Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 2 Monaten, 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Agnes69, Mikabo, Himbeer26, Pälmchen

Unter der Woche mehr Ritalin?

Startbeitrag von Pälmchen am 27.06.2017 06:55

Hallo,
ich habe eine 6jährige Tochter, die im Februar die Diagnose ADS bekommen hat. Im März sind wir mit Ritalin gestartet und sie ist mit 30mg LA eigentlich gut durch den Schultag gekommen.
In den Osterferien und am Wochenende erschien uns diese Dosis aber zu hoch, da sie unbegründete Ängste gegen einige Dinge entwickelte. Sie wollte zum Beispiel nicht mehr draußen spielen, da eine Biene kommen KÖNNTE. In Absprache mit dem Arzt sind wir dann wieder zurück auf 20mg LA. Dadurch ist aber die Konzentration in der Schule nicht mehr so toll.
Der Arzt meinte es könnte sein, dass sie unter der Woche mehr bräuchte.
Gibt es das? Gibt es hier jemanden der in der Woche eine höhere Dosis als am WE nimmt? Oder ist Ritalin vielleicht noch nicht das richtige Medikament für meine Tochter?
Lieben Gruß

Antworten:

Hallo Pälmchen,

ich habe leider nur eine kurze Erfahrung (3 Tage) mit Ritalin und leider schreiben hier erfahrene Mütter nicht mehr (oder selten).

Wenn deine Tochter sich unter 30 mg Ritalin LA besser konzentrieren kann als unter 20 mg, wäre es vielleicht trotz der Ängste besser, unter der Woche bei dieser Dosis zu bleiben.

Allerdings kann diese Angst ja die Lebensqualität einschränken.

Schwierige Situation...

Bist du sicher, dass die Ängste erst unter 30 mg Ritalin entstanden sind?

Vielleicht ist es nur Zufall?

Eine Lösung wäre vielleicht, die 30 mg unter der Woche zu behalten und dem Kind am Samstag, Sonntag und in den Ferien gar kein Ritalin zu geben. Das würde ich allerdings erst machen, wenn sie nicht unter oppositionelles Trotzverhalten leidet. Denn Ritalin dämpft auch dieses lästige Symptom.

LG Himbeer

von Himbeer26 - am 28.06.2017 13:50
Hallo Pälmchen,

die Ärztin meines Sohnes sagte mir, dass man das Ritalin individuell geben kann; sprich wenn Schule ist mehr, am Wochenende oder in den Ferien weniger oder sogar komplett pausieren. An deiner Stelle würde ich das mit dem Arzt abklären. Dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Liebe Grüße
Mikabo

von Mikabo - am 08.07.2017 22:09
Hallo zusammen! :-)

Es stimmt, dass der Bedarf an Ritalin (oder anderen entsprechenden Medikamenten) von den aktuellen Anforderungen abhängt. Einige Ärzte empfehlen deshalb, an den Wochenenden oder in den Ferien weniger zu geben.

Ich gebe aber zu bedenken, dass auch soziale Interaktionen außerhalb der Schule unsere Kinder immens fordern können.
Die schlimmste Szene mit meinem Sohn (an die er auch heute mit 20 nur sehr ungern erinnert wird) habe ich an einem Wochenende bei einem Familienfest erlebt: viele Menschen, viele Reize, ungewohnte körperliche Belastung durch ein Fußballspiel an einem ziemlich heißen Tag, ... da versagte sogar sein sonst sehr zuverlässiges Retard-Medikament (Concerta), und es kam zu einem Rebound (Verstärkung der ADS-Symptomatik bei zu schnellem Abfallen der Medi-Wirkung) erster Güte.

In dieser Situation wollte die Oma noch un-be-dingt ein Familienfoto machen, auf dem alle recht nett drauf sind, denn Verwandte aus Amerika waren da, und die Gelegenheit würde sich nicht so schnell wieder ergeben.
- Grundsätzlich verständlich ... aber das führte dazu, dass mehr oder weniger alle gleichzeitig auf Junior einredeten - teils begütigend, teils ungeduldig ... es war eine Katastrophe!!!

Leider weiß man nicht im Voraus, wann sich eine Situation so zuspitzen wird, aber je mehr Leute um das Kind herum sind, desto größer die Gefahr, würde ich sagen. Manchmal genügt aber auch ein provokantes Geschwisterchen oder die Mama, die möchte, dass das Zimmer wieder in einen menschenwürdigen Zustand versetzt wird und beschlossen hat, endlich durchzugreifen.

Ich würde vorschlagen, das mit dem Arzt zu besprechen. Wenn er einsichtig ist und Euch vertraut, wird er Euch wahrscheinlich erlauben, die Medis am Wochenende nach eigener Einschätzung zu reduzieren.

Generell würde ich Dir, Pälmchen, aber empfehlen, Deine Tochter noch ein wenig zu beobachten. Ängste gehören meiner Erfahrung nach nicht zu den Nebenwirkungen von Ritalin sondern eher zur klassischen ADS-Symptomatik. Das ADS kann alle Emotionen unnatürlich verstärken. Die Medikamente helfen eher dabei, sie vernünftig wahrzunehmen, zu beurteilen und damit umzugehen.

Ich wünsch Euch viel Kraft und noch einen schönen Sonntag!
Agnes

von Agnes69 - am 09.07.2017 09:02
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.