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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sabine Sch., Anke, Bernhard, Simone Kather, Dagmar, Beate Mahr

Bin am Ende

Startbeitrag von Sabine Sch. am 03.07.2001 12:13

Hallo zusammen
Ich muß mich mal richtig "auskotzen" und weiß nicht so recht wo. Deshalb wende ich mich an euch. Ich habe zwar mal an anderer Stelle geschrieben, dass ich einen Superpartner habe der auch sehr verständnisvoll mit mir und Sabrina umgeht, aber er kann mir im Moment auch nicht helfen. Denn Sabrina hat seinen empfindlichen Punkt gefunden und getroffen. Seither ist er ihr gegenüber sehr zurückhaltend und nicht so ganz gut auf sie zu sprechen. Aber folgendes ist passiert. Gestern mittag gab es wieder mal ziemlich Krach zwischen Sabrina und ihrer Schwester. ich musste dann irgendwann eingreifen, weil es einfch zu heftig abging. Das Ende vom Lied war, dass ich mit Sabrina alleine am Tisch saß und versuchte mit ihr vernünftig zu reden. Während des Ggespräches öffnete Sabrina sich mir und das ganze Elend kam aus ihr rausgeplatzt. Sie weinte heftigst und sagte, dass sie schon öfter ihre Taschen gepackt habe, weil sie ausziehen wolle. Außerdem will sie den Platz mit ihrer Oma tauschen ( sie starb 09/99 ). Dann ginge es ihr, mir und der Oma besser. Es tat und tut immer noch weh, dieses Häufchen Elend zu sehen. Allerdings weiß ich auch nicht, wie ich ihr helfen kann. Ich kann einfach nicht mehr ! Jeden Tag diese nervenaufreibende Streitereien. Immer schauen, dass man es allen Recht machen kann, immer Verständnis für Sabrina haben......Ich weiß echt nicht mehr weiter, zumal Sabrina auch jegliches Hilfeangebot ablehnt. Sie will keine Therapie und keine Medis mehr nehmen. Ach, es ist so schwer, das ganze in Worte zu fassen. Aber ich denke ihr könnt es in etwa erahnen. Denn auch ihr macht solche oder so ähnliche Erfahrungen.
Danke fürs Zuhören (Lesen)
Sabine

Antworten:

Hallo Sabine!

Ich kann mir gut vorstellen, was da bei euch abgeht. Ich habe drei Kids und einen davon mit ADS. Aber zu dir, hat deine Tochter nicht die Möglichkeit ein paar Tage bei Freunden oder Verwandten zu bleiben? Ich meine, mal weg von der großen Schwester und dem ganzen drum und dran. Denn auch Kindern kann das alles mal zu viel werden. Sie muß vielleicht auch mal Kraft tanken. Denn auch Kinder können so richtig im Streß sein. Ich weiß nicht ob es hilft, aber einen Versuch wäre es doch wert. Meinen Kids tut der "kleine Urlaub" von den Geschwistern auch gut.
Ich wünsch dir alles Gute

Simone

von Simone Kather - am 03.07.2001 12:42
Hallo Sabine,

wie alt die Sabrina denn?


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 03.07.2001 13:02
Liebe Simone
Danke für deine schnelle Antwort. Nein, es gibt nicht die Möglichkeit, dass Sabrina mal "ausspannen kann. Denn erstens ist noch Schule, zweitens hat sie keine Freundin, drittens ist von der Verwandtschaft auch niemand da. Sabrina ist denen allen zu anstrengend. Problem ist, dass sich Sabrina nicht nur mit ihrer "kleinen" Schwester rumschlagen muß, sondern auch noch mit den drei Kindern meines Frreundes. Alle jünger als sie und alle übertrumpfen sie mehr oder weniger. Daraus entstehen dann Eifersüchteleien, Machtkämpfe, Ffeindschafte, Argwohn, usw

von Sabine Sch. - am 03.07.2001 13:03
Hallo Bernhard
Sabrina ist jetzt 13 und erst seit März diagnostiziert. Klar kommen da noch Pubertätsschwierigkeiten dazu

von Sabine Sch. - am 03.07.2001 13:07
Das hört sich für mich ganz schön kompliziziert an. Einfache Ratschläge werden da wohl kaum helfen.

