Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Petra J, mami-maus, Hilde, Michaela#, Petra, Friedo

die elternkatastrophe

Startbeitrag von mami-maus am 22.06.2001 19:22

hallo,
ich finde der artikel ist lesenswert.
nun bildet euch eure meinung dazu.
ich habe den link angegben.
[www.zeit.de]

Antworten:

Hallo ,

bei mir erscheint :

Artikel konnte nicht gefunden werden.
Nach was muß man suchen?

Petra J

von Petra J - am 22.06.2001 19:26
teil 3 ich glaube ich habe den fehler.
DIE ZEIT


von mami-maus - am 22.06.2001 19:29
Immer noch nichts

von Petra J - am 22.06.2001 19:31
ES KLAPPT

SORRY

von Petra J - am 22.06.2001 19:32
hallo petra,
der 3. versuch und nu klappt es. bei dir auch.wenn ja,dann bin ich doch noch ein kleines geenie.

gruss mami-maus

von mami-maus - am 22.06.2001 19:32
Hallo Mama - Maus

Bist ein Genie !!!!!!

Ich kann keinen Link eintragen ( zu doof)

Danke Petra J

von Petra J - am 22.06.2001 19:39
Hier ist er :::

S C H U L E & F A M I L I E



Die Elternkatastrophe

Zur Erziehung abgeliefert: Die Schule kann an den Kindern nicht wettmachen, was die Familie sträflich versäumt

Von Susanne Gaschke



[Diesen Artikel kommentieren]

Wenn Ahnungen in Gewissheit umschlagen: Diesen Punkt haben wir im Bildungswesen erreicht. Gefragt ist allerdings nicht die "Bildungsoffensive", die neuerdings in schöner Eintracht von Bundeskanzler, Ministerpräsidenten und Wirtschaftsbossen gefordert wird.

Wir wissen längst, dass den Schulen eine Legion neuer Aufgaben, von Computerkunde bis Ernährungslehre, zuwachsen. Wir wissen, dass deutsche Schüler im internationalen Vergleich nicht überragend abschneiden, dass es viele ausgebrannte oder unterengagierte Lehrer gibt. Wir wissen es aus den Medien, aus den wohlfeilen Aufrüttelungsreden. Doch über die Bedingung des lauthals beschworenen Aufbruchs in die Wissensgesellschaft wird beharrlich geschwiegen: den Elternbeitrag zur "Bildungsoffensive", die Erziehung.

Wer eigene Kinder hat, wer sich in den Schulen umsieht und den guten und kämpferischen Lehrern zuhört (von denen es mehr gibt, als die Medien suggerieren), der sieht sich mit einem dramatischen Widerspruch zwischen zweckoptimistischer Rhetorik und ernüchternder Wirklichkeit konfrontiert. Die Schulen sollen immer mehr lehren - und die Schüler bringen immer weniger von zu Hause mit.

Der Deutsche Lehrerverband hat sich in der vergangenen Woche mit einem drängenden Appell (www.lehrerverband.de) an die Eltern gewandt: "Bildungsoffensiven", heißt es darin, "sind nur denkbar, wenn sie von den Eltern zu Hause durch aktives Erziehen mitgetragen werden."

"Aktives Erziehen" ist die dürre Umschreibung für Selbstverständlichkeiten, die keine mehr sind. Dazu gehört, dass Kinder vor der Schule ein Frühstück bekommen; dass es irgendjemanden interessiert, ob und wie sie ihre Schularbeiten erledigen; dass sie ausgeschlafen zur Schule gehen; dass sie am Nachmittag Gelegenheit zu Sport und Spiel haben; dass die kulturellen Anregungen im Elternhaus sich nicht auf Dauerfernsehen beschränken; dass Schuleschwänzen zu Hause nicht verharmlost wird; dass Jugendliche nicht mehr Zeit beim Jobben als im Unterricht verbringen; dass Kinder sich halbwegs artikulieren können; dass Eltern die Elternversammlungen besuchen.

