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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Michaela, liss, Bernhard, C.Classen, Rike, Petra J, Jana

Sind alle Therpeuten so...?

Startbeitrag von Michaela am 22.06.2001 06:41

Hallo, endlich das neue Forum ist da! Glückwunsch!
Ich war auch schon ganz traurig, aber jetzt können wir uns wieder austauschen!

Ich hatte zusammen mit meiner Tochter (13 J.) die ersten Stunden einer (angeblichen) (Verhaltens-)Therapie.

In der ersten Stunde hat die Therapeutin mich kennengelernt und nach meinen Wünschen hinsichtlich meiner Tochter befragt, was für Probleme vorliegen und was ich mit der Therapie bezwecke.

In der zweiten Stunde hat sie meine Tochter (alleine) kennengelernt und mit ihr einen Intelligenztest gemacht und sie nach ihren Problemen befragt.

Meine Tochter erzählte, daß sie keinerlei Probleme hat, sie versteht sich mit allen gut, nur die Konzentration in der Schule könnte besser sein.
Ansonsten ist sie wie sie ist und möchte auch nicht verändert werden!

Abschließend an dieses Gespräch mit meiner Tochter fand ein Gespräch zu dritt
statt, indem mir die Therapeutin offenbarte, sie könne mit meiner Tochter keine Therapie durchführen, da diese äußerte, keine Probleme zu haben und was ich denn nun erwarten würde, wenn sie offenbar kein kooperatives Verhalten zeigt.

Das ganze nach 45 Min.!

Ich wurde danach verabschiedet und mir wurde viel Glück gewünscht, da ich mich ja offensichtlich bestens mit ADS auskenne (dazu muß angemerkt werden, die Therapeutin kennt sich nicht gut mit ADS aus, hat sogar in der 1. Stunde um Info-Material gebeten, welches ich vorsorglich mitgenommen hatte).

Es handelte sich um eine Kinder- und Jugendpsychologin die in einer Beratungs-
stelle für Kinder, Ehe- und Erziehungsfragen des Diakonischen Werkes tätig ist.
Bei Vereinbarung des Termins fragte ich extra, ob sie sich mit der ADS-problematik auskennt und sie bejahte es.

Da auch ich selbstbetroffenes Elternteil bin empfinde ich manches vielleicht auch anders, aber ist das normal?
Ich war völlig entsetzt, wie kann sie nachdem sie meine Tochter 45 Minuten gesehen hat sagen, das mit meiner Tochter keine Therapie durchgeführt werden kann?

Im Nachhinein sagte meine Tochter mir aber auch daß sie die Frau sehr unsympathisch fand. Mein Sohn, der sie nur kurz gesehen hatte und auch ADS hat bemerkte nur trocken auf der Heimfahrt: "Gottseidank habe ich nicht so eine doofe Therapeutin!"

Bevor ich nun einen weiteren Versuch in Richtung Verhaltenstherapie starte möchte ich von Euch wissen: War das normal, sehe ich das überzogen, daß diese Frau unmöglich war?

Gruß Michaela

Antworten:

Ups, natürlich Therapeuten! o.T.

..

von Michaela - am 22.06.2001 06:42

Re: Ups, natürlich Therapeuten! o.T.

Hallo Michaela ,

irgendwie kommt mir das ganze bekannt vor.

In welcher Stadt ist die Erziehungsberatung.
Ich war einmal in Aschaffenburg und bei mir war es so ähnlich,allerdings war damals mein Sohn noch nicht entgültig diagostiziert.Aus dem Grund konnte ich da noch nichts entgültiges sagen.Aber gemeldet hat sich die Dame auch nicht mehr.

Enttäuschend , aber besser so und woanders hingehen .

Viele Grüße
Petra J

von Petra J - am 22.06.2001 07:29
Hallo Michaela!

Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht mit jedem Therapeuten klarkommt. Für meinen Sohn war mir erst der 3. recht. Aber so gut ist der auch nicht, wie ich heute weiß. Aber durch mein Wissen kann ich gezielt nachfragen und bekomme für meinen Sohn das Gewünschte.
Wenn ihr euch alle gegen diese Frau sträubt, wird selbst die beste Therapie nicht wirken. Sucht doch weiter, vielleicht habt ihr mit dem nächsten Versuch ja Glück.

die-Daumen-drückende Jana

von Jana - am 22.06.2001 07:29
Hallo Michaela,
ich hatte leider auch nicht viel mehr Glück. Vor Lukas entgüliger Diagnose bei einem Kinderpsychiater waren wir bei einem städtischen neurophysiologischen Zentrum, wo man meinem Sohn leichte Wahrnehmungsstörungen diagnostizierte.
Diese wollte man dann mit je 1x wöchentl. Psychomotorik und Graphomotorik therapieren.
Die Psychomotik-Therapeutin ist wohl eher auf dem Standpunkt, dass alle Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern auf Grenzenlosigkeit in der Erziehung zurückgefüht werden können und versucht im Kasernenton die Kinder zu disziplinieren.
Lukas weigerte sich nach der dritten Stunde vehement (ich hätte ihn nur noch laut schreiend dahin zerren können) mit ihr zu arbeiten.
Auf meine Frage, wie wir wohl am besten mit einer Therapieverweigerung umgehen könnten, meinte sie nur "wenn ihr Sohn sie erzieht, lassen sie ihn zu hause, wenn Sie das Sagen haben, zwingen sie ihn hierhin."
Ich glaube jedoch, dass eine Therapie nur sinnvoll ist, wenn ein positives Grundempfinden auf beiden Seiten besteht (ist vielleicht laienhaft) so dass ich die Therapie abgebrochen habe.
Nun stehen wir vor dem Problem, etwas anderes zu suchen. Ich werde jedoch in Zukunft erst ganz intensiv die Kompetenz und Methoden in Bezug auf ADS erfragen, bevor ich Lukas zu zig Therapeuten schleppe, bis wir den richtigen gefunden haben.
Ich wünsche Dir viel, viel Glück
liebe Grüße, Rike

