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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tanja, Dagmar, Doris, Zappelphilipp & Co, Petra, Susi, Sibylle

ignorannte Lehrerin!

Startbeitrag von Tanja am 29.06.2001 12:36

Hallo,
Die Lehrerin meines Sohnes (8J) (2.Kl.) akzeptiert ADS nicht!!!
Sie weiss es genau wie ich noch nicht lange, aber ich habe ihr gleich jede Menge Infomaterial zukommen lassen. Habe jede Menge davon aus dem Internet ausgedruckt. Unter anderem wie es sich auswirkt ads zu haben, wie man als Lehrkraft mit ads'lern umgeht, usw.....
Und heute flattert mir doch glatt ein Verweis ins Haus.
Ich dachte mich trifft der Schlag. Da steht drinnen, dass er wegen Missachtung der Hausaufgabenpflicht und wegen Nichtbeachten der Anordnungen der Lehrerin den Verweis bekommt!!!
Meine Güte, die hat sich das Infomaterial noch nicht mal angeschaut!!
Sie sollte doch wirklich wissen, dass gerade dass die größten Probleme sind die seine Krankheit mit sich zieht, und dass sie mit Sturheit und falschen Strafen bestimmt nichts errericht.
Da kann ich nur sagen, hoffentlich gehen die paar Wochen bis zu den großen Ferien schnell um!
In der dritten Klasse bekommt er gottseidank eine jüngere, hoffentlich nicht so ignorannte Lehrerin.

Liebe Grüße
Tanja

PS: Ich fange mit Ritalin-Therapie gerade erst an, vielleicht reichen die paar Wochen bis zu den Ferien, damit sie mal sieht, dass er das alles nicht mit Absicht macht, und dass er nicht dumm ist!

Antworten:

Hallo Tanja,

was möchtest du erreichen für dein Kind? Was soll die Lehrerin tun?

Dein Kind macht die Hausaufgaben nicht regelmäßig, steht in dem Brief. Soll die Lehrerin dir nun keine Briefe mehr schicken, in denen sie dich darauf hinweist, weil dein Kind hat ja ADS? Soll es die Lehrerin egal sein, ob dein Kind die Hausis macht, wegen des ADS?

Wenn das tatsächlich dein Ziel ist, dann sage es der Lehrerin und ich bin mir sicher, sie wird dir keine solchen Briefe mehr schreiben. Das bedeutet in der Konsequenz aber auch, dass deinem Kind die Übung fehlen wird, dass es im Lernstoff immer weiter nach hinten fallen wird und dass es am Ende um den Schulabschluss gehen wird. Eben weil die Lehrerin dies alles Überblick hat sie dein Kind noch nicht aus der Hausaufgabenpflicht entlasen und macht dir diese Mitteilungen. Gerade gestern hat sich hier eine Mutter im Forum beschwert, dass die Lehrer genau diese Mitteilungen unterlassen haben. Tja, wie sollen es die Lehrer nun handhaben? Wie gesagt ich bin mir sicher, wenn die Lehrerin ihn aus der Pflicht entlasen soll und du ihr das sagst, am besten schriftlich, dann wird sie es tun.

Der andere Punkt ist >>Nichtbeachten der Anordnungen der Lehrerin>>. Wie hälst du das zu Hause? Gehst du da cool und locker darüber hinweg, wenn du etwas sagst und dein Kind tut es nicht? Lässt du dein Kind machen was es will, nur weil es ADS hat? Oder gibt es bei euch zu Hause Regeln und dein Kind muss sich daran halten? Warum dann in der Schule nicht?

Überlege dir auch hier mal die Konsequenzen. Wenn dein Kind nicht lernt die Aufträge und Anordnungen der Lehrerin zu befolgen, wie soll es das später in der Berufsausbildung und am Arbeitsplatz können? Das kommt nicht von alleine, weil es das Kind irgendwann einsieht. Wenn das Kind gelernt hat, ich kann gut leben ohne zu machen, was die anderen sagen, wird es diese Lebenstrategie für immer beibehalten.

