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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dagmar, Mimi, Barbara, Esther-Herzdame-, Daniela

Oh je, das erste Zeugnis, Hilfe Dagmar

Startbeitrag von Mimi am 27.06.2001 11:14

Hallo Dagmar,

ich habe hier das Zeugnis von Max abgetippt. Falls du noch Zeugnisse sammelst, kannst du es gerne verwenden.

Ich weiß nicht so recht, wie ich das Zeugnis interpretieren soll. Bedeuten Formulieren wie „bemüht sich“ etwas Ähnliches wie in Arbeitszeugnissen?

Die Lehrerin sagt, seine Leistungen seien durchschnittlich, er leiste aber weniger als er „eigentlich“ könne. Falls sich die Konzentrationsfähigkeit nicht verbessere, müsse man am ende der zweiten Klasse über einen Wechsel in die normale einsprachige Klasse nachdenken. Das Zeugnis klingt in manchen Punkten noch bedrohlicher.

Hat vielleicht jemand Tipps für mich, wie man die Ferien nutzen könnte, um einige Lücken zu schließen, ohne den Kleinen zu überfordern?

Ich wünsche dir viel Kraft und Gelassenheit für das Forum.

Antworten:

Hallo Mimi,

ja, ich sammele immer noch Zeugnisse :-)))

Der Satz, er leistet weniger als er eigentlich könnte, ist doch so was von typisch für unsere Hypies. Da sie das allerdings auch selbst spüren ist er zugleich genauso kränkend für sie.

Zeugnisse in der Schule werden ungefähr genauso geschrieben wie ein Arbeitszeugnis. Es dürfen nur positive Formulierungen verwendet werden und eigentlich bräuchte man dafür genauso eine Übersetzungshilfe wie für die Zeugnisse aus dem Arbeitsleben.

Mach dich beim ersten Zeugnis noch nicht verrückt, die Schulzeit dauert noch lange genug. Warum ist dein Sohn in einer zweisprachigen Klasse? Seit ihr selbst zweisprachig oder ist die Klasse kleiner? Ich würde es im nächsten Jahr nochmal probieren, wenn es aber nicht geht, dann denke ich solltet ihr eurem Sohn etwas Entlastung gönnen, dass er nicht schon ausgepowerd in die Mittelstufe geht.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 27.06.2001 11:25

Das Zeugnis

Gesamtbeurteilung

Max folgt dem Unterrichtsgeschehen in der Regel aufgeschlossen, arbeitet aber nicht gleichmäßig mit und lässt sich noch leicht ablenken. Es ist ihm gelungen, seine Umgangsformen gegenüber anderen Kindern zu verbessern und durch seine hilfsbereite und offene Art hat er im allgemeinen ein gutes Verhältnis zu seinen Mitschülern aufbauen können. Auch bemüht er sich, die vereinbarten Klassenregeln zu beachten, was ihm bis auf wenige Ausnehmen immer besser gelingt.
Max schafft es noch nicht immer, konzentriert und ausdauernd eine schriftliche Aufgabe zu bearbeiten. Seine Arbeiten lassen häufig die nötige Sorgfalt und Sauberkeit vermissen. Auch vergaß er des öfteren Hausaufgaben und Arbeitsmittel.
Er kennt alle Buchstaben und kann auch fremde Wörter langsam erlesen. Das laute Vorlesen muss er noch eifrig üben um sicherer zu werden. Er kann geübte Sätze mit einigen Fehlern auswendig schreiben. Seine Schrift ist noch sehr undeutlich und wenig formtreu. In Mathematik erfasst Christian neue Lerninhalte recht schnell. In der Regel rechnet er Aufgaben im Zahlenraum bis 20 sicher und mit wenigen Fehlern, aber aufgrund mangelnder Ausdauer braucht er recht lange.
Seine Einstellung zur französischen Sprache hat sich eher positiv entwickelt. Er hat aber noch Schwierigkeiten sich ausdauernd zu konzentrieren und sich mehr auf die Sprache einzulassen. Um mit der Sprache vertrauter zu werden, muss er noch Selbstvertrauen gewinnen.

