Neu im Forum, aber nicht im Thema

Startbeitrag von Mamaculi am 21.06.2017 10:18

Hallo
ich bin Mamaculi, 46 Jahre alt, habe einen 19 Jährigen Sohn mit Hochbegabung und ADS und einen 10 Jährigen Sohn mit mindestens überdurchschnittlicher Begabung und ziemlich ausgeprägtem AD(H)S.

Der Große hat sich bis jetzt so halbwegs durchgeschummelt, hat Abi gemacht, studiert, geht nebenbei arbeiten. Er hatte sich bereits mit 13 ( kurz nach meiner Trennung vom Vater der beiden) entschieden beim Vater zu leben, weil er nicht so wirklich mit dem "sozialen Abstieg" nach der Trennung klar kam.
Mein "Kleiner" ist bei mir. Da der Vater der beiden ADHS komplett leugnet ( außer bei mir, ich bin eh verrückt) haben wir kaum Möglichkeiten der Therapie. Der Kleine ist eine Weile zur Ergo gegangen. Nun hat die Ärztin, weil wir nicht mit Medis therapieren können, Verhaltenstherapie vorgeschlagen, dazu hat mein Sohn aber so gar keine Lust... er hat überhaupt eigentlich zu gar nichts Lust.. außer zum "an irgend einem Bildschirm kleben". Er spielt "gezwungenermaßen" 2x die Woche Fussball im Verein. Das ist meine Bedingung, damit er überhaupt an Bildschirme darf. Eigentlich spielt er gern Fussball. Aber er möchte "ohne Trainer" spielen. Nur... in seiner Freizeit, also wenn er kein Training hat oder so, bekomme ich ihn auch nicht dazu, nur auf dem Schulhof und im Hort spielt er. Er macht auch nicht den Eindruck, wenn er erstmal beim Training ist, dass es ihm keinen Spaß macht... Nur ihn hin zu bekommen ist immer anstrengend. Er hat sogar Talent, aber leider fehlt im - egal worin übrigens- total der Ehrgeiz. Manchmal kommt er mir wie depressiv vor. Er hat auch, obwohl er ja einiges auch gut kann und man ihm das auch sagt, überhaupt kein Selbstbewustsein, spielt seine eigenen guten Leistungen immer herunter, wertet sich ab. Eigentlich klappt es hier inzwischen aber soweit ganz gut, aber: So alle paar Tage, mal dauert es länger, mal passiert es im kürzen Abstand, gibt es hier wegen irgend einer Nichtigkeit einen Riesenknall: Gestern ging es z.B. ums Duschen nach dem Training. Er ist generell ein Kind, das Körperpflege "verweigert" also Zähneputzen, Duschen, Händewaschen, ist immer ein Krampf. Aber gestern wollte er so gar nicht duschen gehen ( hier zu Hause). Er kommt dann frech, sagt einfach Nö. Und rührt sich nicht vom Fleck. Gestern bin ich dann nach einer ganzen Weile guten Zuredens geplatzt. Es gab ein Riesengeschrei, ich hab ihn dann geschnappt und bin mit ihm ins Bad. Hab ihm gesagt zieh dich aus, sonst gehst du in Klamotten Duschen. So kam es dann auch. Ein Geschrei als würde ich ihn schlachten. Das rief sogar irgendwelche Leute auf den Plan, die mir androhten sie würden die Polizei rufen, weil er dann natürlich theatralisch um Hilfe schreit... mit diesen Leuten war dann auch gar nicht zu reden. Die Polizei kam dann allerdings nicht, aber das ist ja auch kein Zustand, dass ich hier immer gucken muss, dass keiner die Polizei ruft... was dann übrigens auch noch ein gefundenes Fressen für meinen Ex wäre... der sich neulich beim Lehrer beschwerte, dass der Kleine bei ihm zu Hause immer so frech wäre und nicht hören würde, aber in so einem Fall natürlich der unfähigen Mutter versuchen würde, das Kind zu entziehen... Viel Text für eine Vorstellung... aber vielleicht habt ihr Tips und tröstende Worte für mich... LG Mamaculi

Antworten:

Hallo Mamaculi,

mein Mann hat auch von Anfang die Diagnose ADHS bei unserem Sohn geleugnet- und leugnet sie weiterhin- und hat mir die Schuld für die Verhaltensstörungen (oppositionelles Trotzverhalten) gegeben!

Unser Sohn hat übrigens auch ADHS und Hochbegabung.

Die Verhaltensstörungen haben immer wieder zu heftigen Streiten zwischen mir und meinem Mann geführt und diese Streite haben bei mir heftige depressive Tiefs ausgelöst (dieser Hölle wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind!!!).

