Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 6 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
PädPsy_Studentin25, Himbeer26, Dagmar D.

Fehlende Aufklärung der Eltern über Möglichkeiten bei ADHS

Startbeitrag von PädPsy_Studentin25 am 22.01.2017 16:30

Hallo liebe Eltern und Nutzer,

meine Name ist Jenny, ich bin 25 und studiere Pädagogik und Psychologie.
In meiner Abschlussarbeit beschäftige ich mich näher mit dem Thema ADHS, da ich selbst eine jüngere Schwester habe, die davon sehr stark betroffen ist. Während meinem Studium habe ich insgesamt 11 schulische Einrichtungen gesehen und in diesem Zusammenhang viel zum Thema „Inklusion“. Dabei ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich der Umgang mit Kindern mit besonderen Förderbedarf je nach Ort und Schule sein kann und leider viel mir auf, das vor allem die Aufklärung der Eltern, der Lehrer untereinander und auch der Kinder selbst größtenteils fehlte.
ADHS- Kinder werden häufig als „Problemkinder“ abgestempelt und weitergereicht, bis sie letztendlich in der psychosomatischen Kinderklinik ankommen. Das ist nun ein sehr extremes Beispiel, ich habe das in den bisher 4 Jahren Studium leider öfter als einmal beobachten müssen.

Ich habe mich gefragt, woran es liegen kann, dass die Hilfe so komplett scheitern kann und möchte in meiner Bachelorarbeit die Wissenslücken, die durch falsche oder fehlende Aufklärung entstehen, aufdecken.
Was bedeutet das genau? Ich denke, dass die Verbindung von Eltern – Lehrern – Psychologen – Schulpsychologen – Ärzten – Therapeuten und eventuell noch weiteren nicht immer funktioniert.
Hat die Lehrkraft die Eltern darüber aufgeklärt, was die nächsten Schritte sein werden? Und was konkret in der Schule gemacht wird? Wurden Gespräche geführt, in denen es nicht nur um die Probleme des Kindes ging, sondern auch darum, welche Stärken es hat und wie diese richtig eingesetzt werden können?
Hat Ihr Arzt Ihnen mehr empfohlen, als nur das bekannte „Ritalin“? Oder hat er Ihnen davon abgeraten?
Wurden gemeinsam Therapien gefunden, die dem Kind auf seiner Ebene geholfen haben, die seine Interessen mit eingebunden haben?
Wurde Ihnen genau erklärt, wie Sie selbst zu hause mit dem Kind umgehen, es bestärken und in die richtige Richtung leiten können?
Die Annahme meiner Abschlussarbeit besteht darin, dass vieles nicht richtig aufgeklärt wird und dass Eltern oft relativ rat- und hilflos zurückbleiben.

Ich suche daher Eltern, die den Prozess von dert Diagnose bis hin zur Therapie schildern möchten. Alles, was Sie schreiben, ist vollkommen anonym. Keine Namen, keine Orte und nichts, was Ihnen zu persönlich sein könnte. Ich schicke Ihnen einen Fragebogen, in denen Sie ganz allgemeine Fragen ankreuzen (z.B. „Fühle ich mich zum heutigen Zeitpunkt optimal informiert?“) und etwas schreiben können ( z.B. „Welche Fragen wurden Ihnen nie beantwortet?“), allerdings wäre ein kurzer Verlauf bedeutsam (das wäre zum Beispiel: „Kind fällt in der Schule auf – Gespräch mit der Lehrkraft – Schulpsychologe – Diagnose ADHS - Kinderpsychologe – Homöopathie – insgesamt dauerte der Prozess mit Wartezeiten auf Termine, verschiedene Therapien etc. 15 Monate“ ).
Falls Sie selbst sich als Eltern heute aufgeklärt fühlen, würde ich Sie darum bitten, mit mir zu teilen, welche Dinge Sie gerne früher gewusst hätten oder welche allgemeinen Tipps Sie Eltern zu einem frühen Zeitpunkt geben würden.

Die Fragen und Probleme, die sich aus diesen Fragebogen ergeben, möchte ich anschließend herausfiltern und eine kleine Broschüre erstellen (selbstverständlich umsonst), in der Sie eine Übersicht und Aufklärung über all die offenen Fragen erhalten – ich hoffe also, dass ich nicht nur vorbeugend einen ersten Schritt gegen die fehlende Aufklärung tun kann, sondern das alle mir behilflichen Eltern im besten Fall selbst etwas davon haben.

