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ADHS ADS Selbsthilfe
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44
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 3 Monaten
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Solly, Petra, Petra B., Birgit R., Petra F., abra, Anja M., Petra J, Sonja aus Schwanewede, Biggi, ... und 3 weitere

Erfahrung mit Retalin

Startbeitrag von Petra B. am 15.07.2001 22:06

Hallo Zusammen,
bei unserem Sohn, 8 Jahre wurde mittelschweres ADS diagnostiziet. Er befindet sich derzeit in einer Klinik. Die Ärzte würden ihn gerne in den nächsten Tagen auf Retalin einstellen. Wir als Eltern haben zweifel gegenüber dem Retalin und den Nebenwirkungen bzw. evtl. Spätfolgen. Außerdem haben wir mitbekommen, daß nicht immer ein Erfolg durch Retalin gegeben ist. Im Augenblick denken wir eher an eine Verhaltenstherapie für Eltern und Kind. Wie sind Eure Erfahrungen?

Antworten:

Re: Erfahrung mit Ritalin

Hallo Petra,

es gibt eine Studie (MTA), bei der untersucht wurde, welche Behandlungsmethode bei ADS sinnvoll ist. Heraus kam, dass eine Kombination von Medikamenten und Verhaltenstherapie die besten Erfolge zeigte.

Nebenwirkungen hat Ritalin, wie jedes andere Medikament auch. Am häufigsten sind in der Einstellungsphase Einschlafstörungen, Appetitmangel und teilweise Aggressionen. Wichtig ist zu wissen, dass es bei Abklingen der Wirkung zu einem Rebound kommen kann - sozusagen ein tiefes Loch, in dem die ADS-Symptome sehr stark auftreten. Dies alles kann bei der richtigen Einstellung (Dosierung und Einnahmezeitpunkt) vermieden werden.

Über Langzeitfolgen bei Ritalin ist nichts Negatives bekannt. Teilweise wird über Wachstumsverzögerungen gesprochen, die aber in Medikamentierungspausen sofort ausgeglichen werden.

abra ;-)
www.abracadabras-welt.de


von abra - am 16.07.2001 06:07
Hallo Petra,

mein Sohn Simon ist im April 5 Jahre alt geworden.
Als er drei Jahre alt war, war ich mit ihm in Datteln in der Kinderklinik. Dort wurde erstmals hyperaktivität festgestellt (was mir der Kinderarzt NICHT gesagt hat).
Im November letzten Jahres habe ich auf eine Ergotherapie bestanden weil er bis heute nicht mal ein Mondgesicht malt, kein Rad fährt aber dafür hoch klettet und tief springt, ohne Angst!
Die Ergotherapeutin erzählte mir von ADHS und schickte uns zu einer Psychologin.
Die verschrieb Simon direkt nach dem ersten Treffen Retalin (vielleicht weil ihr Behandlucngszimmer ein einziges Chaos war, nach unserem Besuch...;-)

Jedenfalls gab ich Simon nach einigem Bedenken und informieren und zögern die Tabletten.
Es war grauenhaft!
Das war nicht mein Sohn der da ruhig in der Ecke saß und eine kleine Ewigkeit SPIELTE!!!!

Dafür konnte er abends nicht einschlafen und schrie das Haus zusammen.
Beim nächsten Besuch bei der Psychologin (die kaum mit Simon redete) riet sie mir, die Dosis zu erhöhen.
Ich habe die Behandlung abgebrochen.
Ich komme einfach nicht damit klar, das mein Wirbelwind so still sein soll!
Ich ahne, daß es ihm vielleicht besser ging, weil er plötzlich mit anderen Kindern sowie mit seinem 6jährigem Bruder mitspielen konnte, aber ich kam mir vor, wie eine Rabenmutter.
Kann doch nicht wirklich sein, daß NUR ein Medikament bewirken soll, daß mein Liebling lernt, sich zu konzentrieren. Ich weiß nicht, was ich noch tun kann um Simon zu helfen. Aber bei aller Liebe zu meinem Kind muß ich doch zugeben, es ist schwirig anderen Müttern und Kindern immer wieder zu erklären, das er wild ist, aber NICHTS DAFÜR KANN.
In Geschäften sage ich schon lange nichts mehr, ich räum einfach alles wieder ein.
Bei Sprüchen wie: "wär das mein Kind würde ich..." sag ich auch nur noch daß er ja dann Glück hat, mein Kind zu sein.
Retalin macht aus einem Kind, ein VÖLLIG anderes Kind!
Und dieses Kind wird nicht das sein, das man als Mutter liebt, es ist ZU fremd.

