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ADHS ADS Selbsthilfe
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22
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Pia, Krönchen, Anja M., Susi, Lucie, abra, Bernhard, Daniela, Jutta, Patty, ... und 3 weitere

Wie gehe ich mit den Begleiterscheinungen von ADS um???

Startbeitrag von Anja M. am 08.07.2001 18:03

Hab da mal ´ne Frage, bzw auch ein Statement.
In den meisten Berichten wird nur von den Schwierigkeiten mit unseren Kindern geschrieben. Ich denke, die kennen wir alle zu genüge und irgendwo gleichen sich die "Leidensgeschichten" auch. Auch wenn jedes Kind ein Fall für sich ist, sind sie doch irgendwo alle gleich.
Gibt es in diesem Forum jemanden, der einen Erziehungstil gefunden hat, der einigermaßen greift? Gibt es irgendwo auch Erfolgserlebnisse im Umgang mit unseren Kindern.
Mittlerweile bin ich mit meinem Latein am Ende. Mein fast 6 jähriger Sohn pinkelt mit Regelmäßigkeit noch in die Hose, momentan lügt er uns nur noch an. Ich kann ihm gar nichts mehr glauben. Über das pinkeln ist er sich meist bewußt, denn er kann mir sagen, wann und wie oft er in die Hose gemacht hat.
Wir haben häufige Gespräche, wie wir unsere gemeinsame Lebenssituation ändern können, doch spätestens 1 Stunde danach ist alles wie vorher, als wenn er nichts verinnerlicht. Das einzige, was er für sich weiß ist, daß er so auch nicht weiterleben möchte.
Ich dacht Ritalin würde uns weiterbringen, doch irgendwie war der Erfolg nur von kurzer Dauer. Wir haben die gleichen Reibungspunkte, wie ohne. Langsam weiß ich nicht mehr, wie ich noch ein vernünftiges Familienleben hinkriegen soll. Die Wochenenden sind mittlerweile ein Grauss. Familienausflüge kann man knicken.
Ich kann doch ein Kind nicht dafür belohnen, daß es mir immer wieder in den A.... tritt. Wenn wir dann mal auf den Rummel gehen oder sonst was schönes machen, kann ich ihm nur sagen, es ist nicht, um ihm ´ne Freude zu machen, sondern, weil ich das gerne möchte und nicht bereit bin mich auch noch zu strafen. Wir haben wirklich alles versucht, tausendmal die Uhr auf null gedreht, tausendmal versucht von vorn anzufangen, die Sch.... die gelaufen ist, zu vergessen. Kaum ausgesprochen, macht er genau die Dinge, die diese Situation herbeigerufen haben. Wir haben Belohnungen in Aussicht gestellt: Fehlanzeige, wir haben Strafen angedroht, er nimmt lieber die Strafe hin, als etwas zu ändern. Ich weiß, ihr sagt bestimmt, ADS Kinder sind so, die können nichts dafür. Aber sagt doch mal bitte, wie geht ihr damit um???
Ich glaube nicht, daß man so gelassen werden kann. Ist es nicht vielmehr irgendwann Kapitulation??? Ich wehre mich dagegen. Ich will nicht kapitulieren. Ich bin schon an einem Punkt angekommen, den ich nie erreichen wollte. Ich verhalte mich meinem Kind gegenüber so, wie ich es nie wollte. Ich entferne mich langsam emotional von meinem eigenen Kind. Ich finde das schrecklich.
So viel erfolglose Methoden frustrieren. Macht der ganze Stress nicht langsam die Liebe kaputt??? Ich finde das ist das Schlimmste, was passieren kann. Ich hab das Gefühl ich bin nicht mehr weit davon entfernt.
Wer hat das Leben mit seinem ADS kInd in den Griff bekommen?Geht das überhaupt. Zustimmung und der Bericht, das es alen anderen ähnlich geht, sind zwar ganz nett, helfen aber nicht wirklich. Klar gibts keine Patentrezepte, aber vielleicht ein paar brauchbare Tips.
Muß ich wirklich ausharren, bis mein Sohn alt genug ist und aus dem Haus ist???

