirken.

Es ist m.E. eine weit verbreitete Illusion zu glauben, dass man z.B. mit Borretschöl, von dessen Wirkung ich in einigen Jahren Beschäftigung mit der Thematik noch nie etwas gehört habe, besonders aber auch mit Zink und Magnesium unbedingt etwas Gutes tut.

In letzter Zeit mehren sich mehr und mehr die Stimmen, die vor dem unkontrolliertem Verzehr auch dieser "harmlosen" Mittel eher warnen. Meist kann man die Versorgung damit über die Ernährung genauso hinbekommen.

Wenn überhaupt, dann würde ich es mal mit Vitamin B versuchen, sparsam eingesetzt. Davon scheinen ADSler oft wirklich einen Mangel zu haben.

Heutzutage ist eine mangelfreie Ernährung eigentlich sehr leicht zu bewerkstelligen. Chemie statt Kochtopf ist eigentlich nur angesagt, wenn Kinder (oder Erwachsene) wirklich Mangelerscheinungen haben.

FG Humburger





von Humburger - am 23.10.2009 14:28
Hallo Zut,

ich persönlich finde den Einstieg etwas schnell. Die ersten 2 Tage würde ich mit 5 mg am Morgen beginnen. Natürlich kann ich den Arzt verstehen, der sicher will, dass ihr ihn mit 10 mg beobachten könnt. Jedoch, je langsamer man beginnt umso geringer sind die Nebenwirkungen. Es kann jedoch sein, dass ihr bei 5 mg noch keine Wirkung seht.

Bei meiner Tochter hat der KiA damals die Blutuntersuchung durchgeführt. Sie hatte allerdings auch entsprechende Mangelsymptome. Ihr braucht ja nur jemanden, der das Blut abnimmt und ins Labor schickt. Frag doch mal eure HP, ob sie das nicht macht. Man bekommt vom Labor einen Ausdruck mit den ermittelten Werten und den Normalwerten, allerdings oft für Erwachsene. Den würde ich mir von der HP aushändigen lassen und mit dem KiA besprechen, denn der kann die Werte besser einordnen.

von Dagmar D. - am 23.10.2009 14:29
Hi Dagmar,

zuerst vielen Dank für deine Antwort!

Zitat
Dagmar D.
ich persönlich finde den Einstieg etwas schnell. Die ersten 2 Tage würde ich mit 5 mg am Morgen beginnen. Natürlich kann ich den Arzt verstehen, der sicher will, dass ihr ihn mit 10 mg beobachten könnt. Jedoch, je langsamer man beginnt umso geringer sind die Nebenwirkungen. Es kann jedoch sein, dass ihr bei 5 mg noch keine Wirkung seht.


Vielleicht könnte ich ihm am WE nur 5 mg pro Tag geben und am Montag den Arzt fragen, ob es für ihn OK ist, wenn ich ihm in der ersten Woche weiter nur 5 mg gebe.Mit den 10 mg würde ich dann am nächsten Samstag anfangen, dann könnten wir in den Herbstferien gut beobachten, wie er darauf anspricht.

Ich glaube in der Tat, daß die niedrigstewirksame Dosis 10 mg ist. Bei 5 mg werden wir sicher nichts merken.

Zitat

Bei meiner Tochter hat der KiA damals die Blutuntersuchung durchgeführt. Sie hatte allerdings auch entsprechende Mangelsymptome. Ihr braucht ja nur jemanden, der das Blut abnimmt und ins Labor schickt. Frag doch mal eure HP, ob sie das nicht macht. Man bekommt vom Labor einen Ausdruck mit den ermittelten Werten und den Normalwerten, allerdings oft für Erwachsene. Den würde ich mir von der HP aushändigen lassen und mit dem KiA besprechen, denn der kann die Werte besser einordnen.


Die Kinderärtzin habe ich wegen der BE noch nicht gefragt, denn es dauert immer ewig, bis man einen Termin bekommt. Ich werde deswegen zuerst den Hausarzt meines Mannes fragen. Eigentlich brauche ich ja nur jemand, der ihm Blut entnimmt, den Rest erledige selber.Eine Heilpraktikerin habe ich nicht.