Aber zu eurer Situation: warum kann die ADHS eueres Sohnes nicht medikamentös behandelt werden? Weil dein ex-Mann dagegen ist?

Was wurde bis jetzt gemacht? Hast du am Elterntraining teilgenommen? Hast du versuchst, die Ratschläge in der Praxis umzusetzen?

Das Theater mit dem Duschen, Haarwaschen hatte ich Gestern bei meiner 10-jährigen Tochter (die sich in Urlaub sage und schreibe 10 Tage lang die Haare und den Körper nicht gewaschen hat!!!). In meiner Verzweiflung habe ich sie Gestern am Zopf ins Bad gezogen (Ausnahme!)...erst im Nachhinein habe ich den Entschluss gefasst, einen Punkteplan zur Verstärkung des guten Verhaltens wieder einzuführen. Also gibt es ab jetzt für Haarwaschen ein Kreuz, ebenfalls für Zähneputzen und für Zimmer aufräumen sogar 4 Kreuze. Mit so vielen Kreuzen bekommt sie einen dm oder najoba Gutschein (sie ist Schmink Fan!).

Hast du solche Punktepläne bei deinem Sohn bereits probiert?

Kürzlich las ich, dass ADHS Kinder stärker als andere Kinder auf Lob (bzw. Belohnung) positiv reagieren. Deswegen wird Lob/Belohnung ja im Elterntraining als Mittel der Wahl zur Stärkung des positiven Verhaltens den Eltern empfohlen.

Mit Ermahnen/Anschreien/Schimpfen/Strafen erreicht man meiner Erfahrung bei Kindern-vor Allem mit ADHS und oppositionellem Trotzverhalten!- die gegenteilige Wirkung. Die Kinder schalten auf "sturr" um und machen noch weniger mit.

Mit einer kurzfristigen (Kreuz im Punkteplan, jeweils ein Kreuz für Körperwaschen, Haarwaschen, Zähneputzen) und langfristigen Belohnung (so viele Kreuze = ein Eis, ein Kinobesuch, oder Taschengeld) hättest du gute Chancen, das Verhalten positiv ohne dieses "Theater" zu steuern.

Wichtig ist am Ball zu bleiben, eine Art Vertrag (welche Punkte für welches Verhalten, welche Belohnung für wie viele Punkte) mit dem Kind auszumachen und konsequent in der Praxis umzusetzen (also seine Versprechen einhalten).

Was die Bildschirmtätigkeit anbelangt: einer neuen Studien zufolge verursachen Handys und co. Konzentrationsstörungen bei Kindern (generell). Daher würde ich versuchen, diese Zeit einzugrenzen, z.B. auf max. 2 Stunden pro Tag.

Die Belohnung könnte in Verbindung mit dem Punkteplan Bildschirmzeiten sein. Z.B. bei 2 x Zähne putzen/Tag, 2 x Haarwaschen/Woche, 3 x Körperwaschen (täglich muss m.E. nicht sein), Hausaufgaben täglich (ich hatte mit meinem Sohn eine Uhrzeit vertraglich ausgemacht, wo er spätestens damit anfangen soll) könnte er nach 3 Punkten 1 Stunde am Stück fernsehen/am Handy spielen. Aber mit max. 2 Stunden pro Tag.

Hat er nicht die notwendigen Punkte, dann musst du beharrlich bleiben und die Belohnung verweigern.

