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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kerstin (Kessi), Yvonne König

Unser langer Weg zur ADS-Diagnose

Startbeitrag von Kerstin (Kessi) am 28.06.2001 11:25

Unser Sohn ist 9 Jahre und besucht die 3.Klasse einer Körperbehindertenschule.

Er ist Epileptikerund wurde vor seiner Einschulung im Rahmen der Schulfähigkeit diagnostiziert. (HAWIK-R).
Das Gesamtergebnis lag im Grenzbereich zwischen Beschulung in einer Grundschulklasse und der Beschulung in einer Lernbehindertenschule.
" Auffällig war, dass der Verbalteil deutlich schlechter ausfiel als der Handlungsteil. Besonders ungünstig waren die Untertests `Zahlen nachsprechen` (akkustisches Kurzzeitgedächtnis), Rechnerisches Denken, Allgemeines Verständnis, sowie Bilder ordnen( widerspiegelt u.a. Erfassung sozialer Zusammenhänge)"
Aufgrund seines Anfallsleiden wurde uns die Einschulung in die Körperbehindertenschule empfohlen.

Wir waren sogar beim Jugendamt dort wurde er wieder diagnostiziert um ihn für die Eingliederungshilfe §35a KJHG aufzunehmen. Hier ein kleiner Ausschnitt:

"Seine Probleme waren zunächst verminderte Konzentration und Belastbarkeit.
Beschulung läuft in der Körperbehindertenschule, jetzt probeweise Übernahme in den LB-Bereich insbes. wegen Verhaltensproblemen, Verdacht auf schulische Überforderung-Sperren/verweigerung bei Anforderung.
Befund: körperl. sehr großer 9-jähr. Junge;
neurol.: Hinw. für fein- u. grobmotor.-koordinative Erschwernisse;
psych.: missmutig, dysphorisch wirkend, unruhig, störbar, auf alles Direkte auch im Kontaktangebot sich zurückziehend, langsam-schwerfällig reagierend, erlebt sich "böse", reagiert sich verweigernd oder gegenteilig (Teufelskreis)
Schulpsychologin: `widersprüchliche Ergebnisse im Leistungsbereich-hat soziale Probleme`
Lehrerin:`motorisch sehr unruhig, kleinste Missewrfolge führen zu Affektentladungen, sehr geringe Reizschwelle, verstößt teils bewußt gegen aufgestellte Regeln und Normen, wenig Initiative, um mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen´
Diagnose: gestörte Leistungsvorbedingungen und Teilschwächen (annehmbar hirnorgan. Funktionsstörungen im Rahmen des Anfallsleidens) mit schulischen Misserfolgen haben den Pat. ein negatives Selbstwertbild entwickeln lassen- Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen"

Wir besuchten nun eine Heilpädagogisch-Therapeutische Ambulanz. Seine Heilpädagogin war uns eine grosse Hilfe. Sie regte uns an ihn in ein Epilepsie-Zentrum einweisen zu lassen. Dort könnte überprüft werden ob man nicht seine Medikamente ändern bzw. ob es noch andere Möglichkeiten gab ihm zu helfen.

Seine vorherige Ärztin (UNI-Klinik) war der Meinung es wäre wichtig ihn anfallsfrei zu haben, mit den Nebenwirkungen hätten wir halt klar zu kommen. Er ist seit einem Jahr anfallsfrei.

Nun ist er schon 5 Wochen im Epi-Zentrum und was wurde dort diagnostiziert?

A D S !!!!!!!

Seine ganzen Verhaltensauffälligkeiten haben überhaupt nichts mit Epilepsie zu tun. Seit einer Woche bekommt er zu seinen Epi-Medikamenten (wurden sogar gesenkt nur noch Ospolot) Ritalin. Die Ärztin sagte zu uns das Ritalin bei Epileptikern sehr umstritten wäre. Aber nach dieser einen Woche zeigte uns unser Sohn eine ganz neue Seite -Wer wen nicht er hätte Ritalin verdient.- (Aussage Ärztin)

Wir hoffen das nun alles wieder in einen "normalen" Gang kommt.
Da er an einer benignen Epi leidet, stehen die Prognosen gut das er sie in der Pubertät verliert.

Wenn Interesse besteht würe ich auch seine Beurteilungen aus den letzten Zeugnissen ins Forum stellen.

Tschaui Kerstin

Antworten:

Hallo Kerstin,

ich möchte Dir nur sagen, wie sehr ich mich für Euch freue, das jetzt endlich mal was Positives kommt. Ich drücke Euch gaaaanz doll die Daumen, das er mit dem Ritalin ohne große Probleme klar kommt und er endlich mal ein normales Leben führen darf, ihr natürlich auch.
Hut ab, was ihr alles mit und für ihn getan habt!!!
Yvonne

von Yvonne König - am 28.06.2001 12:15
Hallo Yvonne,
vielen Dank für deinen zu spruch. Ich finde es gut wie offen hier im Forum mit unseren Problemen umgegangen wird. Leider finde ich es schade, dass es immer wieder Aussenstehende , nicht betroffene gibt die dieses Forum stören.

Tschaui Kerstin

von Kerstin (Kessi) - am 29.06.2001 09:47
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