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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
evi, Pia, Beate, anne05, Niki, C.Classen

fragen zu ritalin!

Startbeitrag von evi am 22.06.2001 09:08

bei meinem 9-jährigen sohn sind vor den pfingstferien die tests abgeschlossen worden,eine woche später die blutuntersuchungen und nun warten wir schon 2 wochen darauf daß die kinderärztin die rezepte für ritalin bekommt.bin anscheinend die erste,deren kind es verschrieben wird,fühl mich aber bei ihr am besten damit aufgehoben!
ich frage mich jetzt nur noch,ob ich sobald die rezepte da sind mit ritalin beginnen soll oder ob ich bis zum nächsten schulanfang im september damit warten soll,hauptsächlich soll es doch für die konzentration helfen (wobei ich sehr hoffe,daß sich auch andere verhaltensweisen ein wenig damit bessern werden).
ich weiß nicht,ob es gut wäre nach ein paar wochen wieder eine längere pause zu machen,oder ob es gut wäre meinen sohn die ganzen sommerferien hindurch das ritalin zu geben,damit er sich besser bis zum schulanfang daran gewöhnt hat? könnt ihr mir was dazu raten?
dann hätte ich noch eine frage: wenn ich meinen sohn morgens und mittags eine tablette gebe, jedoch meistens abends mit ihm für schularbeiten übe ist doch die wirkung vom ritalin wieder vorbei! kommt ihn dann die bessere konzentration während der schule doch noch zugute? ich denke jetzt z.b. an textaufgaben,wenn der lehrer sie in der schule erklärt,bekommt mein sohn meisten nicht viel davon mit,genauso können sich andere kinder erinnern,daß der lehrer so ungefähr sagte was für textaufgaben in den proben drann kommen....bei meinen sohn kommt da meistens "weiß nicht mehr"," hat nichts gesagt" oder ähnliches! auch bei heimat und sachkunde müssen andere kinder die ich kenne viel weniger lernen,weil sie das meiste noch von der schule her wissen.
sind wahrscheinlich "blöde" fragen,wär aber dankbar wenn der eine oder andere seine meinung dazu abgeben könnte.

tschüss
evi

Antworten:

Hallo Evi,
meine Tochter 9 J. bekommt jetzt seit 4 Monaten Ritalin. Sie bekommt es 5 x am Tag alle 3 Stunden. ADS ist eine Stoffwechselerkrankung, wo wo 1-2 Botenstoffe nicht ausreichend vorhanden sind, das heißt man braucht für den ganzen Tag Ritalin und nicht nur für den Vormittag/Schule und Nachmittag/Hausarbeiten, sondern auch für alle Lebenslagen. Wenn man Ritalin nicht regelmäßig gibt, kommt das Kind in den Rebound und dann werden die ADS-Anzeichen meistens noch stärker als ohne Ritalin. Viele Eltern, die ennengelöernt haben meinten dann, das Ritalin sei ein Teufelszeug, dabei stimmt nur die Dosierung nicht nicht. Die Hausarbeiten würde ich dann so legen das dein Kind noch in der Wirkung ist und nicht schon beim ausschleichen. Ich hoffe ich habe dich nicht zu sehr verwirrt, doch eins muss Dir klar sein, es ist meist ein langen Weg bis man die richtige Dosierung gefunden hat, aber es lohnt sich auf jedem Fall für Euch und vor allem Für Dein Kind.

Liebe Grüße Niki

von Niki - am 22.06.2001 09:19
Hallo Evi,

eines solltet Ihr bei der Ritalin-Therapie nicht vergessen:
Eine Verhaltenstherapie zu beginnen, die möglichst auch stufenweise die Eltern mit einbezieht.

Denn unter Ritalin ist das Kind zumeist "offen", um Tipps, Tricks und Strategieen zu erlernen, um das ADS zu kompensieren.

Was hilft die ganze Medikamentation, wenn die negativen Automatismen, die sich mit der Zeit eingeschlichen haben, nicht verändert werden?

Igendwann will man ja auch wieder an den Punkt kommen, ohne Medikamente auszukommen ...

Lieber Gruß
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 22.06.2001 09:59

Re: fragen zu ritalin! - Beginnen ? Ja - recht schnell !


Hallo Evi,

nachdem offensichtlich durch einen Arzt abgeklärt ist, daß Dein Kind mit Medikamenten geholfen werden kann, besteht doch kein Grund zu warten !