von Rike - am 22.06.2001 08:03

Re: Sind alle Therpeuten so...? -- N e i n --


Hallo Michaela,

gottlob sind nicht alles so ;-)

Natürlich musst Du eine Weile suchen um einen vernünftigen Psychotherapeuten zu finden, aber dann kann es Dir und Deinem Kind wirklich helfen !

Eine gute Verhaltenstherapie eröffnet dem Kind die Chance, mit den syndromtypischen Problemen besser umzugehen. Oder - beispielhaft - wenn Du weißt, dass ADSler Probleme mit der Zeiteinteilung haben, nimm halt öfter einen Kurzzeitwecker zur Hilfe.

Auch lernen die Kids, eine aufsteigende Wut zu erkennen und damit umzugehen, Stichwort: Toleranzschwelle ;-)

Und ganz wichtig, die Eigenwahrnehmung kann gefördert werden !

Du siehst es gibt einen Haufen Chancen, wenn man den richtigen Therapeuten hat ;-)
Viel Erfolg bei der Suche, vielleicht kann Dir eine Elterngruppe am Ort weiterhelfen


beste grüsse

chris

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
ADS Elterngruppe Hainburg


von C.Classen - am 22.06.2001 09:58
Hallo Michaela,
unsere Psyschologin hat zu Beginn der Behandlung gesagt, sie sei nur in der Lage dem Kind zu helfen (da stand noch gar nichts fest) wenn das Kind zu ihr Vertrauen habe. Sonst wären alle Angaben verfälscht.
Darum haben wir auch dieses Vertrauen zu Ihr. Und ich denke dies ist das Entscheidende!!!! Alle Beteiligten müssen sich wohl fühlen. Nur dann kann das Ergebnis positiv sein.
Da ich neu bin, weiss ich nicht von wo Ihr seid. Unsere Therapeutin sitzt in Köln.

Also leider weitersuchen. Obwohl mir klar ist, wie schlimm das sein muss.

Viel Glück
Elisabeth

von liss - am 22.06.2001 09:59

Versuch einer Erklärung

Hallo Michaela,

da ist sicherlich was schiefgegangen, denn Du hast ja ein Problem geäußert. Auch wenn (erstmal) Deine Tochter nicht mitarbeiten will, gibt es ein Problem, und sicher auch Möglichkeiten, mit Dir zu arbeiten.

Das Vorgehen der Therapeutin ist aber, aus meiner Sicht, nicht nur schlecht. Ähnliches ist mir auch schon passiert.

Ich bekomme von den Eltern einen Jungen vorgestellt, der sagt mir dann: Ich will keine Therapie, ich brauche mich nicht zu verändern, die Schule ist bescheuert und die soll sich ändern. Da wird es für einen Therapeuten unmöglich, mit ihm therapeutisch zu arbeiten (mit dieser Einstellung). Es gibt zwar die Möglichkeit, dass nach einer gewissen Zeit der Beziehungsaufnahme, dass es besser klappt, sich das Kind öffnen kann (nach all den oft schlechten Erfahrungen) - das ist eigentlich auch typisch für ADS - Kinder. Immer wieder merke ich, dass ich mit Jugendlichen arbeite, ohne dass sie motiviert sind - und das ist eigentlich für die Katz, denn man kommt nicht weiter: Das Verhalten in der Schule bleibt das Gleiche, Hausaufgaben werden nicht gemacht ...

Aber: Wenn ambulant eine Therapie durchgeführt wird, wo man anfänglich nur 25 Stunden bewilligt bekommt, muss man recht streng mit den Stunden rechnen, die Stunden müssen effektiv sein. das heißt aber auch: Wenn Patienten erstmal nicht motiviert sind, fliegen sie raus. Da haben es angestellte Kollegen etwas leichter, weil sie nicht vom bewilligten Stundenkontingent abhängig sind.

Das ist aber noch kein Grund, alles abzubrechen. Das heißt erstmal nur: Mit dem Kind ist derzeit Therapie noch nicht möglich. Es gibt auch Alternativen:
- erstmal (akzeptierender) Beziehungsaufbau zum Kind
- Elternarbeit (Informationsvermittlung, Analyse des Erziehungsverhaltens, Zuweisung zu einer Elterngruppe ...)

In Stichpunkten habe ich auf meiner HP beschrieben, in welchen Bereichen Therapie wirken könnte http:www.hks-ads.de. Es wird deutlich, wie vielfältig die Ansätze sein können.

Hat das was geklärt?

Viel Erfolg und gute Nerven wünscht


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 22.06.2001 11:32
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