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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 6 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Vanessa_Unicorn, Himbeer26, Dagmar D.

Seit langem wieder Medikamente

Startbeitrag von Vanessa_Unicorn am 10.01.2017 03:51

Guten Abend, es ist gerade 3:48 Uhr in der Nacht. Ich kann mal wieder nicht schlafen. Heute aber aus dem Grund, den ich euch gleich sagen werde.

Davor allerdings erstmal etwas zu meiner Person.
Ich heiße Vanessa, bin 16 Jahre alt und habe neben verschiedensten Psychischen problemen auch ADS.

Bei mir wurde ADS eine Zeitlanh auch mit Ritalin behandelt. Zuletzt nahm ich es in der 4. Klasse, also vor 6 Jahren zu mir. Langezeit ging es ohne. Naja, man merkte aber das ich es nicht nahm. Ich konnte und kann mich schlecht konzentrieren, kaum zuhören, eben das was Ihr villeicht von euch selber kennt. Allerdings habe ich trotz ADS's einen sehr guten Realschulabschluss hibekommen. Fragt mich bitte nicht, wie viele Nachhilfestunden und Stunden des gefühlten, ewigen Lernens, was mir extrem schwer fiel, es gebraucht hat um das zu erreichen.

Nun zum eigentlich wichtigen. Seit Anfang des Schuljahres gehe ich auf ein Gymnasium, ja ein ADS Patient schafft es von Realschule auf ein Gymnasium. Allerdings fällt es mir hier noch viel schwerer, Nachhilfe bringt nichts. Ich schaffs einfach nicht und so stehe ich vor der Wahl: "Nehme ich wieder Ritalin um diesen Schulalltag meistern zu können, oder brech ich die Schule ab und suche mir eine Lehrstelle. Bei zweiterer Option ist die Frage, ob ich mich weniger Konzentrieren muss und Ritalin dann nicht brauche. Ich habe es so lange nicht genommen, ich weiß gar nicht mehr wie das ist. Ich bin kein Freund von Ritalin, aber ich weiß das es mir damals half. Aber ich nehme es nicht gern und möchte es eigentlich auch nicht wieder tun, ich weiß allerdings nichtmehr wirklich die negativen Seiten von Ritalin, villeicht könnt Ihr mir das ja sagen und mir eure Meinung mitteilen, was Ihr tun würdet, villeicht war ja auch einer mal in der selben Situation.

Würde mich über Antworten sehr freuen, hat viel arbeit gekostet so einen Text zu schreiben. :)

MFG Vanessa :3

Antworten:

Hallo Vanessa,

herzliche Glückwünsche zu deinem Schulabschluss.

Die Frage, die uns stellst, ob Medikament ja oder nein können wir hier nicht beantworten. Aber du kannst das selbst :-)

Nimm dir 2 DIN-A-4 Blätter und schreibe dir die pros und contras zu Schule und Ausbildung auf. Gewichte diese Punkte und schau mal, was dir wichtiger ist. Man braucht nicht um jeden Preis das Abitur, aber wenn man es machen möchte, dann sollte einem auch nichts daran hindern.

Mit Hilfe deiner Eltern kannst du dich an die Wirkungen und die Nebenwirkungen der Medikamente erinnern.

Wenn du auch das Thema auf deine Liste aufgenommen hast, kannst du entscheiden, ob du einen neuen Versuch machen möchtest oder auch nicht.

Ich wünsche dir viel Unterstützung bei deiner Entscheidung.

von Dagmar D. - am 23.01.2017 15:42
Hallo Vanessa,

Zitat


Bei mir wurde ADS eine Zeitlanh auch mit Ritalin behandelt. Zuletzt nahm ich es in der 4. Klasse, also vor 6 Jahren zu mir. Langezeit ging es ohne. Naja, man merkte aber das ich es nicht nahm. Ich konnte und kann mich schlecht konzentrieren, kaum zuhören, eben das was Ihr villeicht von euch selber kennt.


Darf ich dich fragen, warum du das MPH nach der Grundschule abgesetzt hast? Hast du es selbst entschieden? Oder deine Eltern? Oder der Arzt?


Zitat

Allerdings habe ich trotz ADS's einen sehr guten Realschulabschluss hibekommen. Fragt mich bitte nicht, wie viele Nachhilfestunden und Stunden des gefühlten, ewigen Lernens, was mir extrem schwer fiel, es gebraucht hat um das zu erreichen.