Mein Ziel war es immer, dass meine Kinder trotz ADS lernen _in_ dieser Gesellschaft zu leben und nicht, dass sie einen Stuhl außerhalb der Gesellschft bekommen. Es wäre oft einfacher, wenn es mir egal wäre, ob sie fähig sind in dieser Gesellschaft zu leben, aber jeder hat natürlich andere Vorstellungen.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 29.06.2001 13:17

an Tanja

Hallo Tanja,

die Zeit kriegt ihr auch noch rum :-))

und dann habt ihr erstmal Zeit ihn in Ruhe auf Rita einzustellen.

Toll ist doch, dass er 'ne neue Lehrerin kriegt, dann sind keine Vorurteile vorhanden und er kann ganz neu starten.

Wir haben heute auch die "gute" Nachricht gekriegt, dass Carola im nächsten Schuljahr 'ne andere Lehrerin kriegt.

Dieses Jahr hatte sie beim Rektor- ein superklasse Lehrer, der sich mit ADS auskennt und auch entsprechen handelt.

Jetzt habe ich die schlimmsten Befürchtungen bei der "Neuen"- aber erst mal Abwarten

Meine Große ist in der 1. Klasse- bin echt mal gespannt wie ihr Zeugniss wird

Viele Grüße
Susi

von Susi - am 29.06.2001 14:27
Hi Dagmar, Du hast natürlich durchaus Recht, das die Lehrer uns Eltern informieren sollten. DOch zwischen Information der Eltern ( André hat keine Hausaufgaben gehabt - bitte unterschreiben Sie) und einem Verweis liegen IMO Welten...denn eine Informtion ist ein Austausch zwischen Lehrer/Schule und Eltern, ein Verweis kann ernsthafte Konsequenzen haben.

Viele Grüße
Petra

von Petra - am 29.06.2001 15:01
Hallo Petra,

auf das Wort "Verweis" habe ich nicht reagiert, weil man wegen nicht gemachter HA keinen Verweis bekommen kann. Sollte das Wort verwendet worden sein, hat es zumindest was die HA angeht keinerlei rechtliche Bedeutung.

Ansonsten hast du absolut Recht mit dem was du schreibst.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 29.06.2001 15:09

Re: an Tanja

Hallo Dagmar,

Ich fürchte du hast mich etwas verkehrt verstanden, oder ich hab mich verkehrt ausgedrückt.
Sie teilt mir ständig telefonisch mit, dass er wieder irgendeine Hausaufgabe nicht hat, weil er sie halt mal wieder nicht aufgeschrieben hat. Sie ist fest der Meinung, dass er einfach nur nicht will. Und dementsprechend behandelt sie ihn auch. Ich bin voll berufstätig, und kann leider nicht täglich in die Schule fahren, um die Hausaufgaben zu notieren. Deshalb hab ich sie gebeten, dass sie das Hausaufgabn aufschreiben bei meinem Sohn kontrolliert, aber dass will sie nicht, denn er muss dass schliesslich lernen selber Verantwortung für sich zu übernehmen. Aber es wäre doch mal ein Anfang, oder`? Dann würde er sehen, wie es ist, wenn man immer alle Hausaufgaben hat. Und vielleicht würde er auch alles besser aufschreiben, wenn er sich mit der Zeit daran gewöhnt, dass er täglich nach Schulschluss noch zur Lehrerin muss, um sein Hausaufgabenheft kontrollieren zu lassen. Und das mit dem über Anordnungen hinwegsezten ist folgendermassen. Wenn wieder irgendwas vorfällt, dann wird er gar nicht mehr gefragt, wie es eigentlich war, oder warum, sondern es steht für diese Lehrerin von vornherein fest, dass er der Schuldige ist. Wenn er sich dann rechtfertigen will, dann heisst es er ist nicht still, wenn man es ihm sagt. Und die andern Kinder haben das schon mitbekommen, und sticheln dauernd auf ihn ein. Was nicht heissen soll, dass immer die anderen Schuld sind, wirklich nicht, aber sie ärgern ihn halt oft, und hänseln ihn, und dann verteidigt er sich halt.
Und es ist wirklich nicht nötig mir das in einem Verweis mitzuteilen, da es immer in dem entprechendem Heft steht wenn er was vergessen hat.Oder sofort per telefon mitgeteilt wird, wenn er sich daneben benommen hat. Aber in den Gesprächen mit mir geht sie halt überhaupt nicht darauf ein, sie teilt mir mit, dass er wieder irgendwas nciht gemacht hat, oder nicht dabeigehabt hat, und wenn ich ihr dann erkläre, dass ich alles mit ihm mache, was im Hausaufgabenheft steht, aber wenn er nicht alles aufschreibt, ich halt auch nichts machen kann. Dann meint sie nur ich müsste mich haltmehr um ihn kümmern, und strenger sein. Dann würde er es schon endlich lernen. Sie sagt dann dass sie jetzt langsam keine Lust mehr hat ihn "mitzuschleppen" Und dass er bald in die Diagnose und Förderklassse muss. Oder sie droht mit Jugendamt, da sie der Meinung ist ich bin einfach nur nicht fähig die Kinder zu erziehen.
Es ist nicht so dass ich nicht möchte dass sie mir mitteilt was er falsch macht, oder nicht macht, usw... Aber es sollte halt nicht auf diese Art stattfinden.
Ich finde dass er so noch mehr runtergezogen wird, und er gibt sich ja eh schon so viel Mühe, aber sie erkennt das nicht an. Anstatt dass sie ihn mal lobt, wenn er die ganzen Hausaufgaben hat, nimmt sie dass als selbstverständlich hin. Oder wenn er mal ausnahmsweise mal schön schreibt, dann bekommt er wegene einem Leichtsinnsfehler wieder keinen Stern. Sie schimpft und bestraft immer nur, wenn etwas nicht klappt. Und das meist mit völlig überzogenen Massnahmen!
Wie z.B. dass er nicht mit zum schwimmen darf, weil er seine Schere wieder nicht dabeihatte. Oder dass er einen Verweis bekommt, weil er wieder mal eine Hausaufgabe vergessen hat und im Unterricht gesprochen hat.