Was aber bei der BE beim SPZ rausgekommen ist, ist daß seine Eisenspeicher (Ferritin) ziemlich leer sind (nah am unteren Wert der Norm), wie bei mir damals, als die Schilddrüsenunterfunktion festgestellt wurde. Sein Hämoglobin ist normal, aber das schliesst ein Eisenmangel leider nicht aus. Denn erst wenn die Eisenspeicher komplett leer sind, sinkt das Hämoglobin. Deswegen werde ich versuchen, ihm Eisen zu geben, um die Speicher wieder aufzufüllen.Die Frage ist nur, ob er den Saft (Floradix) nehmen wird...mein kleiner Trotzkopf wird sich bestimmt dagegen sträuben.*seufz*

von Zut - am 23.10.2009 17:23
Hi,

Zitat
Humburger
Persönlich halte ich nichts von der Aufteilung in eine morgendliche Gabe und eine am Mittag. Wenn schon zwei Gaben, dann im "korrekten" Abstand von ca. 3,5 Stunden. Aber darüber kann man streiten.


Das wäre natürlich die ideale Lösung. Denn wenn er die 10 mg um 7.30 Uhr bekommt,wird die Wirkung vorraussitlich nur bis 10.30-11 Uhr anhalten. Er kann die 5 mg dann erst um 12.30 Uhr nehmen, dann gib es ein Loch von 1,5-2 Stunden. Aber ich kann nicht vom Lehrer verlangen, daß er seine Tablette in der Schule nimmt, zudem er ja noch nie Tabletten geschluckt hat.

Zitat

Die Aufdosierung ist nicht schnell. Und 20 mg am Tag sind auch nicht bemerkenswert. Die dürften eher ziemlich durchschnittlich sein. Bei Kindern liegt die nötige Dosierung ohnehin höher als bei Erwachsenen.


Der Arzt meinte, daß die aktuelle wirksame Dosis bei ihm zwischen 20 und 30 mg liegen wird (er wiegt 30 Kg).

Zitat

Es ist m.E. eine weit verbreitete Illusion zu glauben, dass man z.B. mit Borretschöl, von dessen Wirkung ich in einigen Jahren Beschäftigung mit der Thematik noch nie etwas gehört habe, besonders aber auch mit Zink und Magnesium unbedingt etwas Gutes tut.

In letzter Zeit mehren sich mehr und mehr die Stimmen, die vor dem unkontrolliertem Verzehr auch dieser "harmlosen" Mittel eher warnen. Meist kann man die Versorgung damit über die Ernährung genauso hinbekommen.


Zum Thema Nährstofftherapie hatte ich hier Einiges geschrieben. Ich glaube auch nicht, daß die Gabe von diesen Nährstoffen ADHS "heilen" kann.Aber wenn diese Kinder einen Mangel tatsächlich haben (was einige Untersuchungen gezeigt haben) und diese Nährstoffe tatsächlich für einen optimalen Gehirnstoffwechsel notwendig sind, ist es naheliegend, mindestens einen Versuch zu machen, um zu sehen, ob die Symptome sich zumindest damit lindern lassen. Und bei den Dosen, die für ADHS Kinder empfohlen werden, ist eine Überdosierung eigentlich ausgeschlossen (ich spreche hier von Zink und Magnesium-Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren wie DHA/EPA, GLA/AA kann man eigentlich nicht überdosieren).

Und ob die individuelle Ernährung den individuellen Bedarf eines ADHS Kindes deckt, darüber kann man nur spekulieren. Ich weiß z.B., daß der Bedarf an Magnesium genetisch bedingt ist und daß es Personen gibt, die deswegen einen viel höheren Bedarf als der Rest der Bevölkerung haben. Dieser Bedarf kann nicht mehr von der Ernährung gedeckt werden. Außerdem ist die moderne Ernährung gerade an den Lebensmitteln "arm", die viel Magnesium enthalten.Deswegen halte ich einen individuellen Mangel nicht für ausgeschlossen.

Das Gleiche gilt für Zink. Es gibt z.B. eine Stoffwechselstörung (Kryptopyllorie), die einen chronischen Mangel an Zink und VitB6 nach sich zieht. Diese Patienten müssen deutliche höhere Zinkmengen zu sich nehmen, um Mangelsymptome zu verhindern. Dieser Bedarf kann dann nicht mehr durch die Ernährung gedeckt werden, da helfen nur Nährstoffpräparate.