Anja

Antworten:

Re: Wie gehe ich mit den Begleiterscheinungen von ADS um???Achtung,lang

OOOOOOOOOOh Jeeeeeeeeeeeh !!!!
Hallo Anja,
du arme...ich kanns gut nachvollzehen,dieses Gefühl,dem kleinen Teufel völlig ausgeliefert zu sein....
Aber das ist nicht das,was du hören willst.Nicht war?
Als erstes,ich bin alles andere als ein perfektes Muttertier,ich versuche halt,mich irgendwie durchzumogeln..manchmal klappt das auch ganz gut..:-)
Mein erster Gedanke zu deinem Bericht:Ist die Dosierung zu niedrig?Bei meinem Sohn(7J.)war nach der neuen Dosis nach 3-4 Tagen wieder der Wurm drin,bis wir die richtige Menge gefunden hatten,die über dem liegt,was ich eigendlich angenommen hatte....
Wegen dem Erziehungsstil:Es gibt viele Experten,die behaupten,man kann einen ADSler nicht mit logischer Konsequenz erziehen..stimmt nicht,man kann.
Bei uns ist das die einzige Möglichkeit,einigermaßen zurechtzukommen.
Wenn Sohni also das Klo verpinkelt (zum 1.347.mal)muß er es putzen,egal wann und wie.Wenn er zickig ist,läuft nix an Aktivitäten oder Fernsehen oder spielen oder sonstiges.
Ich stehe dann in diesen Situationen voll zu meinem "Menschsein"und mache ihm klar,daß ich keinen Bock habe,mit ihm in dieser Stimmung auch nur irgendwas zu machen,weil mich das nervt und das will ich nicht.
Oder Beispiel Spielplatz:wenn er anfing, andere zu ärgern,sind wir nach 2 Warnungen nach Hause gegangen.
Wenn er beim Essen gehen flippt,dann geht er das nächste Mal nicht mit oder wir bleiben gleich alle daheim...und so weiter undso fort.
Wenn ich mit ihm spiele und er fängt an,Blödsinn zu machen,warne ich ihn und beim nächsten Mal sag ich das reicht,stehe auf und gehe.
Das hört sich sehr hart an,aber anderst lernt er nicht,auf sein eigenes Verhalten zu achten.
Mir hat das Buch"Kinder fordern uns heraus"von Rudolf Dreikurs/Vicki Stoltz sehr gut geholfen.
Ich möchte,daß er begreift,daß ich auch nur Nerven habe und meine Geduld irgendwann am Ende ist.Ich hoffe,er lernt was draus..zumindest kommt es jetzt immer öfter vor,daß er nach 5 Minuten kommt und sich entschuldigt.Dann bin ich natürlich gerne bereit,ihm sofort zu "verzeihen" ohne Schuldzuweisungen,Predigten und ohne nachtragend zu sein...
Ich persönlich bin also mit der "logischen Konsequenz" ganz gut gefahren,allerdings mach ich das auch schon(mehr oder weniger Konsequent)seit er 3 Jahre alt ist.
Liebe Anja,ich weiß nicht,ob dir das hilft,unsere Kinder werden immer anstrengender sein als andere.....Gerade deshalb finde ich es wichtig,den Knirpsen beizubringen,daß Mutter auch nur Nerven hat und eben auch mal sauer,traurig,unwillig oder faul ist.
In dem Fall mit der Hose...schweres Thema..bei uns gabs das auch,es war Sommer...da rannte er halt mit verpinkelten Hosen rum,bis die anderen Kinder sich über ihn lustig machten.Und das mochte er garnicht.
Vielleicht sagst du ihm,daß du keinen Bock hast,soviel zu waschen und versuchst es mit Pampers Trainers...
Die wollte mein Sohn garnicht..Bei uns wars so,ich hab mich garnicht mehr drum gekümmert...bin nicht mehr drauf eingegangen und hab nicht mehr geschimpft.Ich __wollte__mich einfach nicht mehr drüber aufregen,war zu anstrengend..Nachdem ein paar andere Kids Bemerkungen gemacht haben hats irgendwann von alleine aufgehört...
Vergiss auch nicht,ein paar Auszeiten zu nehmen und mal ne halbe Stunde abzuschalten.Das mach ich auch,Sohnemann akzeptiert das inzwischen,und manchmal lass ich ihn sogar Compi spielen oder Fernseh gucken,wenn ich Ruhe brauche.Also auch mal 5 gerade sein lassen,die perfekte Mami gibts sowieso nicht .....
Ich drücke dir sämtliche Daumen
Patty

von Patty - am 08.07.2001 18:58
Liebe Anja.......