Der Simon, den ich jetzt habe, ist wild, unkonzentriert und hält sich an kaum eine Regel, aber er hat ein Herz aus Gold, kuschelt gern und zeigt Mitgefühl für andere!
Er ist weder agressiv, noch bösartig und auf keinen Fall sehe ich ihn als "Problemkind".

Soweit meine Erfahrung mit Ritalin; die Behandlung bei der Psychologin sowie die Einnahme des Ritalin habe ich genau 4 Tage durchgehalten.

von Solly - am 16.07.2001 08:20
Hallo Solly
Du solltest vielleicht daran denken, daß Dein Sohn so ruhig wäre, wenn er die Stoffwechselerkrankung nicht hätte. Ritalin regt den Körper ja nur an, den Stoff den sein Körper sonst zu wenig produziert, mehr zu produzieren.
Er ist also "Normal" wenn er Ritalin bekommt, und nicht wenn er ihn nicht bekommt.
Das ist halt sehr schwer sich daran zu gewöhnen, weil man sein Kind so noch nie erlebt hat.

von julia - am 16.07.2001 09:34
Hi Solly,

herzlichenGlückwunsch,
Du bist die erste, die ich höre, die keine Probleme mit dem ADS ihres Kindes hat. Beneidenswert, ich wär auch gern so locker gegenüber meinem Kind.
Die andere Seite der Medaillie ist allerdings, daß Dein Sohn sich später in der Schule sicherlich auch nicht konzentrieren kann.
Wenn Du mit seiner Unkonzentriertheit klar kommst, ist das klasse, aber vielleicht nimmst Du ihm später die Möglichkeit, seiner Intelligenz entsprechend gefördert zu werden, wenn er in der Schule nämlich nicht mitkommt, weil er nichts mitbekommt und zu wild ist.
Ansonsten echt klasse, daß Du so gut damit umgehen kannst. Wie ist das Geheimnis für so eine Gelassenheit?
Viel Glück trotz allem,
Gruß

Anja M.

von Anja M. - am 16.07.2001 11:43
Hallo Petra,

laut meiner Psychologin gibt es keine negativen Langzeitschäden. Sie hat seit über 30 Jahren Erfahrung mit Ritalin und hat heute Kinder ihrer ehemaligen Patienten in Behandlung, hat also Kontakt zu den Ehemaligen.
Wenn Ritalin nicht greift, denke ich liegt es an der Dosierung. Das komplizierteste finfde ich ist die Einstellung der Dosierung, bis man das optimale Ergebnis hat.

Anja M.

von Anja M. - am 16.07.2001 11:48
Hallo Solly,

es ist natürlich super, wenn du so ein dickes Fell hast und gegen die Blicke und Sprüche aus deiner Umwelt immun bist. Es ist auch super, wenn du deinen Wirbelwind erträgst, ohne mit den Nerven auf dem Boden zu schleifen, wie dies früher oder später vielen Eltern mit ADHS-Kindern geht.

Dennoch finde ich es reichlich seltsam, dass du anscheinend geglaubt hast, innerhalb von 4 Tagen wäre die Einstellungsphase beendet. Bzw. die Einstellung wurde ja gar nicht vorgenommen. Statt dessen bestärkst du mit deiner Beschreibung das Vorurteil, mit Ritalin würden die Kinder ruhiggestellt. Du schreibst selbst, dass dein Sohn eine Ewigkeit seelenruhig spielte. Offenbar kann er das sonst nicht.

Eine Ruhigstellung erfolgt allerdings nicht. Die Kinder bleiben die gleichen, sie können sich nur besser konzentrieren und bemerken, was in ihrer Umgebung passiert. Lernen erfordert ein Begreifen von Ursache und Wirkung dessen, was man tut. Nur durch intensives Spielen kann ein Kind wirklich lernen. Zieht ein Kind dageben wie ein Tornado durch die Gegend und hinterlässt überall ein Schlachtfeld, wird es sich sehr schwertun, anspruchsvollere Dinge zu lernen.