Und was DHA/EPA anbelangt: ein Mangel an DHA/EPA ist in der modernen Ernährung ist mehr als wahrscheinlich, denn nur fette Fische wie Lachs, Hering, Makrelen, usw. enthalten genügend DHA/EPA.

Man vermutet, daß manche Kinder einen Mangel an GLA/AA haben, weil ihnen Enzyme fehlen, die der Körper braucht, um Linolsäure (z.B. in Sonnenblumenöl) in GLA und AA umzuwandeln. Außerdem bremst eine Ernährung, die reich an gesättigten Fettsäuren ( Butter, Schmalz, fettes Fleisch, Wurst, Käse) und an Transfettsäuren ( Margarine, gehärtete Fetten in Pommes Frites, Chips, industrielle Gebäcken, usw.) diese Umwandlung und führt indirekt zu einem Mangel an GLA/AA, auch wenn Linolsäure in ausreichender Menge vorhanden ist.

Deswegen halte ich diese verbreitete Meinung " eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf an Nährstoffen" für ein Märchen. Das gilt vielleicht für die Mehrzahl der Menschen, aber nicht alle.

Mir wurde von meiner Hausärtzin z.B. gesagt, ein Eisenmangel, ein Vitamin B12 Mangel und ein Vitamin D sei bei mir unwahrscheinlich. Ich habe auf die Testung bestanden, weil eine Ärtzin für Schilddrüsenerkrankungen mir gesagt hatte, daß Hashimoto Patienten erfahrungsgemäß oft einen Mangel an diesen Nährstoffen haben. Und sie hatte Recht: ich hatte tatsächlich einen Mangel an Eisen, VitB12 und VitD und musste deswegen Nährstoffpräparate nehmen.

Zitat

Wenn überhaupt, dann würde ich es mal mit Vitamin B versuchen, sparsam eingesetzt. Davon scheinen ADSler oft wirklich einen Mangel zu haben.


Ja? Gibt es wissentschaftliche Studien dazu?

Zitat

Heutzutage ist eine mangelfreie Ernährung eigentlich sehr leicht zu bewerkstelligen. Chemie statt Kochtopf ist eigentlich nur angesagt, wenn Kinder (oder Erwachsene) wirklich Mangelerscheinungen haben.


Ich bin der Meinung, daß man das bei jedem Individium testen soll. Aber leider sind die meisten Ärzte über Orthomolekularmedizin sehr schlecht (gar nicht) ausgebildet und es ist sehr schwierig, einen Arzt zu finden, der sich damit auskennt und der alles auf Kasse messen lässt.

Aber in Einem gebe ich dir Recht: Nährstoffpräparate können niemals eine gesunde, ausgewogene Ernährung ersetzen.

LGZut

von Zut - am 23.10.2009 17:54
Hallo Zut,

solange der HB-Wert noch in Ordnung ist, geht es ja nicht um akute Intervention, sondern um Prävention.

Das würde ich über die Nahrung lösen, denn wenn ein Kind Medikamente bekommt um Mineralstoffe auszugleichen, dann lernt es, dass man mit Pillen eine unzureichende Ernährung ausgleichen kann. Außerdem führen eisenhaltige Medikamente meist zur Verstopfung.

Eisenhaltige Lebensmittel sind:
Vollkornprodukte aus Hirse, Soja, Quinoa (Reismelde), Amaranth (Fuchsschwanz, Samen), Keimlinge,
Petersilie, weiße Bohnen, Sojabohnen, Kichererbsen,
Fenchel, Schwarzwurzel, Portulak, Topinambur, Batate, Löwenzahnblätter, Pfifferlinge, Brunnenkresse,
Spinat (tiefgefroren), Rosenkohl, Karotten, Porree, Schnittlauch, Grünkohl, Feldsalat, Erbsen (grün), Broccoli, Zucchini, milchsäuregegorenes Sauerkraut,
Cashewnüsse (geröstet), Kürbiskerne, Sesamsamen (trocken+geröstet), Mohn (trocken), Pinienkerne, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Erdnüsse, Paranüsse
Trockenobst, Dunkle Trauben, Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren, Preisel-, Maul- und Himbeeren
Innereien, Miesmuscheln, Blut- und Leberwurst
Dosenwürstchen, Jagdwurst, Mortadella, Rotbarsch geräuchert, (Öl)sardinen, Wild- und Pferdefleisch
Muskelfleisch allgemein, Kochschinken, Leberkäse, Hühnerei, Salzhering, Zander, Garnele, Flusskrebs

[www.ferro.de]

Vitamin C gemeinsam mit eisenhaltigen Lebensmitteln steigert die Aufnahme.

