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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Karin66, Dagmar D., Sternchen*

wie kommt der Papa damit klar

Startbeitrag von Karin66 am 30.03.2010 22:57

Hallo Ihr Alle,

leider habe ich immer nur spät Abends Zeit.. Wie kommen Eure Männer mit dem "Problem" ADS/ADHS klar ? Unsere Beziehung hat die ganzen Jahre über abgebaut und Fakt ist, dass er keine Ahnung hat was zu tun ist und was überhaupt in seinem Kind vorgeht.
Er hat leider keinen Plan und ich weiß, es wäre besser, ich würde mich von ihm trennen. Aber, ist es für ein ADHS Kind nicht noch schwerer. Ihr Papa ist öfters nicht zu Hause bevor sie schläft (was mir auch am liebsten ist) und sie frägt ganz selten nach ihm. Natürlich hat sie von den Spannungen mitbekommen und sie hat mir auch mal gesagt, sie möchte nicht, dass wir uns trennen. Sie bekommt doch viel mehr mit, als wir denken. Sie hat einen IQ von 125, ob Segen oder Fluch sei mal dahingestellt.

Fakt ist, eigentlich will ich mich scheiden lassen, aber ich will auch das Beste für mein Kind.. Ach ja, ich bin in 2. Ehe verheiratet, es liegt eigentlich nur an Chiara, ich weiß nicht ob es gut oder schlecht für sie ist.. ich will immer nur das Beste für meine Kinder..

Antworten:

Hallo Karin!

Willkommen bei uns im Forum oder hattest Du schon öfters geschrieben???Wenn ja,sorry,habs nicht geschnallt.

Also,bei uns war das auch mal so und was UNS allen viel und dem Papa Aufklärung/Verständnis gebracht hat,war eine Familien-ADHS-Rehakur von insgesamt 6 Wochen in Bad Gottleuba.
Dort wurden auf Wunsch auch die Medis überprüft o.neu eingestellt und das war auch unser Glück.

Etwas besseres hätte mir/uns nicht passieren können,denn erst dort schnallte mein Göga,was eigentlich los ist und verstand endlich,was ich meinte.
Dazu kommt,daß er selbst ADSler ist und eben durch unseren Sohn oft sein Spiegelbild sah,nur er sah sich dabei nicht selbst.

Noch in der Reha mußten wir dann überlegen,welche Hilfen wir Zuhause brauchten,daß wurde dann mit in den Abschlußbericht geschrieben und ich habe diese dann gleich 1-2Tage später beantragt und in 4Wo.hatten wir sie schon.

Ich denke heute noch an diese Rehakur zurück und an diesen tollen Familienhelfer,der eigentlich in einem betreuten Jugend/Wohnen für verhaltensauffällige Kids arbeitet.
Aber der war gut,denn er wußte um was es geht und das die GANZE Familie mitarbeiten muß,daß haben wir dann nach+nach auf die Reihe bekommen.

Somit wurde allen geholfen,daß Kind konnte weiter Zuhause wohnen und wir Eltern haben uns NICHT getrennt,daß Thema hatten wir zu der Zeit auch oft genug,daß glaub man.
Auch mein Schatz war öfters weg,als Zuhause und gab dann zu,daß er lieber außerhalb der Wohnung für andere o.nur meine Aufgaben/Arbeiten erledigt,als sich mit den Kids zu beschäftigen.
Aber das hat sich dann mit dem älter werden der Kids einwenig gebessert.

Unser Sohn hatte/hat auch einen IQ von 128(weiß nicht,ob er heute höher liegt) und da er in öffentl.Schulen nicht gefördert werden konnte,haben wir ihn auf eine kirchl.Privatschule geschickt,so hat er dann wenigstens den erweiterten HS-Abschluß gemacht.

Wenn Du noch weitere Fragen hast,oder mehr über die Reha erfahren möchtest,frag mich einfach.

Viel Glück und liebe Grüße von Sternchen*

von Sternchen* - am 01.04.2010 12:19
Hallo Karin,

für Kinder ist ein getrenntes Elternpaar leichter zu ertragen, als ein Paar, bei dem sie emotional dauernd in der Luft hängen.

Dennoch ist eine vollständige Familie schon was Schönes, denn man kann sich ja auch gegenseitig unterstützen.

Den Vorschlag von Sternchen, mal eine gemeinsame Kur zu machen, halte ich für prima. Versuch doch deinen Mann mal zu überzeugen. Denn dort bekommt er auch ganz viele Infos und Tipps. Vielleicht entzieht er sich auch, weil er sich nicht traut, weil er unsicher ist. Dann könnte er dort Sicherheit gewinnen.

Wenn das nicht gehen sollte, dann wäre ein gemeinsames Elterntraining ein guter Einstieg. Auch dort lernt man ein grundlegendes Verständnis von ADS und viele Tipps und Tricks.

