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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sabine, Kiki

ich hab da mal eine Frage

Startbeitrag von Kiki am 30.06.2001 17:10

Hallo zusammen,

gestern diskutierten wir über ADS und seine genetische Vererbung. Demnach müßte also bereits in unserer Familie vor meinem Sohn jemand mit ADS-Symptomen existiert haben.

Hier fiel mir dann meine Schwester ein.

Sie war als Kind ebenfalls ein sehr unruhiges, aufbrausendes Kind. Jedoch sprechen Ihre damaligen schulischen Leistungen gegen ADS. Sie war eine gute Schülerin, jedoch hatte sie ab ca. der 5. Klasse keine große Lust mehr auf Hausaufgaben. Das endete meist so, daß sie fast täglich die Hausaufgaben schnell noch vor der Schule erledigte.
Aber auch sie litt unter geringem Selbstbewußtsein, Unbeherrschtheit und ab ihrem 14. Lebensjahr wurde sie wegen Depressionen psychologisch behandelt.

Nach der 10. Klasse brach sie die Schule ab, obwohl sie mit ihrem Notendurchschnitt ohne weiteres das Abitur geschafft hätte.

Sie heiratete dann mit 23 Jahren. Jedoch vertraute sie mir hin und wieder einige One-Night-Stands an. Sie sagte, sie wüßte nicht warum sie sich auf solche Risiken einläßt, da sie ihren Mann über alles liebt. Aber ab und zu wolle sie einfach wissen, ob sie noch aktraktiv genug sei.

Im Erwachsenenalter änderte sich hinsichtlich des Selbstbewußtseins und der Depressionen nicht viel. Mal war sie in Hochstimmung und 5 Minuten später brach sie in Tränen aus.

Auch fing sie an zu trinken, was leider bis heute anhält, nur ansprechen darf ich sie darauf nicht. Sofort wird das übermäßige Trinkverhalten abgestritten.

Sie ist auch ein sehr impulsiver Mensch. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann muß die Idee auch sofort umgesetzt werden. Zum Beispiel gefällt ihr plötzlich eine Tapete, die dann gekauft wird und innerhalb von 2 Tagen wird dann ein Zimmer komplett umgestaltet (was sie im übrigen sehr gut macht - hier hat sie wirklich Talent).

Ihr fallen permanent neue Hobbies ein. Sie gibt sich dann Mühe, setzt Ideen prima um, aber nach 3-4 Wochen hört sie abrupt wieder damit auf, weil ihr etwas anderes mehr Spaß macht.

Auch Kochen und Haushalt liegen ihr nicht besonders. Das ist für sie vergeudete Zeit. Dafür ist sie in Computerdingen ein As.

Sind diese Verhaltensweisen ein Hinweis darauf, daß mein Sohn sein ADS eventuell von ihr geerbt haben könnte? Im Internet habe ich nicht viel über ADS im Erwachsenenalter gefunden. Vielleicht könnt Ihr mir hierzu mehr Auskunft geben.

Es grüßt Euch

Kiki

Antworten:

Hallo Kiki,

deine Schwester kommt mir - bis auf Nuancen - ziemlich vertraut vor, könnte mein Zwilling sein. Ich bin Erwachsene mit ADS (Diagnose wurde vor 6 Jahren gestellt).

Nun ist deine Schwester aber nicht die Mutter deines Sohnes, ihr Erbgut kann sie schlecht an ihn weitergegeben haben. Aber sie wäre ein Hinweis darauf, dass in eurer Familie ADS vorkommt. Je weiter man zurückgeht, um so schwieriger wird es, festzustellen, ob Eltern, Großeltern, und so weiter ADS haben könnten.

Aber ist das überhaupt wichtig? Einerseits nicht, weil dein Kind nicht anders wäre, egal, ob du wüßtest, dass deine Schwester ADS hat oder nicht. Andererseits kann man aus ihrem Verhalten Trends ablesen, die auch für dein Kind zutreffen könnten. ADS wirkt sich bei jedem anders aus, aber eine Familienähnlichkeit bei den ADS-typischen Schwierigkeiten scheint mir wahrscheinlich. Du kannst also erahnen, wo die zukünftigen Probleme deines Kindes liegen könnten und dagegensteuern.

Liebe Grüße,
Sabine
Sabines ADler-Seiten


von Sabine - am 01.07.2001 14:20
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