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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dagmar, Maximilian, Marion I., Gitte, anni

Behindertenausweis bei ADS`ler

Startbeitrag von anni am 21.06.2001 19:52

Hallo Ihr Lieben,
hat schon jemand für ein ADSH-Kind beim Versorgungsamt einen Behindertenausweis angefordert? Ist dies überhaupt möglich? Wenn ja, wieviel
% Grad der Behinderung wird festgestellt?
Vielen Dank für Eure Hilfe
Gruß Anni

Antworten:

Hallo Anni,
dieses Thema wurde diese Woche in der SHG besprochen. Dort war eine Mutter, deren nun diesen Ausweis bekommen hat.
Der Sohn hat außer ADS auch noch Asthma und es kamen noch ein paar andere Krankheitsaspekte hinzu; der Behindertenausweis war auf 80 % ausgestellt.
Wie ich hörte, wird der Prozentsatz des Behindertenausweises individuell bestimmt, es gibt da keine Richtlinien wegen ADS. Ob es stimmt, weiß ich nicht, manchmal kommt es ja auch auf die Personen beim Versorgungsamt an, wie ich hörte.

Es wurde allerdings ausdrücklich betont, man solle als Mutter genau abwägen, ob das Kind diesen Ausweis wirklich nötig hat (vonwegen Diskrimination unter den Mitschülern etc.). Nur wegen eines eventuellen Steuervorteils sollte man diesen Ausweis möglichst nicht beantragen (was ich dir hiermit keineswegs unterstelle).

Also richtig ist, dass man mit diagnostiziertem ADS einen Behindertenausweis für das Kind beantragen kann.

LG

Marion

von Marion I. - am 22.06.2001 06:22
Hallo Anni,

es gibt ein Arbeitsheft Nr.9 des Landchschaftsverbandes. Das kann man
telephonisch bestellen. Dort sind alle Funktionbeeinträchtigungen auf-
gelistet, mit den jeweiligen Prozentsätzen im GdB (Grad der Behinderung).

ADS fällt ja unter die Rubrik "Konzentrations,- und Aufmerksamkeitstörung".
Dort wird dafür 40%, "in schweren Fällen" 50% angegeben.

Leider ist es so, das die Versorgungsämter dort immer "sparen". Ich habe derzeit
einen Einspruch laufen, da mir nur 30% in Zusammenhang mit anderen
Beeinträchtigungen "gewährt" worden sind.

Aber das ist die gängige Praxis der Versorgungsämter. Wenn ich dran denke,
werde ich das Forum auf dem laufenden halten, was draus wird.

Gruß
Maximilian

von Maximilian - am 22.06.2001 08:51
Wir haben für unsere beiden Söhne (1x ADSH, 1x ADS) einen Schwerbehinderten-Ausweis mit 50% ausgestellt bekommen. Schwierigkeiten in der Schule oder bei Freunden gibt es nicht, denn so etwas behalten wir für uns. U.a.geht esuns um die steuerlichen Vergünstigungen, da wir haben auf Grund von ADS für beide Söhne erhöhte Ausgaben für Therapien und die Fahrten dorthin haben, die nicht von irgendeiner Organisation übernommen werden.

Schönes Wochenende
Gitte

von Gitte - am 22.06.2001 09:19
Hallo Anni,

auch bei uns in der Gruppe hat eine Mutter einen Ausweis für ihre Tochter. Prozent weiß ich nicht genau, aber über 50.

Sie sagte, dass man später bei einer Einstellung in den Arbeits- oder Ausbildungsplatz verpflichtet ist anzugeben, dass man einen solchen Ausweis hat. Wenn man dies nicht tut, und es kommt heraus, hätte das die Kündigung zur Folge (falsche Angaben im Personalbogen).

Auf der anderen Seite treten die Schutzbestimmungen für behinderte Arbeitnehmer erst ab einer bestimmten Prozentzahl (welche weiß ich nicht) in Kraft. Die Mutter sagte, nur mit ADS würde man diese Prozentzahl nicht erreichen.

Es gilt also abzuwägen, ob ein solcher Ausweis beim Suchen eines Ausbildungs-/Arbeitsplatzes eher nützlich oder hinderlich ist.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 22.06.2001 11:25
Hallo Dagmar,

die gemeinten Schutzbestimmungen, treten schon ab 50% ein. Da liegen der betreffenden Person leider falsche Info's vor, bzw. sie wurde beweusst falsch informiert.

Das fängt z.B. mit 5 Tagen mehr Urlaub an usw.

Ich weiss das noch aus meiner Zeit als aktiver Gewerkschafter, bzw. Personalsratsmitglied.

Gruß
Peter Maximilian

von Maximilian - am 23.06.2001 12:34
Hallo Maximilian,

danke für die Info. Und wenn ich jetzt schon mal jemanden kenne, der sich auskennt, die nächste Frage gleich hinterher ;-))

Für Arbeitgeber wird ein "behinderter" Arbeitnehmer ja erst dann interessant, wenn es um die Schwerbehindertenabgabe geht. Gehört man mit 50% schon zu diesem Personenkreis?

(Das ist jetzt die letzte Frage mir mir dazu, um den Rest nachzulesen werde ich mir die Broschüre bestellen :-)))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 23.06.2001 17:06
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