Max ist Schüler der zweisprachigen Klasse.

Zeugnisbrief

Lieber Max,

zuerst möchte ich dir schreiben, was du schon gut kannst:
Du passt im Unterricht schon viel besser auf.
Du verstehst dich jetzt auch besser mit den anderen Kindern und ärgerst sie nicht mehr so oft Bravo!
Du gibst dir Mühe, dich an die Klassenregeln zu halten.
Du brauchst nur noch selten die lachenden und weinenden Gesichter als Hilfe.
Du kannst schon recht gut lesen.
Im Rechnen verstehst du schnell neue Aufgaben.
Du kannst gut rechnen.
Das finde ich toll! Weiter so!

Es gibt noch ein paar Dinge, die du besser machen kannst:
Ich würde mich freuen, wenn du noch besser aufpassen würdest.
Versuche, dich besser zu konzentrieren. Dann machst du weniger Fehler und brauchst nicht so lange.
Du musst unbedingt sorgfältiger mit deinen Schulsachen umgehen.
Und keine Hausaufgaben oder andere Dinge vergessen, o.k.?

von Mimi - am 27.06.2001 11:31

Antwort an dagmar

Hallo Dagmar,

Max war schon im Kiga einer, der sich für alles interessiert, alles schnell kapiert, aber Schwierigkeiten bekommt bzw. macht, wenn er sich langweilt. Deshalb haben wir ihn in die zweisprachige Klasse gegeben. Das bewirkt zumindest, dass es für ihn die Horrorfächer meiner eigenen Schulzeit nicht gibt. der Sport- und Malunterricht findet ganz, der Musikunterricht teilweise auf französisch statt. Im normalen Unterricht wird die Klasse 4 Stunden pro Woche geteilt.

Ich möchte ihn natürlich nicht überfordern, aber ich habe Befürchtungen, dass er eher mehr Probleme macht, wenn er weniger gefordert wird. Sicher bin ich mir meiner sache allerdings nicht.

von Mimi - am 27.06.2001 11:36

Re: Das Zeugnis

Hallo Mimi,

das Zeugnis ist eigentlich gar nicht so schlecht. Was fehlt sich Aussagen über Sachunterricht, Kunst, Musik und Sport.

An seine Hausaufgaben und Schulsachen muss er wirklich denken und weil er das als ADS'ler eigentlich noch nicht kann, müsst ihr Strategien entwickeln, wie er er schaffen kann. Ranzen kannst du mit ihm zusammenpacken und für die Hausis kann er ein Heft führen, das von der Lehrerin unterschrieben wird oder du musst Klassenkamenraden anrufen und die Hausis erfragen.

Beides ist sehr wichtig, denn wenn ein Kind die Dinge unvollständig dabei hat, kann es im Unterricht nicht arbeiten, was bei unseren ADS'lern heißt, sie haben nichts zu tun und fangen an Quatsch zu machen und zu stören. Hausaufgaben dienen der Übung und dem Festigen. Wenn man nun weiß, dass unserer ADS'ler im Schnitt alles 10 Mal öfter machen müssen, bis sie es können, als ein nicht ADS-Kind, dann bedeutet das, dass sie unbedingt die Hausaufgaben machen müssen um mithalten zu können. An dem Üben hängt z.B. die Formstabilität der Schrift und auch die Geschwindigkeit. Die Hausis zu haben ist noch aus einem anderen Grund wichtig. Meistens werden sie zu Beginn der Stunde kontrolliert. Wenn das Kind keine Aufgaben zum Vergleichen hat kommt wieder die Langeweile und das Stören. Außerdem schreibt die Lehrerin sich auf, dass das Kind die Aufgaben nicht hat, was für das Kind einen emotionalen Dämpfer bedeutet, selbst wenn es nicht geschimpft wird. Das bedeutet die Stunde beginnt für unser Kind mit einem negativen Gefühl. Da kann es sich schlecht einlassen.