Glückwunsch! Aber nimm es mir bitte nicht übel und nicht als Vorwurf, wenn ich dir sage, was ich dazu meine: warum sich so quälen, wenn man ein Mittel (MPH) zu Verfügung hat, das gut wirkt und mit dem man deutlich leichter lernen kann? Weil die Eltern gegen die Einnahme sind? Oder die Lehrer? Oder weil man Angst hat, die Anderen meinen, man nehme eine Droge (leider immer noch ein häufiger Vorurteil!)?

Zitat

Nun zum eigentlich wichtigen. Seit Anfang des Schuljahres gehe ich auf ein Gymnasium, ja ein ADS Patient schafft es von Realschule auf ein Gymnasium. Allerdings fällt es mir hier noch viel schwerer, Nachhilfe bringt nichts. Ich schaffs einfach nicht und so stehe ich vor der Wahl: "Nehme ich wieder Ritalin um diesen Schulalltag meistern zu können, oder brech ich die Schule ab und suche mir eine Lehrstelle. Bei zweiterer Option ist die Frage, ob ich mich weniger Konzentrieren muss und Ritalin dann nicht brauche. Ich habe es so lange nicht genommen, ich weiß gar nicht mehr wie das ist. Ich bin kein Freund von Ritalin, aber ich weiß das es mir damals half. Aber ich nehme es nicht gern und möchte es eigentlich auch nicht wieder tun, ich weiß allerdings nichtmehr wirklich die negativen Seiten von Ritalin, villeicht könnt Ihr mir das ja sagen und mir eure Meinung mitteilen, was Ihr tun würdet, villeicht war ja auch einer mal in der selben Situation.


Darf ich dich fragen, wie du dich schließlich entschieden hast?

Ich sage wieder ganz ehrlich meine Meinung dazu: hätte ich eine solche schwere Konzentrationsschwäche, würde ich mich beim Erreichen eines solches Zieles so schwer tun und wüsste ich, dass mir ein Medi dabei schon mal ganz gut geholfen hat, würde ich es wieder einnehmen, zumindest bis ich dieses Ziel erreicht habe. Danach kann man sich immer für oder dagegen entscheiden, wobei es bei einem Studium auch sehr hilfreich sein kann, wenn man auch gut konzentrieren kann.

Ich verstehe nach wie vor nicht, warum nicht Betroffene nicht verstehen, dass Betroffene es brauchen, um gut in der Schule/Studium/Beruf zurechtzukommen und warum diese sich scheuen, es einzunehmen. Ich habe selber eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bin auf meine tägliche Dosis L-Thyroxin angewiesen, habe erlebt, wie schrecklich man sich mit einem Hormonmangel fühlt (sehr schwach, depressiv) und bin so froh, dass es diese Tablette gibt! Ohne wäre ich vollkommen lebensunfähig.

Wieder ganz ehrlich: hätte ich die Diagnose ADS und solche Konzentrationsschwierigkeiten, würde MPH bei mir wirken und keine oder keine schwere/unerträgliche NB auslösen, würde ich es täglich einnehmen, warum nicht ein Leben lang. Ich denke, das Leben ist echt schwer genug (ich habe da in den letzten Jahren mit Stress in der Schwangerschaft, Mobbing von einer Kollegin, Schreibabys, Schilddrüseunterfunktion, postpartale Depression, Ehekrise und ADS Kind mit oppositionellem Trotzverhalten, chronische Borreliose mit Wahnsinnschmerzen einiges durchgemacht), wenn man das Glück hat, ein Mittel zur Hand zu haben, das einem hilft, besser zurecht zu kommen, sollte man diese Chance auch ergreifen. Glaube mir, es gibt genug Leute auf dieser Erde, die diese Chance nicht haben und froh wären, ein solches Medi überhaupt einnehmen zu können.

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen leiden ca 50% der Betroffene im Erwachsenenalter unter den Folgen dieser Störung des Gehirnstoffwechsels. Warum soll ihr Leid durch dieses Medi nicht gelindert werden????

Ich hätte persönlich überhaupt kein Problem damit, dieses Medi ein Leben lang einzunehmen, wenn ich selbst betroffen wäre und mein Leben ohne nicht in den Griff bekommen würde.

Aber welche Entscheidung auch immer du getroffen hast, wünsche ich dir viel Erfolg beim Umsetzen deiner Ziele ! Denn dein Wille, deine Ausdauer, dein Ehrgeiz sind für einen Mensch mit ADS schon beachtlich und absolut lobenswert. Deine Eltern sind sicher stolz auf dich und du kannst stolz auf dich sein!

