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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 11 Monaten
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JOMAMA

Zum 2.Mal beim SPZ! Doch ADS?

Startbeitrag von JOMAMA am 31.03.2015 20:26

Hi ihr Lieben,

ich weiß nicht, ob hier noch jemand liest, aber ich versuche es trotzdem.

Zur Erinnerung kurz zu unserer Geschichte:

Sohn, 12, Schreibaby mit schlimmen Schlafstörungen, Besserung nach Hilfe durch die Münchner Sprechstunde für Schreibabys.

Als Kleinkind dauernd auf Achse, zeichnet/malt so gut wie nie, den ganzen Tag draußen beim Toben.

Im Kindergarten angeblich laut Erzieherin unauffällig, was leider nicht stimmt. Die Wahrheit offenbart sie mich nach der ADS Diagnose mit 7: das Kind war Außenseiter, spielte kaum mit den anderen Kindern, hatte oft Wutanfälle wegen Kleinigkeiten, war im Stuhlkreis sehr ablenkbar.

Der Kinderarzt verneint meine Frage nach einem möglichen ADS bei jeder Vorsorgeuntersuchung. Wenn das Kind nur zu Hause auffällig sei, habe es kein ADS. Unser Kind ist aber überall auffällig: zu Hause (hält sich nicht an Regel, weigert sich, Zähne zu putzen, usw.), bei den Großeltern ("Er hört nicht, macht nur, was er will!", " Er kommandiert seinen kleinen Cousin rum!"), bei Freizeitbeschäftigungen. Er zerstört z.B. die Spritzblume eines anderen Kindes bei einem Vereinsfest.

Mit 5-6 Jahren gibt es zunehmend Ärger mit der Schiegerfamilie väterlicherseits, Großeltern und Tante/Onkel beschweren sich, er sei frech, unerzogen, aggressiv, er kommandiere den kleinen Cousin rum. Die Tante ohrfeigt ihn bei einem Streit, Onkel/Tante verbieten ihm mit 7-8 Jahren das gemeinsame Spiel mit seinem Cousin und den Zutritt zu ihrem Haus.

Einschulung mit 6 Jahren. Lehrerin sagt mir, er wirke im Unterricht abwesend, verträumt, bekomme nicht mit, wann sie Aufgaben erteilt, fragt oft nach, was gemacht werden soll. Hat Mühe beim Schreiben (schlechte Schrift). Ich soll ihn beim Kinderarzt auf ADS untersuchen lassen.

Die Werklehrerin beschwert sich, dass er im Unterricht oft mit dem Nachbarn quatscht, nicht aufpasst, sich nicht auf seine Arbeit konzentriere. Die Leistung ist wegen der feinmotorische Schwäche eher schwach.

Der Kinderarzt lässt mir einen ADS Fragebogen für Eltern ausfüllen und sagte nach dem Auswerten, es sei eindeutig ein ADS. Gibt mir eine Überweisung für das SPZ.

Termin bei SPZ 9 Monate später. Auffälliges, oppositionelles, trotzendes, unruhiges Verhalten des Kindes während des Gespräches und der Untersuchung. Weigert sich, die Aufgaben zu erledigen.

Konzentrationstests durch Psychologin sind stark auffällig. Das Kind ermüdet so schnell, dass sie die 1. Testreihe abbrechen muss und bei einem nächsten Termin fortfahren muss.

Konzentrationstraining am Anfang der 2.Klasse, dazu Elterntraining, an dem ich allein teilnehme, weil mein Mann die Diagnose ablehnt und nicht mitmachen will.

Das Kind geht nicht gerne zu den Terminen. Aber die Konzentrationsspanne wird nach und nach länger, das Kind kann seine Hausaufgaben immer besser erledigen, irgendwann sogar selbstständig. Die Konzentrationstests nach dem Training zeigen in der Tat eine deutliche Besserung, die Lehrerin berichtet ebenfalls, dass er im Unterricht konzentrierter sei.

In der Schule vergisst er in der Grundschule oft Mützen, Flaschen, Brotzeitdosen. Die Hausaufgaben werden im Hausaufgabenheft oft gar nicht oder unvollständig eingetragen. Bücher und Hefte für die Hausaufgaben werden oft (fast täglich) vergessen, so dass ich einen Schulkameraden anrufen muss und manchmal die fehlenden Bücher/Hefte abholen muss.

Sehr schlampige/chaotische Heftführung. Schulranzen und Schlafzimmer ähneln einem "Saustall".

