Hallo Namenlos

Startbeitrag von Mimi am 25.06.2001 21:28

Hallo Namenlos,

bist du Nepumuk? Wenn nicht, versuch doch mal dich mit ihm in Verbindung zu setzen. Ich vermute, dass ihr euch gut versteht. Leider kann ich dir die Adresse aus dem alten Forum nicht heraussuchen, aber Nepomuk postet auch bei ADD-Online.

Du hast in vielem Recht. Wir Eltern (ich auch) neigen wirklich manchmal dazu, nur noch die wirklichen oder vermeintlichen Langzeitfolgen eines unbehandelten ADS zu sehen und dabei zu vergessen wie viele von uns selbst Betroffenen ihr Leben auch mit ADS gemeistert haben. Mir ist bei dieser Argumentation auch nicht wohl, obwohl sie überall üblich ist. Ich kenne die gängigen Studien durchaus, aber sie sagen eben überhaupt nichts über dieses eine Kind aus, um das es mir geht.

Ich gebe Max auch Ritalin, einfach weil er damit sehr viel besser spielen und Freunde haben kann (gravierende Lernprobleme gab es bei uns gar nicht), aber sicher nicht um zu verhindern, dass er aufgrund seiner "Degeneration" in 10 Jahren kifft, säuft, kriminell, ein Frauenmisshandler oder weiß der Teufel was wird. Derartiges erwarte ich von Max mit oder ohne Ritalin oder irgendwelche anderen Eingriffe bis zum Beweis (und nicht der Vermutung) des Gegenteils nicht.

Du scheinst selbst betroffen zu sein. Was glaubst du könnte den Kindern sonst helfen. Ich konnte trotz etlicher Therapien für mich und das Kind einfach nicht verhindern, dass er weder spielen noch mit angemessenem Aufwand lernen konnte. Unser Alltag sah eben so aus, dass er keine Freunde hatte, obwohl er sie sich sehnlichst wünschte und dass Stunden (1. Klasse) für die Hausaufgaben gebraucht wurden. Ritalin hat das geändert. Mit dem Medikament geht es ihm wesentlich besser, vor allem in bezug auf das Spielverhalten und die Konzentration.

Aber du hast natürlich recht: Gesunde Kinder brauchen keine Medikamente. Das ist Max auch klar und er leidet darunter krank (von mir aus auch gestört oder sonst etwas) zu sein. Dabei hilft es ihm auch nicht sehr, wenn ich ihm erkläre, wie viel Kreativität und geistige Flexibilität das ADS ihm erst ermöglicht.

Natürlich ist es nicht erstrebenswert ein Kind zum "kranken" Kind stempeln zu lassen, das Medikamente braucht. Für uns ist das zumindest ein Problem. Aber auch wenn ich die eventuelle Langzeitfolgen des ADS außer Betracht lasse, überwiegen bei uns die Vorteile für das Kind bei weitem. Einige der nichtmedikamentösen Therapien haben bei uns sicherlich weit mehr geschadet als das Ritalin. Ausgerechnet bei Ergo- und Verhaltenstherapie - von denen viele Kinder sehr profitieren - haben bei uns deutlich mehr geschadet als genutzt, zumal ich viel zu lange gezögert habe sie abzubrechen.

Antworten:

War auch schon dabei

Natürlich war auch schon Familientherapie dabei. Gebracht hat es ebensowenig wie alles andere.

Sparen Sie sich doch bitte solche unqualifizierten Kommentare.

von Mimi - am 26.06.2001 10:59
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