Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
mami-maus, verena, gipsy, Friedo, Mimi, Petra F., Petra

die andere Seite sieht es so ...

Startbeitrag von Friedo am 17.07.2001 21:32

Hallo Leute

habe da einen recht interessanten beitrag in einer Newsgroup gefunden:
[netnews.web.de]

Was tun in so einem Fall?

Grüße
Friedo
Hunter Homepage

Antworten:

Hi, leider wird nicht geschrieben wie die Eltern reagiert haben.....Das man bei den dort beschriebenen "Verhältnissen" Angst bekommen kann - ich kann´s nachvollziehen....Würde mich interessieren wie´s rechtlich aussieht.....

Gruß Petra

von Petra - am 17.07.2001 22:21
nuja,
ich kann die frau verstehen. ehrlich gesagt weiss ich nicht, warum uns noch niemand abgemahnt hat. neben uns will ich nicht wohnen müssen....toleranz für hypies ist sicher gut und richtig, aber wenn ich dauerhaft gestört werde, muss ich auch an mich denken. und wenn mein sohn nicht mein sohn wäre, fände ich ihn extrem nervtötend. ich entschuldige mich nicht für ihn, aber die "normale" bevölkerung hat auch ein recht auf ein möglichst ungestörtes leben. zumal die fenster da abschliessbar sind,was allerdings von den eltern nicht genutzt wird. insgesamt habe ich den eindruck, das wohl eine gewisse gleichgültigkeit herrscht. ich würd da auch ordentlich druck machen (ausgegangen von dem bericht der frau, der ja sicher einseitig ist).

rechtlich liegt die tücke in der hausform: wenn der vermieter im haus wohnt, kann er eigentlich jedezeit kündigen, ohne, das ein besonderer grund vorliegen muss. allerdings geht das nicht fristlos, die kündigungsfristen müssen eingehalten werden. fristlos geht nur dann, wenn schwere verstösse gegen die hausordnung vorliegen (da kann man streiten, ob das welche sind(ich denke: ja)), und das auch nur, wenn vorher angemessen abgemahnt wurde.

präzedenz:
Ist andere Abhilfe auch erwiesenermaßen aussichtslos, kann der Vermieter zur Gewährleistung des Vertragsgemäßen Gebrauchs der
übrigen Wohnungen im Mietshaus verpflichtet sein, das Mietvertragsverhältnis mit einer störenden Familie zu kündigen. Störungen sind
dabei auch nicht mehr hinzunehmender Kinderlagen.

LG Berlin 62 S 290/98 Quelle: Wohnungswirtschaft und Mietrecht 6/99 S. 329


und dann noch das:

Ein Mietvertrag kann nur bei erheblicher Verletzung der vertraglichen Pflichten durch den Mieter selbst gekündigt werden, wobei das
Fehlverhalten anderer Familienmitglieder grundsätzlich dazu nicht ausreicht. Unterbindet der Mieter jedoch wiederholtes Fehlverhalten von
Familienmitgliedern nicht, kann dies durchaus zu einem eigenen Verschulden des Mieters führen.

KG Berlin, Beschl. vom 15. 6. 2000- Az. 16 RE Miet 10611/99


allerdings hat die frau nicht abgemahnt, daher wird sie 3 monate einhalten müssen.

ich wünsch euch allen einen schönen tag!
vro

von verena - am 18.07.2001 07:12
Also so einfach, wenn der Vermieter im Haus wohnt kann er jederzeit kündigen ohne dass ein besonderer Grund vorliegt ist das nicht. Das geht nur in einem Zweifamilienhaus oder in einem Dreifamilienhaus, das zwischen 19.. und 19.. irgendwas zum Bezug fertiggestellt wurde. Die genauen Jahre habe ich vergessen......da verlängert sich die Kündigungsfrist um 3 Monate, der Vermieter muss sich auf einen bestimmten Paragraphen im Gesetz beziehen oder darauf hinweisen, dass er die Kündigung nicht aus einem berechtigten Interesse heraus ausspricht.