Oder sehe ich das alles wirklich so falsch?

von Tanja - am 29.06.2001 15:20

Re: an Tanja

Er hat aber einen Verweis wegen nicht gemachter Hausaufgaben bekommen.
Das das nicht rechtens ist, habe ich nicht gewusst, aber die Lehrerin anscheinend auch nciht.

von Tanja - am 29.06.2001 15:22

Nochmal an Dagmar

Hast du überigens die drei Zeugnisse bekommen die ich dir gemail habe?

von Tanja - am 29.06.2001 15:25

Hallo Tanja,

ruhig bleiben, Nerven schonen. Damit tust Du Dir und Deinem Sohnemann was gutes.

Jetzt auf die Lehrerin losgehen nutzt nichts, das Schuljahr ist fast vorbei und ich glaube auch nicht (so wie Du sie im chat geschildert hast), daß sie auf die Thematik ADS eingehen wird.

Versuche jetzt mit viel Geduld ( und Spucke *g* ), der Medi ( hast Du sie Dir geholt? ) und vielleicht einer Ergo ( gefällt sogar meinem kleinen Monster ) den
Grundstein für das 3. Schuljahr zu legen.

Allerdings, Engelchen werden unsere ADS´ler durch Ritalin bestimmt nicht, aber jetzt denken sie erst nach und verzapfen dann den Unsinn ( jedenfalls meiner *g*)

So jetzt sag Deinem Freund, er soll Dich von mir mal ganz toll knuddeln :-)

viele Grüße

Sibylle

von Sibylle - am 29.06.2001 15:51

Re: an Tanja

Hallo Tanja,

in den Schulen werden oft Maßnahmen getroffen, die nicht unbedingt zulässig sind.

Meine Tochter hatte z.B. mal Nachsitzen wegen ihres Verhaltens(sie war in Rage, die Konrektorin hat sie festgehalten und da hat meine Tochter ihr dann auf die Finger gehauen).

Denn Nachsitzen z.B. ist dazu da, Versäumnisse im Unterricht wegen zu spät kommen aufzuholen.

Viele Eltern kennen aber die Bedeutung von schulischen Maßnahmen nicht, da die Vorschrift etweder unbekannt sind oder so kompliziert geschrieben sind, dass man ein Jurist sein muss, um alles zu verstehen.

