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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Anja71, Mama24

Suche andere Eltern zum direkten Austausch (Telefon, Treffen)

Startbeitrag von Anja71 am 25.09.2015 09:51

Liebe Alle,
mein Sohn ist 6 (gerade in die erste Klasse gekommen), Diagnose vor über 2 Jahren, auf Medis, ... , trotzdem ist die Interaktion mit anderen Kindern sehr schwierig, etc. (alles dabei, wie im Lehrbuch.....).
Keiner will mit ihm spielen, andere Eltern meiden uns, ... das übliche.

Deswegen suche ich andere Betroffene, mit denen man offen reden und sich austauschen kann, vielleicht auch mal ein Austausch, wie Ihr das mit Punkteplänen/Belohnungen macht; reflektieren, wie man kritische Situationen managen kann; sich einfach etwas unterstützen, indem man offen spricht, statt sich von Bekannten und Freunden zu isolieren (weil man die Desaster und peinlichen Situationen vermeiden möchte).

Vielleicht erst mal ein Austausch übers Forum, dann per Email und wenn man sich wohl fühlt, ein Treffen?
Ort: Frankfurt am Main

Herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen

Antworten:

Hallo Anja,

wahrscheinlich wird der Austausch mit einer Mama von einer 2-jährigen Tochter für Dich nicht sehr unterstützend sein. Mit 6 Jahren hat man andere Probleme.
Trotzdem wollte ich antworten, weil man doch so viel Gemeinsames hat. Grade das Gefühl isoliert und nicht verstanden zu sein kennen wir gut.

Mit 2 haben wir natürlich erst die Diagnose Regulationsstörung, mit Verdacht auf ADHS bekommen.

Es ist bei uns extrem anstrengt, vor allem die ständigen Wutausbrüche und das ewige Quengeln macht uns zu schaffen.
Wir versuchen konsequent zu sein und der Kleinen viel Liebe zu geben. Wir haben natürlich viele Tiefen, wo man am Rande der Verzweiflung ist.

Wir versuchen die Situationen zu meiden, wo man weiß, die werden bestimmt schlecht enden, das heißt bei uns, Wutausbruch. Auch Plätze, wo viele Reize sind, meiden wir.
Wenn dazu kommt, dass die Kleine "ein Theater" macht, vor allem draußen, stehe ich da bisschen wie eingefroren und warte, wenn sie sich beruhigt hat. Es ist natürlich sehr peinlich, bedrückend aber meine "Gefühllosigkeit" schutzt mich bisschen, indem ich mich in dem Moment mental abgrenze. Außerdem irgendwelche Intervention von meiner Seite in dem Moment bringt nichts. Ich habe auch aufgehört den Außenstehenden irgendwas zu erklären.

Auch mit anderen Eltern spreche ich nur sehr kurz und oberflächlich, da man schnell merkt, wie man selbst schwer hat und wie einfach es laufen kann. Das hat mich oft bedrückt.
Trotzdem haben wir Kontakt mit einer Familie, die auch ein kleines, pflegeleichtes Mädchen hat. Sie sind sehr offen und haben kein Problem mit unserer Situation.
Es ist bei uns auch so, dass die Kleine am meisten zu Hause anstrengt und auffällig ist. Am besten ist draußen, auf dem Spielplatz oder Park. Da kann man den Eindruck bekommen, wir haben ein Engel ;) Nicht immer natürlich.
Zu Hause explodiert sie dauernd und will 100% Aufmerksamkeit.
Auf dem Spielplatz ist sie verträumt und abgelenkt, was die anderen Kindern machen. In Geschäften usw. macht sie auch natürlich Zirkus.

Von der Familie bekommen wir wenig Verständnis, sie meinen, dass wir ständig jammern, wir hätten gerne ein perfektes Kind usw. Dann habe ich auch aufgehört, irgendwas zu erzählen. Es kostet nur Energie. Nur die Großeltern, die leider weit weg wohnen, die aber die Kleine durch längere Zeit erlebt hatten, wissen worum es uns geht.

Ihr habt die Diagnose ziemlich früh bekommen. Mit 4, oder?
In SPZ? Wir wohnen auch in Frankfurt, deswegen frage ich.
Ab wann nimmt euer Kleine die Medikamente?
Wie war es bei Euch, wenn euer Sohn 2 Jahre alt war? Habt ihr schon damals bemerkt, dass er Schwierigkeiten in den Kontakten mit anderen Kindern hat?
Wie läuft es jetzt mit den Lehrern? Wissen sie, dass euer Sohn ADHS hat? Kommen sie damit zu recht?

Mit 2 kann man noch schlecht von Spielen mit anderen Kinder sprechen. Momentan machen wir eine Eingewöhnung in die Krippe. Unsere Tochter braucht viel Zeit. Die anderen, die mit uns angefangen haben, sind schon längst eingewöhnt. Jetzt nach 6 Wochen geht es langsam. Zu Hause haben wir dafür die Hölle, weil die Kleine wahrscheinlich die allen Emotionen abreagiert. Sie schreit unheimlich viel, schlägt uns und schläft extrem schlecht. In der Krippe geht es aber. Sie zeigt auch positive Gefühle, wenn sie in die Krippe geht und freut sich andere Kinder zu sehen. Im Vergleich zu anderen spielt sie aber wenig, beobachtet eher, was die anderen Kinder machen.

Am Anfang, wenn sie jemanden nicht kennt, ist sie sehr zurückhaltend und dreht sich weg, wenn man sie anspricht.
Ich hoffe, dass die Krippe langfristig eine Besserung bringt.

Ich drücke euch die Daumen, dass es mit der Schule gut klappt und dass ihr dort Menschen trifft, die euch Verständnis zeigen.
Ich schicke euch viel Energie und Kraft von einer Familie aus Frankfurt, die eure Probleme gut verstehen kann.

Liebe Grüße

Mama 24

von Mama24 - am 29.09.2015 12:06
Liebe Mama 24,
vielen Dank für Deine schnelle Rückmeldung, ... hat mich sehr gefreut.

Bei uns wiesen die Symptome retrospektive schon früh darauf hin (angefangen mit "Dreimonatskoliken"....).
Wir waren nicht im SPZ, sondern in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychatrie, ... auf Medis seit einem Jahr.
Mit 2 kann man wohl wirklich nocht nicht viel sagen, gerade was die Interaktion mit anderen Kindern betrifft. Aber am besten früh einüben, d.h. begleitet ....

Diejenigen, die nichts verstehen (wollen), am besten ignorieren und sich schnell mit anderen Betroffenen austauschen, das fanden wir hilfreich.

Ich wünsche Euch alles Gute, ebenso viel Energie und Kraft,
Liebe Grüsse !

von Anja71 - am 05.10.2015 09:17
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