Ach ja. Die Verantwortung für die eigenen Taten hat auch ein ADSler selbst. Das heißt, ADS ist keine Entschuldigung dafür, dass mein Kind die anderen verkloppt. Ich kann mit ADS höchstens erklären, warum er das immer wieder tut, ohne zu lernen, dass diese Umgangsform nicht akzeptabel ist.

Solly, vielleicht magst du dir auch mal durchlesen, was ADS tatsächlich für einen Betroffenen bedeutet. Für ein situations- und aufgabenangemessenes Verhalten ist ein minutiöses Zusammenspiel vieler Bereiche des Gehirns notwendig. Nur wenn dies wirklich funktioniert, handelt es situationsangepasst.

[www.abracadabras-welt.de]

Ich nehme an, dein Kind kommt nächstes Jahr in die Schule. Dort zeigt sich bei den meisten (unbehandelten) Betroffenen ein extremer Leistungseinbruch in der dritten Klasse. Vielleicht magst du dir ein paar typische Zeugnisse durchlesen?

[www.ads-hyperaktivitaet.de]

Mein Sohn wurde erst jetzt diagnostiziert und wird leider erst in der vierten Klasse Ritalin erhalten. Ich ärgere mich darüber, weil seine Erfahrungen mit Schule bereits extrem negativ geprägt sind. Schöner wäre es gewesen, wenn unsere Kinderärztin, die wir im ersten Schuljahr wegen seines Konzentrations- und Motivationsmangels aufsuchten, sein ADS erkannt hätte.

abra ;-)
www.abracadabras-welt.de


von abra - am 16.07.2001 12:09

Muss natürlich Ritalin heißen, nicht Retalin ;-) - OT

;-)
www.abracadabras-welt.de


von abra - am 16.07.2001 12:10
An Solly,

wie kann eine Psychologin "Ritalin" verschreiben?

Das dürfen nur Ärzte !!!!

Andere Vorgehensweisen kenne ich nicht. Dein Mail kommt mir sehr suspekt vor.

Birgit R.

von Birgit R. - am 16.07.2001 13:08
Hallo Petra,

habe seit 7 jahren nur positive Erfahrungen mit "Ritalin" in Verbindung mit Verhaltenstherapie gemacht.
Bin selbst Erzieherin und war anfangs sehr skeptisch in Bezug auf jegliche Medikation.
Mein Sohn bekommt seit dieser Zeit Ritalin und hat sich nur positiv verändert, andernfalls wäre er unbeschulbar gewesen, trotz aller pädagogischen Bemühungen.

Liebe Grüße
Birgit R.

von Birgit R. - am 16.07.2001 13:18
Leider habe ich den Namen der Ärztin vergessen. Ihre Praxis ist in Gelsenkirchen-Buer, auf der Cranger Strasse. Und sie hat mir in der Tat das Rezept für meinen Sohn verschrieben.

von Solly - am 16.07.2001 13:25
Hi,

nichts für ungut, aber eine 4-tägige Ritalin-Erfahrung ist ein bißchen zu kurz, um sich ein Urteil zu bilden!

Die Einstellung auf die richtige Dosis dauert meines Wissens in den meisten Fällen wesentlich länger. Vielleicht seid Ihr auch mit der ersten Dosis schon "zu hoch" eingestiegen?

Bedenke bitte: das schlimmste für ein ADS-Kind ist nicht, daß es für andere Leute anstrengend ist. Sondern das Schlimmste ist, daß es mit sich selber kaum zurechtkommt! Wenn man sich sein ganzes Leben lang auf rein gar nichts konzentrieren kann und alle seine Zeit mit diesem Chaos im Kopf verbringen muß, dann ist das ziemlich scheußlich.
Und übrigens, wenn tatsächlich die Gehirnchemie im Ungleichgewicht ist, was ist dann daran schlecht, das mit Medikamenten zu unterstützen? Ich bin auch ganz froh, daß meine Eltern nicht der MEinung waren, ich sollte bitte ohne Brille das richtig-hingucken lernen- auch wenn ich mit dieser siebziger-Jahre-Hornbrille als Kind ziemlich gräßlich ausgesehen hab. Du verstehst hoffentlich, was ich mit diesem Vergleich meine?