Ich möchte noch anmerken, dass meine Arbeit neutral sein wird. Ich bin weder für noch gegen Medikamente oder spezielle Therapien. Ich möchte lediglich dabei helfen, dass alle Möglichkeiten bei ADHS ausgeschöpft werden und so für jedes Kind das individuell beste herausgesucht werden kann. ADHS sollte nicht nur negativ gesehen werden, es gibt durchaus auch viele positive Aspekte, die ein Kind mit ADHS mitbringt, auch auf diese möchte ich aufmerksam machen.

Meine Arbeit wird nicht die Welt verändern, aber selbst wenn damit nur ein oder zwei Eltern und damit ihren Kindern geholfen werden kann, dann ist damit schon viel erreicht. Vielleicht können meine Erkenntnisse als Aufhänger für weitere Studien genutzt werden und ist auf diesem Weg noch weiter hilfreich.

Wenn Sie sich beteiligen möchten oder weitere Fragen haben, schreiben Sie mir gerne an:XXX

Für jede Hilfe bedanke ich mich schon mal im Voraus,
einen schönen Sonntag noch an Alle!

Antworten:

Und verzeiht mir den Schreibfehler und den "dass/das" Fehler oben :)

von PädPsy_Studentin25 - am 23.01.2017 11:57
Hallo Jenny,

es ist üblich in einem Forum, das der Selbsthilfe dient, vorher anzufragen, ob man den Aufruf zu einer Studie veröffentlichen kann.

Wenn du eine Veröffentlichung möchtest, kannst du mir gerne das Exposee deiner Arbeit zusenden, damit die Seriösität überprüft werden kann.

Während eines Bachelorstudiums 11 Schulen zu sehen, heißt, dass du keine richtig kennengelernt hast. Üblicherweise ist ein Schulpraktikum einige (6-8 Wochen) und selbst in dieser Zeit hat man keinen Einblick in eine Schule. Besser wäre, du hättest nur 1-2 Schulen gesehen und dann wirkliche Einblicke gewonnen.

Du schreibst sehr negativ konnotiert über die psychosomatischen Kinderkliniken. Warum ist das nur negativ?

"...und möchte in meiner Bachelorarbeit die Wissenslücken, die durch falsche oder fehlende Aufklärung entstehen, aufdecken."

Das sind massive Vorannahmen. In eine Forschung sollte man völlig neutral hineingehen und sich von den Daten überraschen lassen. Wenn du mit diesen Vorannahmen die Daten liest, dann ist der Bias schon jetzt vorprogrammiert.

Das alles zeichnet eine unseriöse Forschung aus. Bist du sicher, dass du schon verstanden hast, was datenbasierte Forschung ist? Sonst mache doch besser eine Literaturarbeit.

von Dagmar D. - am 23.01.2017 15:32
Hallo Jenny,

ich bin gerne bereit, dir dabei zu helfen, denn ich finde auch, dass Eltern zu wenig über ADS informiert werden. 90% meines Wissen zu diesem Thema habe ich mir selbst mit Fachartikeln, Fachbüchern aber auch Ratgebern, Erfahrungsberichten angeeignet. Die Psychologen im Elterntraining (SPZ) wirkten dabei völlig desinteressiert, die Ursachen für dieses Syndrom wurden nur kurz am 1. Abend erwähnt, wir bekamen keine Mitschrift, um sie Partner und Verwandten zeigen zu können (ich war immer ohne meinen Mann dort), damit sie endlich kapieren, warum das Kind so tickt und dass es nicht absichtlich andere stört.

Der Assistenzarzt im SPZ sprach meist nur über Medikamente, erwähnte nur kurz die Notwendigkeit eines Elterntrainings und eines Konzentrationstrainings, erwähnte nie, wie wichtig die Zusammenarbeit der Eltern für den Therapieerfolg ist, obwohl er über unseren divergierenden Erziehungsstil Bescheid wusste. Er hat meinen Mann nie angerufen, um ihn über ADS aufzuerklären und ihn von der Notwendigkeit des Elterntrainings (an dem mein Mann nicht teilnehmen wollte, weil er diese Maßnahmen für Quatsch hielt) zu überzeugen.

Die Kinderpsychologin im SPZ hat quasi nur mit meinem Sohn gesprochen.

Ich schweige lieber über den Kinderarzt.

Die 2.Assistenzärztin im SPZ hatte übrigens selber keine Ahnung von ADS, war erst seit 3 Wochen in der Klinik (vorher in der Uni) und hatte Probleme, sich die Fakten zu merken, so dass sie jedes Mal auf ihren Spickzettel auf ihrem Arbeitstisch las, bevor sie mir eine Antwort las. Sie habe nach eigener Aussage ein solches Verhalten (oppositionelles Trotzverhalten) noch nie gesehen!