Solche scheinbar banalen Rezepte sind keine Hirngespinste arbeitsscheuer Schulmeister. Denn dramatisch ist die Zunahme der "Verhaltensauffälligkeiten": Mussten Lehrer vor zwanzig Jahren mit ein bis zwei schwierigen Schülern pro Klasse rechnen, so sind es heute fünf oder sechs. Diverse Statistiken liefern Beweise für die körperliche und seelische Vernachlässigung. Kinderärzte beobachten immer öfter Konzentrationsverlust und Hyperaktivität. Sprachheilpädagogen notieren alarmiert Sprachstörungen bei rund 20 Prozent der Erstklässler. Motorische Defizite haben den Unterricht im Geräteturnen dezimiert: Zu gefährlich, wenn man nicht einmal sicher auf einem Bein stehen kann, lautet die Begründung. Deutsche Schulkinder gehören nach einer Studie der WHO (Health Behavior in School-Aged Children Survey 1997/98) zu den müdesten in Europa. Die Erklärung? "Hoher Fernsehkonsum, der Gebrauch psychoaktiver Substanzen, mangelnde Bewegung und Depressionen".

Die Charakterbildung beginnt zu Hause

Die Förderung geistiger Interessen im Elternhaus schwindet dahin. Während der tägliche Fernsehkonsum je nach Alter bis zu dreieinhalb Stunden auffrisst, schrumpft die Zahl der lesefreundlichen Haushalte. Animierten 1992 knapp die Hälfte aller Familien ihre Kinder zum Lesen, so tut dies heute nur noch ein Viertel.

Von der Ernährung bis zum Spracherwerb - all dies sind primäre Erziehungsleistungen, die eine staatliche Institution wie die Schule den Eltern nicht abnehmen kann. Sie soll sie unterstützen - gewiss. Aber dieser Beistand darf nicht zulasten von Bildung und Unterricht gehen. Andernfalls bleibt nicht nur das Gerede von der Bildungsoffensive ein Witz - allen Kindern wird dann die Chance genommen, zukunftsträchtiges Basiswissen zu erwerben.

Die Mehrheit der Eltern bemüht sich immer noch, ihren Kindern eine liebevolle und aufmerksame Erziehung angedeihen zu lassen. Doch eine wachsende Minderheit verdirbt die Preise - und das Schulklima für alle. Dabei handelt es sich nicht bloß um sozial Benachteiligte; Erziehungsverweigerung findet sich ebenso unter viel beschäftigten Akademikern. Die Gründe für die wachsende Gleichgültigkeit sind vielfältig: Im Westen speist sie sich aus falsch verstandenen Restbeständen der antiautoritären Ideologie (die heute freilich nur noch Bequemlichkeit maskiert) und einem über Jahrzehnte eingeübten Selbstverwirklichungsritual. Im Osten beanspruchte der Staat ohnehin das Monopol auf die Erziehung und gewöhnte die Eltern an den pädagogischen Volldienstleister.

Alle, die Schulkinder haben, kennen Vertreter der verantwortungslosen Minderheit von Elternversammlungen: Wenn deren Kind keine Hausaufgaben macht, muss sich der Lehrer einsetzen. Wenn es andere Kinder schlägt, ist es provoziert worden. Wenn die Noten absacken, wird erst der Nachhilfelehrer, dann der Anwalt mobilisiert. Wenn der Urlaub sich nicht anders buchen lässt, fangen die Ferien eben eine Woche früher an. Solche Erziehungs-"Berechtigten" lassen sich nur Rechte, aber keine Pflichten zurechnen.

Die Mehrheit der Eltern muss sich gegen diese Unbekümmertheit zur Wehr setzen. Die Frage, wie weit man eine der privatesten Angelegenheiten, die Kindererziehung, an den Staat delegieren kann, gehört an jeden Elternstammtisch, auf jedes bildungspolitische Podium. Es ist kein Angriff auf die Menschenrechte, wenn man Eltern auch am Ende eines Arbeitstages Zuwendung zu ihren Kindern abverlangt, die über das Aushändigen der Fernbedienung hinausgeht.

Die Forderung nach flächendeckender Einführung der Ganztagsschule, die so oft in selbst entlastender Absicht erhoben wird, greift zu kurz, lenkt von der Erziehungskrise in den Elternhäusern ab und verschweigt die unerwünschten Nebeneffekte der aushäusigen Kinderbetreuung: Eine US-Langzeitstudie an 1300 Kindergarten- und Hortkindern hat just eindeutige Zusammenhänge zwischen langer Fremdbetreuung und gesteigerter Aggressivität nachgewiesen. Offenbar ist die Zeit in der Familie besonders wichtig. Die Ganztagsschule kann für benachteiligte Kinder eine Verbesserung gegenüber der häuslichen Situation darstellen; sie ist für manche eine ökonomische Notwendigkeit, für viele nur mehr Annehmlichkeit.