LG Himbeer

von Himbeer26 - am 20.05.2017 22:09
Hallo Himbeer,

"Darf ich dich fragen, warum du das MPH nach der Grundschule abgesetzt hast? Hast du es selbst entschieden? Oder deine Eltern? Oder der Arzt?"

Ich habe es selbst entschieden, ich wollte es ohne schaffen, ich wollte nicht "anders" sein, sondern so wie alle anderen Kinder, die das nicht brauchten. So hab ich mit meinen Eltern geredet und wir haben es probiert.

"Glückwunsch! Aber nimm es mir bitte nicht übel und nicht als Vorwurf, wenn ich dir sage, was ich dazu meine: warum sich so quälen, wenn man ein Mittel (MPH) zu Verfügung hat, das gut wirkt und mit dem man deutlich leichter lernen kann? Weil die Eltern gegen die Einnahme sind? Oder die Lehrer? Oder weil man Angst hat, die Anderen meinen, man nehme eine Droge (leider immer noch ein häufiger Vorurteil!)?"

Ich war ja selber gegen die Einnahme, Eltern und Lehrer fanden es gür meine normale Entwicklung dagegen eher fördernd, was vl. auch richtig ist.

"Darf ich dich fragen, wie du dich schließlich entschieden hast?"

Ich habe mich für Ritalin entschieden und ich bereue es nicht, es hilft mir und das habe ich dann auch erkannt, ohne hätte ich dieses Jahr niemals bestanden, nun kann ich nächstes Jahr in die 11. Klasse gehen und habe das sogar mit einen recht guten durchschnitt geschafft. :)

LG Vanessa

von Vanessa_Unicorn - am 21.05.2017 12:35
Hallo Vanessa,

vielen Dank für deine Antwort!

Zitat
Vanessa_Unicorn
Ich habe es selbst entschieden, ich wollte es ohne schaffen, ich wollte nicht "anders" sein, sondern so wie alle anderen Kinder, die das nicht brauchten. So hab ich mit meinen Eltern geredet und wir haben es probiert.


Ich verstehe. Du hast du dich also bei dem Gedanken, "anders" zu sein, nicht wohl gefühlt.

Haben die Lehrer bzw. die Mitschüler in der Grundschule gewusst, dass du ADS hast und dass du MPH einnimmst?

Wenn ja: hat dieses Wissen zu einer Ausgrenzung/Stigmatisierung deiner Person geführt?

Oder haben Lehrer und Mitschüler Toleranz und Akzeptanz für die Diagnose und die Behandlung gezeigt?

Zitat

Ich war ja selber gegen die Einnahme, Eltern und Lehrer fanden es gür meine normale Entwicklung dagegen eher fördernd, was vl. auch richtig ist.


Ok, danke. Damit hast du die Frage in Bezug auf die Akzeptanz der Therapie vonseiten der Lehrer gerade beantwortet.

Waren beide Eltern für die Einnahme?

Denn mein Mann hat bis jetzt (mein Sohn ist jetzt 14, Diagnose bekam er mit 7) die Diagnose ADS nicht akzeptiert (übrigens seine Schwester für meinen Neffen, der gar keine Behandlung bekommen hat, auch nicht!), was ganz sicher die Ablehnung meines Sohnes für die Diagnose und Behandlung beeinflusst hat. Wie die Leiterin einer Selbsthilfegruppe es mir kürzlich am Telefon erklärte, haben Kinder, deren Eltern am gleichen Strang ziehen, offensichtlich die besten Chancen für eine erfolgreiche Therapie.

Zitat

Ich habe mich für Ritalin entschieden und ich bereue es nicht, es hilft mir und das habe ich dann auch erkannt, ohne hätte ich dieses Jahr niemals bestanden, nun kann ich nächstes Jahr in die 11. Klasse gehen und habe das sogar mit einen recht guten durchschnitt geschafft. :)


Das freut mich sehr für dich, dass du dich für diese Therapie entschieden hast , da es dir offensichtlich gut geholfen hat, dein Ziel zu erreichen. Echt Klasse!

Ich denke, es wäre echt "dumm" gewesen, wenn du diese Gelegenheit nicht ergriffen hättest. Für mich ist eine Person mit ADS wie jemand, der nur ein Bein hat: er kann auch durch das Leben hüpfen und somit einigermaßen vorwärstkommen, aber mit einer Beinprothese wird der Weg sicherlich deutlich einfacher sein! Wie gesagt, würde ich diese Diagnose bekommen und würde ich mit dieser Andersartigkeit (ich mag weder das Wort Krankheit noch das Wort Störung) im Leben nicht klar, würde ich MPH sofort probieren.