Auf die Dinge im Unterricht hast du wenig Einfluss. Wenn Ärzte dosieren, dann lassen sie sich meistens auch von der Schule rückmelden, wie das mit der Konzentration klappt. Und die dosierung wird i.d.R. erst für ausreichend empfunden, wenn die Konzentration einigermaßen im Normbereich ist. Ich denke, du solltest das Zeugnis mal eurem Arzt zeigen.

Aber prinzipiell ist das Zeugnis wirklich nicht so schlecht, wie du befürchtet hast. Von den Leistungsanforderungen scheint er doch ganz gut mitzukommen. Mach dir keine Sorgen :-))))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 27.06.2001 11:48

Vielen Dank

vielen dank Dagmar,

jetzt bin ich doch beruhigt.

Die Geschichte mit den Hausaufgaben verstehe ich nicht so recht. Eigentlich kontrolliert die Lehrerin, ob er die Hausis richtig aufgeschrieben hat und ich kontrolliere, ob er wirklich alle gemacht hat. Diesem Rätsel muss ich noch auf den Grund gehen.

von Mimi - am 27.06.2001 12:23
Hallo Dagmar,

gerade lese ich, dass Du Zeugnisse sammelst.

Zeugnis von Dominik:

"Dominik, ud kamst nach den Herbstferien in die neue Klasse. In der Zwischenzeit hast du dich gut eingelebt und zu vielen Kindern Kontakte geknüpft. Du zeigst dich noch immer wechselhaft. Überwiegend bist du freundlich und kameradschaftlich, manchmal wirken deine Verhaltensweisen aggressiv und unkontrolliert. Grundlegend hat sich dein Verhalten deutlich verbessert. Du zeigst dich recht arbeitswillig und bemühst duch zunehmend erfolgreich, Regeln einzuhalten. Deine Arbeitsmaterialien und deinen Arbeitsplatz solltest du sorgfältiger behandeln.
Inzwischen schreibst du Tafeltexte vollständig ab und bemühst dich um eine lesbare Schrift. In geübten Diktaten schreibst du einige Wörter fehlerfrei. Hast du geübt und bist eifrig bei der Sache, liest du Wörter und einfache Sätze fließend. Deine mündlichen Leistungen in Mathematik sind gut, wenn du aufmerksam bist. Schriftliche Rechenoperationen löst du selten fehlerfrei. Dominik du benötigst stets viel Zuwendung.

Dominik, deine Leistungen sollten sich besonders im Fach Deutsch deutlich verbessern. Deine Arbeitshaltung sollte sich stabilisieren."

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Dazu:
Dominik verweigert sich nachwievor bei schriftlichen Tests, während er sie an der Tafel mühelos löst. Keine Ahnung warum das so ist.

Gespräch heute mit der Lehrerin:
In den letzten zwei Wochen konnte er sich sehr gut konzentrieren, man konnte ihm Aufgaben stellen wann man wollte, er konzentrierte sich. Ist also nicht mehr von der Uhrzeit abhängig gewesen.

Dafür lässt sein Verhalten etwas zu wünschen übrig, wobei er bei weitem nicht der "Schlimmste" in seiner Klasse sein soll.

Alles in Allem war das Gespräch heute sehr positiv.

So schlecht finde ich sein Zeugnis gar nicht, wenn man bedenkt, das er noch vor einem halben Jahr als schulunfähig eingestuft hatte. Jetzt schaun wir mal, wie es in der zweiten Klasse läuft!

Liebe Grüße,
Esther

von Esther-Herzdame- - am 27.06.2001 13:19
Hallo Esther,

danke :-)) Ich finde das Zeugnis auch nicht schlecht. Ich weiß aber gar nicht mehr genau, geht dein Sohn in die 1. oder 2. Klasse? (Peinlich dieses schlechte Gerdächnis ;-))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 27.06.2001 13:59
Hallo Dagmar,

ist doch gar nicht so schlimm, dass Du das nicht mehr weißt! Wie könntest Du Dir auch von allen merken, wann wo was welches Kind....:)
Dominik`s Zeugnis ist von der ersten Klasse!

