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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
mella, hilde

kennt ihr das?

Startbeitrag von hilde am 18.03.2011 08:20

hallo an euch alle!

unser jüngster sohn (5j.) zeigt ein verhalten, dass ich nur schwer einschätzen kann.

er hat überhaupt kein gefühl für eigentum. das heißt, er nimmt aus dem kindergarten oder von anderen kindern zu hause sehr häufig irgendwelche sachen mit (löffel, spielsachen,...), für die er oft nicht mal eine "verwendung" hätte und die er dann auch nicht mehr beachtet. ich finde die sachen dann in hosen- oder jackentaschen, irgendwo in seinem zimmer oder sonst wo.

andererseits scheint er auch zu seinem besitz kaum ein verhältnis zu haben und verteilt ihn großzügig.
wenn er etwas baut oder malt, zerstört er es oft ohne jede regung gleich wieder. manchmal habe ich das gefühl, seine kunstwerke regelrecht vor ihm retten zu müssen.
wenn ich versuche, das mit ihm zu besprechen, habe ich den eindruck, er möchte zwar freundlich mit mir sprechen, aber letztlich habe ich den eindruck, er versteht gar nicht, was ich eigentlich von ihm will.
die erzieherin im kindergarten beschreibt das ähnlich und ist ebenfalls sehr irritiert über dieses verhalten.

kennt eine von euch solche verhaltensmuster von ihrem kind? ich wäre sehr dankbar für tips und erfahrungen, wie ihr damit umgeht...

gruß von einer ratlosen hilde.

Antworten:

Hallo hilde,
Ich kenne dieses Verhalten aus dem Kindergarten, das Kinder oft das Spielzeug (Auto, Buch e.c) mit nach Hause nehmen, weil es ihnen gut gefällt.
Sie machen sich darüber keine Gedanken das, das Spielzeug dem Kindergarten gehört.
Es können auch Löffel e.c sein, weil das Kind meint, es könnte etwas damit anfangen. Später haben sie dann oft keine Verwendung dafür, aber die Eltern sind entsetzt, dass ihr Kind etwas mitgenommen hat.
Das Bewusstsein" Das darf ich nicht mit nehmen." entwickelt sich bei Kindern unterschiedlich.
Ich bin Erzieherin und habe diese Verhalten öfter erlebt.
Wie gesagt die Kinder denken in dem Moment nicht über ihr Tun nach.

Du kannst versuchen Deinen Sohn zu sensibilisieren, es gibt da einige Kinderbücher darf ich sie hier nennen?Ich kann Dir zum Thema Zerstörung einiges schreiben ,schreibe später mehr……

Liebe Grüße

mella


von mella - am 18.03.2011 16:34
Hallo hilde,
kann ich Dir an Deine Mail Adresse schreiben,zu den Thema“ zerstören“gibt es einige Erkenntnisse ,die vielleicht sonst den Rahmen sprengen!
Liebe Grüße mella




von mella - am 20.03.2011 12:15

Re: Ergänzung

Hallo hilde,
Das Buch ist vom kleinen Rabenund heißt Alles meins" (und wenn mann alles hat, dann spielt keiner mehr mit einem). .. Oder 10 Tricks, wie man alles kriegen kann. Ein lustiges Buch mit Hintergrund.

Die Moralentwicklung der Kinder beginnt erst um das 5 Lebensjahr ;Was ist Gut was ist Schlecht
;Was ist richtig was ist falsch.“(Kindergarten heute Säugling bis Schulkind)steht einiges zur der Entwicklung von 5 Jährigen sehr interessant.

Mach Dir nicht so viel Sorgen,aber ich kenne das besonders wenn die Erzieherin auch keinen Rat weis.(vielleicht braucht sie eine Fortbildung)

Ich habe mich weitergebildet im Kleinstkindbereich 0-3 Jahren und habe mich dadurch sehr mit dem Thema Spiel beschäftigt.
Ich habe auch dazu eine Hausarbeit geschrieben und eine Prüfung am 18.03.11 gemacht.

Falten, knittern, reißen das Papier wird untersucht.
Das Kind betrachtet ein Stück Papier es befühlt das Papier und betrachtet mit seinen Augen das Material. Es wendet das Blatt schaut es an, zerknüllt das Papier es raschelt und knistert. Später lernt das Kind das Papier zu falten, bis es ganz klein ist.

"Man sollte sich vergegenwärtigen, welche Lernerfahrungen dahinterstecken, wenn Krippenkinder ihre ersten gekritzelten Bilder wieder auf ihre scheinbar achtlose Art zerknüllt, gerollt oder zerknittert haben."
(Krippenarbeit Live S.53)

Kinder erforschen auch was passiert, wenn ich den Turm umkippe?
Die Gegenstände Bausteine aus den ich den Turm gebaut habe, was wird aus diesen werden sie wieder gleich?
Zu den Bauen gehört auch die Rückführung des gebauten.
Die Kinder zerstören das gebaute, um die Gegenfrage des verbinden zu erforschen.
Was passiert werden die zusammengefügten Gegenstände das, was sie mal waren?