Informiere Dich genauer darüber, was ADS für Betroffene bedeuten kann- und zwar über das "für Lehrer und Erzieher ziemlich anstrengend" hinaus. Dann kannst Du sicher beurteilen, obs für Dein Kind auch so ist oder nicht.

Viele Grüße
Petra F.

von Petra F. - am 16.07.2001 13:26
Hallo Solly,

in deinem Posting ist zu lesen, dass du "Ritalin" von einer Pychologin verschrieben bekommen hast.

Jetzt sprichst du auf einmal von einer Ärztin. Also, von Ärzten, bei denen ich wegen solch komplexer Probleme vorstellig war, weiß ich auf jeden Fall noch Namen und Adresse.

Liebe Grüße
Birgit R.

von Birgit R. - am 16.07.2001 13:36
Hallo Anja!

Nicht mißverstehen bitte!
Natürlich ist es nicht immer locker und flockig mit Simon, und wenn ich zum x-ten Mal NEIIIIIN, NIIICHT gerufen habe, krauche ich
abends auch auf dem Zahnfleisch ins Bett!

Ich frage mich immer wieder, was geht in meinem Sohn vor, wenn er von allen Seiten nur dieses "nein, weg, nicht, SIMON" zu hören bekommt.

Was ich sagen und eigentlich zum Ausdruck bringen wollte war, ICH komme nicht damit klar, daß ich scheinbar nicht mehr meinen Sohn vor mir hatte.

Ich bins gewohnt, daß er zappelt, rennt, klettert, wirft laut singt usw. Ich bin nicht gewohnt, daß er still, ruhig, artig und "nicht da" ist.

Vielleicht habe ich in der Tat die Behandlung zu früh abgebrochen, kann sein, wegen der Ärztin, kann sein wegen der plötzlichen Stille.

Ich mache vielleicht auch den Fehler, auf mein Herz zu hören, nicht auf Simons Bedürfnisse.
Aber er ist doch immer so fröhlich!!!
Er lacht viel und schlägt nie andere Kinder (er rennt sie wohl um, weil diese halt "im Weg sind)

Ich habe zu dieser Seite gefunden, und will hier informieren und zu gern Erfahrungen mit anderen Müttern
austauschen.

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich mich gern mal verkriechen möchte!
Nur mal so gesagt, damit der Eindruck, ich hätte Drahtseilnerven, sich nicht verfestigt....

;-) Solly

von Solly - am 16.07.2001 13:41
Nochmals Hallo Birgit!

OKOK...

also, direkt am Anfang meiner wundervollen Scheidung, hatte ich 100 Termine täglich 7 Tage die Woche...Du verstehst?

Und ich bin nur ein Mensch. Und ob nun Ärztin oder Psychologin, für mich scheint Psychologin Ärztin zu sein, weil sie doch heilen möchte, nicht wahr?
Und warum Du auf diese Verschreiberei rumreitest, erscheint mir suspekt.

Ist es nicht auch völlig gleich?

Mir gehts hier darum, mich zu informieren, nicht zu disskutieren, wer nun berechtigt ist Rezepte auszustellen...


Ganz liebe Grüße

Solly

von Solly - am 16.07.2001 13:47
Hallo solly, ich kann dich glaub ich gut verstehen:-) Nur abe ich das Glück wohl das mein Kind überhaupt nicht anders ist - außer das er sich besser konentriert seit der Medis. Nur auch wenn wir unsere Kinder so lieben und akzwptieren wie sie sind..die SChule tut es nicht und die sog. Gesellschaft erst recht nicht....
André wird den längeren WEg zum Realschulabschluss gehen müssen, er wurde erst im 5.Schuljahr diagnostiziert und die LEhrer kommen nicht klar damit..."So ein Kind ist doch in der Hauptschule gut aufgehoben......." Also sei vorsichtig und pass auf das Du den Zeitpunkt nicht verpasst, an dem Simon vielleicht Hilfe braucht. Aber vielleicht hast du ja Glück und VT reicht aus:-)

Ich wünsch es Dir
Petra

von Petra - am 16.07.2001 13:47
Hi Solly, ich vermute mal das Birgit´s Skepsis davon herrührt das hier schon seltsame Dinge und noch seltsameren Namen geschrieben worden sein sollen:-)
Da wird man vielleicht manchmal übervorsichtig:-)

Is nur so eine Idee
Petra

von Petra - am 16.07.2001 13:49
Hallo Petra,

er ist doch erst fünf!!