Ja ich komme eigendlich sehr gut mit meinem Jungen zurecht.Auch wenn ich immer wieder mir mal die Seele aus dem Leib kreische...

von Krönchen - am 08.07.2001 19:12

Re: Wie gehe ich mit den Begleiterscheinungen von ADS um???Achtung,lang

Hallo Anja,
genau wie du habe ich auch den Frust gehabt, daß man Jan weder mit Belohnungen noch mit Strafen beikommen konnte.Das machte den Frust über die eigene Hilfslosigkeit komplett.
Ich versuche es auch so wie Patty mit der natürlichen Konsequenz, die ich dann auch mit versuche ganz ruhig umzusetzen, so daß es keine Strafe ist, wenn er den Tisch zum Beispiel verlassen muß, wenn er unterm Tisch dauernd triff sondern eine logische Konsequenz.
Bei uns heißt dann das Zauberwort:Auszeit!
Nach ca. 3-5. Minuten, die ich ihn aus dem Zimmer oder meiner Gegenwart entfernt habe, frage ich ihn, ob er es jetzt wieder mit uns versuchen will. Meistens klappt es dann, aber leider auch nicht immer. Es gibt leider kein Patentrezept!!Schade!!
Ich habe aber selber auch gemerkt, je gestreßter ich war, von den Aktivitäten, die ich selber noch gemacht habe,desto größer und heftiger wurden die Auseinandersetzungen mit meinem Sohn. Da lautete für mich die logische Konsequenz, daß ich alles abgetzt habe, was sonst noch nebenbei lief.Ehrenamtliche Tätigkeiten wie in der Schule und Gemeinde habe ich sofort gestoppt, die Arbeit auf ein Minimum runtergeschraubt und bei den Haushaltsarbeiten mache ich das gröbste, wenn er nicht da ist oder ich versuche ihn miteinzubinden,durch das Gefühl der Mitverantwortung klappt es bei ihm dann viel besser... er ist erst 6 Jahre, da mögen sie es noch, mit Mama gemeinsam etwas zu machen.
Und Aktivitäten, wo viele Menschen sind und eine wuselige Situation ist, versuche ich mit ihm zu meiden- wenn er dann hinterher völlig durchdreht, haben wir beide nichts davon. Die Selbststeuerung, wo er reflektieren kann, was er getan hat und wie er es hätte anders machen können,liegt ungefähr bei 7-8 Jahren... bis dahin gehen wir das ganze eben etwas ruhiger an.
Vieleicht habe ich dir ja damit ein wenig geholfen,bei uns ist es seitdem entspannter und nicht mehr ganz so heftig...
Gruß Hylke

von Hylke - am 08.07.2001 19:20
>Ich dacht Ritalin würde uns weiterbringen, doch irgendwie war der Erfolg nur von kurzer Dauer.

Und was habt ihr noch gemacht?

Elterntraining?

Verhaltenstherapie?

von Pia - am 08.07.2001 19:32
Hallo Anja,

ich kenne das auch nur zu gut.
Mein Sohn akzeptiert auch Strafen schlecht und reden bringt fast nichts :-(

Aber da wir schon sehr früh Probleme mit ihm hatten, haben wir ihm von Anfang an sehr enge Grenzen gesetzt. Das war etwas, was ich nie machen wollte, aber es ging einfach nicht anders.

Viele Bekannte sagen mir, dass ich zu streng zu ihm bin, aber wenn ich wirklich mal die "Zügel schleifen" lassen, dann hab ich mindestens 2 Wochen Probleme mit ihm, dann akzeptiert er gar keine Regeln mehr. Also müssen wir da durch.

Gute Erfahrungen hab ich mit dem Punkteplan gemacht. Ich habs schon mal im alten Forum beschrieben. Schau doch mal unter
[www1.forumromanum.de]
nach.

Du musst nur sehr, sehr konsequent, über viele Wochen, sein, damit es klappen kann. Bei uns hat es geklappt. Ich weis allerdings auch von anderen, bei denen es nicht ging.

Ansonsten kannst du nur ruhe bewahren (auch wenns schwerfällt), am besten aus dem Raum gehen, oder bis 20 zählen, wenn du merkst, das die Nerven nicht mehr mitspielen. Das merken unsere Kids nämlich super gut.