Das hat aber nicht mit fristloser Kündigung zu tun, die wegen irgendwelcher Verstöße ausgesprochen werden kann.

gipsy

von gipsy - am 18.07.2001 08:25
hab ich auch nicht geschrieben.

von verena - am 18.07.2001 08:30
Was würdest Du denn tun?

Gruß
Petra F.
DGE-Stellungnahme


von Petra F. - am 18.07.2001 08:38

Re: die andere Seite sieht es so ...off topic

Ich glaube Verena hat da etwas wirklich wichtiges gesagt:

und wenn mein sohn
nicht mein sohn wäre, fände ich ihn extrem nervtötend.

Also, manchmal frag ich mich auch was ich von meiner Tochter halten würde wenn sie eben nicht meine Tochter wär....und auch die Kinder merken es. So sagte sie einmal: Keiner mag mich! und auf den Einwand: Aber wir sagte sie: Ihr mögt mich ja nur weil ihr meine Eltern seid......das hat mir sehr zu denken gegeben. Mag ich sie wirklich nur WEIL sie mein Kind ist? Oder könnte ich sie sonst auch leiden?

Es hat auf jeden Fall dazu geführt, dass ich noch mehr versuche, die positiven Dinge wahrzunehmen, nicht nur bei ihr, sondern auch bei anderen Kindern, vor allem bei solchen, über die ich mich auch schon geärgert habe...bei "liebenswerten" Kindern ist das ja kein Problem mit den positiven Eigenschaften...Ich glaube das ist wirklich eine grundlegende Sache an der ich auf jeden Fall noch mehr arbeiten muss.

Ich liebe beide meine Kinder sehr, keine Frage, und das Nicht-ADS Kind auch nicht mehr als das mit ADS. Wenn man sich aber mal versucht in die anderen hinein zu versetzen, wie sie unsere Kinder erleben, verwundern mich die Reaktionen der anderen oft nicht.
Und wär ich wirklich anders wenn diese Göre mit ihren Wutanfällen und patzigen Antworten, ihrem ständig beleidigt sein und ihrer Albernheit nicht mein Kind wäre? Ich glaube für Außenstehende bleiben hinter diesen offensichtlich negativen Eigenschaften die vielen guten Eigenschaften oft verborgen...die Naturliebe, die Kreativität, die Hilfsbereitschaft und noch viele ander Dinge....

Ich hoffe ihr versteht was ich sagen möchte und ich könnte noch ne Menge mehr dazu schreiben aber das würde doch den Rahmen sprengen....

gipsy

von gipsy - am 18.07.2001 08:57
>rechtlich liegt die tücke in der hausform: wenn der >vermieter im haus
>wohnt, kann er eigentlich jedezeit kündigen, ohne, das >ein besonderer
>grund vorliegen muss. allerdings geht das nicht >fristlos, die
>kündigungsfristen müssen eingehalten werden.

Ich wollte mit meinem Posting nur diesen Teil deines etwas präzisieren, damit nicht alle einen Riesenschrecken bekommen, bei denen der Vermieter im Haus wohnt...

gipsy

von gipsy - am 18.07.2001 09:03

Re: die andere Seite sieht es so

hallo,
dank dieses berichtet wissen wir noch lange nicht was die andere seite die sicht der dinge sieht.das ist dadurch sehr einseitig.

dadurch haben wir ein problem mehr,das wir zu menschen "2.klasse"werden.man sollte jendenen menschen eine 2.chance geben und nicht gleich wohnung kündigen und fertig,damit hat die mieterin immer noch ihre probleme.

aber vielleicht wird sie sich durch eine kündigung dann mal mit ihren problemen beschäftigen.

man weiss nicht(oder habe ich es überlesen)ob das kind eine diagnose hat?wird das kind behandelt?...

wenn es stimmt was da geschrieben steht ich das schon eine zumutung für alle anderen.

ich möchte auch nicht unbedingt nachbar meiner familie sein.aber es gibt schlimmers.und wir haben auch ein recht auf leben.

stellt euch mal vor:es käme zum prozess und es wird sich herausstellen das ein vermieter dann recht bekommt einen fristlos kündigen wenn man ein ads/h-kind hat weil es unzumutbar ist für die hausgemeintschaft.dann sind wir da wo keiner von uns(sofernt man zur miete wohnt)sein möchte das er um seine wohnung früchten muss.wäre ein guter fall für rtl "höllische nachbarn".