Habt ihr schon mal über Vater-Kind-Beschäftigungen am Wochenende gesprochen? Mein Mann hatte sehr lange Arbeitstage und war deshalb unter der Woche kaum in der Lage sich um die Kids zu kümmern. Er hat dann am WE mit den Kindern Ausflüge gemacht zum Schwimmen, Spielen, etc., eben was das Angebot vor Ort hergibt, aber auch Hausaufgaben und für Arbeiten gelernt. Das hatte einen doppelt positiven Effekt. Er konnte eine gute Beziehung zu seinen Kids aufbauen und ich war für einige Stunden entlastet, was ich nach den anstrengenden Wochen gut brauchen konnte.

Und Papas mögen es auch ganz gerne, wenn die Mama sich glücklich über die Entlastung zeigt und ihm sagt, dass er das gut mit den Kids hinkriegt :-)



von Dagmar D. - am 04.04.2010 12:58
Hallo Dagmar,

ehrlich gesagt, ertrage ich meinen Mann fast gar nicht mehr. Wäre da nicht unsere Kleine, hätte ich mich schon lange getrennt. Aber ich will ihr nicht den Vater nehmen, wenn es vielleicht noch eine kleine Chance gibt, darum versuche ich es immer noch mal, in der Hoffnung, dass sich was ändert.

Eltertraining hört sich ja ganz gut an, aber ich bezweifle, dass er da richtig mitmacht. Als wir mal ein Beratungsgespräch mit einem Psychologen im Kindi hatten, ist er fast eingeschlafen... war alles in allem sehr peinlich, denn das wenige das er dazu beigtragen hat, war nur Mist gewesen.

Ich habe einfach Angst, dass eine Trennung für unsere Tochter noch schwerer zu ertragen ist, als für "normale" Kinder. Wann ist das "richtige" Alter für ein Kind um sich vom Partner zu trennen ? Hat Jemand Erfahrungen damit gemacht ? Unsere Chiara wird im Juni 7 Jahre alt und kommt in die 2. Klasse.

Liebe Grüße, Karin

von Karin66 - am 10.04.2010 08:39
Hallo Karin,

ich bin ein großer Optimist und glaube immer sehr stark an die Liebe der Väter zu ihren Kindern. Versuche doch mal ein Gespräch, in dem du darstellst, dass es ja nicht um dich geht, sondern um den guten Umgang mit eurer Tochter und um seine Unterstützung ihr gegenüber. Vielleicht tut er es ja der Tochter zuliebe. Er ist in seiner ganzen Professionalität als Vater gefragt.

Meinst du er würde einer Paarberatung zustimmen? Dort könntet ihr auf "neutralem" Boden eure Erwartungen an die jeweilige Rolle als Vater und Mutter, aber auch als Partner besprechen und möglicherweise gemeinsame Grundlagen zu weitermachen erarbeiten. Auch eine Trennung würde ich nur im Rahmen einer Paarberatung machen, damit eure Tochter nicht all die verletzten Gefühle mitbekommt, sondern diese einen Raum bekommen.

Wie sieht dein Mann denn die Ehe? Möchte er sie aufrecht erhalten? Möchte er Vater sein (mit allem was dazu gehört)?

Ich denke nicht, dass für eine Trennung der Eltern ein richtiges Alter der Kinder gibt. Kinder sind je kleiner sie sind unglaubliche Romantiker, sie wollen beide Eltern, sie sind ja beide richtige und wichtige Bezugspersonen. Ich denke, wichtiger als auf das richtige Alter zu warten, ist, wie man es den Kids erklärt. Wenn man es schafft ihnen zu sagen, dass es auf der Paarebene nicht mehr klappt, dass aber beide in ihrer Elternrolle immer ansprechbar sind, dann kann ein Kind damit leben. Es muss beide Elternteile uneingeschränkt lieben dürfen, dazu ist Voraussetzung, dass ein Partner dem anderen keinen Schmutz hinterher wirft (auch nicht in Gedanken, das merken Kids mehr als wir glauben). Und deshalb halte ich es für so wichtig eine Trennung innerhalb einer Paarberatung durchzuziehen. Dann können alle Verletztheiten auf den Tisch und zwischen den Partnern bearbeitet werden. Das Kind muss dann nicht hineingezogen werden, weil es diesen Raum auf Paarebene gibt. Ein Rosenkrieg findet immer auf dem Rücken der Kinder statt.

Schau mal, dass du deinen Mann ins Boot bekommst, entweder um eure Beziehung wieder auf die Füße zu stellen, oder um eine Trennung hinzubekommen, mit der eure Tochter gut umgehen kann.

Ich wünsche dir viel Kraft :-)

von Dagmar D. - am 10.04.2010 14:53
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