LG Himbeer

von Himbeer26 - am 21.06.2017 13:23
Liebe Himbeer,

danke erstmal für deine Antwort. Wie gesagt, ADHS ist mir nicht neu.. kenne mich aus, beschäftige mich schon 15 Jahre mit dem Thema. Punkteplan, Belohnungen usw. haben wir versucht, aber das haut nicht wirklich hin, es gibt immer wieder verhandlungen, sobald einmal ne Belohnung kam, ist alles wieder Geschichte, Kind diskutiert über alles und hört halt einfach nicht. Im Zweifel hat er es eben "nicht mitbekommen". Das ist das Problem, wenn die Kids zudem auch noch klug sind, die verstehen schnell, dich mit deinen eigenen Waffen zu schlagen. Ich würde gern viel mehr mit Humor lösen, das geht am Besten bei meinen Kids, hab ich festgestellt, ABER: ich bin selbst betroffen und hab mich halt auch nicht immer im Griff.
KInd darf keine Medis nehmen, weil der Vater nicht zustimmt. Mich macht am meisten betroffen, dass der Kleine so gar nix hat ( außer Bildschirm) was ihm Spaß macht, dass er so ein geringes Selbstvertrauen hat.
Elterntraining habe ich nie mitgemacht. Wie gesagt, kenne mich selbst ja ganz gut aus, und in der Theorie weiß ich, wie ich mich verhalten muss, aber wenn man selbst ADHS hat, ist es nochmal schwieriger. Ich nehme auch nicht durchgehend Tabletten, nur wenn es im Job mal total stressig ist oder besondere Konzentration erfordert. Ich denke, für meinen Kleinen war der Trennungszeitpunkt schwierig. Er war erst 1,5 Jahre alt, musste von da an in die Krippe. Hätte ich gewusst, wie stark er betroffen ist, hätte ich die ersten 3 Jahre wohl doch zu Hause verbracht, aber ich wollte halt niemandem auf der Tasche liegen und bin arbeiten gegangen...Mit meinem Sohn haben wir bisher Ergotherapie gemacht, ich bin jetzt auf der Suche nach nem Verhaltenstherapeuten. Aber er hat ja auch dazu so gar keine Lust, will am liebsten jeden Tag mit seinem Kumpel nur vor irgend nem Bildschirm hockend verbriingen... das muss definitiv aufhören, er wird mir süchtig, wenn er das nicht längst ist. Alles nicht so leicht, aber das weißt du ja selbst.

von Mamaculi - am 22.06.2017 09:10
Liebe Mamaculi,

Zitat
Mamaculi
danke erstmal für deine Antwort.


Sehr gerne!


Zitat

Wie gesagt, ADHS ist mir nicht neu.. kenne mich aus, beschäftige mich schon 15 Jahre mit dem Thema. Punkteplan, Belohnungen usw. haben wir versucht, aber das haut nicht wirklich hin, es gibt immer wieder verhandlungen, sobald einmal ne Belohnung kam, ist alles wieder Geschichte, Kind diskutiert über alles und hört halt einfach nicht.


Ja, diese ewigen Diskussionen/Verhandlungen kenne ich auch sehr gut, das macht dich als Mutter einfach "wahnsinnig".

Aber trotzdem würde ich wieder mit Punkteplan versuchen. Ich weiß sonst nicht, wie du das Verhalten deines Sohnes steuern könntest. Geschrei ist keine Lösung, auch weil das Kind damit lernt, dass der Stärkere am Ende gewinnt, dass sich also Gewalt lohnt. Was wir Eltern-aber vor Allem Eltern von ADHS Kindern, die selber ADHS haben (ich vermute ADS bei mir und meinem Mann) und sich leider unter starken Emotionen wie Wut, Verzweiflung nicht immer im Griff haben, ist dass Kinder vor Allem am Modell (Vorbild) lernen.

Ich will dir keine Moral predigen, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist-vor Allem wenn man es selbst nicht schafft, seine Emotionen und sein Verhalten unter Kontrolle zu halten- bei solchen Zuspitzungen "ruhig wie ein Bär" zu bleiben. Ich bin leider mehr als ein Mal "ausgerastet" und habe meinen Sohn sogar ein paar Male geohrfeigt (was ich bitter bereue).

Ich will dich nur daran erinnern, dass dieses Verhalten langfristig sowohl die Mutter/Kind/Beziehung stark beeinträchtigen kann als das Selbstbewußtsein des Kindes.

Ich persönlich habe mich immer danach bei meinem Kind entschuldigt, ihm gesagt, es tut mir Leid mein Schatz, du weißt, Mama hat leider schlechte Nerven (nicht nur ich übrigens, mein Mann ist auch öfter ausgerastet, was er den Ärzten aber nie zugegeben hat, aber auch mein Schwager und meine Schwägerin haben ihn öfter angeschrien). Leider konnte ich mein Versprechen, ihn nicht mehr anzuschreien, nicht einhalten.

Mit dem Internat (dort ist er seit der 4.Klasse, er ist ja in der 9.) wurden aber die Gelegenheiten, sich einander in die Haare zu kriegen, immer seltener, so dass unsere Beziehung (sowohl Mutter/Kind als Vater/Kind) sich (sehr) langsam im Laufe der Jahre normalisieren konnte.

Ich möchte hier anmerken, dass meine Tochter keine ADHS hat (sie wurde ebenfalls getestet, wegen Verdacht auf Hochbegabung) und die Zuspitzung vor ein paar Tage ein Ausnahme war. Sie kann sich sehr gut steuern (sie ist 2 Jahre jünger als ihr Bruder), so dass ich mit ihr fast immer ruhig bin. Nur die Verhaltensweisen meines Sohnes (das oppositionelle Trotzverhalten eben, die ewigen Verhandlungen, die fehlende Einsicht beim fehlerhaften Verhalten) lassen bei mir die Wut wie die kochende Milch hochschießen und dann ist die Selbstkontrolle dahin.

