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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 3 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Dagmar D., MamavomBerg

Neuling und Frage zur Impulsivität

Startbeitrag von MamavomBerg am 21.08.2017 08:25

Hallo,
ich bzw. wir sind neu hier. Es geht um unseren 9jährigen Sohn. Nun wird es ein bisschen kompliziert und langwierig.
Er ist das jüngere GEschwisterkind und war als Baby immer sehr lieb. Unser großer Sohn war ds Schrei- und Trotzkind, unser kleiner ein pflegeleichtes aber tagsüber aufgewecktes Baby und Kleinkind (durchschlafen mit 5 Wochen, wenig Trotz, aber immer Schabernack im Kopf, körpersehr agil). Er ist sehr sportlich und die Kondition eines Rennpferdes. Hinzu kommt eine hohe Kreativität.

Tja und nun zu seiner Entwicklung. Bis er 5 1/2 Jahre alt war, war unser kleiner Sohn eher der Selbstläufer (sehr sportlich und immer mal Unfug im Kopf, aber alles im "normalen" Rahmen). ER wollte gerne eher eingeschult werden, was wir ihm verweigert haben, da er schlecht lange still sitzen konnte und wir annahmen, dass ihn 5x die Wocxhe ein ganzer Vormittag sitzen noch überfordert. Wir wollten ihm sein letztes Jahr KiGa lassen.

Tja 3 Wochen nach Beginn des letzten KiGa-Jahres wurde er krank, hohes Fieber und Husten... und das hielt dann fast 3 Jahre konstant an. Er war vorher nie oft krank. War von unseren beiden Söhnen immer der stabilere, der sich schneller von einer Erkältung erholte. Also verbrachte er das letzte KiGa-Jahr mehr zu Hause bzw. Oma und Opa als im KiGa.Die Situation war insbesondere für mich als berufstätige Mutter belastend. Mit Beginn der 1.sten Klasse wurde es etwas besser, aber wir knapsen bis heute daran rum. Was er nun so wirklich hat, vermochte uns kein Arzt zu sagen...

Zur Einschulung konnte unser Sohn bereits lesen und rechnen. Da er nur Unfug anstellte, meinte die Klassenlehrerin schnell, er könnte/sollte springen. Wir waren da nicht begeistert und wollten erstmal Rat im SPZ einholen (unser großer Sohn wurde dort getestet - er ist hochbegabt). Sohnemann lernte diese Dinge im vorbei gehen... hatte aber auch in der ersten Klasse noch keine Geduld sich länger als nötig still hinzusetzen. Zuerst fand er die Idee gut mit dem Springen, als er aber die Schreibschrift zu Hause lernen sollte, heulte er. ER erledigt bis heue seine Schulaufgaben mit einem Minimum an Aufwand. Ordentlich, vollständig aber kein Buchstabe mehr als er muß.. Trotz eines recht hohen IQ haben wir dann gesagt: lieber nicht, soll er seine Zeit zum toben und spielen nutzen. Da waren wir zum ersten mal mit ihm im SPZ um uns eine weitere MEinung einzuholen: ADHs war ungesichert... def. war er impulsiv. Der IQ Test war überdurchschnittlich, aber ob das Ergebnis "nur" überdurchschnittlich oder doch höher liegt, konnte die Psych. nicht sagen, da er z.T. zu impulsiv gearbeitet hat (z.B. der Aufgabenstellung gar nicht zugehört hat).

So nun kommt das Problem, in der Zeit war er immer noch recht häufig krank. Zwischenzeitlich nahm er das Medikament viani mite und sein Impulsivität steigerte sich bzw. sein oppositionelles Verhalten.
Aufgrund des schwierigen Verhaltens waren wir im Frühjahr (gute 2 Jahre nach dem ersten Test) wieder im SPZ, Diagnose: er hört besser als 98% seiner Mitmenschen (ja, wir dachten vllt. stimmt etwas mit seinem Gehör nicht;-) ),
kein ADHS, aber eine zu hohe Impulsivität im Vergleich zur Altersnorm mit dem Hinweis, dass dies derbe Probleme mit sich bringen kann. Der IQ wurde auf unseren Wunsch hin nicht nochmal getestet .
Mittlerweile eckt er oft an, hat zumindest bei einigen Lehrern Schwierigkeiten sich zu integrieren, weil er immer wieder impulsiv handelt. Leider hat er nun auch angefangen zu lügen, um seine Fehler (die er aus einem impuls heraus begeht) zu vertuschen.

Lange Rede kurze Fragen:

Wie können wir ihm helfen seine Impulsivität besser zu beherrschen? Ich fürchte, wenn wir an diesem Punkt nicht weiter kommen, wird er einen recht langen schwierigen Weg vor sich haben, da dass Verständniss seiner Umwelt (Lehrer, Trainer, Bekannte, andere Kinder) immer mehr abnimmt. Sein o. Verhalten sich auswächst und wir dem fast machtlos gegenüber stehen.

Konnten hier andere Eltern eine Veränderung des Verhaltens durch Viani mite feststellen (Asthma- / Hustenmedikament)?

LG und vielen Dank

Mamavom Berg

Antworten:

Hallo Mamavom Berg,

ja, Hochbegabung ist Last und Segen zugleich. Den Kindern fällt alles zu, sie brauchen nichts für die Schule zu arbeiten, trotzdem stimmen die Noten. Doch sie lernen nicht für die Schule zu arbeiten und später, wenn es um Unterrichtsinhalte geht, die einfach nur gelernt werden müssen wie z.B. Vokabeln oder Rechtsschreib- und Grammatikregeln, da wird es plötzlich sehr schwer. Denn unsere Kids sind daran gewöhnt nichts zu tun und plötzlich sollen sie.

Ob dein Sohn zusätzlich zur Hochbegabung noch eine ADHS hat, das kommt häufiger vor, aber ist nicht zwingend, kann nur jemand diagnostizieren, der dich mit ADHS gut auskennt um diese Differentialdiagnose stellen zu können. Ist euch das SPZ von einer ADHS-Elterngruppe als qualifizierte Adresse empfohlen worden? Falls nicht, dann kann ich nur raten, eine Elterngruppe in eurer Umgebung zu kontaktieren und euch eine qualifizierte Adresse geben zu lassen. Dort kann man dann feststellen, ob er es hat oder auch nicht.
[www.adhs-deutschland.de]

Bei Impulsivität hilft sehr gut ein Verhaltenstraining und hier kommt die Hb wieder positiv zum Tragen. Dadurch kann er alles besser verstehen und anwenden.

Euch würde ich allen inkl. Oma und Opa ein Elterntraining empfehlen, denn wenn er so oft zu Hause ist, muss man schauen, dass er dort gut und konsequent angeleitet wird.

von Dagmar D. - am 28.08.2017 15:56
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