Das mit der nassen Hose kenn ich auch- allerdings kotet Steffen auch noch oft ein (er ist fast 6), das ist echt nervig. Aber da hab ich auch noch kein "Rezept" für gefunden :-(

Ritalin allein kann auch nur helfen, aber nicht "heilen". Wichtig ist mit ihm das verinnerlichte Verhalten zu ändern. Am besten 'ne Verhaltenstherapie

Viele Grüße
Susi
P.S. Wäre toll, wenn du deine Beiträge etwas gliedern könntest. Dann ist es leichter für ADSler (was ja auch viele Eltern hier sind) zu lesen. :-))

von Susi - am 08.07.2001 19:44
hallo Pia....

also ich habe meinem Sohn die Möglichkeit gegeben sich auszutoben...durch Fahrradfahren, durch Sport allgemein..auch mal bei lauter Musik über die Möbel springen..

von Krönchen - am 08.07.2001 20:00
hallo Susi....

Denke das ist allerdings nur meine private Meinung...das zu enge Grenzen zu phsychologischen Problemen führen...die wiederrum da durch ausgedrückt werden..wie eben Koten und Einnässen...meiner war früh trocken hatte aber als er in den Kindergarten kam...(Umstellung)...noch einmal das Problem...verging recht schnell...als ich den Erziehern sagte, das er schon trocken war.....denke das Sie erkannten das es nur die Umstellung war.....ist eben eine starke phsychische Belastung für meinen sohn gewesen....
weiss ist für Dich nicht alles machbar...kannst deine einmal getroffenen Einstellung nicht ändern...musst du auch nicht....liess meine anderen Beitrag...
viele Grüsse von Krönchen

von Krönchen - am 08.07.2001 20:06
Hy Anja,

ja wie Du es richtig sagst, kenne ich die Probleme auch sehr gut. Mein Hypie ist 9, Diagnose haben wir seit 10/00.

Ich habe früher auch viel mit Liebe, drüber reden und so probiert. Es hat nichts gebracht, genau wie Du sagst.

Es funktioniert jetzt etwas besser, aber nur mit totaler Konsequenz. Und wenn was schief läuft, Strafe und Schluss. Ich habe mir zur Regel gemacht, jeder Tag ist ein Neubeginn, das von gestern ist erledigt. Früher war das nicht so, da ging mir das schlechte Verhalten immer noch Tage nach. Das hat uns beiden nichts gebracht, sondern der Teufelskreislauf wurde immer schneller.

Jetzt "übersehe" ich auch manchmal Dinge, um nicht schon wieder schlechte Stimmung ins Familienleben zu bringen. Und was ganz wichtig ist, ab und zu mal sich selbst eine Auszeit gönnen. Man ist deshalb keine schlechtere Mutter, sondern bekommt Kraft, die man braucht.

meint Jutta

von Jutta - am 08.07.2001 20:08
Hallo Krönchen,

Steffen war eigentlich noch nie so wirklich sauber. Mal gehts ein paar wochen und dann wieder nicht. Hat bei ihm allerdings auch viel mit der Wahrnehmung zu tun denke ich.

Enge Grenzen müssen bei ihm sein- er ist ein Kind, das nicht dazulernt (besser gesagt nur langsam dazulernt). Er hat bestimmt 10 mal probiert, ob das bügeleisen auch wirklich heiss ist- obwohl ich aufgepasst habe

Dein Tip zum austoben oben, wäre bei uns z.B. auch nichts. ADSler sind doch zu unterschiedlich, leider passen nicht alle Tips auf jeden :-))))

Austoben macht ihn nur noch "hibbeliger" und wenn ich pech habe sogar agressiv.

Wenn ich die "Leine" bei ihm länger lasse, klappt bei uns gar nichts mehr. Reicht man ihm den kleinen Finger nimmt er gleich die ganze Person *gg*

Mit grenzen klappt es wesendlich besser- er weis dann wo er dran ist.