Mit dieser Unwissenheit wird leider gerechnet und diese Unwissenheit wird ausgenutzt. Da viele Eltern Konflikte vermeiden wollen, fragen sie nicht nach dem Gesetzestext.

Doris

von Doris - am 29.06.2001 16:00

Re: an Tanja

Hallo Tanja,

da habe ich dich wirklich falsch verstanden, sorry.

Du steckst ja in einer ziemlich verzweifelten Situation. Es ist schade, dass die Lehrerin nicht bereit ist deinem Kind die Hausis aufzuschreiben. Das Argument mit der Selbstständigkeit kommt für unsere ADS'ler leider zu häufig. Sicher die meisten Kinder können das leisten die meisten der ADS'ler nicht. Und läuft das Argument "Er lernt aus den Folgen" leider vollkommen ins leere.

Wenn die Lehrerin diese Unterstützung nicht leisten kann/will, dann fällt mir nur noch eine Möglichkeit ein. Ist es dir möglich, Klassenkameraden deines Sohnes abends anzurufen und nach den Hausaufgaben zu fragen. Das habe ich bei meinem Ältesten fast während der ganzen Grundschulzeit gemacht. Ansonsten habe ich dazu keine Idee mehr.

Das über die Anordnungen hinwegsetzen beeinhaltet mehr, als gepiesackt werden und dann nicht ausreden lassen. Da würde dann die Formulierung gewählt: Verhält sich aggressiv gegenüber Mitschülern und zeigt sich uneinsichtig. Über die Anordnung hinwegsetzen heißt wirklich, dass er Anweisungen und Aufträge der Lehrerin nicht befolgt und sich über übliche Regeln des Schulalltags hinwegsetzt. Nun habt ihr ja eine neue Chance mit einer neuen Lehrerin im nächsten Schuljahr. Mit ihr hast du eine neue Chance, was das HA-Heft angeht, aber auch das Befolgen der Anordnungen. Bleibe im regelmäßigen Gespräch der lehrerin, alle 2 bis 4 Wochen solltet ihr euch sehen. Frage sie, was schief läuft, dann kannst du mit deinem Sohn Trick besprechen, wie er diese schwierigen Situationen vermeiden kann. Ich denke, so kann er am meisten lernen und das ist doch das Ziel :-))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 29.06.2001 16:07

Re: an Tanja

Hallo Tanja,

bei uns wurde (Ferien) immer kontrolliert, ob alle Kinder die Hausaufgaben im Hausaufgabenheft stehen haben.

Das war für die Lehrerin nicht zu viel Arbeit und bei ihr waren es in der härtestens Zeit 28 Kinder. Hier hat es auch geklappt.

Ich finde die Methoden eurer Lehrerin auch nicht unbedingt gut, denn mit Loben motiviert man, mit Strafen schafft man nur das Gegenteil. Macht die das mit allen Kindern so? Oder nur mit den "Auffälligen"?

Wir arbeiten zwar teilweise gut mit der Schule zusammen, aber trotz guter Leistungen findet man immer etwas, was noch immer nicht stimmt. Man will zwar helfen, aber dabei schießt man über das Ziel hinaus, indem man sogar die Fähigkeit der Kinderärztin in Sachen Diagnose anzweifelt.

Man erwartet schnelle und prombte Besserung aller Auffälligkeiten.

Das wird sich in den seltestens Fällen ändern.

Doris

von Doris - am 29.06.2001 16:10
Ist das Kind diagnostiziert? Falls nicht, haben Sie schlechte Karten. Falls ja: Gutachten bzw. Befund der Schule vorlegen. Vorschlag: Mit einer 2. Person Gespräch mit Lehrerin suchen. Konkret einzelne Punkte ansprechen und Äußerungen oder gemeinsame Lösungen protokollieren. Falls das nicht klappt, auf Schulleitung zugehen. Darauf bestehen, daß "Straf"maßnahmen trotz vorliegendem Befund begründet werden.
Wichtig trotzdem: Auf Konsens hinarbeiten, deutlich machen, daß Eltern und LehrerInnen im selben Boot sitzen. An päd. Verantwortung erinnern.
Gruß
Zappelphilipp & Co

von Zappelphilipp & Co - am 29.06.2001 21:23
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