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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 3 Wochen, 6 Tagen
Beteiligte Autoren:
Dagmar D., mutti234

(ADHS) Bitte um Rat - Entscheidung 9 Schuljahr...

Startbeitrag von mutti234 am 29.01.2018 00:30

Hallo Zusammen,

mein Sohn (13j.) ist seit 4 Jahren tagsüber im Jupident (Vorarlberg) und besucht dort auch die Schule ( er hat einen sonderpädagogischen Förderbedarf).
Von der Schule her höre ich seit Anfang an. Er ist gut in der Schule, aber sein Verhalten sei sehr schwierig. Er bekommt auch (nur zur Schulzeiten, sehr niedrige gehaltene Dosis) Ritalin.

Jetzt ist es so das sich mein Sohn wünscht die Poly-technische Schule zu besuchen, endlich unter gleichgesinnten und keine behinderten Kinder in der Klasse.
Er konnte eine Woche dort schnuppern und er blühte voll auf.
Der Direktor meinte er sei noch nicht reif genug in Bezug auf Selbständigkeit, was mein Sohn wiederum nicht versteht.

Die Möglicheiten welche noch offen stehen sind:

BVS Berufsvorbereitende Schule - im Jupident (2J.)
welche mir vom Jupi-Team und auch deren schule sehr empfohlen wird.
+ geschützter Rahmen ( vor Mobbing und da er eher ein Mitläufer ist und sich leicht beeinflussen lässt)
- ich hab die bedenken von unterforderung und zu überbehütung.
- er könnte seine Motivation der er im Moment hat verlieren und das Handtuch schmeissen

Normale Hauptschule (Regelschule/Sprengelschule)
vielleicht könnte er integrativ als aso schüler dort die schule besuchen

+ Möglichkeit einen Hauptschulabschluss zu bekommen und später normal eine Lehre zu machen
-ich würde ihm jegliche fördern u Hilfs Angebote nehmen.
- die jugendlichen können sehr gemein sein, er könnte abrutschen, sich beeinflussen lassen


Ich weiss wirklich nicht mehr weiter. Ich wäre sehr froh um eure Meinung und Ideen

irgendwie scheint beides der falsche Weg zu sein und eine Mischung gibt es nicht.

Im Prinzip bräuchte er eine schule streng strukturiert wie ein Gymnasium, aber in kleiner klasse und mit zusätzlicher Lehrperson und am besten mit pädagogischen no how.

gruß mutti234

Antworten:

Hallo,

mit dem Schulsystem in Östereich kenne ich mich leider überhaupt nicht aus. Jupident habe ich mal gegoogelt. Habe ich es richtig verstanden, dass dein Sohn dort auch wohnt?

Dein Sohn ist 13 Jahre. Das ist der Beginn der Pubertät. Das bedeutet, die wirklich schwierige Zeit kommt noch.

Er ist seit einigen Schuljahren in einem System, das ihn schützt und stützt. Er ist dort bekannt mit seinen Stärken und Schwächen. Man kennt ihn und hat die Möglichkeiten individuell auf ihn einzugehen.

Dein Sohn hat soziale Kontakte in der Schule. Die Betreuer wissen, welche Kontakte ihm gut tun und welchen Schülern er besser aus dem Weg gehen sollte. Auch dein Sohn kann dies einschätzen.

Wenn er nun in eine andere Schule wechselt, passiert dies zu einem Zeitpunkt, zu dem die hormonelle Umstellung ihn sehr fordern wird. Gerade unsere Kinder mit einer ADHS sind in dieser zeit Zeit sehr leicht irritierbar und suchen sich falsche Vorbilder.

Zudem muss er in eine neue Schulstruktur wechseln. Die Schule ist größer, d.h. es kennt nicht mehr jeder Lehrer jeden Schüler. Es sitzen in der Klasse mehr Schüler, d.h. er bekommt nicht mehr die individuellen Hilfen und Ansprachen, die er gewöhnt ist. Zusätzlich kommt er in eine bestehende Klassengemeinschaft und muss nun neue Kontakte finden.

Und wenn er in der Hauptschule scheitert, dann steht er erst mal ohne Schulabschluss vor dem Nichts.

Ich denke, er hat bei einem Wechsel zu viel zu verlieren und das in dieser kritischen Entwicklungsphase. Deshalb würde ich ihn lassen wo er ist, damit er dort die Berufspraxis in einer geschützten Gruppe lernen kann. Danach kann es immer noch weiter gehen.

Unsere Kinder mit ADHS sind Kinder, die schnell Begeisterung entwickeln, wenn sie etwas Neues sehen und dies in Aussicht haben. Diese Begeisterung trägt genauso lange, wie dies neu uns spannend bleibt. Sobald die Routine beginnt oder erste Schwierigkeiten auftauchen, das dauert in der Schule meist 6 Wochen, ist die Begeisterung genauso schnell vorbei wie sie entflammte. Und dann müssen sie da durch. In der Pubertät bedeutet das oft Kampf.

Mir ist aufgefallen, dass du schreibst, dein Sohn erhält nur eine Minimaldosis Medikamente. Gibt es dafür einen gesundheitlichen Grund? Denn solange das so ist, kann er natürlich sein Leistungspotential nicht zeigen.

Vielleicht könnt ihr euch eine pro- und contra-Liste machen. Wichtig ist nur auf der Seite, die ihr erst mal nicht bevorzugt genauso offen alles aufzuschreiben wie auf der anderen Seite. Dann habt ihr am Ende ganz viele Aspekte, die ihr gewichten könnt. Auch den behandelnden Arzt und die Lehrkräfte würde ich befragen und deren Gründe mit eintragen.

von Dagmar D. - am 29.01.2018 13:17
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