Bis vor kurzem dachten wir ja noch, dass er auf eine Sonderschule geschickt werden würde...Das hat sich ja zum Glück erledigt!

Liebe Grüße,
Esther

von Esther-Herzdame- - am 27.06.2001 16:27

Zeugnisse - an Dagmar

Hallo Dagmar,

für deine Sammlung. Wenn man weiß, worauf man achten muss, lesen sich die Zeugnisse meines Sohnes (jetzt 3. Klasse) wie ein Lehrbuch zu ADS.

1. Klasse:
X ist ein ruhiger und nachdenklicher Schüler, der mit allen Kindern gut zurechtkommt. Er erwies sich als hilfsbereiter Klassenkamerad, der gegenüber Problemen seiner Mitschüler nicht gleichgültig war und sich gut in die Situation anderer hineinversetzen konnte.
Am Unterricht nahm X interessiert, jedoch leider selten aktiv teil. Besonders in mündlichen Phasen wirkte er zeitweilig verträumt oder er beschäftigte sich mit anderen Dingen, sodass er oft wichtige Arbeitsschritte verpasste. Eine besondere Vorliebe hatte X für sachkundliche Themen bei denen er sein großes Allgemeinwissen beweisen konnte. Wenn er sich im Unterricht oder in Kreisgesprächen beteiligte, tat er es zwar immer etwas zaghaft, aber dann mit treffenden Beiträgen.
X kannte alle Buchstaben sicher. Die Lesetechnik hatte er schnell verstanden. Auch unbekannte Texte konnte er sinnentnehmend erlesen und zügig, und auch schon um Betonung bemüht, vortragen.
Kurze Texte konnte X langsam, aber meist fehlerfrei abschreiben. Bekannte Wörter schrieb er richtig aus dem Gedächtnis auf. Wenn er sich konzentrierte, war sein Schriftbild gut lesbar, anderenfalls waren die Buchstaben öfter sehr flüchtig und ungleichmäßig geschrieben. Die Hausaufgaben erledigte er noch nicht immer regelmäßig und sorgfältig.
Besonders in Mathematik arbeitete X sehr wechselhaft und ließ sich oft von seiner Stimmung lenken. Für seine ARbeitsaufgaben benötigte er immer mehr Zeit als vorgesehen. Er rechnete im geübten Zahlenraum von 0 bis 20 alle Plus- und Minusaufgaben recht sicher, solange sie nicht vom geübten Schema abwichen. Das Umdenken von einem Rechenvorgang auf einen anderen gelang ihm meisten nicht ohne Mühe. Auch Sachaufgaben konnte er meist nur lösen, wenn die Fragestellung vorgegeben war.
An musischen Unterrichtsangeboten beteiligte X sich mit Freude. Er sang gern und hatte an Bewegungsliedern großen Spaß. Auch bei der Gestaltung seiner Zeichnungen gab er sich Mühe.
Bei sportlichen Übungen und Wettkämpfen zeigte X Einsatzwillen und faires Verhalten. Erstaunliche Leistungen erzielte er in der Leichtathletik.


