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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 3 Monaten, 2 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Honigbluete, Möppi14

Was kann ich noch tun

Startbeitrag von Möppi14 am 04.10.2017 18:33

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und hoffe hier auf Hilfe und Gleichgesinnte zu stoßen.
Meine Tochter ist "auffällig" seit dem sie 2 ist. Ich bin relativ früh los gegangen und als auch der Kiga meinte, sie sei auffällig hat dies auch der Kinderarzt eingesehen. Wir haben dann Ergotherapie bekommen, sie beim Psychomotorischen Turnen angemeldet und beim SPZ testen lassen (das erste Mit 4,5 Jahren). Die integrative Betreuung wurde ebenfalls bewilligt. Vor einem halben Jahr wurde Sie dann erneut beim SPZ getestet mit dem Ergebnis, dass sie ADHS hat aber halt vor 6 Jahren die Diagnose nicht offiziell gestellt werden darf(sie war da 5 1/2 Jahre). Wir haben uns parallel schon um eine Verhaltenstherapie bemüht und jetzt endlich ab nächste Woche einen Platz. Sie ist diesen Sommer in die Schule gekommen und war zu dem Zeitpunkt noch keine 6 Jahre. Im Kindergarten hatte ich das Gefühl, dass wir das alles schon hin bekommen. Sie hat dort 2 feste Freundinnen gewonnen (die leider nicht auf Ihre Schule gehen) und zu Hause war sie schon anstrengend aber ich hatte das Gefühl es noch irgendwie händeln zu können. Ich dachte, dass "wächst sich aus". Jetzt ist Sie seit 5 Wochen in der Schule und es geht hier drunter und drüber. Alles wird nur noch mit Gewalt, Wut und Schreien von Ihrer Seite geregelt Regeln einzuhalten fällt ihr noch schwerer wie sonst, oft schläft sie nicht vor 22:00 Uhr abends ein.Der kleine Bruder wird regelmäßig gehauen, geschubst, geschlagen und das oft grundlos. Von morgens bis abends herrscht Theater, es ist immer laut bei uns. In der Schule verlässt sie einfach den Unterricht, stört diesen massiv, kann nicht zuhören, sich nicht konzentrieren, wird teilweise verbal und körperlich aggressiv gegen Lehr- und Aufsichtspersonen und zerstört Sachen von anderen Kindern. Sie steht völlig alleine da. Niemand will mit ihr spielen (was ich leider verstehen kann) und sie hat Angst in die Schule zu gehen. Prinzipiell ist sie sehr motiviert zu lernen aber wenn die Hausaufgaben etwas "anspruchsvoller" sind schafft sie es nicht diese zu Ende zu machen. Wir haben bei den Hausaufgaben schon ein Belohnungssystem eingeführt. Gutes Zureden hilft nicht, die anderen sind grundsätzlich schuld. Die Lehrerin ist toll, sie gibt sich sehr viel Mühe, hat viel Verständnis und arbeitet auch mit einem Belohnungssystem. Sie tut was sie kann!!!
Inzwischen habe ich mit der Psychologin, der Ergotherapie und dem Kinderarzt Rücksprache gehalten die mir zur Einstellung mit Medikamenten geraten haben. Prinzipiell habe ich nichts dagegen wenn es meinem Kind hilft und sie endlich ein kleiner, glücklicher Mensch werden kann. Aber nun habe ich soviel gelesen, dass das der größte Scheiß ist, dass es ADHS gar nicht gibt und die Eltern an sich und dem Kind arbeiten müssten dann geht es auch ohne, dass die Einnahme von Medikamenten später dazu führen kann, dass die Kinder ehr zu Drogen greifen etc. Ihr kennt die ganze Litanei bestimmt :-) Ich bin jetzt total verunsichert und wollte mal eure Erfahrungen hören. Welche Erfahrungen habt ihr mit Medikamenten bei euren Kindern gemacht? Kommt ihr ohne aus, wenn ja wie? Glaubt ihr, dass sich Ihr Verhalten noch bessert wenn Sie mehr Zeit bekommt?
Ich danke euch im Vorfeld ganz herzlich für eure Tipps/Anregungen und Hilfe.
LG

Antworten:

Ich kann dir nur raten, die Medikamente zu probieren! Wir haben ähnliches mit unserem Sohn durch (allerdings hat er ADS, ohne Hyperaktivität). Leider leider haben wir die endgültige Diagnose erst dieses Jahr erhalten, nach der dritten Diagnostik. Er ist diesen Monat 11 geworden und mittlerweile in Klasse 6. Die Grundschulzeit war eine einzige Quälerei, immer begleitet von Ergotherapie und später dann Verhaltenstherapie. Wir haben alles gemacht, was uns möglich war, um ihn "in die Spur" zu bringen. In der 5. Klasse ist es dann aufgrund von einigen ungutes Verletzungen zum absoluten Drama eskaliert, woraufhin er die Klasse gewechselt hat und nun mit absolut tollen Lehrerinnen und einer sehr netten Klasse gesegnet ist. Kurz vor den Sommerferien haben wird dann, nachdem in der Diagnostik eindeutig eine massive Konzentrationsstörungen herausgekommen ist, mit der Gabe von Medikamenten begonnen. Vom ersten Tag an zeichnete sich eine deutliche Entlastung für unseren Sohn an, und damit auch für uns. Jetzt, nach knapp 4 Monaten, ist das Zusammenleben mit ihm eine wahre Freude. Er kann er selbst sein, die ganzen unangenehmen Verhaltensweisen verschwinden und er ist glücklich und zufrieden. Es ist ein Prozess, er muss neue Verhaltensweisen sich erarbeiten, dabei hat er weiterhin Unterstützung. Aber es geht mit großen Schritten voran und er entwickelt sich einfach toll. Er hat erstmals guten Kontakt zu den neuen Mitschülern, fängt an, Freundschaften zu knüpfen und schulisch so etwas wie Ehrgeiz zu entwickeln. Er bekommt ganz viel positive Rückmeldung, wo er sonst immer und immer wieder Ablehnung erfahren musste und beginnt, Strukturen zu verinnerlichen.

Auch bei uns sehen das viele Bekannte/Verwandte kritisch. Aber ehrlich: der Erfolg gibt mir Recht und vor allem unser Sohn, der regelrecht befreit wirkt. Mach dich von den

von Honigbluete - am 14.10.2017 06:10
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