In der Apotheke gibt es leckere Säfte, die stark eisenhaltig sind. Da könnte es ja zum Ritual werden, morgens zum Frühstück ein Glas Saft zu trinken. Oder mittags wenn der Hunger ohnehin nicht so groß ist.

von Dagmar D. - am 23.10.2009 18:22
Hallo Zut,

10 mg als Einstiegsdosierung finde ich auch etwas hoch. Mein Sohn hatte damals zunächst 5 mg morgens und dann noch mal am frühen Nachmittag bekommen, ca. 1 Woche lang.

Allerdings haben wir da noch nicht sehr viel von gemerkt. Als er dann aber die 7,5 mg bekam, klagte er schon am ersten Tag über heftige Kopf- und Bauchschmerzen. Zum Glück hatten wir in der Zeit (nach ca. 3-4 Tagen) sowieso einen Termin bei unserer Kipsy. Sie entschied dann, daß er wieder auf die 5 mg runter soll, da die Nebenwirkungen zu heftig waren.

Eigentlich wollte sie noch auf 10 mg erhöhen, um die Wirkung auszureizen, aber davon hatte sie dann doch Abstand genommen. Stattdessen bekam er dann nach knapp 3 Wochen Medikinet retard. Zunächst 10 mg, wovon wir nichts weiter gemerkt hatten. Nach rund einer Woche haben wir dann auf 20 mg gesteigert. Das war die optimale Dosierung.

Von einer zwischenzeitlichen Höherdosierung auf 30 mg, die sich dann nach Monaten doch als Überdosierung rausstellten, sind wir wieder bei 20 mg- allerdings jetzt Ritalin LA (aber nur, weil er morgens noch nicht gerne frühstückt) angekommen. Das ist für meinen Sohn- jetzt 11,5 J. und rund 50 kg die richtige Dosierung.

Welche Dosis Dein Sohn letztlich braucht, muß man dann durch Probieren rausfinden. Aber wie gesagt, die 10 mg gleich am Anfang halte ich für etwas hoch.

Viel Glück und nicht aufgeben. Die erste Zeit mit den Medis kann auch noch manchmal recht anstrengend sein.

Liebe Grüße,


von Rosenfan - am 24.10.2009 23:15
Liebe Conny,

danke für deinen Erfahrungsbericht!

Wir haben Gestern mit 5 mg Ritalin begonnen und werden ihm diese Dosis 1 Woche lang geben.

Dann fangen wir am nächsten Samstag mit 10 mg an und erhöhen eine Woche später wieder um 5 mg.

Ich nehme an, daß wir eine Wirkung erst mit Ritalin LA 20 mg spüren werden.

Wie lang hält die Wirkung von Ritalin LA 20 mg bei deinem Kind?

Wie schwer ist er?

LGZut

von Zut - am 25.10.2009 14:15
Hallo Zut,

er kriegt seine Medis unter der Woche morgens gegen 7.00 Uhr, bevor er zur Schule fährt. Wie lange die Wirkung nun genau anhält, kann ich gar nicht so genau sagen.

Momentan hat er immer bis kurz nach eins Unterricht. Bis er dann zu Hause ist und Mittag gegessen hat, dauert es auch immer eine Weile. In der Regel fängt er mit den Hausaufgaben frühestens gegen halb drei an. Zur Zeit kriege ich das alles ja leider nicht mehr mit, da ich frühestens halb fünf zu Hause bin, oftmals auch noch später.

Aber mit den HA klappt es jetzt eigentlich ganz gut. Bei meinem Sohn kommt aber zum ADS noch Asperger hinzu, eine leichte Form von Autismus. Seit Ende August bekommt er deswegen auch noch Risperdal am Abend. Erst seitdem haben wir vom Verhalten einen Sohn, wie jemand ohne Auffälligkeiten, meistens jedenfalls.