Daher bin ich nach wie vor der Meinung, dass die beste Hilfe für Mütter/Eltern von ADHS Kindern-vor Allem wenn sie selbst darunter leiden, was meist der Fall sein soll) ein individuelles Coaching wäre. Damit könnte der erziehende Elternteil bzw beide Eltern in Rollenspielen die richtigen Verhaltensweisen bei Krise einüben, Tipps bekommen, wie man sich in einer ganz konkreten Situation verhalten soll. Das Elterntraining ist m.E. zu theoretisch, wahrscheinlich schaffen es viele Eltern nicht, die Tipps in der Praxis umzusetzen, weil ein individuelles Coaching fehlt.

Was meint eigentlich deine Ärztin mit Verhaltenstherapie?

Unser Sohn war übrigens mit 9 Jahren beim SPZ auf einer Warteliste für ein Selbstkompentenztraining. Das fällt mir gerade auf. Seit seiner Internatunterbringung habe ich leider nichts mehr vom SPZ gehört...

Das Ganze ist echt nicht einfach...

Zitat

Im Zweifel hat er es eben "nicht mitbekommen". Das ist das Problem, wenn die Kids zudem auch noch klug sind, die verstehen schnell, dich mit deinen eigenen Waffen zu schlagen.


Unser Sohn hat es bestens verstanden, uns Eltern gegeneinander auszuspielen. Mein Mann hat immer auf seine Verhaltensstörungen mit Vorwürfen an mich reagiert statt dem Kind zu sagen, dass sein Verhalten nicht OK war. Das hat immer heftige Ehestreite ausgelöst.

Das Kind hat natürlich sehr schnell daraus gelernt: wenn ich mich daneben benehme, ist Mama Schuld, nicht ich. Unter solchen Umständen war es ihm schlicht und einfach unmöglich, erwünschtes Verhalten zu erlernen.


Deswegen bin ich jetzt der Meinung, dass die Internatunterbringung die beste Lösung war, denn mein Mann war nicht imstande, sein Verhalten so zu steuern, dass es unserem Kind geholfen hätte. Er hat meine erzieherischen Maßnahme wie Belohnungen mit Punkteplan systematisch sabotiert, meinem Sohn z.B. teure Rollerblades gekauft, obwohl ich mit ihm ausgemacht hatten, dass er dafür noch X Punkte brauchte. Oder den Fernsehen abends eingeschaltet, obwohl ich ein Fernsehverbot dem Kind auferlegt hatte, nachdem er seine Schwester geärgert hatte und sich danach nicht entschuldigen wollte. Es war zum Haarhaufen...

Wenn man allerdings allein wie du bist, ist das sicher auch nicht einfach..

Ich glaube nach wie vor, dass eine Krankheitseinsicht meines Mannes und ein gemeinsames Ziehen am gleichen Strang (gemeinsame Teilnahme am Elterntraining, Versuch, gemeinsam und nach Absprachen die Tipps in der Praxis umzusetzen) zusammen mit einer medikamentösen Therapie uns sehr geholfen hätte und uns Kinderpsychiatrie und Internat erspart hätte.

Darf ich dich fragen, wie dein Mann generell auf die Verhaltensstörungen deines Sohnes reagiert hat, als ihr zusammen wohntet? Hat er auch Wutanfälle bekommen und dir die Schuld gegeben?

Glaubst du, er hat auch ADHS?

Zitat

Ich würde gern viel mehr mit Humor lösen, das geht am Besten bei meinen Kids, hab ich festgestellt, ABER: ich bin selbst betroffen und hab mich halt auch nicht immer im Griff.


Ja, das ist eben noch schwieriger, wenn man selbst betroffen ist. Weil einem die nötige Kontrolle, Ruhe fehlt. Daher wäre ein Coaching der Eltern sicher eine gute Lösung.

Zitat

KInd darf keine Medis nehmen, weil der Vater nicht zustimmt.


Das Jugendamt hatte mir damals (unser Sohn war ca 9) empfohlen, das gesundheitliche Sorgerecht meinem Mann entziehen zu lassen (ich war dafür extra 2 Stunden beim Gericht, ich weiß nicht mehr genau, wie das Verfahren exakt heißt). Erst danach hat mein Mann einem Termin bei einem Kinderpsychiater gewilligt, wo übrigens die Hochbegabung zu Tage kam. Immerhin hast du die Diagnose ADHS für deinen jüngeren Sohn schwarz auf weiß, also müsste es nicht schwer sein, so was durchzuziehen.

