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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Harry, Pia, Mimi

Habe als Erwachsener ADS

Startbeitrag von Harry am 22.07.2001 15:51

Habe als Erwachsener ADS diagnostiziert bekommen.Vernutet habe ich es schon lange.
Mein Hauptproblem ist das ich unter der Selbstwertproblemativ leide und besonders deshalb weil ich noch nie eine feste Beziehung zu einer Frau hatte.
Besonders schwer fällt mir es wen Intimität abgelehnt wird .Ich bin dann immer total geknickt und habe den Eindruck die Beziehung ist damit beendet .
Mit meinen jetzt 35 Jahren macht mir das deutlich zu schaffen .
Wie gehen andere ADS Erwachsene damit um ? Wie kann man mit ADS ein einigermaßen zufriedenes Leben leben ?
Welche Lösungen gibt es wen eine Partnerin ADS nicht akzeptieren kann ? Soll ich mit meiner Diagnose gleich mit der Tür ins Haus fallen ? Hallo ich habe ADS ?

Was meint Ihr dazu ?
Harald`s Homepage

Antworten:

Hallo,

da kommt ja eine Menge zusammen.

Du sollst natürlich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Damit sprichst du höchstens Frauen an, die auf Krankheiten irgendwelcher Art stehen, aber keine brauchbare Partnerin. Das ADS (und jede andere seelische Störung/Krankheit/Andersartigkeit) ist zunächst einmal dein Problem und du musst nach Lösungen für dich schauen. Wenn jemand aus diesem Grund keinen näheren Kontakt zu dir wünscht, musst du das notgedrungen akzeptieren. (Wenn du eine andere nicht direkt sichbare Störung hättest, würdest du ja auch nicht sofort davon erzählen.)

Das völlige Fehlen von Beziehungserfahrungen ist natürlich ein riesiges Problem. Vielleicht findest du in einer Selbsthilfegruppe für Erwachsene Leute, denen es ähnlich geht. (Einfach mal in der nächsten Eltern-SHG nachfragen. Die wissen, ob es sowas gibt bzw. ob es sich lohnt etwas zu gründen.) Natürlich kann man mit ADS gut leben, aber da gibt es leider keine einfachen, allgemeingültigen Rezepte. Es gibt auch virtuelle SHGs, auch das ist besser als nichts. Schau mal auf der Linkseite von ADD-online nach. Mit Sicherheit kann auch eine Psychotherapie nichts schaden. Das muss gar nicht unbedingt eine auf ADS abgestimmte Verhaltenstherapie sein, obwohl das wahrscheinlich ein Glückstreffer wäre.

Alles gute!

von Mimi - am 22.07.2001 16:23
Danke Psychotherapie habe ich schon eine Menge hinter mir von Verhaltenstherapie bis tiefenpsychologisch.Seit letzten Jahr nehme ich das Antidepressivum Seroxat.Seit gut zwei Monaten nehme ich Ritalin und wurde auf ADS ausgetestet .Mir wurde ADS F90.8 diagnostiziert.
Die Symptome sind vor allem mein Problem.Vieles Persönlich zu nehmen und von einem Extrem ins andere fallen hauptsächlich Stimmungsschwankungen .
Ich weiß nicht ob das viele Abschreckt weil ich dann auch noch ziemlich Unaufmerksam bin.
Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es den z.B. wen man auf viele negativ Erfahrungen zurückblickt ? Nur zu sehen was alles schief gelaufen ist ist doch irgendwo nicht gerade zufriedenstellend .
Was meinst Du dazu ?
Harald`s Homepage


von Harry - am 22.07.2001 20:02
hallo harry,

so viele fragen ...

was für dich am besten ist, weiß ich nicht. es muss eh' jeder seinen eigenen weg finden. ich kann dir nur sagen, wie ich es mache.

bin 27, seit oktober 2000 diagnostiziert, davor ziemlich lange ambulant und stationär in therapie.