Woran liegt diese Ignoranz der Ärzte, die eigentlich imstande sein sollten, Eltern über ADS aufzuklären?

Zufällig erfuhr aus dem Mund einer befreundeten Allgemeinärztin, die ihr Studium nach 2005 abgeschlossen hat (also vor nicht allzu langer Zeit), dass ADS im Medizinstudium GAR NICHT unterrichtet wird! Nicht mal eine Vorlesung von 15 Minuten, rein gar nichts!

Jetzt wundere ich mich nicht mehr über das Ignorieren meiner Fragen und Hinweise vonseiten unseres ehemaligen Kinderarztes (der 2., denn der 1. dachte, das exzessive Schreien und die erheblichen Schlafstörungen würden nach 3 Monaten verschwinden-die berühmten "3-Monatskoliken"-was leider nicht so war. Diese Regulationsstörungen- die übrigens ein Vorzeichen von ADS sein können- verschwanden erst nach der Beratung durch einen Kinderpsychologen, der eine Ausbildung bei Frau Papousek in der Münchner Schreiambulanz absolviert hatte) nicht mehr!

Aber auch viele Lehrer habe keine Ahnung von ADS, denn laut dem aktuellen jungen Mathe-Lehrer meines Sohnes wird in der Lehrerausbildung ADS nicht unterrichtet, obwohl im Alter meines Sohnes 8% der Kinder betroffen sind!

Ich habe sogar eine Kinderpsychologin getroffen (Kinderpsychiatrie), die mir klipp und klar sagte, ADS sei eine Modekrankheit, Ritalin eine Droge, die sie niemals Kindern gebe!*schock*

Wie können diese Leute betroffene Eltern aufklären, wenn sie selbst keine Ahnung haben und obendrein die selben Vorurteile wie das -sorry-"gemeine Volk" haben?

Da liegt der Hund begraben, denke ich. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich jetzt eine Selbsthilfegruppe gründen werde. Und wahrscheinlich ein Buch über meine haarsträubenden Erfahrungen schreiben werde, mit vielen Tipps für die Eltern.Aufklärung ist das A und O bei dieser Störung, nicht nur von den Eltern, sondern allen Angehörigen, die mit dem Kind zu tun haben und sehr wichtig von denjenigen, die sich beruflich um diese Kinder kümmern, also Erzieher, Lehrer, Ärzte, Psychologen. Hier müssen die Verantwortlichen endlich kapieren, das das Wissen über ADS endlich diesen Profis vermittelt werden sollte. Nur so können möglichst viele Kinder eine möglichst frühe, adequate Therapie bekommen, sie und ihre Eltern nicht mehr diskriminierenden Vorurteilen (das Kind sei faul, böse, die Mutter unfähig) ausgesetzt werden.

Außerdem gibt es nach wie vor ein großer Bedarf an spezialisierten Praxen in der Nähe der Betroffenen. Man kann sich meiner leidvollen Erfahrung mit Assistenzärzten im SPZ definitiv nicht verlassen und es ist für die meisten Eltern mit einem ungeduldigen, evtl. hyperaktivem Kind, eine Zumutung, mehrere 100 Km wöchentlich fahren zu müssen, um einen spezialisierten Kinderarzt konsultieren zu können.

In dieser Hinsicht hätte ich eine Frage, deren Antwort mich brennend interessieren würde: habt ihr im Psychologie-Studium etwas über ADS gelernt?

LG Himbeer

PS Ich schicke meine Adresse per PN!

von Himbeer26 - am 20.05.2017 21:34
Liebe Dagmar,

ich muss dir im folgenden Punkt widersprechen:

Zitat
Dagmar D.
Üblicherweise ist ein Schulpraktikum einige (6-8 Wochen) und selbst in dieser Zeit hat man keinen Einblick in eine Schule.
Zitat


Als ich Grundschullehrerin werden wollte, habe ich ein Praktikum von 1 Woche in einer Grundschule absolviert. Ich war also 6 Stunden x 5 Tage da. Das hat mir ehrlich gesagt völlig ausgereicht (haarsträubende Erfahrungen: z.B. ein arabisch-stämmiges Mädchen, dass wegen mangelnder Mathe-Kenntnisse von der Grundschullehrerin vor mir zum Weinen gebracht...absolut unerträglich!).

