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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 3 Monaten, 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Dagmar D., Luna26

bin auch neu hier

Startbeitrag von Luna26 am 14.08.2017 16:07

Hallo,

mein Sohn ist 7 Jahre alt und Einzelkind. Wir haben noch keinerlei Diagnose. Ich warte derzeit auf einen Termin bei einem Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Ich bin momentan ziemlich ausgelaugt. Ich erzähle mal.
Unser Sohn ist seit er krabbeln kann immer in Bewegung. Er konnte schon in der Krabbelgruppe nie sitzen. Auch z.B. im Restaurant ist es immer schwierig.
Er hatte auch in der Schule, 1.Klasse große Probleme. Laut der Lehrerin konzentriert er sich nicht und war meist gedanklich abwesend, spielt ständig mit Stiften oder anderen Sachen. Er brachte die Aufgaben auch nie fertig, da er zu langsam war.

Bei den Hausaufgaben ist es auch so, er benötigt sehr viel Zeit da er nicht konzentriert bei der Sache ist. Oft hat er auch die Hausaufgaben vergessen. Das erste Zeugnis ist auch dementsprechend nicht so toll. Alle meine Verwandten möchten das erste Zeugnis sehen, aber ich will es niemanden lesen lassen. Als ich es gelesen habe brach ich in Tränen aus.

Mein Sohn kann leider auch keine Freundschaften aufbauen da er immer alle dominieren will.

Ich fühle mich total hilflos. Mich macht es auch richtig fertig von allen Seiten immer zu hören "ihr müsst strenger sein" oder "ihr müsst euren Sohn mehr bestrafen". Ich vermute stark, dass unser Sohn ADHS hat.

Geht ihr mit der Diagnose ADS/ADHS allen gegenüber offen um? Wie reagieren die Menschen ?

Ich finde dieses Forum super, man fühlt sich gleich nicht mehr so alleine.

Antworten:

Hallo Luna,

habt ihr die Adresse des Arztes von einer Selbsthilfegruppe? Falls nicht, fragt dort noch mal nach, nicht dass ihr dann noch mal einen neuen Arzt braucht.

Das erste Zeugnis ist oft ein Schock. Es fehlt als Mutter der Vergleich und über vieles schaut man hinweg oder tröstet sich damit, dass man ein Kind kennt, dass das auch nicht so gut kann und plötzlich kommt eine stark verdichtete Beschreibung des Kindes und man kann sich selbst nicht mehr hinwegtrösten.

Es ist aber gut, dass die Lehrerin deines Sohnes so genau hinschaut, das Zeugnis gibt dem Arzt wichtige Hinweise (unbedingt mitnehmen). Ich kenne das auch ganz anders, dass alles eine Katastrophe ist und das Zeugnis völlig weichgespült ist und man gar nichts in der Hand hat.

Das Zeugnis gehört nicht in die Hände der Verwandtschaft, das ist ein persönliches Dokument. Was soll es auch bringen. Sie kennen doch alle dein Kind. Bei den Kommentaren, die du oben zitierst, wird die Reaktion eher verständnislos sein und du bekommst noch mehr solcher blöder Kommentare. Erspare dir das.

Zum Umgang mit der Diagnose habe ich unterschiedliche Erfahrungen. Sie reichen von sehr gut bis katastrophal. Solange du keine Diagnose hast, würde ich nichts sagen. Wenn dann die Behandlung anschlägt und das veränderte Verhalten bemerkt wird, dann kannst du immer noch abwägen, ob du was sagen willst. In den meisten Fällen sollte man es lassen.

Der einzigen Person der man gegenüber offen sein muss, ist das betroffene Kind. Es braucht die Erklärung, damit es sich selbst besser versteht und auch mal aussprechen kann, was nicht so gut läuft. Aber das auch erst wenn die Diagnose da ist. Bis dahin schreiben wir uns hier sicher aber noch mal.

von Dagmar D. - am 14.08.2017 17:32
Hallo Dagmar,

vielen Dank für deine Antwort.

Die Adresse vom Arzt hab ich von der Erziehungsberatungsstelle, mit der ich telefoniert habe. Dieser Herr meinte der Arzt ist gut für uns.

Die Lehrerin ist verständnisvoll, ich hatte ja auch schon mehrere Gespräche mit ihr. Das alles dann schwarz auf weiß zu lesen war trotzdem erst mal ein Schock. Ich werde das Zeugnis definitiv niemanden zeigen. Es sind ja sowieso alle der Meinung wir als Eltern haben bei der Erziehung unseres Sohnes versagt.

Solange wir noch keine Diagnose haben rede ich mit niemanden. Wir müssen jetzt erst mal abwarten. Ich selber muss auch versuchen stark zu bleiben, stark für meinen Sohn.

Viele Grüße
Luna

von Luna26 - am 14.08.2017 20:48
Hallo Luna,

frage doch bei einer Selbsthilfegruppe in deiner Wohnumgebung nochmal nach, ob der Arzt sich wirklich auskennt. Man kann nämlich nur Dinge diagnostizieren, die man gut kennt. Und ADHS ist eine recht knifflige Diagnose.

Wenn du bei diesem Link deine Postleitzahl eingibst, bekommst du eine entsprechende Liste.
[www.adhs-deutschland.de]

Ich schicke dir ein dickes Kraftpaket, das brauchst du wirklich.

von Dagmar D. - am 16.08.2017 04:54
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