>Soll ich mit meiner Diagnose gleich mit der Tür ins Haus fallen ? Hallo ich habe ADS ?

mache ich nicht. ich bin ich und meine freundin mag mich u.a. wegen ein paar eigenschaften, die ich evtl. durch ads habe. sie ist nicht aus deutschland und findet diese ordnungsliebe, dieses eins nach dem anderen, dieses unspontane, dieses normale, dieses lange planen, usw. ätzend.

wir sind uns in vielen dingen ähnlich, bei mir hat es mehr den tick, dass es ungut wird, sie kann gut 2 oder 3 dinge gleichzeitig machen, macht diese aber auch zu ende. ich nicht immer. sie kann gut chaotisch sein und hat nicht dieses schlechte gefühl, außerdem hält sie immer noch gewisse grenzen ein, was mir schwerfällt.

diese liste lässt sich fortsetzen ...

das hilft dir erstmal nichts, denn so jemand muss man finden.

ich habe ihr erst vor 3 wochen von ads erzählt, wir kennen uns seit anfang märz. jeder, der mich sieht, weiß sofort, dass was nicht okay ist, ich habe z.b. die arme voller narben, früher aufgeschniten. ich mache da nie ein geheimnis, daher wollte ich sie nicht überladen, eines nach dem anderen, bin ja nicht nur psycho .... und letztlich ist meine persönlichkeit wichtig, ob die jetzt ads hat oder nicht, ich bin immer ich.

sag es, wann du es möchtest, aber warte nicht, bis die probleme deshalb zu groß werden, sonst klingt es nach entschuldigung.

>Welche Lösungen gibt es wen eine Partnerin ADS nicht akzeptieren kann ?

nun, was soll's. meiner meinung nach, muss sie nicht ads, sondern dich akzeptieren. so wie du bist! was nützt dir jemand, der zwar die ursache einiger verhaltensweisen kennt und dir nicht die schuld dafür gibt, sonst aber nichts mit ihnen anfangen kann. mit einem wirklich ordnungsliebenden menschen wird es schwer, eine wohnung zu teilen ....

>Selbstwertproblematik

ja, das kenne ich. z.b. kann ich überhaupt nicht mit kritik umgehen, nehme immer alles viel zu persönlich. das wird sich nur ändern, wenn man eine realistische einschätzung von sich bekommt. ich sehe z.b. oft nur die schlechten dinge, alles verzerrt und merke dann oft, dass ich an meinen viel zu großen erwartungen scheitere. also: ball flach halten.

>Wie kann man mit ADS ein einigermaßen zufriedenes Leben leben ?

was bedeutet für dich ein zufriedenes leben? was willst du erreichen? denke an die realistischen ziele. versuche nicht, dich wo hineinzuzwängen, wo du nicht hineinpasst!

so, das für's erste. viele worte, wahrscheinlich helfen sie nicht wirklich,.

frag' einfach konkreter, wenn du magst.

p.s. hast du hallowell "zwanghaft zerstreut" gelesen? ziemlich gutes buch für erwachsene.

außerdem empfehle ich dir thom hartmann "eine andere art die welt zu sehen" - der deutet ads nicht als krankheit, sondern ... aber lies' selbst!

von Pia - am 25.07.2001 13:49
Hallo Pia,

Momentan bin ich wieder herunter von meinem übergroßen Sorgen das ich keine Freundin habe .
Zum Glück habe ich eine gute Ärztin die mich so nimmt wie ich bin und mich eher coacht als Therapiert .
Das Buch von Thom Hartmann habe ich sofort bestellt und auch das Nachfolgebuch sowie das Buch von DR.Lynn Weiß Eins nach dem anderen eins davon habe ich jetzt angefangen und finde es ziemlich gut.Es wird mir vieles klar .
Am Sonntag hat eine Freundin mir ihre Freundschaft gekündigt weil ich zuviel mit meinen Problemen komme obwohl ich sie nur alle zwei Monate gesehen habe.Das hat mich sehr niedergeschlagen gemacht. Komischerwise geht es mir seit heute wieder sehr gut .
Nehme seit gute zwei Monate Ritalin.
Ich habe wohl eher eine Mischform .

MFG Harald

von Harry - am 25.07.2001 19:18
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