Aber das sind auch nur die Erfahrungen und Meinungen, die ich habe :-)))

Wollte damit nur sagen- man kann die ADSler nicht über einen Kamm scheren

Susi

von Susi - am 08.07.2001 20:44

danke für die antwort, frage war an anja ;-)

mal im ernst.

ritalin alleine wird nicht helfen.

anja? weitere therapien?

von Pia - am 08.07.2001 20:44
Seit über 2 Jahren sind wir in psychologischer Betreuung. Ist nicht wirklich ´ne Hilfe.
Nur Beobachtung in der Spieltherapie. Dann Elterngespräche, die für kurze Zeit Verständnis bringen. Auch ich war 1 Jahr in Therapie.
Als nächstes kommt ErgoTherapie. Der nächste Strohhalm.

von Anja M. - am 08.07.2001 20:44

ads und welche therapien?! frage an alle

>Nur Beobachtung in der Spieltherapie.

hallo anja,

und gerade heute habe ich wieder in einem ads-forum gelesen, dass spieltherapie bei ads nichts bringt.

frage an alle eltern!!!

(ich muss mich zum glück nur um mich kümmern)

wer kann es genauer sagen?

von Pia - am 08.07.2001 20:46
Seit 3 Jahren kennen wir die Diagnose.
Meine Erziehung war immer sehr konsequent. Trotz schlechtem Gewissen (seelische Schäden in der Zukunft...).
Auch ich bekomme zu hören: das ist ja ein richtiger Kasernenton.
Ich weiß, anders gehts nicht. Kostet trotzdem nicht weniger Nerven.

Auf Aktivitäten zu verzichten, nur weil Sohnemann sonst abdreht, sehe ich weniger ein. Man ist mit so einem Kind schon "isoliert genug". Wenn man dann auch noch sein eigenes Leben "abschafft" dreht man doch völlig am Rad

von Anja M. - am 08.07.2001 20:52
Hallo,

mir hat das Buch : Das Geheimnis glücklicher Kinder ......

sehr geholfen, da steht das mit der ~~AUSZEIT ~~ auch drin, ich allerdings lass Felix stehen oder in seinem Zimmer bis er von selbst kommt.

Ansonsten hilft eine gesunde Portion HUMOR ..... ohne den hätt´ich schon längst das Handtuch geworfen.

Wenn´s mal garnicht geht - - muss mein Mann herhalten, die beiden können gut miteinander - - weil Mama hat immer die AL- Karte , weil immer da .

Mein Mann lässt ihn schon mal ~~laufen ~~ aber das ist im privaten Bereich für uns ok.

Wenn wieder Schule ist ~~ MUSS ~~ Felix funktionieren - -egal wie - - und das ist auch gut so - - er kann sich nach den Hausaufgaben ~~ ausleben ~~.

Ich bin der Meinung ( wir haben einen Bauerhof ) ,dass sich vieles von den BOLZEN die Felix bringt ~~ verläuft ~~ :-)) in einer 3-Zimmer Blockwohnung hätten wir schon ausziehen müssen.

Ssolange Felix seinen Bewegungsdrang ausleben kann geht es ihm gut - - und der Familie auch .

Liebe Anja - - du musst nicht alles so eng sehen , weil es dich dann noch mehr belastet.

Mein Motto: Geht es der Mutter gut - geht es auch dem Kind gut

denk mal drüber nach und nimms leichter

Liebe Grüße
Beate

von Beate Mahr - am 09.07.2001 06:08
Hallo

jetzt wurde zwar schon soooo viel gesagt, aber ich möchte meinen Senf auch noch dazu geben.
Das mit dem Einnässen und einkoten, wie auch immer, ist ein Hilfeschrei des Kindes, meiner Meinung nach.
Es war bei mir so: Ich habe jahrelang nicht gewußt, das mein Kind krank ist. Habe gedacht, er will mich "extra" frühzeitig ins Grab bringen. Ich nahm die Gemeinheiten, sein ständigs unzufrieden sein, sein Geschrei, seine Lügen, seine Aggression gegen alles und jeden, seine Unverschämtheiten und alles andere jahrelang sehr persönlich!
Ich war am Ende, fix und fertig. Denn der Gedanke, mein Kind macht mich kaputt, tut mir absichtlich weh (und anderen), ärgert und nervt mich extra bis zur Weißglut, brachte mich fast um den Verstand.
Aber irgendwann fiel auch bei mir der Groschen. Kurz vor der ersten Diagnosestellung.
Mein Kind (und alle anderen ADS´ler) macht das nicht extra. Er will mich nicht ärgern, nicht ständig raus fordern, mich kaputt machen oder sich an keine REgel halten. Er will es nicht!
Er kann nur nicht anders, weil seine Umgebung ihn zu sehr fordert. Er schreit um Hilfe, mit jeder schlechten Tag, die er vollbringt.
Als ich meinen Sohn wieder ansehen konnte, und spürte, das ich ihn liebe, ging es bei uns wieder aufwärts. Denn ich vermittelte ihm dieses Gefühl von nun auch dann, wenn wieder gar nichts zu klappen schien.
100%ige Konsequenz, 2mal Wahrnungen, dann SOFORT die angedrohte Konsequenz, KEINE Ausnahmen, Extras nur bei "guten" Tagen.
Und ganz wichtig, ich ließ ihn spüren, das er mich mit nichts mehr persönlich treffen konnte. Das alles, was er verbockte, für ihn unschöne oder anstrengende Konsequenzen hatte. Und das immer wieder, egal wie oft, egal unter welchem Gezeter. Denn auch das ewige Meckern ließ mich von nun an kalt.
Es hat ein bißchen gedauert, aber es hat so unwahrscheinlich gewirkt, das wir heute den Alltag ganz gut meistern.
Nicht ohne schlimme Tage, oh Gott nein! Aber es geht weit aus besser, als früher!