Ich glaube nicht, dass 6-8 Wochen unbedingt notwendig sind.


von Himbeer26 - am 20.05.2017 21:41
Zitat
Dagmar D.
Hallo Jenny,

es ist üblich in einem Forum, das der Selbsthilfe dient, vorher anzufragen, ob man den Aufruf zu einer Studie veröffentlichen kann.

Wenn du eine Veröffentlichung möchtest, kannst du mir gerne das Exposee deiner Arbeit zusenden, damit die Seriösität überprüft werden kann.

Während eines Bachelorstudiums 11 Schulen zu sehen, heißt, dass du keine richtig kennengelernt hast. Üblicherweise ist ein Schulpraktikum einige (6-8 Wochen) und selbst in dieser Zeit hat man keinen Einblick in eine Schule. Besser wäre, du hättest nur 1-2 Schulen gesehen und dann wirkliche Einblicke gewonnen.

Du schreibst sehr negativ konnotiert über die psychosomatischen Kinderkliniken. Warum ist das nur negativ?

"...und möchte in meiner Bachelorarbeit die Wissenslücken, die durch falsche oder fehlende Aufklärung entstehen, aufdecken."

Das sind massive Vorannahmen. In eine Forschung sollte man völlig neutral hineingehen und sich von den Daten überraschen lassen. Wenn du mit diesen Vorannahmen die Daten liest, dann ist der Bias schon jetzt vorprogrammiert.

Das alles zeichnet eine unseriöse Forschung aus. Bist du sicher, dass du schon verstanden hast, was datenbasierte Forschung ist? Sonst mache doch besser eine Literaturarbeit.


Hallo Dagmar,

Selbstverständlich habe ich überall angefragt, ob ich diesen Beitrag veröffentlichen kann, leider werden viele Foren nicht wirklich gut organisiert und ich habe oftmals keine Antworten bekommen.
Da ich meine Studien nicht einfach so zum Spaß mache, sondern damit hauptsächlich anderen Leuten helfen möchte, also unter dem Motto “Hilfe zur Selbsthilfe“ habe ich den Beitrag dennoch veröffentlicht, schließlich kann er wieder gelöscht werden.

In den anderen Punkten, die du aufgezählt hast, kann ich deine Skepsis und deine Gedankengänge nachvollziehen, allerdings muss ich sagen dass dahinter sehr viel Halbwissen steckt. Ich sehe mich nun nicht wirklich in der Verantwortung, dass alles zu berichtigen, da man sich ganz einfach im Internet schlau machen kann oder einlesen, falls dich das stärker interessiert.
Ich möchte nur erwähnen, dass du dir absolut keine Sorgen über die Seriosität meiner Arbeit machen brauchst. Ich werde natürlich an der Uni von Experten begleitet und auch die Praktika, die wir im Studium ableisten sind weitaus intensiver und mit viel mehr Einblicken verbunden als das, was man gewöhnlich unter Praktika versteht.

Liebe Grüße und einen schönen Tag noch :)
Jenny

von PädPsy_Studentin25 - am 15.06.2017 15:21
Hallo Jenny,

"Selbstverständlich habe ich überall angefragt, ob ich diesen Beitrag veröffentlichen kann"

Definitiv nicht. Du hast die Forumsverantwortlichen diese Forums nicht angeschrieben und dein Anliegen dargestellt.

"sondern damit hauptsächlich anderen Leuten helfen möchte"

Helfen möchten viele. Auch all die esoterischen Quarksalber und andere berufen sich darauf helfen zu wollen. Das ist kein Argument.

"allerdings muss ich sagen dass dahinter sehr viel Halbwissen steckt."

Wow, du bist die erste, die mir sagt, dass ich meinen Job mit Halbwissen mache.

"Ich sehe mich nun nicht wirklich in der Verantwortung, dass alles zu berichtigen, da man sich ganz einfach im Internet schlau machen"

Ok, wenn deine Arbeit auf Internetniveau bleiben soll, dann ist das so, das ist deine Verantwortung. Ich hoffe, dass deine wissenschaftliche Fragestellung nicht auch aus dem Internet abgeschrieben ist.

"schließlich kann er wieder gelöscht werden"

Sehr interessante Lebenseinstellung. Ich tue erst mal was unerlaubtes und wenn ich es gatan habe, es aber nicht auf gegenliebe stößt, sind die anderen dafür verantwortlich, es aus der Welt zu schaffen. Und du willst Eltern Erziehungsratschläge geben?

von Dagmar D. - am 16.06.2017 08:53
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.