Um so erfreulicher ist es, wenn Betroffene, Verwandten, Lehrer usw. erkennen, dass dieses Medikament für die Betroffene hilfreich sind.

Darf ich dich fragen, ob du vor der Einnahme Konzentrationstests bei einem Kinderpsychiater bzw. Kinderpsychologen durchführen musstest (damit meine ich vor der erneuten Einnahme am Anfang dieses Schuljahres)? Oder hast du das Rezept einfach so nach Nachfrage bekommen, weil du ja bereits die ADS Diagnose im Grundschulalter bekommen hattest und du bereits gut auf MPH angesprochen hattest ? Von welchem Arzt hast du es diesmal bekommen?

Was mich noch interessieren würde ist, ob du ein Konzentrationstraining als Kind absolviert hast, als die Diagnose im Grundschulalter gestellt wurde und wenn ja, wann, also vor der medikamentösen Therapie oder parallel dazu.

Ich frage, weil ich 2 Kinder mit ADS kenne (mein Sohn und ein Schulkamerad), deren Konzentrationsfähigkeit allein durch ein Konzentrationstraining hergestellt worden ist (bei beiden Kindern waren die Konzentrationstests ca. 1 Jahr nach Ende des Konzentrationstraining unauffällig). Danach hatte mein Sohn (Training war am Anfang/Mitte der 2. Klasse) 1er und 2er im Zeugnis und das bis zur 7.Klasse.

Jetzt zeigt er seit der 7.Klasse wieder Anzeichen für eine Konzentrationsschwäche (laut Lehrer), aber er hat sich leider damals geweigert (er ist jetzt in der 9c), erneut Konzentrationstests durchzuführen und weigert sich immer noch.

Aber auch bei positiven Testergebnissen glaube ich leider nicht, dass er wieder MPH (er hat es nur 3 Tage vor dem Konzentrationstraining mit 7 Jahren bekommen, ich musste es leider wegen eines starken Rebound-Effektes absetzen) einnehmen würde, weil er partout nicht akzeptieren will, dass er ADS hatte bzw. immer noch haben könnte.

Ich habe aber nach wie vor den Verdacht, dass seine Konzentrationsfähigkeit für die aktuellen Anforderungen im Gymnasium nicht ausreicht und dass er wieder Hilfe bräuchte, sei in der Form eines 2. Konzentrationstrainings, sei in der Form einer medikamentösen Therapie (er hatte in dieser Hinsicht meiner Beobachtung nach vor dem Konzentrationstraining eindeutig auf 10 mg Ritalin angesprochen) oder beides. Es ist schwierig für mich als Mutter, weil ich ihm so gerne helfen würde, derzeit aber gar nichts tun kann.

Somit freut es mich immer wieder zu lesen, dass Kinder bzw. Jugendliche durch die ADS Therapie gut geholfen werden, wie in deinem Fall.

Ich kann nach wie vor nicht nachvollziehen, warum MPH von so vielen Leuten (inklusive Fachleuten) verteufelt werden.

Alles gute Vanessa!

von Himbeer26 - am 21.05.2017 13:37
Hallo Himbeer

"Haben die Lehrer bzw. die Mitschüler in der Grundschule gewusst, dass du ADS hast und dass du MPH einnimmst?

Wenn ja: hat dieses Wissen zu einer Ausgrenzung/Stigmatisierung deiner Person geführt?

Oder haben Lehrer und Mitschüler Toleranz und Akzeptanz für die Diagnose und die Behandlung gezeigt?"

Seitens der Schule wurde die Behandlung sehr akzeptiert, ohne MPH war ich Ihnen viel zu unruhig, ich habe nicht zugehört, mich und alle anderen abgelenkt und dem Unterricht konnte ich gar nicht folgen. Das führte dann oftmals dazu dass ich in die letzte Reihe gesetzt wurde, oder sogar den Raum verlassen sollte. Mit MPH war ich für Sie dann wie der "Engel auf Erden".