Dies ist ein normaler Lernvorgang von uns Erwachsen wird es oft als Zerstörung angesehen dabei ist es ein normaler Prozeß.
Um die Dinge zubegreifen zuerforschen, wie sie zusammengehören.

Ich habe einfach ein paar Texte aus meiner Arbeit kopiert.
Ich finde das vieles auch auf älter Kinder passt.
Ich habe auch einiges dazu gelernt besonders; warum Kinder Sachen zerstören
;Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer dazu"
finde ich treffend" man lernt nicht aus aber neues dazu."

Vielleicht konnte ich Dir etwas helfen.
Viele Grüße
mella



von mella - am 22.03.2011 17:46

Re: Ergänzung

liebe mella!

ganz vielen herzlichen dank für die ausführlichen anworten, die mir wirklich sehr helfen!!!

du bist ja genau in diesem thema drin. bist du ausgebildete erzieherin? wegen unserem kleinen bin ich zur zeit echt ziemlich in sorge. mit dem großen bruder ist es oft so anstrengend und schwierig, dass der kleine auch ganz schön unter stress steht.

er wird im kindergarten von einem echt heftig von adhs betroffenen jungen täglich geschlagen und geschubst. wir hatten schon zahlreiche gespräche mit erzieherinnen, leitung und natürlich auch dem jungen und seiner mutter. aber so richtig hilft nichts. und meiner währt sich grundsätzlich nicht sondern weint sehr schnell. na, und dann noch das sachen mitnehmen etc..

und an regeln hält er sich auch nicht. naja, ich bin schon so ein bisschen in sorge, dass da auch ein ads im hintergrund sein könnte.

ich hatte in den letzten tagen den pc gar nicht an, weil ich soviel anderes zu tun hatte. nachdem wir nun seit weihnachten auf einen klinikplatz für unseren großen gewartet haben, kann er morgen nun endlich aufgenommen werden.

okay, also: DANKE nochmal!

gruß, hilde.



von hilde - am 24.03.2011 19:55

Re:

Hallo Hilde,
Ich kann Dich gut verstehen, dass Du Dir viele Sorgen machst.
Ich bin Erzieherin aber im Moment zu Hause. Ich hatte eine befristete Stelle aber das Arbeitsklima war sehr schlecht.
Die Kinder kamen auch zu kurz und dann noch die Weiterbildung als Krippenpädagogin (Facharbeit, Prüfung usw.)
Es war einfach zu viel jetzt Will ich erst mal schauen, dass es mit Merlin besser läuft und dann möchte ich gerne wieder los und im Krippenbereich arbeiten.

Ich habe in vielen Einrichtungen gearbeitet Hort, Kindergarten, Krippe leider ist es so das viele Erzieherinnen/Erzieher sich nicht Weiterbilden.
Es gibt so viele neue Erkenntnisse in der Pädagogik, nur man muss auch bereit sein sich darauf einzulassen, dazu zu lernen und auch an sich selbst zu arbeiten.

Ich habe auch im meiner letzten Einrichtung gemerkt, dass es leider nicht so ist.
Es steht viel auf dem Papier wie gearbeitet wird Konzeption, aber es wird oft nicht praktiziert.
Mein Sohn hatte damals im Regelkindergarten Probleme wegen der Sprache. Die Leitung sagte dann zu mir; Sie sind doch Erzieherin warum spricht ihr Kind nicht?“
Mein Sohn bekam dann schon Logo und Ergo.
Er wurde ausgegrenzt von der Leitung und den anderen Kindern, oft kam er mit blauen Flecken nach Hause.
Er könnte es mir auch nicht erzählen nach und nach ist es dann raus gekommen und ich habe meinen Sohn in einen anderen Kindergarten angemeldet es war damals der Sprachheilkindergarten vorher.

Natürlich Gespräch bei der Region und Überprüfung, weil der Platz gefördert wird.
Mein zweiter Sohn ist gleich in einen anderen Kindergarten gekommen und die Leitung war sehr nett dort. Ich musste auch um den platzt kämpfen, da eigentlich der fühere Kindergarten von Merlin für uns zuständig war.

Kannst Du vielleicht erst mal Hospitieren und Dir den Kita Alltag ,mal anschauen wird oft angeboten.

Gibt es sonst einen anderen Kindergarten, wo dein Sohn hingehen könnte?
Wichtig finde ich als Mutter, dass man Ernst genommen wird von den Erzieherinnen aus der Einrichtung (Erziehungspartnerschaft) und das man angenommen wird natürlich auch dein Sohn.

Dieses ist sehr wichtig!

Ich wünsche erst mal Deinen großen Sohn alles Gute in der Klink.
Wir schauen uns die Klink in Holzminden noch mal am 20.04 an.
Alles Gut für Dich und viel Kraft.

Viele liebe Grüße
mella


von mella - am 25.03.2011 14:52
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