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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dagmar D., stefanie87

Kind im Kindergarten anders als daheim ?

Startbeitrag von stefanie87 am 12.04.2018 18:38

Ich hab für meine 6 Jährige Tochter einen Termin für einen Adhs Test gemacht. Der Arzt möchte Rücksprache mit dem Kindergarten halten. Ich habe die Erzieherin angesprochen und diese meinte zu mir, sie denkt nicht, dass meine Tochter Adhs hätte. Sie bräuchte zwar mehr Aufmerksamkeit als andere und macht viel Blödsinn, aber es würde noch schlimmere Kinder geben.. sie wäre halt sehr lebhaft und das wäre keine Krankheit. Jetzt bin ich total verunsichert :(
Ich selbst habe ADHS und nehme seit 3 Monaten auch Ritalin Adult. Meine Tochter ist schon seitdem sie geboren ist sehr schwierig. Als Baby hat sie ununterbrochen geschrien und war sehr unruhig. Als Kleinkind hat sie mich an meine Grenzen gebracht. Sie konnte nicht ruhig auf dem Hochstuhl sitzen, nicht im Kinderwagen sitzen bleiben und musste dauernd in Bewegung sein. Abends hat sie bis zu 2 Stunden geschrien, bis sie endlich geschlafen hat. Morgens war sie um Punkt 5 wach, obwohl sie nur nur nachts 7 Stunden geschlafen hat. Tagsüber konnte sie sich nicht selbständig beschäftigen, was für mich sehr anstengend war. Sie war sehr impulsiv und war sehr Durchsetzungstark und hat stundenlang einen durch Geschrei tyrannisiert. Mein damaliger Partner kam mit der Situation nicht klar und hat mich dann verlassen, obwohl es sein leibliches Kind war. Ich wollte sie schon früher auf ADHS testen lassen, aber meine Familie hat mich verunsichert und meinte es würde kein ADHS geben und das würde alles an mir liegen.

Seit 3,5 Jahren habe ich einen neuen Freund, mit dem ich eine 1,5 jährige Tochter habe... diese ist genau das Gegenteil. Sie ist sehr ruhig und beschäftigt sich sogar viel alleine.
Meine große Tochter ist mittlerweile 6 Jahre alt und kann sich keine Minute selbst beschäftigen daheim. Sie braucht die ganze Zeit Aufmerksamkeit! Nur beim Fernsehen ist sie ruhig und kann still sitzen. Sie kann sich an keine Regeln halten und baut die ganze Zeit Mist. Egal Wieoft man ihr was sagt, sie macht es immer und immer wieder. Sie tyrannisiert einen richtig. Wenn sie etwas will, dann versucht sie es mit allein Mitteln zu bekommen und rastet meistens aus !sie lügt auch sehr sehr viel ! Man weiß gar nicht mehr was wahr oder falsch ist. Sie ist immer noch total aufgedreht, redet ununterbrochen und zappelt ständig rum. Sie kann nicht normal am Tisch sitzen und wenn man ihr was sagt, nimmt sie einen manchmal gar nicht wahr. Sie streitet sich sehr viel mit anderen Kindern und spielt meistens alleine auf dem
Spielplatz, weil keiner mehr mit ihr spielen will. Sie kommandiert meistens die Kinder rum und lässt sich von anderen nix sagen. Sie hat sich letztens sogar geschlagen mit einem Mädchen. Sie fühlt sich immer von allen angegriffen und ungerecht behandelt. Es kommt wirklich täglich zu ständigen Konfrontationen. Deshalb wollte ich sie nun endlich auf ADHS testen lassen.

Es verunsichert mich halt total, dass die Erzieherin meinte sie hätte das wahrscheinlich nicht.

Antworten:

Hallo Stefanie,

die Antwort liegt hier:

"Ich habe die Erzieherin angesprochen und diese meinte zu mir, sie denkt
nicht, dass meine Tochter Adhs hätte. Sie bräuchte zwar mehr
Aufmerksamkeit als andere und macht viel Blödsinn, aber es würde noch
schlimmere Kinder geben.. sie wäre halt sehr lebhaft und das wäre
keine Krankheit."

Im ersten Satz misst die Erzieherin sich ärztliche Kompetenzen an. Es entspricht nicht der Qualifikation einer Erzieherin, eine solche Beurteilung abzugeben.

Im zweiten Satz zeigt die Erzieherin, dass sie keine Ahnung hat, was ADHS ist, wenn sie denkt, ADHS sei wie viel Aufmerksamkeit die Kinder bräuchten.

Und im letzten Satz offenbahrt die Erzieherin ihre Einstellung zu ADHS. Dies sei keine Krankheit.

Ich würde dem Arzt genau diese Aussagen geben. Dann kann er einschätzen, vor welchem Hintergrund die Erzieherin ihm Auskunft geben wird.

Ansonsten ist es immer sinnvoll dem Verdacht nachzugehen, insbesondere vor der Einschulung, denn man weiß aus Studien, dass die Kinder sich innerhalb weniger Wochen in der Schule ins Aus schießen, ohne entprechende Möglichkeit der Rückkehr in die Klassengemeinschaft, wenn dann die Diagnose und Behandlung angelaufen ist.

von Dagmar D. - am 13.04.2018 05:51
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