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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 2 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 1 Monat, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Raupi, Dagmar D.

Visuelle Wahrnehmung bei ADHS überprüfen lassen...

Startbeitrag von Raupi am 14.06.2018 08:59

Hallo nochmal,

eine Sache wollte ich hier mal mit Euch teilen.

Wir haben die Diagnose ADS schon vor der Einschulung im SPZ bekommen, in der Schule klappe gar nichts beim Lesen, Schreiben, Rechnen. So krass hatte ich das nicht erwartet.

Ich fragte im SPZ, ob da nicht noch etwas anderes sein könnte, es hieß, nein. Ich fragte nach einer Buchempfehlung und las daraufhim in dem mir empfohlenen Buch "Lernen mit ADS Kindern", dass bei ADHS die Lesebwegungen der Augen nicht so gut funktionierten. Das hat mich auf die Fährte gebracht, die visuelle Wahrnehmung überprüfen zu lassen.

Beim normalen Augenarzt hieß es, alles sei in Ordnung. Die Orthoptistin in der Praxis sagte mir ebenfalls, alles sei OK. Bloß bei der Verabschiedung auf dem Flur ließ sie plötzlich fallen, mein Sohn wurde so viel hin und her schauen, bis er endlich dahin gucke, wo er hinschauen solle... bei mir ging eine rote Lampe an... ich suchte weiter.

Ergebnis war, nach einem Jahr Wartezeit auf den Testtermin, dass mein Sohn tatsächlich massive Defizite hatte.

Ein dreivierteljahr Sehtraining half ihm, mit neun Jahren endlich Lesen zu lernen.

Nun hat er noch eine Rechtschreib- und Rechenschwäche, aber das Lesen klappt prima!

Bei seinem verstecken Schielen hilft ihm auch eine entsprechende Brille.

Ist es erlaubt, hier Namen zu nennen? Die Ärztin hat ihren Sitz in Bad Homburg und kann unter der Homepage fehlermussmansehen.de aufgefunden werden. Auf der Homepage findet sich auch ein Video, in dem sie ihre Methode erklärt.

Meine Wissens ist sie so ungefähr die einzige Ärztin in Deutschland, die in den USA ein Studium der Optometrie abgeschlossen hat. Ursprünglich ist sie Kinderärztin und Schulärztin, vor dem Studium hat sei ein Ausbildung zur Orthoptistin gemacht.

Ihr Buch "Fehler muss man sehen" ist sehr aufschlussreich, leicht zu lesen und hervorragend optisch strukturiert.

Vielleicht kann es also sinnvoll sein, bei Schulproblemen neben dem ADHS auch mal genauer bei der visuellen Wahrnehmung hin schauen zu lassen. Hier gibt es, wie gesagt, für mich zwei Quellen, einmal das o. g. Buch und die Ärztin.

In meinem Umfeld haben auch Mütter von Recht erfolgreichen Trainings bei Optikern berichtet. Das könnte also auch ein lohnender Versuch sein, wenn es in der Schule nicht so gut läuft. Man kann ja außer ADHS eben auch noch was anderes haben...

Ich bin gespannt auf Euer Feedback!

Antworten:

Hallo Raupi,

das ist schön, dass dein Kind nun lesen gelernt hat. Ich war mit meiner Tochter damals auch dort und es hat ihr geholfen, allerding wurde die gleiche Diagnose in einer Sehschule gestellt.

Unsere Kinder können sich nicht konzentrieren, d.h. sie können auch ihren Blick nicht stabil halten. Bei meinen beiden Söhnen war die medikamentöse Behandlung ausreichend. Die nun erbrachte Konzentration lies den Blick ruhiger werden.

Das beobachte ich auch bei vielen meiner Schulkinder, dass die Blickkontakte mit dem Buch länger werde, wenn eine medikamentöse Behandlung begonnen wird.

Konzentration braucht man für vieles, auch für die visuelle und auditive Wahrnehmung.

von Dagmar D. - am 01.07.2018 15:57
Hallo Dagmar,

das ist ja sehr interessant was Du da berichtest - erstmal, dass Ihr auch bei Frau Dr Schuhmacher wart.

Aber noch viel interessanter finde ich Deine Erfahrungen mit der Verbesserung der Augenbewegungen und damit auch der visuellen Wahrnehmung. Demnach hätte man auch erst die Medikation ausprobieren können und sich diese Strapazen ersparen können... hmpf...

Ich bin leider erst im Laufe des letzten Jahres offen für die Medikation geworden.

Jetzt denke ich, wie dumm, dass wir uns dermaßen gequält haben und vom SPZ Höchst sogar entlassen wurden mit dem Hinweis, dass "die" Förderlehrer in der Schule zuständig seien. Man attestierte ihm Förderbedarf in vier Fördergebieten. Aber jede Schule hat normalerweise ja nur einen einzigen Förderlehrer und der deckt auch nur ein Gebiet ab...

Und im Endeffekt konnte er von Förderung in einem Gruppensetting null profitieren.

Ich bin fast zugrunde gegangen in den letzten Jahren seither. Aber ich wusste nicht, dass mein Sohn tatsächlich doch ein recht typisches AD(H)S hat. Laut SPZ sei es nicht so ganz eindeutig gewesen und es hieß, er müsse wohl gelegentliche Rückschläge hinnehmen, würde aber dann wohl seinen Weg machen.

Den I Helfer bekam er jetzt im Frühjahr sehr schnell und eindeutig bewilligt und die Medikation kam dann auch auf meine drängende Beschreibung der Situation recht schnell in Gang. Also so untypisch ist es nicht. Bloß haben wir so viel abgepuffert... zu viel und zu lange abgepuffert...

Jetzt müssen wir nur noch das passende Medikament finden. Denn bei Equasym Retard 10 mg scheint er doch aufgrund von Appetitmangel zu sehr abzunehmen... nach nur fünf Tagen hat er von 27 auf 26 kg abgenommen... wir haben es jetzt für ein paar Tage abgesetzt, nachdem er Fieber und Kopfschmerzen bekam (hoffentlich keine Nebenwirkung) und päppeln ihn jetzt erstmal wieder auf sein Ausgangsgewicht.

Es folgt jetzt also offenbar auch nicht die einfache Lösung...

LG, Raupi

von Raupi - am 01.07.2018 20:44
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