Ich habe nicht wirklich was gegen medizin, aber ich kann doch so einen winzigen Körper nicht täglich mit Chemie vollstopfen!

Aber ich gebe zu, je mehr ich hier lese, umso weniger skeptisch werde ich. Ich wußte ja gar nicht, daß noch so viele andere Kinder betroffen sind.

Und wie viele besser drauf sind durch medis überrascht mich völlig!

Ich danke Dir jedenfalls herzlich!

Solly

von Solly - am 16.07.2001 13:52
Huhu Petra!

LOL!!!

Warum soll ich es verschweigen?? Mien Name ist Solveig, kommt aus Schweden oder jedenfalls die Ecke da oben.

Solly nennt mich jeder, seit ich denken kann..

Also, wenns hier nach Namen geht, geb ich zu, dann hab ich gaaaanz schlechte Karten ;-))

von Solly - am 16.07.2001 13:55
Hallo Solly,

eben diese Details sind wichtig, damit wir uns hier nicht unglaubwürdig machen.

Es gibt eben das Gesetz, dass nur Ärzte Medikamente verschreiben dürfen und da ich Erfahrung mit seltsamen Postings hier habe, bin ich eben sehr kritisch.

Dies ist aber keinesfalls persönlich gemeint, sondern reiner Zweckpessimismus.

Auf jedenfall finde ich es O.K. , wenn du dich hier informierst.

Super liebe Grüße

Birgit R.

von Birgit R. - am 16.07.2001 13:55
:-))) Also ich glaub nicht das es direkt nach Namen geht.....obwohl die "Petra-Häufung" is net schlecht:-)

Gruß Petra

von Petra - am 16.07.2001 13:57
Hallo Birgit.

Ich kenne mich micht Forenseiten und diesen ganzen Kram nicht wirklich aus.

Ich hab mir die "Eltern" gekauft weil ich gerade mein drittes Kind erwarte und bin auf einen Artikel gestoßen, der diese Seite "für gut befunden" hat.

Ich konnte nciht ahnen, daß es dermaßen bekloppte gibt, die sich n Spaß daraus machen, hier Mist hinzuschreiben....

Ich möchte Simon gern helfen und dachte, ich informier mich, wo immer ich kann.

Ich habe nicht vor, irgentwelchen unwahren Müll hier abzuladen, und hoffe, genauso ernst genommen zu werden, wie ich euch anderen ernst nehme.

LIEBE! Grüße
Solly

von Solly - am 16.07.2001 14:02
Hallo Petra,



also ich kann dich sehr gut verstehen, wie es dir dabei geht wenn du daran denkst
das dein Sohn Ritalin bekommen soll. Bei mir war es nicht andrérs. Und ich mußte es auch alleine Entscheiden da ich mit meine Sohn gerade in einer ADS-Kur war. Wo sie mir es dazu geraden habe. Ich habe lange Nächte wach gelegen und hin und her Überlegt. Habe mich danndazu durchgerungen. Und nun nach vier Monaten bin ich froh es gemnacht zuhaben. Denn in der Schule sind die Lehrer jetzt sehr zufrieden. Klar geht er jetzt in die Hauptschule nach den SOmmerferien weil man zulange mit den Ritalin gewartet hat.
Und nach den SOmmerferien fangen wir eine VT-Therapie bei Fr. Neuhaus an und darüber bin ich sehr Glücklich.
Ich hoffe das dir etwas helfen konnte.
Gruß Meike

von Meike - am 16.07.2001 14:05

Off topic- Petra-Häufung :-)

Liebe Namensschwestern,

diese Petra-Häufung ist unvermeidlich. Denn in meinem Alter gibts einfach viele davon- nur noch übertroffen von Susanne und Sabine- und ich bin nun halt in dem Alter, in dem man üblicherweise Schulkinder hat...