2. Klasse:
X zeigte sich als stiller, freundlicher und verständnisvoller Schüler. Er drängte sich in der Klasse nicht in den Vordergrund, vielmehr war er oft mit sich selbst beschäftigt. Durch seine verträgliche Art arbeiteten oder spielten seine Mitschüler(innen) gern mit ihm.
Seinen Lehrerinnen gegenüber erwies er sich offen und vertrauensvoll.
X war lernwillig, verfolgte jedoch das Unterrichtsgeschehen mit unterschiedlicher Intensität. Seine Gedanken schienen sehr oft abzuschweifen. Besonders im mündlichen Bereich hielt er sich viel zu sehr zurück. X brauchte geraume Zeit, Arbeitsaufträge umzusetzen und eine Arbeit zu beginnen. Er arbeitete unangemessen langsam, bemühte sich jedoch, alle schriftlichen Arbeiten korrekt zu Ende zu bringen. X's Wortbildgedächtnis war nicht gefestigt genug. Ihm unterliefen immer wieder Fehler - sowohl beim Abschreiben, als auch bei der Niederschrift geübter Sätze nach Diktat. Er schrieb meist mit einem ziemlich ungleichmäßigen Schriftbild.
X vervollkommnete seine Lesefertigkeit. Er las bekannte Texte flüssig, überschauend und mit treffender Betonung vor und war in der Lage, sich zu Fragen zu äußern. Den Sinn des Gelesenen zielgerichtet in Worte zu fassen und wiederzugeben, fiel ihm nicht so leicht.
Die Hausaufgaben versuchte X vollständig und fristgerecht zu erledigen, war ihm aber nicht beständig genug gelang. Manchmal benötigte er Hilfe, um wieder den Überblick über seine schulischen Aufgaben und seine Arbeitsmaterialien zu erhalten.
X's hauptsächliches Interesse galt dem Sachkundeunterricht. Hier arbeitete er besonders aufmerksam mit und bereicherte die Unterrichtsgespräche mit seinem Sachwissen. Bei der Beschäftigung mit einem ihn interessierenden Thema konnte er seine Umwelt vergessen.
In Mathematik beherrschte X die vier Grundrechenarten im Hunderterraum. Im mündlichen Unterricht erfasste er meist die Problemstellung und den Lösungsweg. Er hatte aber im schriftlichen Rechnen, wenn er auf sich allein angewiesen war, Schwierigkeiten ein angemessenes Rechentempo durchzuhalten. Besonders die Einmaleinsaufgaben fielen X nicht leicht und er zeigte von sich aus nicht durchgängig Bereitschaft ausreichend zu üben.
In der Bildenden Kunst beschäftigte X sich sehr ausdauernd mit den gestellten Themen. Er war bestrebt sachgerecht mit Pinsel und Farbe umzugehen, gestaltete bildnerische Arbeiten aber zu wenig gründlich.
X sang und tanzte recht gern. Er machte bei den musikalischen Aktivitäten willig mit und hatte teilweise auch Spaß daran.
Mit großer Freude nahm X am Sportunterricht teil. Er turnte geschickt an den Geräten. Mit viel Einsatz beteiligte er sich an den Mannschaftsspielen.

3. Klasse, 1. Halbjahr:
Allgemeine Beurteilung: X verstand sich auch weiterhin gut mit seinen Klassenkameraden. Er war immer viel zu ruhig und wirkte sehr zurückgezogen.
In diesem Halbjahr zeigte X wenig Einsatz sich mit den Anforderungen des Unterrichts auseinanderzusetzen. Seine Konzentration war erheblichen Schwankungen unterworfen. Bei Unterrichtsgesprächen und Erklärungen schien X oft mit den Gedanken abwesend oder er war duch andere Dinge abgelenkt und hörte nicht aufmerksam zu. Seine Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft hingen offenbar mit seinen besonderen Interessen zusammen. X beteiligte sich nur selten aktiv aus eigenem Antrieb. Auch im schriftlichen Bereich hatte X Mühe Aufgabenstellungen umzusetzen. Er verzögerte den Beginn, arbeitete dann zwar ausdauernd, aber langsam und schaffte es kaum, Arbeiten korrekt fertigzustellen. X war offensichtlich zu wenig bestrebt, in der Erfüllung seiner Pflichten zuverlässiger zu werden.

Noten: überall 3, außer in Lesen, Mathematik und Sport: 2

Mal schauen, was uns das 2. Halbjahr bringt. Wahrscheinlich Ähnliches.

von Barbara - am 27.06.2001 16:32

Re: Zeugnisse - an Dagmar

Hallo Barbara,

ja, es ist eines der typischen Zeugnisse. Und was auch typisch ist, ist der Einbruch im 3. Schuljahr, wenn die Anforderungen massiv steigen.
Danke für das Zeugnis.
Wird dein Sohn eigentlich medikamentös behandelt oder was macht ihr?