Also ganz wichtig. Das Kind muß jeden Tag spüren, das es so geliebt wird, wie es ist. Mit seinen ganzen Macken.
Es muß aber auch wissen, das wir auch nur Menschen sind, die Gefühle haben.

Behandelt er mich schlecht, behandle ich ihn auch schlecht, bzw. er bekommt von mir keinerlei Aufmerksamkeit oder Hilfe.

Er will mir nicht wirklich weh tun, und er gibt sich Mühe. Wir reden viel und oft, ich versuche, angespannte Situationen versuche ich möglichst früh zu entschärfen.

Passiert wieder was schlimmes, sage ich ihm: Du kannst nichts dafür, das du jetzt wieder so schnell und so falsch reagiert hast. Es war zuviel Durcheinander um dich rum. Aber versuche beim nächsten mal einfach weg zu gehen, dorthin wo du nachdenken kannst, was du besser machen könntest. Oder komm zu mir oder einem anderen Erwachsenen.
Ich hab dich lieb.

so lang sollte es eigentlich nicht werden. Tut mir leid. Aber es läßt sich halt schwer erklären.
Unterm Strich würde ich sagen, das Kind muß sich so doll geliebt fühlen, das es es nicht mehr nötig hat, mit schlechten und schlimmen Taten Aufmerksamkeit zu erlangen.

Vielleicht konnte auch ich ein bißchen helfen. Lieben Gruß
Yvonne

von Yvonne König - am 09.07.2001 12:23
hallo Yvonne....

Du sprichst mir aus dem Herzen...und aus meinen eigenen Erfahrungen. ADSler Kinder und auch Erwachsene brauchen mehr als nur disziplin und Regeln...Sie brauchen Liebe. So viel wie nur irgend möglich. Auch Verständniss und Akzeptanz ihres Wesens sind bei der Entwicklung eines solchen Kindes von grosser Wichtigkeit.
Sie sind so sensibel und empfindsam wie kaum andere Kinder. Ihre Antennen sind weit ausgefahren. Das ist eine Fähigkeit, die sie später als Erwachsene sehr zu ihren Gunsten einsetzen können.....diese darf nicht Unwissenheit zerstört werden. Sonst werden solche Kinder depressiv und sehr gefährdet.....
So das wollt ich noch mal dazu sagen...
liebe Grüsse von Krönchen....

von Krönchen - am 09.07.2001 12:53
Hallo Anja M.
Mein Sohn 3 Jahre hat auch ADS, und bekommt seit einem halben Jahr Ritalin. Er ist im Moment noch voll in der Einstellungsphase. Aber unser Lebensnivau hat sich damit schon einigermaßen zum positiven geändert. Von meinem damalige Lebenspartner, und Vater des Kindes, habe ich mich im Februar getrennt. Er hat einfach nicht kapiert, daß sein Sohn ADS hat. Vielleicht wollte er das auch nicht verstehen. Für mich ist es jetzt doppelt so schwer. Natürlich hängt er noch an seinem Vater, aber mach einem 3-jährige mal klar, daß sein Vater in für unerzogen hält (wortwörtlich). Und ich muß es wieder ausbaden, als hätt ich es schon nicht schwer genug.Wegen der Erziehung gab es immer wieder Streit, hat er mal wieder nicht "funktioniert" war es meine Schuld. Ich denke wenn der Lebenspartner das in sein Kopf bekommt, daß sein Kind ADS hat, und sich auch damit auseinander setzt, zu zweit gehts allemal besser, dann kann man damit leben. Nur mal das von mir an alle Väter, ihr kind nich fallen zu lassen.
Ich für meinen Teil mache es nach dem gleichen Prinzip wie PATTY.Das gibt zwar manchmal probleme mit Verwandten etc., wenn wir schon nach 1Std. wieder von einer Familienfeier verschwinden müssen, aber so funktioniert es ganz gut. Dann weiß er erst, daß er etwas falsch gemacht hat. Und meistens kommt er dann auch nach einigen "Trotzminuten" und entschuldigt sich.
Dany

