Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 1 Woche, 1 Tag
Letzter Beitrag:
vor 2 Tagen, 2 Stunden
Beteiligte Autoren:
Dagmar D., finn2011

Neu hier und verzweifelt!

Startbeitrag von finn2011 am 08.08.2017 11:01

Hallo :)

Meinem Namen könnt ihr entnehmen, es geht um Finn.
Schon sehr früh bestand der Verdacht auf ADHS, welcher sich nun mit gerade 5 Jahren verhärtet und mit dem 6. Geburtstag vor 4 Wochen bestätigt hat.
Seit Dezember 16 wird er schon medikamentös eingestellt. Ich bin wahrscheinlich der Größte Gegner von Methylphenidat und Co., aber es ging nicht mehr anders. Für ihn nicht, für uns nicht...

In diesem Zug beantragte ich die Einschulung an einer speziellen Schule (Klassenstärke 8-9 Kinder), die an eine heilpädagogische Tagesstätte geknüpft ist. Sprich, nach dem Unterricht sind die Kids bis 17 Uhr optimal betreut und beschäftigt, die Hausaufgaben werden erledigt, die sozialen Kompetenzen gestärkt.
Nunja, so ein Platz kostet pro Kind und Jahr 22000€, dementsprechend stehen die nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ich hatte massig Unterlagen eingereicht (Stellungnahmen von Kindergarten, Sprengelschule, Ergotherapeutin, Heilpädagoge, Kinderarzt, Kinderpsychologe, sogar ein medizinisches Gutachten lag bei). Nur leider hat es die gute Frau vom Jugendamt verbummelt, diese Unterlagen auch rechtzeitig an die Verwaltung der wirtschaftlichen Jugendhilfe weiterzugeben, sogar behauptet, sie hätte nichts vorliegen (wir können die Zustellung anhand von Sendeberichten etc belegen). Somit wurde mir am letzten Schultag vor den Ferien grinsend mitgeteilt, dass Finn leider keinen Platz bekommen hat. "Dann muss er halt in die Regelschule gehen, bleiben Sie halt daheim, dann kann er den Unterricht ja früher verlassen, wenn nix mehr geht." Und wer zahlt bitte unsre Rechnungen? Mein Mann kann das nicht alles alleine stemmen.
Nun wollen wir wenigstens eine Schulbegleitung für die volle Unterrichtsdauer. Und da Finn nun wieder von seinen wenigen Freunden getrennt wird, ist unsere Forderung, dass das nun wenigstens die Dame machen darf, die Finn bereits im Kindergarten begleitet hat. Sie kennt ihn und weiß mit ihm umzugehen. Aber nein, da macht das Jugendamt ja nun auch wieder Theater, weil ihnen der Arbeitgeber (Malteser) nicht passt.

Parallel hatte ich bei der KK Pflegegeld beantragt. Da mir eine Tagesmutter nach der Anderen weggelaufen ist, habe ich natürlich meinen Job verloren...
Im Endeffekt muss ich den ganzen Tag daneben stegen und beaufsichtigen, was Finn macht. Benutzt er Klopapier, putzt er seine Zähne, etc pp, ihr kennt das sicher.
Als die Dame vom MSD bei uns ankam, waren wir gerade mitten im alltäglichen Anzieh-Kampf. Ich sagte ihr direkt, dass sich das ganze nun schon 20 Minuten zieht (Finn hatte zu diesem Zeitpunkt noch seinen Schlafanzug an) und es dauerte noch weitere 20 Minuten, bis er endlich die bereitgelegten Kleider angezogen hatte. Nun kam letzte Woche der Bescheid; KEIN PFLEGEBEDARF!!! Der erste Satz im Gutachten: KIND WURDE IN TAGESBEKLEIDUNG ANGETROFFEN.
Ich fühle mich einfach nur noch verarscht und im Stich gelassen.

Medikamentös war es jetzt 2 Monate lang wechselhaft mit Tendenz zu ok, aber auch das kippt seit 2 Wochen.
Gestern ging es zb so weit, dass Finn im Auto seinen Schuh nach mir warf, mich zwar verfehlte, dafür aber durch das offene Fenster den teuren neuen Audi in der Parklücke neben uns getroffen hat. Weil ich ihm keine Kaugummis kaufen wollte (ich hab 3 Packungen von ihm in der Handtasche).
Langsam bin ich echt am Ende meiner Kräfte. Warum wird man denn da so im Stich gelassen? Wenn jetzt der Nachbar beim Jugendamt anruft und behauptet, wir würden Finn schlagen, stünden die sofort da mit Erziehungshilfe und dem ganzen langen Rattenschwanz eben. Kommst du aber von selbst auf die zu und bist so ehrlich, dass du sagst, du bist an der Grenze, lachen sie dich förmlich aus.

Nun ist das Ganze ziemlich lang und wirr geworden, wer die Geduld hatte, bis hierhin zu lesen, hat vielleicht ja auch noch den ein oder anderen Rat für mich.

Antworten:

Hallo liebe Finn-Mama,

tja das Jugendamt ist schon so eine Sache. Es gibt dort tolle Leute, aber leider auch viele schlechte Erfahrungen.

Der Weg ist, dass ihr einen Antrag stellen müsst beim Jugendamt auf Erziehungshilfe. Den muss das Jugendamt genehmigen. Das hat mit der wirtschaftlichen Jugendhilfe noch gar nichts zu tun, die genehmigen auch nicht.

Euer Beschwerdeweg wäre nun die ASD-Leitung. Dort tragt ihr vor, am besten auch schriftlich, wann ihr den Antrag gestellt habt mit welchen Unterlagen. Das Jugendamt ist verpflichtet euch einen Bescheid zu schicken, innerhalb von 90 Tagen, sonst kann man eine Untätigkeitsklage einreichen. Und wenn ihr den schriftlichen Bescheid habt, dann könnt ihr Widerspruch einlegen.

Leider ist es nicht so, dass wir Eltern uns die Art der Maßnahme aussuchen können. Da gesteht der Gesetzgeber dem Jugendamt die fachliche Kompetenz zu. Das heißt ihr könnt zwar die Heilpädagogische Fachbetreuung beantragen, aber das JA kann auch entscheiden euch z.B. eine Familienhilfe zu genehmigen. Auch da kann man Widerspruch einlegen, aber man hat dann nicht so gute Karten.

Wichtig ist aber erst einmal, dass ihr einen Bescheid in die Hand bekommt, damit ihr den rechtsweg einschlagen könnt. Und dieser Bescheid muss schriftlich erfolgen, nicht mündlich. Viel Erfolg :-)

von Dagmar D. - am 14.08.2017 17:18
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.