Meine Mitschüler haben auch eine klare Veränderung bei mir festgestellt, wenn ich die Tablette nahm, so war ich dann auch viel besser in der Klasse intregriert und durfte wieder bei Aktivitäten der Schüler (Pausenspiele) mitspielen. Wo ich ohne ausgegrenzt wurde. Ich bekamm sogar seit langem mal wieder eine Banknachbarin, sie hat immer gefragt ob ich die Tabletten genommen hab bzw. hat mich wenn nicht, dazu aufgefordert, oder der Lehrerin bescheid gegeben. Was bestimmt ganz gut war :D

"Waren beide Eltern für die Einnahme?"

Meine Mama sträubte sich etwas davor, mich mit MPH "ruhigzustellen", vertraute aber den Ärzten und gab es mir, mein Papa hat es Anfangs komplett abglehnt, aber nach ein paar Wochen und dem sichtbaren Unterschied war er dann auch dafür.

"Darf ich dich fragen, ob du vor der Einnahme Konzentrationstests bei einem Kinderpsychiater bzw. Kinderpsychologen durchführen musstest (damit meine ich vor der erneuten Einnahme am Anfang dieses Schuljahres)? Oder hast du das Rezept einfach so nach Nachfrage bekommen, weil du ja bereits die ADS Diagnose im Grundschulalter bekommen hattest und du bereits gut auf MPH angesprochen hattest ? Von welchem Arzt hast du es diesmal bekommen?"

Ich musste nochmals durch alle möglichen Tests durch, bevor es mir wieder verschrieben wurde.Letzendlich hat es mir meine Psychologin in Zusammenarbeit mit einem Neueolgen der auf das Thema AD(H)S spezialisiert ist, verschrieben. Anfangs mit 10mg mitlerweile bin ich bei 20mg am morgen uns 10mg am nachmittag.

"Was mich noch interessieren würde ist, ob du ein Konzentrationstraining als Kind absolviert hast, als die Diagnose im Grundschulalter gestellt wurde und wenn ja, wann, also vor der medikamentösen Therapie oder parallel dazu."

Das wurde im Alter von 5 Jahren bei mur versucht, da ich schonin der Vorschule massiv unkonzentriert und hyperaktiv war. Jedoch schlug das gar nicht an, auch weil ich mich von jeder fliege habe ablenken lassen und das somit gar nicht möglich war.

LG Vanessa :)

von Vanessa_Unicorn - am 22.05.2017 09:14
Hallo Vanessa,

sorry für diese späte Antwort!

Zitat
Vanessa_Unicorn
Seitens der Schule wurde die Behandlung sehr akzeptiert, ohne MPH war ich Ihnen viel zu unruhig, ich habe nicht zugehört, mich und alle anderen abgelenkt und dem Unterricht konnte ich gar nicht folgen. Das führte dann oftmals dazu dass ich in die letzte Reihe gesetzt wurde, oder sogar den Raum verlassen sollte. Mit MPH war ich für Sie dann wie der "Engel auf Erden".


Sehr interessant. Du warst also eindeutig der "hyperaktive" ADS Typ, der den Unterricht gestört hast. Gut, dass du auf MPH so gut angesprochen hast und die Lehrer damit die gute Wirkung beobachten konnten.

Mein Sohn war übrigens auch mit 10 mg MPH (in den Ferien gegeben, weil ich die Wirkung selbst einschätzen wollte) ein "Engel", hat seine Hausaufgaben nach einer einmaligen Aufforderung gleich in 30 Min erledigt! Ich konnte es nicht fassen! Vorher hat er nach 10 Aufforderungen immer noch nicht reagiert und brauchte in der 1.Klasse (vor dem Konzentrationstraining) bis zu 2 Stunden, um 10 Wörter abzuschreiben!!!!!!!!

Zitat

Meine Mitschüler haben auch eine klare Veränderung bei mir festgestellt, wenn ich die Tablette nahm, so war ich dann auch viel besser in der Klasse integriert und durfte wieder bei Aktivitäten der Schüler (Pausenspiele) mitspielen.


Ja, mein Kind bekam leider kein MPH und wurde in der Schule ebenfalls von den anderen Kindern ausgegrenzt. Ich bekam ein Mal bei einem Skiausflug mit der Klasse mit, wie er von den anderen Kindern ausgelacht wurde. Es war für mich sehr, sehr leidvoll, dies alles mitzuerleben. Er hatte in der Grundschule nur einen Freund, mit dem er aber meistens zu Besuch so heftig stritt, dass mir echt peinlich war. Die Mutter hatte zum Glück Verständnis.

Im Internat bekam er aber nach und nach Anschluss. Jetzt hat er dort einen sehr guten Freund. Ich bekomme aber leider nicht richtig mit, wie er mit den anderen Kindern in der Klasse und im Internat auskommt. Streite scheint es aber zum Glück keine mehr zu geben.