Nur 1 Freund in der 1.Grundschule (1.bis 3.Klasse). Mit diesem Freund streitet sich und rauft er bei jedem Treffen. Er wurde weder im Kindergarten noch in der Grundschule zu einem Geburtstag eingeladen. Kein Kind ruft an, um sich mit ihm zu verabreden. Die Religionslehrerin berichtet über Streitigkeiten mit anderen Klassenkameraden im Pausenhof, sogar Raufereien. Bei einer Skifahrt wird er von den anderen Kindern ausgelacht, bleibt abseits der Gruppe.

Mit 7 Jahren wird 1 Versuch mit Ritalin 10 mg nach 3 Tagen abgebrochen, weil das Kind nach einer Wirkzeit von ca. 4 Stunden, wo er sehr ruhig wirkt und sich ohne Ablenkung und Unterbrechung auf seine Hausaufgaben konzentrieren kann (vor dem Konzentrationstraining, zu einer Zeit also, wo selbstständiges Arbeiten unmöglich war), unter einer starken Reizbarkeit und Aggressivität leidet. Der junge Assistentarzt, der das Kind betreut, ist unerreichbar, weil für 2 Monate in Vaterschaftsurlaub gegangen. Meine Bitte, mit einem anderen Arzt zu sprechen, wird abgewiesen. Ich setze deswegen Ritalin auf eigene Faust ab, da die Situation am Nachmittag damit noch unerträglicher geworden ist.

2 Monate später bekommen wir einen Termin mit einer anderen jungen Assistenzärztin, weil der 1.Assistenzarzt die Station verlassen hat. Die junge Ärztin erweist sich als blutige Anfängerin, hat einen "Spickzettel" auf dem Arbeitstisch, den sie jedes Mal liest, wenn ich ihr eine Frage über ADS Medikamente stelle (sie kann z.B. das Molekül von Strattera nicht auswendig). Sie gibt auf Nachfrage ehrlich zu, erst seit 3 Wochen als Ärztin zu arbeiten. Sie habe ein "solches (stark oppositionelles Trotzverhalten)" nach eigener Angabe "noch nie gesehen" (AD(H)S wird in der medizinischen Fakultät NICHT unterrichtet!).

Mein Vertrauen im SPZ ist so erschüttert, meine Angst vor den Nebenwirkungen (Rebound) von Ritalin so groß, dass ich mit meinem Mann beschloss, unserem Sohn erstmal auf dieses Medikament zu verzichten.

Nach einer privaten Blutuntersuchung stellt sich heraus, dass er einen Zink-und leichten Magnesiummangel hat. Wir geben ihm diese Nährstoffe ca. 9 Monate lang.

Nach dem Konzentrationstraining kann er seine Hausaufgaben immer konzentrierter, zügiger, ohne Unterbrechungen und nach ein paar Monaten sogar selbstständig erledigen. Die Lehrerin berichtet ebenfalls über eine bessere Konzentrationsfähigkeit. Die Heftführung bleibt allerdings schlampig/chaotisch, die Schrift schlecht leserlich (er hält seinen Stift sehr verkrampft), die Vergesslichkeit (Schulsachen, Materialen) ist nach wie vor vorhanden.

Das Verhalten bleibt aber weiterhin trotzig, oppositionell, bei Streiten auch aggressiv. Er hat keine Geduld, er will etwas sofort haben/machen, regt sich auf, wenn dies nicht der Fall ist. Geburtstage und Weihnachten sind schwierige Ereignisse, weil er sich jedes Mal aufregt, das Falsche bekommen zu haben. Er stört die Freundinnen seiner Schwester bei Besuchen zu Hause, "erwürgt" sogar die beste Freundin, als er das Gefühl habe, sie habe ihn absichtlich geschubst. Freundinnen der Schwester werden deswegen nur eingeladen, wenn er gerade bei den Großeltern ist, bzw. später (ab der 4.Klasse), wenn er im Internat ist. Er "vermasselt" alle Geburtstage der Schwester, indem er die anderen Kinder beim Spielen stört, ihr Spielzeug durch die Luft schmeißt, usw.

Mit 9 Jahren weigert er sich, die Nährstoffe weiter einzunehmen. Reizbarkeit und Aggressivität wieder nehmen zu, so dass ich einen neuen Termin beim SPZ ausmache. Diesmal mit einer Kinderärztin. Die neuen Konzentrationstests sind komplett unauffällig.

Folge Morgen...

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