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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Friedo, mami-maus, Petra F., Doris, Markus aus Kaiserslautern, Bernhard

Zusätzliche Unterstützung bei Ritalingabe und VT

Startbeitrag von Markus aus Kaiserslautern am 24.06.2001 21:38

Hallo,
mich beschäftigt seit geraumer Zeit die Frage, ob es denn richtig sein kann, dass es außer der Ritalingabe und einer VT durch Experten nichts geben soll, das man selbst tun kann..............
Klar, Eigentherapie ist ein heikles Thema, es geht mir hierbei aber ausschließlich (!!!!!!!!!!!!!!!!) um eine Unterstützung der Behandlung durch die Experten.......
Dabei denke ich an die Möglichkeiten, den Serotonienspiegel durch "Diäten" zu beeinflußen ( z.B. Früchte, hier speziel Bananen) oder "extremer" sportlicher Betätigung , speziel Ausdauersportarten.( man hört des öfteren von Leuten die joggen, weil " es das Hirn freimacht" ........Besteht hier vielleicht die Möglichkeit, dass durch die gesteigerte körperliche Aktivität auch der Hirnstoffwechsel angeregt wird?????????)
Das hier geschriebene möchte ich lediglich als Denk,- bzw. Diskussionsanstoss wissen.........
Hat jemand Erfahrungswerte in dieser Richtung???????

Markus aus Kaiserslautern

Antworten:

Hallo Markus

> mich beschäftigt seit geraumer Zeit die Frage, ob es denn
> richtig sein kann, dass es außer der Ritalingabe und einer VT
> durch Experten nichts geben soll, das man selbst tun
> kann..............
> Dabei denke ich an die Möglichkeiten, den Serotonienspiegel
> durch "Diäten" zu beeinflußen ( z.B. Früchte, hier speziel
> Bananen)

wie das? wenn's man so simpel wäre ...

> oder "extremer" sportlicher Betätigung ,

ja, das hilft

> speziel
> Ausdauersportarten.( man hört des öfteren von Leuten die
> joggen, weil " es das Hirn freimacht"

nicht nur das, regelmäßiges kurzzeitiges totales auspowern, z.B. durch Squash oder Aerobic funktioniert auch
(diesen Tipp kennen wir doch schon aus dem guten alten Hallowell)

> ........Besteht hier
> vielleicht die Möglichkeit, dass durch die gesteigerte
> körperliche Aktivität auch der Hirnstoffwechsel angeregt
> wird?????????)

keine Ahnung, was da genau passiert
irgendwas wird es schon sein, denn auf geistigem Wege wird das sicher nicht vermittelt

> Hat jemand Erfahrungswerte in dieser Richtung???????

z.B. unsere Großeltern

früher war doch das ein alter Hut, daß man jemanden, der sich aufführte zum Holzhacken rausschickte bis er seine Aggressionen abgebaut hatte (siehe z.B. auch dieser alte Film mit Adriano Celentano und Ornela Muti)

heute bildet man sich ein, man müßte demjenigen erklären, daß er doch eigentlich gar keinen Grund für seine Aggressionen habe; was er dann einsieht, und schon ist die Welt wieder in Ordnung; und wenn er es nicht einsieht, dann ist er halt ein Bösewicht

Nene Markus, mit Deiner Sport-Idee bist Du schon auf dem richtigen Wege. Ich hoffe, Du hast auch genügend Motivation, um damit loszulegen, und einen guten Coach, der Dich bei der Stange, wenn Du irgendwann doch keinen Bock mehr dazu hast.

Leider haben viele ADDler aber über Jahre hinweg viele leidvolle Erfahrungen mit dem Sport, insbesondere mit dem Schulsport machen müssen, sodaß man aber keinen schelten sollte, der nichts in dieser Richtung für sich tut.

Ach, und noch ein Tipp. Sehr sehr viele ADD-ler brauchen geradezu das Schwimmen als Lebenselexier (andere Gleichgewichtsreize? andere Hautreize?), wobei das Wasser noch so kalt sein kann, ein Baggersee dem Erlebnisbad also jederzeit vorgezogen werden kann.

Nächtliche Grüße
Friedo
Hunter Homepage


von Friedo - am 24.06.2001 23:19
Hallo Markus,

zum Thema Sport kann ich unsere Erfahrungen weiter geben.

Unsere Tochter liebt das Tanzen und die Bewegung über alles.

Deshalb geht sie einmal pro Woche in den Rock´n Roll Club. Da gibt es Gruppen für Kinder. Das macht ihr unwarscheinlichen Spaß.

Außerdem liebt sie das Rennen und Toben. Zum Glück haben wir einen Garten. Da kann sie ihre Energie rauslassen . Dabei wird sie nicht müde, ist aber happy hinterher.