Nicht nur in der Schule lernen wir ;-))
gerade in der Freizeit, da lernen die Kids ganz viel !

Sozialverhalten, "verlieren können", Regeln beachten usw. da passiert ganz viel ausserhalb der Schule, was wir als Eltern garnicht als "Lernen" sehen, aber dem Kind doch eine Entwicklung bringt. Eine Entwicklung die auf Wahrnehmung basiert und ADSler brauchen teilweise Medikamente um die Wahrnehmung zu haben.

Ein anderes Ding kommt noch dazu, Dein Kind kann jetzt Erfolge haben !
Es kann anders schreiben, beim Malen sind die Kurven anders, es hat vielleicht auch mehr Geschick beim Basteln, es sind viele Dinge die durch das Medikament auf den Weg gebracht werden.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Reitlehrerin (die nichts von der medikamentösen Einstellung wußte !), die sagte "erstaunlich, wie das Kind heute den Takt findet, es reitet zum ersten Mal nicht _gegen_ das Pferd sondern ganz harmonisch _mit_ dem Pferd"

Beobachte genau, Du wirst viele Erfolgserlebnisse Deines Kindes sehen ;-)

beste grüsse

chris
ADS Elterngruppe Hainburg


von C.Classen - am 22.06.2001 10:07

Re: danke für eure antworten...

dann sollte ich also doch noch vor den sommerferien beginnen, die kinderärztin sagte mir nur,daß ritalin eben nur für die konzentration hilft aber wie ich schon oft hier im forum gelesen habe hilft es auch im allgemeinen (drückt mir mal die daumen,daß es überhaupt hilft!)
auch das argument lange für die richtige dosierung zu brauchen kann ich mir gut vorstellen.
eine therapie ist übrigens frühestens im herbst drinn, die werden wir dann selbstverständlich auch machen.

hab mir eben nur gedacht,ich sollte ihm das medikament noch eine zeitlang ersparen, da kurz vor und in den ferien wenigstens der hausaufgabenstress und der schuldruck wegfällt! und wenn mein lieber sohn so ziemlich den ganzen tag lang machen kann was er will gibts weniger probleme.(er muß nicht so bald ins bett,er kann länger am morgen trödeln usw. usw.....

tschüss
evi

von evi - am 22.06.2001 16:36

Re: danke für eure antworten...

Hallo Evi,

Vielleicht findest du im ~~ alten Forum ~~ noch meinen Einstellungsbericht von Felix. Wir haben etwa 3 Wochen gebraucht, bis er einigermassen eingestellt war.

Er kann doch auch mit Ritalin ~~ trödeln ~~ und spielen und .....

Er kann sich aber schon mal ~~ neu ~~ kennen lernen.

Das wird schon

Schönes Wochenende

Beate

von Beate - am 22.06.2001 18:16

Re: danke für eure antworten...

>ich sollte ihm das medikament noch eine zeitlang ersparen

es kommt immer darauf an, was man sich erwartet und wie die probleme aussehen.

ich für mich sage eher "ich möchte mir im moment ein leben ohne ersparen"

bei mir hilft es nicht nur für die konzentration. auch, aber bei vielen anderen dingen dazu. nur *ein* beispiel:

ich finde es jetzt manchmal wirklich erschreckend, zu sehen, wie mein gegenüber sich in gesprächen mit mir verhält und auf mich reagiert.

ich kann jetzt deutlich sehen, wenn ich jemanden mit einem wortschwall überfallen habe, wenn ich jemand bei etwas störe, ohne abzuwarten, bis er zeit für mich hat, wenn ich mal wieder totalen unsinn rede, weil ich bei c anfange, ohne a zu erwähnen.

und solche momente gibt es täglich!

das habe ich rüher nie so deutlich gesehen und manchmal wird mir ganz angst und bange, wenn ich denke, was ich wohl für einen eindruck gemacht habe, ohne es zu merken. (und da war ich vielleicht noch impulsiver ...)

jetzt merke ich es und kann's langsam korrigieren.

von Pia - am 22.06.2001 20:12

P.S.

ich habe anfang oktober mit ritalin begonnen, und die letzte dosisänderung war diese woche.

nicht so einfach, das ganze mit dem einstellen.

von Pia - am 22.06.2001 20:17
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