Viele Grüße
Dagmar

Ps: Die Notengebung sieht theoretisch bei uns in Hessen genauso aus, wie du das von Berlin geschrieben hast.
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 27.06.2001 17:00
Hallo Esther,

das Zeugnis enthält fast überhaupt keine Leistungsbeschreibung, es ist eigentlich ein reines Verhaltenszeugnis. So ging es uns bei unserem 2. Sohn. Eine DinA4-Seite lang stand nur, wie er sich verhält in der Schule, so unterschiedlich können Zeugnisse sein.

Aber eure Lehrerin gibt sich ja wirklich Mühe zu sehen, was er schon gelernt hat und wo er sich bemüht. Ich denke, da habt ihr es wirklich gut getroffen. Doch ihr habt auch noch einen weiten Weg vor euch. Aber ihr habt auch schon so viel geschafft :-)))) Die Lehrerin unseres Sohnes wollte seine positiven Seiten leider nicht sehen. Da haben wir ihn die Schule wechseln lassen. Glücklicherweise war er bei der neuen Lehrerin in einer kleineren Klasse. Diese Lehrerin hätte ihn zwar auch keinen Tag länger als die 2 Jahre ausgehalten, aber durch den Wechsel in die 5. Klasse waren wir wieder einmal gerettet. Na und dann wurde er dignostiziert, bekam sein Medikament und der Lehrer, der ihn erst loswerden wollte, sagte uns zum Abschluss der 6. klasse, erfändie die Entwicklung von Jonas so toll, er wäre froh, dass er in der Klasse geblieben sei. Heute sei er eine Stütze im sozialen Gefüge der Klasse. Das ging uns runter wie Öl.
Euer Kleiner wird auch noch so einen guten Weg nehmen :-))))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 27.06.2001 17:12

Re: Zeugnisse - an Dagmar

Hallo Dagmar,

wir durchlaufen gerade die Diagnosephase und erhalten hoffentlich nächste Woche das Ergebnis.

Bisher fanden statt: EEG, Anamnesegespräch, ADHD-Eltern-Fragebogen, Zeugniskopien, HAWIK, logopädische Untersuchung (außer Lispeln nur Konzentrationsmangel) und augenärztliche Untersuchung (o.B.).

Leider bin ich erst seit kurzem auf ADS gestoßen, aber die Symptome sind schon sehr deutlich, auch wenn er eher hypoaktiv ist. Die Zeugnisse zeigen also ADS in seiner unbehandelten Form.

von Barbara - am 27.06.2001 17:32

Re: Zeugnisse - an Dagmar

HalloMimi,
Dieses Zeugnis ist fast so wie meines von der 4.- 8. Klasse. Mittlerweile bin ich schon mehr als 10 Jahre aus der Schule. Ich war oder bin auch ein ADS-ler. Ich kann aber sagen, daß ich in meinem jetzigen Leben nicht mehr so viel von ADS mitbekomme. Natürlich bin ich manchmal zerstreut, extrem vergeßlich, fange zwei Dinge gleichzeitig an etc.. Aber alles in allem kann man damit leben, wenn man sich gut organisieren kann. Und einige Dinge sind sogar ganz nützlich. Ich will kein Loblied singen, aber man hat mir vor kurzem erst gesagt das ich ein geniales Organisationstalent habe, immer tolle Ideen einbringe, nur nie 5sek. an einer Stelle stehen bleiben kann. Ich bin von Beruf Kauffrau, und für mich währe es eine Qual als Tippse auf einem Stuhl 8 Std. sitzen zu müssen. Du siehst man kann als ADS-ler auch profitieren. Auch dein Sohn wird das mal.
Daniela

von Daniela - am 27.06.2001 19:27
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