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Informationen zum Thema:
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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 7 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Agnes69, Little Raven

Schlafen gehen...

Startbeitrag von Little Raven am 04.03.2011 11:28

Hallo

Ich war lange nicht hier was nicht heisst dass immer alles gut war.

Ich bräuchte mal ein paar Tips von euch.
Mein Sohn ist mittlerweile 13 (Concerta 54 und Risperdal 0,5)
Das Problem ist nicht das schlafen an sich,
sondern dass ich nicht schlafen gehen "darf" bevor er eingeschlafen ist.
Er kann es nicht richtig erklären sagt nur er kann dann nicht schlafen.
Ich bin doch da,gehe nicht weg,aber wenn er merkt ich bin im Bett
kommt er echt alle 5 Minuten raus.
Ich habe es die ganze Zeit akzeptiert,aber nun muss ich um 5 Uhr
aufstehen und möchte einfach auch mal früher schlafen gehen.
Bis jetzt ist es immer so dass ich vorm Fernseher schon sitzend halb
einschlafe,oder dann halt auf dem Sofa bis ich irgendwann wach
werde weil mir alles weh tut.

Die Tür auflassen ist schlecht da wir drei Katzen haben.
Muss er aber auch nicht haben solange ich noch wach bin.
Und ein Nachtlicht hat er auch.
Wie mache ich es ihm verständlich dass ich meinen Schlaf brauche?

lg Anne

Antworten:

Hallo Anne!

Als ich den Betreff Deines Eintrags las, war meine erste Reaktion:
"Okay, Mami! Gute Nacht!" ;-)

- aber im Ernst:
Ich weiß nicht sicher, ob meine Gedanken zu Deinem Problem wirklich zielführend sind, denn mit dergleichen hab ich noch keine eigenen Erfahrungen, aber was mir spontan dazu einfällt ist:

Dein Goldstück ist mir deutlich zu alt für solche "Spinnereien".
Mit 13 muss man wirklich kapieren, dass Mama auch ein Mensch ist, der Bedürfnisse hat, und dass auf die genauso Rücksicht genommen werden muss, wie auf die der Kinder.

Mein Sohn ist 14 (also halbwegs vergleichbar), und wenn er sich so verhalten würde, dann würde ich erstmal mit ihm drüber reden, und gemeinsam überlegen, wie man ihm das "Drinnenbleiben" leichter machen kann.
Aber egal, ob Ihr dabei eine gute Lösung findet oder nicht - "Rauskommen" ist keine Option mehr - so oder so!
Wenn er es nicht einsehen kann oder will, dann würde ich es ihm schlicht verbieten. - Mit Konsequenzandrohungen wie Fernseh- oder Computerverbot. Von mir aus auch mit Belohnungsversprechen für den Übergang, bis es klappt - was immer bei Deinem Junior am besten zieht.

Ich denke, das ist einfach eine Sache, die bei ihm im Kopf feststeckt.
Unsere Kinder zeigen ja oft gewisse Züge, die an Autismus erinnern, wie eben zum Beispiel eine starke Abneigung gegen Änderungen der täglichen Routine.
Aber sobald sie da mal drüber sind, läuft es wieder. Ist nur eine Frage der Umgewöhnung.
Mit dergleichen wird er in seinem Leben immer wieder mal konfrontiert sein, und dann wird auch keiner Rücksicht darauf nehmen, dass er sich dabei nicht wohlfühlt. Mit 13 ist er für mich in einem Alter, wo er lernen muss, so etwas durchzustehen.

Beginnt mit der Umstellung am Wochenende, wenn es nicht so tragisch ist, wenn er spät einschläft (noch besser wären Ferien), und dann - Augen zu und durch!
Klingt vielleicht ein bisserl hart, aber ich hab keine andere Idee.
Vielleicht ist ja jemand anders hier kreativer...

Gutes Gelingen und einen lieben Gruß!

Agnes

(...deren Sohnemann übrigens die größte Freude hätte, wenn Mami - und am besten auch Papi - frühzeitig im Bett verschwände und sich nicht mehr rührte. Dann würde nämlich keiner nachschauen und merken, dass er lesenderweise Nachschichten schiebt. Und keiner würde meckern... ;-) )

von Agnes69 - am 04.03.2011 14:57
Ach ja...
...als Einschlafhilfe habe ich noch einen Tipp, der mir in meinen Schwangerschaften oft geholfen hat. (Normalerweise schlafe ich wie ein Murmeltier, aber in der Zeit bin ich öfter wach gelegen.)

Ich atme langsam (durch die Nase) ein und zähle dabei in Gedanken bis 20.
Dann kommt ein Augenblick Pause,
und dann atme ich aus (gebremst - ich höre dem Strömen der Luft zu) und zähle wieder bis 20.
Dann wieder eine kurze Pause, bevor ich erneut
einatme. Nun zähle ich aber nur noch bis 19
- ebenso bei der Ausatmung.
Und so geht es weiter, bis ich bei 3 runter bin.
Bei Bedarf fange ich dann nochmal von vorne an.

Das bewirkt zweierlei:
Erstens hilft die vertiefte Atmung beim Entspannen, und
zweitens stoppt das Zählen die Gedanken, die sich gern wie ein Karussell im Kopf drehen.
Vielleicht lenkt es Deinen Jungen auch von dem Gedanken daran, dass die Mama schon im Bett liegt und nicht mehr "Gewehr bei Fuß" steht ab?

Zusätzlich kann man sich noch bei der Ausatmung vorstellen, jedes Mal ein wenig tiefer in die Matratze einzusinken. Damit gibt man das Gewicht des Körpers ab, und enspannt die Muskeln, die noch auf "Halten" eingestellt sind.

Also wenn ich nicht gerade völlig überdreht bin, schlafe ich spätestens beim zweiten Zyklus ein.
Wenn die Gedanken abgeschweift sind, dann fange ich bei der letzten Zahl an, an die ich mich noch sicher erinnern kann.
Wenn es oft passiert, dann bin ich meist ohnehin schon am Einschlafen. Dann gebe ich den Versuch, mich zu konzentrieren auf, und bin normalerweise gleich weg.

Voraussetzung ist aber ein Wille, einzuschlafen.
Daran scheitert es oft bei meinen Kindern.
Wenn ich sie an diese Technik erinnere, meckern sie oft: "Das ist aber sooo fad!"
Darauf ich: "Genau! Und vor lauter Langeweile schläfst du ein!"
Nützt aber nix, wenn sie es nicht - oder nur mit großem inneren Widerwillen - machen...

Wichtig ist es auch, die Augen bewusst geschlossen zu halten.
Man sieht ja auch im Dunkeln ein wenig, und das beschäftigt das Gehirn leicht, sodass man nicht zur Ruhe kommt.

Liebe Grüße,

Agnes



von Agnes69 - am 04.03.2011 15:19
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