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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Anja M.

Wie gehe ich mit den Begleiterscheinungen von ADS um???

Startbeitrag von Anja M. am 08.07.2001 18:02

Hab da mal ´ne Frage, bzw auch ein Statement.
In den meisten Berichten wird nur von den Schwierigkeiten mit unseren Kindern geschrieben. Ich denke, die kennen wir alle zu genüge und irgendwo gleichen sich die "Leidensgeschichten" auch. Auch wenn jedes Kind ein Fall für sich ist, sind sie doch irgendwo alle gleich.
Gibt es in diesem Forum jemanden, der einen Erziehungstil gefunden hat, der einigermaßen greift? Gibt es irgendwo auch Erfolgserlebnisse im Umgang mit unseren Kindern.
Mittlerweile bin ich mit meinem Latein am Ende. Mein fast 6 jähriger Sohn pinkelt mit Regelmäßigkeit noch in die Hose, momentan lügt er uns nur noch an. Ich kann ihm gar nichts mehr glauben. Über das pinkeln ist er sich meist bewußt, denn er kann mir sagen, wann und wie oft er in die Hose gemacht hat.
Wir haben häufige Gespräche, wie wir unsere gemeinsame Lebenssituation ändern können, doch spätestens 1 Stunde danach ist alles wie vorher, als wenn er nichts verinnerlicht. Das einzige, was er für sich weiß ist, daß er so auch nicht weiterleben möchte.
Ich dacht Ritalin würde uns weiterbringen, doch irgendwie war der Erfolg nur von kurzer Dauer. Wir haben die gleichen Reibungspunkte, wie ohne. Langsam weiß ich nicht mehr, wie ich noch ein vernünftiges Familienleben hinkriegen soll. Die Wochenenden sind mittlerweile ein Grauss. Familienausflüge kann man knicken.
Ich kann doch ein Kind nicht dafür belohnen, daß es mir immer wieder in den A.... tritt. Wenn wir dann mal auf den Rummel gehen oder sonst was schönes machen, kann ich ihm nur sagen, es ist nicht, um ihm ´ne Freude zu machen, sondern, weil ich das gerne möchte und nicht bereit bin mich auch noch zu strafen. Wir haben wirklich alles versucht, tausendmal die Uhr auf null gedreht, tausendmal versucht von vorn anzufangen, die Sch.... die gelaufen ist, zu vergessen. Kaum ausgesprochen, macht er genau die Dinge, die diese Situation herbeigerufen haben. Wir haben Belohnungen in Aussicht gestellt: Fehlanzeige, wir haben Strafen angedroht, er nimmt lieber die Strafe hin, als etwas zu ändern. Ich weiß, ihr sagt bestimmt, ADS Kinder sind so, die können nichts dafür. Aber sagt doch mal bitte, wie geht ihr damit um???
Ich glaube nicht, daß man so gelassen werden kann. Ist es nicht vielmehr irgendwann Kapitulation??? Ich wehre mich dagegen. Ich will nicht kapitulieren. Ich bin schon an einem Punkt angekommen, den ich nie erreichen wollte. Ich verhalte mich meinem Kind gegenüber so, wie ich es nie wollte. Ich entferne mich langsam emotional von meinem eigenen Kind. Ich finde das schrecklich.
So viel erfolglose Methoden frustrieren. Macht der ganze Stress nicht langsam die Liebe kaputt??? Ich finde das ist das Schlimmste, was passieren kann. Ich hab das Gefühl ich bin nicht mehr weit davon entfernt.
Wer hat das Leben mit seinem ADS kInd in den Griff bekommen?Geht das überhaupt. Zustimmung und der Bericht, das es alen anderen ähnlich geht, sind zwar ganz nett, helfen aber nicht wirklich. Klar gibts keine Patentrezepte, aber vielleicht ein paar brauchbare Tips.
Muß ich wirklich ausharren, bis mein Sohn alt genug ist und aus dem Haus ist???

Anja

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