Zitat

Wo ich ohne ausgegrenzt wurde. Ich bekam sogar seit langem mal wieder eine Banknachbarin, sie hat immer gefragt ob ich die Tabletten genommen hab bzw. hat mich wenn nicht, dazu aufgefordert, oder der Lehrerin bescheid gegeben. Was bestimmt ganz gut war


Da sieht man, dass MPH Kindern mit ADHS zu einem normalem sozialen Leben verhelfen kann und nicht "ruhiggestellt" werden, wie das oft in den Medien dargestellt wird (ich gebe es zu, mittlerweile wünsche ich den Journalisten, die solche Artikel schreiben, ein Kind mit ADHS, dem Kind allerdings nicht solche Eltern!!!!!!!!!!!).

Zitat

Meine Mama sträubte sich etwas davor, mich mit MPH "ruhigzustellen", vertraute aber den Ärzten und gab es mir, mein Papa hat es Anfangs komplett abgelehnt, aber nach ein paar Wochen und dem sichtbaren Unterschied war er dann auch dafür.


Warum hat dein Papa MPH abgelehnt? Hat er die Diagnose selbst nicht akzeptiert? Oder hat er geglaubt, MPH sei eine Droge?

War er bei den Gesprächen mit dem Arzt dabei? Oder hat deine Mutter alles (Diagnose/Behandlung) allein gemanagt?


Zitat

Ich musste nochmals durch alle möglichen Tests durch, bevor es mir wieder verschrieben wurde. Letzendlich hat es mir meine Psychologin in Zusammenarbeit mit einem Neurologen, der auf das Thema AD(H)S spezialisiert ist, verschrieben. Anfangs mit 10 mg , mitlerweile bin ich bei 20mg am morgen und 10mg am nachmittag.


Da hast du echt Glück gehabt, eine Psychologin und einen Neurologen zu haben, die sich mit ADS auskennen! In meiner Gegend gibt es weit und breit keine Ärzte/Psychologen für Kinder/Jugendlichen mit ADS, es gibt halt nur das SPZ, wo die Beratung der Eltern/Behandlung der Kinder leider an unerfahrenen/meist schlecht ausgebildeten Assistenzärzten überlassen wird.Ich müsste Fahrten von 3-4 Stunden (hin-und zurück) mit meinem Sohn in Kauf nehmen, um einen auf ADS spezialisierten Arzt/Psychologen konsultieren zu können.


Zitat

Das wurde im Alter von 5 Jahren bei mir versucht, da ich schon in der Vorschule massiv unkonzentriert und hyperaktiv war. Jedoch schlug das gar nicht an, auch weil ich mich von jeder fliege habe ablenken lassen und das somit gar nicht möglich war.


Dann hast du eine sehr schwere Konzentrationsstörung. Ich habe öfter gelesen, dass manche Kinder in der Tat von solchen Training nur unter MPH profitieren können. Bei meinem Sohn und seinem Schulkameraden (sie haben sie Diagnose zeitgleich im gleichen Alter im SPZ bekommen) hat das Konzentrationstraining ohne MPH sehr gut angeschlagen. Allerdings war es für mein Kind ein Graus, am letzten Termin (insgesamt 10 glaube ich) wollte er nicht mehr teilnehmen. Aber die Wirkung habe ich selber bei der Betreuung der Hausaufgaben gespürt. Unmittelbar nach dem Training waren die Konzentrationstests deutlich besser (aber noch außerhalb des normalen Rahmen für sein Alter) , 1 Jahr später komplett unauffällig.

Nichtsdestotrotz würde ich jetzt mit meinem aktuellen Wissen und nach unseren leidvollen Erfahrungen das MPH nicht absetzen, zum Einem, um das oppositionelle Trotzverhalten besser in den Griff zu bekommen und somit um dem Kind bessere soziale Beziehungen zu ermöglichen (Schule, Freizeit, Familie) zum Anderen, weil seine Konzentrationsfähigkeit bei höheren schulischen Anforderungen offensichtlich nicht mehr ausreicht. Bei uns ist von Anfang an leider viel schief gelaufen...

Deswegen freue ich mich immer, wenn ich positive Lebensläufe von ADS Kindern lesen darf.

Weiterhin alles Gute Vanessa und gutes Gelingen in der Schule, Studium und Beruf!

LG Himbeer

von Himbeer26 - am 31.05.2017 09:40
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