Deshalb melde ich mich internetmäßig seit Monaten nur noch als Petra F. - leider hab ich auch keinen zweiten Vornamen zu bieten. Das wär manchmal schon hilfreich gewesen.

also einen mitfühlenden Gruß von mir an alle Petras, Sabines, Susannes sowie die anwesenden Stefans, Thorstens und Thomas´ (so heißen fast alle Männer hier, die in meinem Alter sind *g*)

Übrigens- mein Sohn heißt _nicht_ Alexander, Kevin, Marvin oder Tobias! (So heißen nämlich fast alle Jungs dieses Jahrgangs hier in der Gegend *grins).

Gruß
Petra F. (ohne weitere Vornamen)

von Petra F. - am 16.07.2001 14:06

Re: Off topic- Petra-Häufung :-)

:-) Es gibt Schlimmeres - oder:-)

Petra

von Petra - am 16.07.2001 14:08
Hallo Solly,

Wie soll ich "bekloppt" verstehen.

Ich habe 7 Jahre ADS- Erfahrung hinter mir und da wird man öfters auch unter der Gürtelinie getroffen. Leider war dein Posting für mich sehr zweifelhaft.

Würde dir raten eine Selbthilfegruppe aufzusuchen, Adressen findest du sicher in diesem Forum.

Liebe Grüße

Birgit R.

von Birgit R. - am 16.07.2001 14:10

Re: Off topic- Petra-Häufung :-)

hallo petra,
nun muss ich auch noch meinen senf dazu geben.
wenn man frau ist und kind(er)hat,dann hat man einen 2. vornamen:mami,mama....

gruss mami-maus

von mami-maus - am 16.07.2001 14:20
Hallo Solly,

ich kann Dich schon gut verstehen mit den Bedenken bezüglich des Ritalin. Schließlich ist diese starke Veränderung unter den Tabletten erst mal ein ziemlicher Schock! Aber wenn Dein Zwerg erst 5 ist, dann ist es vielleicht auch denkbar, daß Du Dir erst mal noch ein paar Wochen zum weiter-Informieren und die Informationen "sacken lassen" gönnst und erst danach über einen zweiten Versuch entscheidest (ob oder ob nicht). Bei ihm droht ja immerhin noch nicht der Rausschmiß aus der Schule, und mit Selbstmord hat er sicher auch noch nicht gedroht- denn dann hätten sich deine Postings ganz anders angehört ;-(

Falls Du Dich erst mal gegen die Medikamente entscheidest, ist das nichts Ungewöhnliches, aber ich würde Dir dann raten, das Thema zumindest im Hinterkopf zu behalten. Es ist allemal besser, man beginnt eine Behandlung, BEVOR wirklich auf allen Ebenen die großen Katastrophen eingetreten sind. Der Schaden fürs Selbstwertgefühl ist nämlich viel schwerer zu reparieren als die ausgeräumten Supermarktregale.

Mein Sohn bekommt Ritalin jetzt seit einem dreiviertel Jahr (er ist siebeneinhalb Jahre alt). Vieles ist seitdem besser geworden, und nachdem wir das ganze erste Schuljahr darum gekämpft haben, ist es uns sogar gelungen, ihm eine regelmäßige Gewohnheit- nämlich die Hausaufgaben direkt nach der Schule und ohne große Streitereien zu machen- beizubringen (ein Jahr Krieg, um so eine simple Verhaltensregel zuhause einzuführen! Wissen die Lehrer eigentlich, was Eltern zuhause durchmachen???) .

Leider haben wir mit ihm ähnliche Probleme, wie Du bei Deinem vier-Tage - Versuch schildertest: er wirkt verschlossen, zieht sich von andern zurück, ist teilweise "zu" ruhig, und die Lehrerin findet es auch unheimlich...es ist durchaus möglich, daß wir IMMER NOCH NICHT die ideale Dosierung gefunden haben.