Der Ansatz mit Sport ist also sehr wichtig. Das gilt auch für nicht ADS´ler.

Doris

von Doris - am 25.06.2001 03:50
Hallo markus,

nur ganz schnell in Kürze:

Vorab: ADS lässt sich damit nicht therapieren, aber evtl. die Folgesymptomatik (zB Depression beeinflussen)

- Diät: Auch eine spezielle Ernährung kann best. Transmitter im Gehirn beeinflussen, das ist das Ergebnis modernster Depressionsforschungen. Mehr kann ich leider dazu nicht sagen, da bin ich nicht so in der Sache mit befasst, weil ich halt eher mit Kindern zu tun habe
- Sport: Der Einfluss bei Depressionen ist nachgewiesen. Eine Erhöhuing der Ausdauer ist genauso effektiv wie die gabe von Antidepressiva. Nur wenn die Depression zu stark ist, wird man damit keine Erfolge erzielen
- sonst.: Haben die Kinder Teilleistungsstörungen? Dann müsste da was gemacht werde
- Für Dich: a) Wende Dich an Elterngruppen, informiere Dich ständig! b) Nimm an einem Elterntraining teil. Das hilft Sicheheit im alltäglichen Erziehungsverhalten zu erlangen c) wenn es zusätzliche familiäre Probleme gibt (Unstimmigkeiten bezügl. des Erziehungsverhaltens, Eheprobleme , die nicht aus den kindl. Verhaltensstörungen resultieren, elterlicher Alkoholismus) ---> da kann eine Paar/ Familientherapie sinnvoll sein d) ... (hängt vom Einzelfall ab)

soweit in Kürze

alles Gute wünscht


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 25.06.2001 08:37

Re: Zusätzliche Unterstützung bei Ritalingabe und VT - Sport

Hallo Sportsfreunde,

daß Sport die Gehirnchemie kurzfristig verbessert bei ADS, kenne ich aus eigener Erfahrung. Leider hält der Effekt bei mir nur einige Stunden vor, so daß ich, um alleine mit Hilfe von Sport einen Tag von 16 Stunden "Wachzeit" zu überstehen, mich 3 mal täglich entsprechend verausgaben müßte - und leider hab ich dazu nicht die Zeit...(und bin zu unsportlich für diese hohe Anforderung).

Schwimmen ist tatsächlich fantastisch, um das Gehirn klar zu kriegen (schade, daß man die meisten Arbeiten nicht mit ins Schwimmbecken nehmen kann), und es ist genau so, wie Friedo schreibt- lieber der Baggersee (oder ein nicht zu stark beheiztes Sportbecken) als ein Erlebnisbad (wo man eh nicht lang schwimmen kann, weil die erlebnishungrigen Badegäste einem dauernd auf den Kopf hüpfen *g*).
Karate scheint auch sehr gut zu funktionieren. Warum, weiß ich nicht, vielleicht ist es der Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, zwischen Ruhe und Bewegung- und der ganze Körper ist in Aktion.

Ein Sportcoach wäre sehr wichtig. Ich weiß von mir selber und auch von andern, daß die Eigenwahrnehmung zu schlecht ist, um seinen Sport selber zu "planen"- ohne entsprechende Hilfestellung (Beratung, Uhr, Pulsmesser) würde ich abwechselnd zu viel oder zu wenig tun, mich unregelmäßig bewegen etc., der Trainingseffekt geht dabei leider gegen Null. :-(
Ist sicherlich nicht leicht, einen Coach zu finden, der das klarkriegt!

Und an der Sache mit den negativen Sportunterricht-Erinnerungen ist auch was dran- Schulsport war bei uns immer absolut Hypie-ungeeignet.

Wenn ich alleine an die Stunden auf dem Schwebebalken denke- so was ist Strafarbeit, und man kriegt so richtig das Gefühl, sich einfach irgendwie immer verkehrt zu bewegen... dann doch lieber mit einem Buch im Sessel herumfläzen und den Kopf mit Hilfe von Cola klarkriegen...(*sportlehrergeschädigtes Grinsen*).

leider ziemlich unsportliche Grüße
Petra F.

von Petra F. - am 25.06.2001 09:59
hallo friedo,
das mit den schwimmen ist gut für adsler,meine tochter lernt zur zeit das schwimmen beim dlrg und sie möchte zur rettungsschwimmerin(wer weiss was daraus wird)werden.

ich selbst kann leider nicht schwimmen und ich würde es gerne noch lernen,bin aber nicht mutig genung.
kann ja sein das es noch mal irgendwann knack macht in meinen gehirn.

gruss mami-maus

von mami-maus - am 25.06.2001 11:04
he mami mausi

ich bin auch nichtschwimmer

friedo
Hunter Homepage


von Friedo - am 25.06.2001 15:35
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