Am WE kriegt er das Ritalin LA übrigens nicht. Liegt aber eher bei uns daran, daß wir dann alle länger schlafen und rel. spät frühstücken. Ist bei uns aber auch nicht unbedingt notwendig, da das ADS bei ihm sowieso eher grenzwertig ist.

Mein Sohn ist jetzt 11,5 Jahre alt, wiegt ca. 50 kg bei einer Größe von etwa 1,57m. Aber wie gesagt, mit 30 mg Ritalin LA war er klar überdosiert. Das Gewicht spielt also keine Rolle.

LG,


von Rosenfan - am 25.10.2009 23:11
Danke Conny!

Wir haben mit meinem Mann beschlossen, daß er durchgehend-also auch am Wochenende und in den Ferien-MPH nehmen wird, da die Verhaltensauffälligkeiten zu Konflikten zwischen Vater und Kind führen.

Für mich geht es vor Allem darum, daß ich damit die Wirkung der Dosis besser einschätzen kann. Wenn die Wirkung schon verpufft, wer er nach Hause kommt (12.30 Uhr) oder die Hausaufgaben macht ( nicht vor 14 Uhr), dann kann ich das nicht.

Wobei eines klar ist: wenn die Wirkung von Ritalin LA 20 mg nicht bis ca. 15-16 Uhr anhält (also bis er die Hausaufgaben erledigt hat), dann werde ich den Arzt nach einem Präparat fragen, dessen Wirkung länger hält. Nach den Hausaufgaben darf er ruhig wieder "spinnen", damit habe ich eigentlich kein Problem. Die Konzentrationsschwäche im Unterricht und bei den Hausaufgaben dagegen stellt eine richtige "Behinderung" dar.

Weißt du zufällig welche Retardpräparate es gibt und in welcher Dosierung sie zur Verfügung stehen? Der Arzt hat von Concerta und glaube ich Equasym (?) gesprochen, ich kenne aber nicht die Dosierungen.

LGZut



von Zut - am 27.10.2009 08:24
Hallo Zut!

Über Concerta kann ich Dir ein bisschen Auskunft geben.
Das gibt es mit 18, 27, 36 und 54 mg Wirkstoff pro Kapsel, wovon allerdings - soviel ich weiß - nie alles ausgeschüttet wird.
Ich hab jetzt auch schon was von 72 mg aufgeschnappt, weiß allerdings nicht, ob es diese Form auch schon in Deutschland gibt.
Für Dein Kind wäre es vorerst ohnehin bestimmt nicht relevant.

Ein Teil des Wirkstoffes ist in der Außenhülle der Kapsel enthalten, um ein möglichst schnelles Einsetzen der Wirkung zu gewährleisten. Trotzdem dauert es eine Weile, und mein Sohn (12) bekommt deshalb morgens 5 mg Ritalin dazu.

Sobald sich die Hülle aufgelöst hat, bleibt eine Kunststoffkapsel mit einem kleinen Loch übrig, durch das der Wirkstoff nach und nach vom Magensaft ausgespült werden kann. Die leere Kapsel wird später - meist unbemerkt - über den Darm ausgeschieden.

Dadurch wird eine kontinuierlichere Wirkung erreicht, als bei anderen Retard-Medikamenten, deren Wirkstoff in mehrere, sich verschieden schnell auflösende Schichten eingebettet ist und so schubweise freigesetzt wird.
Das Präparat ist deshalb aber auch teurer, weshalb sich bei uns in Österreich die Krankenkasse ganz gern windet, wenn sie es zahlen soll.

Ich bin aber ein großer Fan dieses Medikaments, weil es meinem Sohn die Wirkungs-Achterbahn, die beim Kurzzeit-Medikament unvermeidlich war, weitgehend erspart. Allerdings kann auch bei Concerta - zum Beispiel durch besondere Anforderungen des Tages - manchmal eine Unregelmäßigkeit in der Wirkung vorkommen.

Er hat übrigens, nachdem er auf 3 x 10 mg Ritalin eingestellt war, mit 36 mg Concerta begonnen, was wunderbar gepasst hat.
Inzwischen ist es durch Wachstum und einsetzende Pubertät nötig geworden, auf 54 mg Concerta umzusteigen.

Ich hoffe, diese Informationen nützen Dir!
Liebe Grüße!