Wenn ich mir nicht aus eigener Erfahrung allzu klar darüber wäre, was es für ihn bedeutet, NICHT Ritalin zu bekommen, würde ich auch kalte Füße kriegen. Aber ich finde es auch nicht erstrebenswert, wenn er verzweifelt versucht, irgendwas von seiner Umgebung richtig mitzukriegen und es einfach nicht kann! Sicher ist diese Verschlossenheit großer Mist. Aber ohne Ritalin kommt er ebensowenig mit andern in Kontakt- und wenn, dann auch nur über die negative Schiene (nämlich diese über den Haufen zu rennen, wenn sie ihm im Wege stehen).
Die Lehrerin sagte mir letzte Woche, sie vermißt seine offene Art, Sachen zu erzählen (obwohl man ihn oft bremsen mußte, weil er einen in Grund und Boden quasseln konnte). Ich verstehe, was sie meint. Aber das, was sonst noch so alles war, bevor wir mit Ritalin anfingen, das vermisse ich überhaupt nicht! Und mein Sohn vermutlich auch nicht- was hat er davon, wenn er so einen lebhaften und aufgeweckten Eindruck macht, aber immer aneckt, ständig in Streit und Mißverständnisse verwickelt ist und ununterbrochen Kritik von andern einzustecken hat - noch dazu, wo er sich doch wirklich Mühe gab, aber wirklich nicht anders _konnte_?

Wir suchen weiter nach dem Mittelweg...

ach ja, und wenn Du nach weiteren Infos suchst, dann empfehle ich folgende Links:

[www.hyperaktiv.de]
[www.ads-hyperaktivitaet.de]
[www.psychologie-online.ch]

Liebe Grüße
Petra F.

von Petra F. - am 16.07.2001 14:22

Re: Off topic- Petra-Häufung :-)

Ja, da hast du ganz recht...

von Petra F. - am 16.07.2001 14:25
Hallo Zusammen,

vielen Dank an Euch alle. Es tut gut zu wissen, das wir nicht die einzigen Eltern sind, denen diese Entscheidung zu Ritalin sehr schwer fällt. Ich komme gerade aus der Klinik und bin ziemlich fix und foxi. Mir ist zum HEULEN zu mute. Die Psycholgin und der Kinderpsychater haben uns in aller Deutlichkeit die Notwendigkeit von Ritalin bei David erklärt. Trotzdem fällt es mir unheimlich schwer mein okay dazu zugeben. Ich denke auch an Davids Zukunft. Wißt ihr, daß bei einer Medikation, dieses in seinen Krankenakten lebenslang enthalten sein wird. Kaum eine Versicherung wird ihn später versichern wollen (weiß ich zufällig aus sicherer Quelle). Sage ich nein zu Ritalin, hat er überhaupt eine Chance auf eine Beschulung? Denn uns wurde gesagt, David gehört in eine E-Schule. Evtl. mit Ritalin kann er auf einer normalen Schule bleiben. Wir finden aber, so schlimm wie die uns David schildern ist er überhaupt nicht, zumindest nicht zu hause.

Grüße
Petra B.

von Petra B. - am 16.07.2001 16:09

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Hallo Petra,

was meinst Du bitte mit "keine Versicherung wird ihn versichern" ?

Petra

von Petra - am 16.07.2001 16:53
MOOOOMENT!!!

Mir wurde gesagt, es gäbe einige Leute, die Spaß daran haben, hier Dinge zu erzählen, die unwahr sind!!!

Und wenn Du nicht der Meinung bist, diese Leute wären bekloppt, dann ist das DEINE Meinung.
Ich finde, Familien mit ADSlern haben genügend Probleme und wollen nicht noch von irgenwelchen BEKLOPPTEN veräppelt werden!!!

Wenn DU Dich angesprochen fühlst...Dein Problem, nicht meins.

Das ADS nicht lustig ist, hast Du doch am eigenem Leib erfahren, was soll das Ganze also???

:-(
Solly

von Solly - am 16.07.2001 17:36
Hallo Petra s,

das mit der Versicherung stimmt.

Schaut Euch das Posting vom 29.06. an.

Über Ritalin kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen :
Ich bin froh den Weg gegangen zu sein.Mein Sohn fühlt sich viel wohler und wird auch jetzt akzepiert .
Genau diese Akzeptanz ist wichtig für Ihn.
Er hat immer darunter gelitten , das niemand mit Ihm spielt u.s.w.

Es dauert halt , bis eingefahrene Verhaltensmuster wieder ausgebügelt sind.

Aber wir schaffen das alle :-))).

Liebe Grüße

Petra J

von Petra J - am 16.07.2001 18:02
Hi, das bekloppt bezieht sich, denk ich, auf die Leute die hier schon Mist gebaut haben und unter falschem Namen viel Unfug angerichtet haben sollen....