Mal so ein paar Ideen: Die Situation ist für mich etwa: Der Mann hat sich jetzt ausgeklinkt, ist verletzt, er scheint nun den einfachen Weg zu gehen. Streit beim Essen: Um die Schwester kümmert sich niemand, und Sabrina hat nun Dich ganz alleine. Und da ist noch eine Rivalität unter den Geschwistern ...


Was wäre zu tun? Rede mit Deinem Mann, er muss wieder zurück, und auch ruhig in Konfrontation mit Sabr. gehen. Suche Dir Rat, in Selbsthilfegruppen, lese viel zum thema (siehe empfohlene Litertur hier bei ads-hyperaktivitaet.de), suche Dir eine Erziehungsberatungsstelle....

Es ist wohl zu komplex, als dass man das Problem lösen könnte.

Nur mal so ein paar Ideen

von


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 03.07.2001 13:17
Ja, habe am Montag Termin bei der EBZ. Und mit meinem Partner...hoffe ich, das dass wieder ins Lot kommt. Bin aber grad selber so fertig, dass ich Sabrina nicht mehr in Schutz nehmen kann. Bemüh mich auch immer die guten Seiten an ihr zu sehen. Finde aber momentan keine. Habe das gefühl alle zerren und ziehen an mir. Fühl mich eigentlich nur noch bei meiner Arbeit richtig wohl.

von Sabine Sch. - am 03.07.2001 13:23
Hallo Sabiene,

ich kann mir dir fühlen - hab das auch hinter mir.

Meine Große ( 17 ) war in dem alter genau so , hat alles angestellt was man sich nur vorstellen kann ( hab das Problem hier schon mal gepostet ) .

Wir wussten allerdings nichts von ADS , erst jetzt wo ihr kleiner Bruder seine Diag. hat ( seit 99 ) und auf Ritalin eingestellt ist und ich fit bin was ADS angeht kommt mir der Verdacht ,sie hat das auch.

Und wäre bestimmt viel erspart geblieben wenn auch sie behandelt worden wäre.

Rebecca ist mit 16 zu Ihrem Vater gezogen - reden unmöglich .

Erst jetzt nach einem Jahr haben wir so ganz langsam wieder Kontakt.

Die Auszeit war sehr gut für und alle.

Ich denke der Vorschlag sie mal aus der Familie~~ rauszunehmen ~~ist genau richtg - - - da bekommt man Abstand - sieht manches anders.

Wo kommst du her - - vielleicht kann ich dir einen Tipp geben.

Die Landjugend veranstaltet CAMPS und Ferienlager oder mal Kinderferien auf dem Bauernhof das macht Spass und ihr seid mal entlastet .

Das bekommt auch der Partnerschaft.

Kopf hoch und liebe Grüße
Beate

von Beate Mahr - am 03.07.2001 13:51
Hallo Sabine,

meine Güte, du hast ja einen ganz schön harten Job. Fünf Kinder und Beruf. Da kann ich nur sagen: Hut ab. Da bist du ja in normalen Situationen schon sehr gefordert.

Ich kann mich dem, was die anderen geschrieben haben nur anschließen. Dein Mann muss dich unbedingt unterstützen. Wenn er es im Moment bei Sabrina nicht kann, dann bleiben noch 4 Kinder um die er sich kümmern kann. Abends und am WE könnt ihr die Kinder aufteilen. Es gibt bestimmt eines der Kinder, nit dem Sabrina ganz gut zurecht kommt. Das nimmst du mit Sabrina zusammen in die Betreuung und dein Partner kümmert sich um die anderen drei an anderem Ort. So könnt ihr einige Konflikte im Vorfeld vermeiden.