Agnes

von Agnes69 - am 27.10.2009 08:59
Equasym Retard funktioniert im Prinzip wie Ritalin LA und Medikinet Retard, damit kann man also keine längere Wirkung erzielen.

Bei Concerta (s. Agnes) muss allerdings dazu gesagt werden, dass ich das als "Medikament der Extreme" kennengelernt habe. Entweder scheint es blendend zu funktionieren, oder es gibt (selterner) ganz heftige unerwünschte Nebenwirkungen.

von Humburger - am 27.10.2009 09:18
Liebe Agnes,

wenn auch etwas spät, hier mein Dank für deine ausführliche Antwort!

Wenn mein Sohn auf MPH anspricht, möchte ich, daß er irgendwann Concerta bekommt. Denn so wie ich das verstanden habe, ist das das MPH Präparat mit der längsten Wirkung, oder?

Übrigens: wie lang wirkt Concerta bei deinem Sohn?

LG Zut

von Zut - am 29.10.2009 12:24
Hallo Zut!

Hmmmm - schwer zu sagen!
Dadurch, dass die Wirkung normalerweise ziemlich fließend endet,...
Außerdem ging es ihm auch mit Ritalin schon so, dass er auch nach Ende der Wirkungszeit immer noch ausgeglichener war als sonst. Ich erkläre mir das so, dass er, weil es ihm duch die Medis nicht so viel Mühe gemacht hatte, sich zu kontrollieren, hinterher noch "Nervenreserven" übrig hatte.

Jedenfalls bekommt er das Concerta immer zum Frühstück (also an Schultagen zwischen 6:30 und 7:00), und ich schätze, so um 15:00 herum dürfte die meiste Wirkung weg sein. - Rund acht Stunden also.

Liebe Grüße!

Agnes

von Agnes69 - am 29.10.2009 19:38
Danke Agnes!

8 Stunden ist nicht viel...macht dein Sohn die Hausaufgaben vor 15 Uhr?

Mein Sohn nimmt jetzt seit Samstag 10 mg Ritalin morgens ( im Moment um 8-8.30 Uhr, da wir in Urlaub sind) und er scheint 1/2 Stunde später tatsächlich ruhiger/mitarbeitswilliger zu sein als vorher. Vor der Tablette nörgelt er rum, danach ist er den "liebsten" Sohn...ich glaube nicht, daß es Einbildung ist. Heute hat er 1,5 Stunde nach der Einnahme der 10 mg seine Math-und Deutschaufgaben in einer 1/2 Stunde erledigt, zügig, ohne Nörgeln, ohne sich ablenken zu lassen...ein deutlicher Unterschied!Und Gestern ist der Arztbesuch vormittags super gelaufen!

Ich habe heute dann gegen 12.30-13.00 gemerkt, wie die Wirkung langsam nachgelassen hat. Wir hatten dann eine heftige Auseinandersetzung, weil er meiner Aufforderung nicht nachkommen wollte...dann war er wieder die kleine "Nervensäge", die ich gut kenne.

Ich glaube, Ritalin 10 mg wirkt also gut 4 Stunden. Bin gespannt, wie er mit 20 mg LA reagieren wird. Ich hoffe vor Allem, daß es solange wirken wird, bis er die Hausaufgaben erledigt hat. Seit ein paar Tagen gilt ja die Regel " Ich fange meine Hausaufgaben 30 Minuten nach dem Mittagessen an", das bedeutet, daß er zwischen 13 und 13.30 Uhr anfangen soll. Dann braucht er ca. 1 Stunde. Hoffentlich wirkt Ritalin LA 20 mg mindestens bis 15 Uhr. Dann hätten wir das Schwierigste (Schule und Hausaufgaben) geschafft.

Was mir im Moment aber Sorge macht ist die Appetitlosigkeit: er frühstückt jetzt gar nicht und mittags isst er deutlich weniger als vorher (vorher war er sein sehr guter Esser, hat sich meist noch was serviert). Deswegen habe ich ja angefangen, ihm Nährstoffe zum Ausgleich zu geben ( Vitamin B, Zink und ab Morgen Eisen und Magnesium. Ich suche noch ein Fischöl, daß er gerne nehmen würde).

Dauert diese Appetitlosigkeit an? Oder hört sie nach ein paar Wochen auf?

LGZut

von Zut - am 03.11.2009 13:48
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