Gruß Petra

von Petra - am 16.07.2001 18:13

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Hei Petra,

Personen, die mit Ritalin behandelt werden, sind vom Krankheitsbild wesentlich mehr Unfallgefährdet, Selbstmordgefährdet, ect. und verursachen erhebliche finanzielle Kosten für die Krankenversicherer. Dadurch wird dieser Personenkreis von den Versicherungen abgelehnt.

Gruß Petra

von Petra B. - am 16.07.2001 18:17

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Uff, jetzt bin ich platt....ob das hier jemand weiss...Wir haben nämlich für unseren Sohn seit Geburt eine Unfallversicherung laufen....und man hat mich schon auf viele "Nebenwirkungen" hingewiesen...DIE aber nicht.

Danke.

Petra

von Petra - am 16.07.2001 18:21

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Hi Petra,
dies bezieht sich auf Neuabschlüsse bzw. nach geleisteten Zahlungen der Versicherer - danach kann der Versicherer Dir kündigen (immer vorausgesetzt der Versicherer hat Kenntnis von der Krankheit bzw. von der Medikamenteneinnahme).

Petra

von Petra B. - am 16.07.2001 18:29

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

An Petra B ,

eine Frage ,
ist es aber nicht so , das Kinder die mit Ritalin behandelt werden ,aufmerksamer sind , als solche die eben nicht behandelt werden?

Aufgrund dessen müsste doch die Unfallrate geringer sein.

Meine Kinderärztin hat mir gesagt , das unbehandelte Kinder wesentlich stärker gefährdet sind , zum Beispiel auf die schiefe Bahn zu geraten.

Im Grunde müssten doch dann unbehandelte Kinder schlechter zu versichern sein??

Ratloser Gruß

Petra J

von Petra J - am 16.07.2001 18:42

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Hi Petra,

Diese Information haben wir von einem Versicherungskaufmann. Die Risiken werden nach rein statistischen Gesichtspunkten (Aufwendungen für diesen Personenkreis) eingestuft. Maßgeblich ist vermutlich nur die Diagnose ADS.
Risikobehaftete Personen werden von Versicherern nun mal nicht gerne aufgenommen.

Gruß Petra

von Petra B. - am 16.07.2001 18:56

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Hi Petra B.

Aber es ist doch bewiesen, dass ADS`ler, die Medikamentös behandelt werden, wesentlich weniger Suchtgefährdet sind wie nicht behandelte. Genauso sieht es doch mit dem sozial Verhalten und der Suizidgefahr aus. Meines Wissens gibt es da Studien drüber.

Viele Grüße

Sonja

von Sonja aus Schwanewede - am 16.07.2001 19:17

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Hi Sonja,

Du hast recht, die Versicherungen sehen das jedoch anderst.

Gruß Petra

von Petra B. - am 16.07.2001 19:58
Hallo Meike,
mein Sohn nimmt jetzt seit Pfingsten letzten Jahres Ritalin und macht seit dieser Zeit auch eine VT bei Frau Neuhaus - leider war für uns die Ritalingabe auch etwas zu spät und er bekam auch 'nur' die Empfehlung für die Hauptschule, worunter er sehr litt. Seit Februar dieses Jahres, also zum Halbjahr, hat er dann auf die Realschule gewechselt. Was glaubst Du, wie sein Selbstbewusstsein gestiegen ist!!!
Grüße
Biggi

von Biggi - am 16.07.2001 20:36

Re: Erfahrung mit Retalin-Versicherung?

Hm, die werden denken das sie ja nicht wissen in wieweit ein ADSler in dem Moment des Unfalls Medis genommen hat und wie die auf ihn gewirkt haben...
Aber dann dürften sie auch keine Migräne - , Wirbelsäulenschäden(schmerzhaft) , Depressiven etc. aufnehmen.....na das wär´s.....

Petra (...eh schon überzeugt das wir ein Krankenversicherungssysthem haben das eher 3 als 2 Klassen hat und der Rest wird nicht anders aussehen)

von Petra - am 16.07.2001 21:47

Re: Muss natürlich Ritalin heißen, nicht Retalin ;-) - OT


PS. Danke noch für die Verbesserung und natürlich für die Infos, ist halt noch Neuland für mich! Hat mir geholfen meine Entscheidung zu treffen.

Gruß Petra

von Petra B. - am 17.07.2001 08:00
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