von Daniela - am 09.07.2001 19:37

Re: ads und welche therapien?! frage an alle

Hallo Pia,
darf ich dich mal fragen,wo du das gelesen hast???Wir sind nämlich auch nach 3 Jahren erfolgloser Spieltherapie unseres Sohnes der Meinung, daß diese Art der Therapie so rein gar nichts bringt,schon gar nicht in seinem extremen Fall...Vielleicht könnten wir das ja auch mal irgendwo nachlesen?

von Lucie - am 10.07.2001 11:51

Spieltherapie und ADS

Hier, im Pfiffikidsforum schreib anne05 am 20.04.:


"Laura hat eine Spieltherapie gemacht - ich denke, das ist bei ADS nicht angebracht (habe schon von vielen Eltern gehört, das es überhaupt nichts nutzt).
Das einzig Wahre (kann ich aus eigener Erfahrung berichten) ist eine Verhaltenstherapie, in der Laura Strategien und Tricks erlernen kann, sich besser zu organisieren, in der sie sieht, welche negativen Verhaltensmuster andere ADSler haben (die ihr bei sich selbst ja nicht auffallen) usw. usf.."


unten der link
Pfiffikids


von Pia - am 10.07.2001 12:15

Re: ads und welche therapien?! frage an alle

Hallo Lucie,

ich war am Samstag bei einem ADS-Seminar (Referenten Dr. Droll und Fr. Neuhaus).

Als nicht wirksame Therapien wurden dort genannt:

- tiefenspychologisch-analytische Verfahren
- systemische Familientherapie
- nondirektive Spiel- u. Gesprächstherapie

Und genau da liegt der Knackpunkt, wenn ich das richtig verstehe. "Nondirektiv" bedeutet, dass es nicht darum geht, neuen Verhaltensweisen zu trainieren, sondern sich vielmehr im freien Spiel und im freien Gespräch selbst zu finden. Der Therapeut beobachtet hauptsächlich (so meine eigene Erfahrung damit).

Sinnvoll seien dagegen lerntheoretisch-verhaltenstherapeutische Verfahren, als da wären Verhaltenstherapie, Verhaltenstraining und Elterntraining.

abra ;-)
www.abracadabras-welt.de


von abra - am 10.07.2001 12:24

Welche Psychotherapie bei ADS?

Hallo Abra, Lucia, Pia und Interessierte


Bei Kindern kann man das ganz klar sagen: Angesagt ist nur Verhaltenstherapie, weil es nur hier um konkrete Verbesserung der Symptome geht, es werden nur hier ausdrücklich neue Verhaltensweisen gelernt und eingeübt.

Es gibt eigentlich sogar eine Kontaindikation für Spieltherapie bei ADS - nur will die ein Spieltherapeut leider nicht wahrhaben. Spieltherapie ist gut, wenn es um das therapeutische Bearbeiten von emotionalen 'Knoten' geht. Wisst Ihr, was ich damit meine? Neurotische Konflikte, etwas, das aufgearbeitet werden muss. Hier ist die Spieltherapie mind. genausogut wie VT.


Bei Erwachsenen ist das ein wenig anders. Es hängt davon ab, was das Problem ist. Geht es um tagesstrukturierung, Erlernen neuer Verhaltensweisen, Einüben von Plänen, Umgang mit Depressionen .... ---> dann ist VT angesagt.

Geht es aber um Trauerprozesse ("Was habe ich durch ADS alles verpasst im Leben") , dann können andere Therapien auch ganz sinnvoll sein.


Ich kann jetzt nicht weiter in die Tiefe gehen, fragt einfach nach


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 10.07.2001 14:40
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