Du schreibst Therapie und Medikamente lehnt Sabrina ab. Mit der Therapie wird es dann wirklich schwierig. Ich denke, bei den Medikamenten musst du dich durchsetzen. Deine Tochter kann in dem Alter die Konsequenzen dieser Ablehnung überhaupt noch nicht überblicken. Diese Verantwortung kannst du ihr noch nicht aufbürden, das ist deine Verantwortung. Wenn deine Tochter mit Fieber im Bett liegen würde und es ginge um Antibiotika, würdest du ihr das sicherlich auch nicht durchgehen lassen.

Die Kinder in Ferienfreizeiten zu schicken, machen wir auch. Und zwar jedes Kind nach seinem Wunsch an einen anderen Ort. Ich denke, die Kinder brauchen auch Ferien voneinander. Ihr könnt sicher noch was organisieren für die Ferien. Für kinderreiche Familien gibt es öffentliche Zuschüsse.

Hast die Möglichkeit selbst eine Therapie zu machen? Ich denke bei fünf Kindern und Patchworkfanilie und ADS gibt es immer viel zu besprechen. Wärst du eine Pflegemutter von 5 Kindern hättest du Anspruch auf regelmäßige Weiterbildung und Supervison. Als solche könntest du eine Therapie nutzen und dir Rat für all die schwierigen Situationen suchen.

Ganz liebe Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 03.07.2001 14:14
Liebe Sabine.

Ja, ich kann es dir nachfühlen. Auch meine Tochter Madeleine scheint alles abzulehnen, keine Hilfe annehmen zu wollen und ist doch tief im Inneren so voller Schmerz. Denn unsere ADS-Kinder nehmen ALLES war, vor allem natürlich den Negativ-Kreislauf, in dem oft die ganze Familie gefangen ist.
Plötzliche tränenreiche Verzweiflungsausbrüche kenne ich auch. In diesen Augenblicken wird mir immer wieder bewusst, wie schwer es diese besonderen Menschen haben. Und auch, wenn oft nach einer Viertelstunde schon alles wieder vergessen scheint, wir Mütter (und Väter) wissen es besser.
Sabine , ich habe Hochachtung vor den Müttern (meist sind es ja nun mal die Mütter) die täglich diesen Drahtseil-Akt zwischen den Bedürfnissen aller Familienmitglieder machen, vor allem, wenn ein (oder mehrere!) ADS-Kind dabei ist. Ich weiß für mich, dass ich dazu nicht die Kraft hätte (bin alleinerziehend).
Besondere Ratschläge kann ich leider auch nicht geben, aber ich hoffe für dich, dass du einen Weg findest, einerseits neue Kraft zu tanken und dich selbst nicht aufzugeben, andererseits deiner Familie und doch vor allem dem ADS-Kind beizustehen. Vielleicht hilft es, täglich die Talente und positiven Eigenschaften deiner Tochter aufzuschreiben (und auszusprechen?).

Wenn du magst, schreibe mir doch mal, die Antwort geht an meine Mail-Adresse. Es wäre schön sich auszutauschen.

Lieben Gruß

Anke.

von Anke - am 03.07.2001 18:42
Hallo Sabine,

mir ist da grad noch etwas eingefallen: Was meinst du, hätte Sabrina vielleicht Interesse an einem Briefkontakt mit einem 11-jährigen Mädchen, dem es genauso geht? Ich bin sicher, auch in ihr brodeln ebenso viele Gedanken und Sorgen, wie in meiner Tocher Madeleine. Vielleicht würde es beiden helfen, sich auszutauschen. Ohne, dass sich Erwachsene einmischen und kritisieren. Frage sie doch mal.

Lieben Gruß nochmal

Anke.

von Anke - am 03.07.2001 18:57
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