mami-maus

von mami-maus - am 18.07.2001 09:28

Re: die andere Seite sieht es so

hmmm,
ich denke, da sollte gleiches recht für alle gelten. auch "normalos" haben ein recht auf ein angenehmes wohnklima. jeder, der schon mal neben lauten nachbarn gelebt hat, weiss, wie sehr das an die substanz geht. zu der lärmbelästigung kommt auch noch der frust. und es geht nicht um menschen zweiter klasse. ich kann mich noch an die "quotenfrau" erinnern, die zwar nett gemeint war, aber fast dazu geführt hätte, das dadurch die männer diskriminiert werden. ein besserer vergleich fällt mir nicht ein. es kann nicht angehen, das von anderen menschen verlangt wird, auf adsler unbegrenzt rücksicht zu nehmen. und die frau scheint sich wirklich nicht wegen kleinigkeiten zu beschweren.

vro

von verena - am 18.07.2001 09:39

Re: die andere Seite sieht es so..noch einen weitern link

hallo,
ich habe erst nun gelesen das ,da noch antworten stehen. hier der link.

oder bin ich die einzige die die noch nicht gelesen hat?

wir hätten unsere antworten anbesten dort angebracht. ;-))
[netnews.web.de]


von mami-maus - am 18.07.2001 09:45

Re: die andere Seite sieht es so

hallo verena,
ich meinte damit bestimmt nicht das man immer und überall rücksicht auf uns nehmen soll/muss.

ein roller ist bestimmt keine kleinlichkeit und damit kann man jemanden schwer verletzten wenn er von oben kommt.

mami-maus

von mami-maus - am 18.07.2001 09:50
froh sein, daß ich meine Kinder im eigenen Haus groß ziehen konnte

friedo
Hunter Homepage


von Friedo - am 18.07.2001 19:03

Da geht es ja nicht direkt um die Hyperaktivität......

Hallo,

hier geht es ja nicht direkt darum, dass das Kind hyperaktiv ist, sondern darum, dass es andere Menschen massiv gefährdet.

ADS ist ja schließlich kein Freibrief zufällig vorbeikommende Passanten zu erschlagen. Dieses Kind ist trotz ausreichender Aufsicht offenbar nicht daran zu hindern, extrem gefährliche Dinge zu tun. Natürlich haben Nachbarn, Passanten und vermieter das Recht vor solchen Aktionen geschützt zu werden.

Ehrlich gesagt hat auch ein Vermieter Rechte. Wenn Nachbarwohnungen kaum noch zu vermieten sind und die Wohnung ruiniert wird, ohne dass die Eltern dafür aufkommen, ergibt das auch ein finanzielles Problem.

Ich weiß nicht, wie es rechtlich aussieht. Ein Kind muss sich schon sehr, sehr gravierend daneben benehmen, damit eine Kündigung deshalb gerechtfertigt ist. Obendrein müssen die Eltern auf so ziemlich jede Vorsichtsmaßnahme und Wiedergutmachung verzichten.

Natürlich habe ich keine Ahnung, ob das hier der Fall ist. die Frage ist natürlich auch, was geschieht, wenn die Kündigung rechtens ist und durchgezogen wird. Irgendwo muss das Kind ja schließlich wohnen und es ist ja keine Rede davon, dass es nur noch in einer schützenden Einrichtung leben kann. ebensowenig ist zu erkennen, ob die Eltern sich den Umzug in ein Einfamilienhaus - natürlich aller Wahrscheinlichkeit nach die beste Lösung - leisten könnten. Leider ist das auch ein finanzielles Problem.

Die anderen Poster haben meist geraten, das Jugendamt einzuschalten. Aber das Kind wird ja bereits behandelt und eine Zwangsbehandlung wegen ADS und/oder Aggressivität bei einem Neunjährigen ist in Deutschland mit ziemlicher Sicherheit auch nicht durchsetzbar. Professionelle Helfer, die das Kind in der Wohnung beaufsichtigen könnten, würde wohl keine Familie verkraften.

von Mimi - am 22.07.2001 21:16
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.