Aus welchem Grund lehnt er die Behandlung ab?

Zitat

Mich macht am meisten betroffen, dass der Kleine so gar nix hat ( außer Bildschirm) was ihm Spaß macht, dass er so ein geringes Selbstvertrauen hat.


Ich finde es furchtbar, dass man einem Kind eine wirksame Therapie verweigert, die ihm eine gesunde Entwicklung und viel Leid ersparen würde. Noch dazu, wenn es keine Zweifel an der Diagnose gibt.


Zitat

Elterntraining habe ich nie mitgemacht. Wie gesagt, kenne mich selbst ja ganz gut aus, und in der Theorie weiß ich, wie ich mich verhalten muss, aber wenn man selbst ADHS hat, ist es nochmal schwieriger.


Ja. Dazu hast du ja keinerlei Unterstützung, das ist doppelt so schwer!

Aber trrotzdem würde ich mir Hilfe suchen. Vielleicht im nächsten SPZ, durch Gespräche mit Psychologen, die sich mit ADHS mit oppositionellem Trotzverhalten auskennen.

Gibt es eine Selbsthilfegruppe in deiner Nähe?

Zitat

Ich nehme auch nicht durchgehend Tabletten, nur wenn es im Job mal total stressig ist oder besondere Konzentration erfordert. Ich denke, für meinen Kleinen war der Trennungszeitpunkt schwierig. Er war erst 1,5 Jahre alt, musste von da an in die Krippe. Hätte ich gewusst, wie stark er betroffen ist, hätte ich die ersten 3 Jahre wohl doch zu Hause verbracht, aber ich wollte halt niemandem auf der Tasche liegen und bin arbeiten gegangen...


Also mal ganz ehrlich: ich bin bei meinen beiden Kindern in den ersten Jahren (eigentlich bin ich nach wie vor Hausfrau, habe nur ein paar Monate zwischendurch gearbeitet) zu Hause geblieben und habe ein ADHS Kind und ein normales Kind. Daran sieht man, dass es keinen Einfluss auf die ADHS hat, ob die Mutter in den ersten 3 Jahren zu Hause war oder nicht.

Zitat

Mit meinem Sohn haben wir bisher Ergotherapie gemacht, ich bin jetzt auf der Suche nach nem Verhaltenstherapeuten.


Du könntest vielleicht beim ADHS Verein fragen:

[www.adhs-deutschland.de]

Zitat

Aber er hat ja auch dazu so gar keine Lust, will am liebsten jeden Tag mit seinem Kumpel nur vor irgend nem Bildschirm hockend verbriingen... das muss definitiv aufhören, er wird mir süchtig, wenn er das nicht längst ist. Alles nicht so leicht, aber das weißt du ja selbst.


Das kenne ich auch sehr gut. Ich hatte gerade Diskussionen mit der Internatsleitung, weil die Handys/Laptops/Ipads dort erlaubt sind und der Leiter (oder ein Kollege) mir sagte, mein Kind hänge den ganzen Tag am Handy. Ich wollte, dass das Personal sein Handy ihm nur 2-3 Stunden gibt, aber das sei "organisatorisch nicht möglich". Ich konnte nur erwirken, dass ihm das Handy um 22 Uhr weggenommen wird, habe allerdings keinerlei Kontrolle und bin mir mittlerweile nicht sicher, ob das tatsächlich so gehandhabt wird. Der Leiter hat nicht mal auf meine 2.Email geantwortet, nachdem ich seiner Stellvertreterin einen Vorschlag für die stundenweise Abnahme der Handys vorgeschlagen habe. Seitdem werde ich offensichtlich wie Luft behandelt...*seufz*Dieser ständige Kampf ist einfach nur zermürbend...

Mein Mann hat vor ein paar Wochen einen Kollegen gefragt, ob man das Handy technisch so einrichten kann, dass er eben nur zu bestimmten Zeit benutzbar ist...leider war das schon vor 2 Monaten.

Ich habe ehrlich gesagt manchmal so die Schnauze voll, gegen Windmühlen zu kämpfen, dass ich mir immer wieder sage, dass ich am Liebsten gar nichts mehr für meinen Sohn machen sollte. Bei 5er und 6er im Zeugnis fällt mir das allerdings im Moment schwer...

Ich wünsche dir viel Kraft!

LGHimbeer

von Himbeer26 - am 22.06.2017 13:01
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