Doch keine Schule kann das Elternhaus ersetzen, wo Wissens- und Charakterbildung beginnen. Bildungsoffensive? Zuerst die Erziehungsoffensive

von Petra J - am 22.06.2001 19:43
Hallo Mami - -Maus

wie immer , einiges stimmt , manches übertrieben .

Aber ich glaube jeder , der sein Kind zur Schule oder zum Kindergarten bringt kennt auch ein solch beschriebenes Beispiel.

Der Artikel ist bestimmt eine Überlegung wert.

Ciao
Petra J

von Petra J - am 22.06.2001 19:47
hallo petra,
danke wie hast du das denn so schnell geschafft.
du bist auch ein geenie.
du siehst es ja auch bei mir mit den links,ich brauche auch manchesmal mehrere versuche.

gruss mami-maus

von mami-maus - am 22.06.2001 19:48
Hi, ja der Artikel ist immer eine Überlegung wert..doch ich mag einfach die Verallgemeinerungen nicht......
In unserer SChule wird auch ( zu Recht) geschimpft, dass sich viele Eltern nicht genug kümmern...insbesondere bei Sprechtagen....Aber als ich durch´ßs Gebäude hetzte und die Lehrer für mehrere Kinder aufsuchen wollte und jammerte das es etwas viel ist im gleichen Zeitraum Klasse 5 und 10 zu besuchen, da hieß es ....10? na da sind gar nicht so viele Lehrer da..da kommen die Eltern doch eh nicht........
Fand ich dann auch nciht soooo gut!

Es gibt halt auch Lehrer und Lehrer......

Petra

von Petra - am 23.06.2001 12:17

Re: die elternkatastrophe / bullerbü

Hallo mami mausi

Also mir hat dieser letzte Satz schon gereicht:

"Susanne Gaschke schreibt seit 1997 in der ZEIT zu Erziehungsfragen. Der vorliegende Text ist ein Vorabdruck aus ihrem Buch "Die Erziehungskatastrophe", das in diesen Tagen erscheint"

Um Gottes Willen. Ein ganzes Buch voll von diesem Populismus. Hat wohl alles Zeug dazu, ein Bestseller zu werden.

Ich werde sehn, was sich machen läßt, aber meine Klappe nicht zu früh aufreißen.

Grüße
Friedo
Friedo's Hunter Homepage


von Friedo - am 23.06.2001 12:38

Re: die elternkatastrophe / bullerbü

Hallo,
also, von diesen Schuhen kann ich mir keinen anziehen, wieso habe ich dann bloß verhaltensauffällige hyperaktive Kinder?
Natürlich hat es schlechten Einfluß auf das Verhalten von Kindern, wenn Erziehung nicht stattfindet, aber ich denke, dass es sich dabei um eine Minderheit handelt, die es auch schon vor 20 oder 50 Jahren gegeben hat. Die allermeisten Eltern geben sich jede erdenkliche Mühe, ihre Sprößlinge vernünftig zu erziehen.
Und wenn ich an meine Kindheit zurückdenke und die Erzählungen meiner Eltern verarbeite, denke ich, dass Eltern sich wesentlich weniger intensiv mit ihren Kindern befasst haben als heute.
Also: Denkt euch euren Teil und lasst die gute Frau schreiben.
Viele Grüße
Michaela

von Michaela# - am 23.06.2001 17:41

Re: die elternkatastrophe / bullerbü

Hallo,

also wenn ich dran denke, wie viele Stunden ich mit meinen beiden zusammensitze, für die Schule übe, Vokabeln abhöre, das nicht verstandene ausführlicher erkläre (weil der Lehrer dafür keine Zeit/Geduld hatte), allgemeine Lebenserfahrung versuche an das Kind zu bringen weil Freund/Freundin zickt, Tränen trockne weil trotz aller Überei wieder nur eine Fünf rauskam, mit jubele weil es auch mal eine Zwei war .......
ihr kennt das alles ja auch.

Wenn ich also an all das denke und dabei diesen Artikel lese, bleibt mir nichts als ein verständnisloses Kopfschütteln. Denn entweder bin ich so ein Exot (das Forum hier beweist aber das Gegenteil!!) oder die Dame ist absolut weltfremd.

Wird ihr aber sicher egal sein, denn so oder so wird sie ihr Geld mit dem Buch verdienen.

Gruß Hilde

von Hilde - am 24.06.2001 11:32
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.